What is a JSON feed? Learn more

JSON Feed Viewer

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Now supporting RSS and Atom feeds thanks to Andrew Chilton's feed2json.org service

CURRENT FEED

der Uninformat

Wald- und Wiesen-Weblog 4.0.

JSON


Drei Zeichen dafür, dass Dein Blog doof ist!

Permalink - Posted on 2017-06-14 09:40

Das ist ein Titel, was? Könnte von einer dieser neuen Clickbait-»Nachrichten«-Seiten stammen…

Auch wenn mein auf dem Server gehosteter RSS-Reader Fever seit Dezember 2016 »discontinued« ist, funktioniert er noch stets, wie all die Jahre vorher, einwandfrei und wird täglich benutzt. Ein Manko: Es gibt keine Funktion für »kaputte« oder »aufgegebene« Feeds. So ging ich in den letzten Tagen einmal die Folder durch und checkte alle Feeds. Mittlerweile sind von einst 385 Feeds noch 262 übrig geblieben, Blogs und Feeds kommen und gehen halt…

Dabei sind mir drei Unarten aufgefallen, die mit geringem Aufwand (und ein wenig Aufmerksamkeit für die Leserinnen und Leser des eigenen Blogs) vermieden werden können:

  • Es gibt keinen Link zum RSS-Feed! Ja, »Autodiscovery« im head-Bereich, schön! Aber manchmal möchte man einfach die Adresse des Feeds sehen. Die meisten Blogs sind voller Links auf allen möglichen Kram, warum ist dann ein Link der »RSS« heißt ein Problem?

  • Die Feed-Adresse wird geändert und man macht keine Redirection von der alten Adresse! Was erwartet Ihr, dass jede(r) nichts anderes zu tun hat, als jeden Tag zu checken, ob sich bei irgendeinem Blog im Reader die Feed-Adresse geändert hat?

  • Blog-Einträge ohne Datum! »Umgekehrt chronologische Artikelliste« ist das, was ein Blog von alters her ausmacht. Die ist aber relativ sinnlos, wenn bei den Artikeln kein Datum steht. Überall wimmelt es in Deinem Blog von Zeugs mit zweifelhaftem Wert (Newsletter-Abo-Boxen, »Like mich«-Aufforderungen, etc. etc.), aber ein Datum unter den Artikel/die Überschrift/wo auch immer passte nicht in das elaborierte Designkonzept?

Alle Leserinnen und Leser bitten um freundliche Beachtung. Danke, weitermachen!


XML raus! Oder: Hi JSON Feed!

Permalink - Posted on 2017-05-20 11:15

Niemand mag XML. Das Problem dabei: Wenn man mit RSS und Atom, den Standard-Syndikalisierungsformaten seit Anbeginn der Weblog-Zeit (also ca. 2001), rummachen möchte, muss man sich wohl oder übel mit XML auseinander setzen. Ein unhaltbarer Zustand. Dachten sich auch Brent Simmons und Manton Reece und erfanden ein neues Syndikalisierungsformat, diesmal aber auf Basis des viel leichter zu handhabenden JSON-Formats: JSON Feed.

Eine gute Idee, die sich auch schnell mit Jekyll implementieren lässt…

JSON Feed Version 1

In ihrer Spezifikation schrieben Simmons und Reece:

»For most developers, JSON is far easier to read and write than XML. Developers may groan at picking up an XML parser, but decoding JSON is often just a single line of code.Our hope is that, because of the lightness of JSON and simplicity of the JSON Feed format, developers will be more attracted to developing for the open web.«

Ein JSON-Feed für Jekyll

Das machen wir doch gleich mal. Auf Github tauchte auch sogleich ein Template für einen solchen Feed auf Basis von Jekyll auf, das aber zu viele Spezialitäten enthält. Also Felder wie »post.seo_description« oder »post.banner«, die zumindest meine Jekyll-Installationen nicht benutzen.

Ich habe ein mehr generisches Template in einen Github-Gist gepackt, man müsste höchstens noch die URLs zu icon und favicon anpassen.

Diese Datei speichert man im Root seines Jekyll-Blogs und führt dem Seitenlayout noch eine Zeile zur Autodiscovery des neuen Feeds hinzu:

    <link rel="alternate" title="der uninformat" type="application/json" href="https://uninform.at/feed.json" />

Nach dem nächsten jekyll build plus Deployment ist der neue Feed unter der Adresse verfügbar.

Nun hat dieses kleine Weblog am Rande der Stadt einen JSON-Feed (in Vaillancourts Viewer, s.u.), ebenso wie das Fußballblog drüben (im Viewer).

Und was mache ich damit?

JSON Feed gibt es erst ein paar Tage, naturgemäß gibt es noch keine Software die diese Feeds verarbeitet. Maxime Vaillancourt hat einen ersten experimentellen Viewer gebaut, mit dem man seinen neuen frischen Feed (und natürlich auch andere) anschauen kann. Da man mit JSON leicht programmieren kann, wird es sicher nicht lange dauern, bis die ersten Feedreader etc. dieses neue einfache Format verstehen werden.

(Wird fortgesetzt…)


15 Jahre

Permalink - Posted on 2017-05-07 20:30

Kürzlich feierte der Schockwellenreiter das 17-jährige Jubiläum seines Weblogs (dazu natürlich: Herzlichen Glückwunsch!). Das kam zur rechten Zeit, denn beim Stichwort »Jubiläum« und angesichts des nahenden Wonnemonats Mai machte es dann »Klick« und ich erinnerte mich an das eigene Jubiläum: Exakt heute vor 15 Jahren erblickte mein allererstes Blog mit einem etwas kruden Artikel zu einem nicht minder kruden Artikel auf SpOn mit dem Titel »Die freie Hasswirtschaft…« das Licht der Welt.

Einen Meta-Artikel reichte ich erst drei Tage später nach (das Blog war da noch Teil einer anderen Site, das erklärt den komischen Text) und schrieb:

»Die ursprüngliche Idee eines Weblogs war ja: Links die man aufgespürt hat für den Rest der Menschheit (und natürlich sich selbst, wer weiß heute schon noch welche Site er vorgestern besucht hat) zu dokumentieren und zu veröffentlichen, so dass nach und nach ein persönliches “Netztagebuch” entsteht in dem sich individuelle Interessen und Präferenzen dokumentieren.«

Stimmt. So war das dann ja auch.

In den 15 Jahren wechselten Blog-Software, Design und Domains mehrere Male. Die allererste Version war mit einer Portalsoftware namens »Geeklog« realisiert, die zu meiner großen Überraschung heute immer noch existiert. Es folgte die gute alte pMachine (die dann an ihrem Erfolg und ihrer Mutation zu einem CMS namens ExpressionEngine den tödlichen Pfad der undefinierten Featuritis einschlug), das elegante Textpattern, eine Eigenentwicklung in Ruby On Rails und schließlich (heute) der Sitegenerator Jekyll.

Immerhin habe ich es geschafft, wenigstens jedes Jahr einmal etwas ins Blog zu schreiben und (fast) alle jemals rausgebloggten Inhalte (dank eines stets durch die Jahre mitgeschleppten Codebatzens für diverse Redirects von diversen Domains) unter ihren damals veröffentlichten URLs zu erhalten. Hier im Archiv ist noch alles verfügbar.

Screenshots 15 Jahre Blog

Als »der Blog« noch »das Weblog« hieß waren Blogs eine »heiße Sache«. Argwöhnisch beäugt von der Journaille, waren sie trotz »Web 2.0« und »Social Media« nie ganz tot zu kriegen. Schnell machte man sich Gedanken, wie man mit Bloggen Geld verdienen kann und der Pro-Blogger war geboren. Das waren die Zeiten!

Und heute? Die kleinen Notizen und Links, die damals den Charme des Bloggens ausgemacht haben, sind zu Twitter und Co. abgewandert. Nicht nur Dave Winer bedauert das. Medium ist ein heißes Ding, ich mag es nicht, in einem fremden Silo bloggen ist mir zu »unbloggig«.

Viele bloggen unverdrossen durch (wie der oben erwähnte Schockwellenreiter), oder wieder (wie Konstantin), oder kehren zu ihren Blog-Wurzeln zurück (wie Nico).

Auch international wird natürlich weiter gebloggt, Tim Bray schrieb kürzlich:

»On blogs, I can read most of the long-form writ­ing that’s worth read­ing about the art and craft of pro­gram­ming com­put­er­s. Or I can fol­low most of the economists’ de­bates that are worth hav­ing. Or I can check out a new pho­tog­ra­pher ev­ery day and see new a way of see­ing the world.«

Wozu dann Kottke schrieb:

»(…) but as Bray suggests, a few of us diehards will still be hoofing it here on our small stages until they sweep us off the stage.«

Und hier, was ist auf dieser meiner »Stage« los? Hier passierte in letzter Zeit eher wenig, gebloggt habe ich nur fleißig drüben im Fußballblog

Aber wer weiß, interessante Dinge (Stichwort »Microblog«) werfen ihre Schatten voraus, vielleicht setzen diese wieder einen neuen Impuls. Mal gucken…


Twitter hat Geburtstag, oder: Bleib wie Du bist, altes 140-Zeichen-Haus!

Permalink - Posted on 2016-03-21 15:10

Unser aller Lieblings-Webzwo-Dienst Twitter feiert am heutigen 21.3.2016 seinen 10. Geburtstag:

Den Video-Tweet fand ich beim Herrn Assbach, der auch einen schönen Screenshot aus der Anfangszeit von Twitter hat. Twitter hieß im März 2007 noch zeitgenössisch-zwei-nullig korrekt »Twttr«…

Wie die Zeit vergeht! Ich bin ja schon seit Januar 2007 bei Twitter dabei und habe noch eine sechsstellige User-ID. Viele »Web Zwo«-Angebote und »Social-Network-Versuche« (Pownce, ADN, Ello – Leichen pflastern unseren Weg…) kamen und gingen im Laufe der Jahre, bei Twitter bin ich geblieben.

Dabei habe ich damals eigentlich nur etwas Interessantes und Originelles (einen »Brüllr« eben) in der Flut der vielen Kopien von Kopien von Web-Zwo-Diensten gesucht und war mir völlig im Unklaren darüber, wofür dieses Twitter überhaupt gut sein soll:

»Nun bin ich also drin. In Twitter. Wieso heisst das eigentlich nicht Twittr? Und wozu ist das eigentlich gut? Sagt es mir, ich kann es nicht erkennen.«

So kann man sich täuschen. Ich mag die Atmosphäre meiner Timeline, diese genau richtige Mischung aus Nähe und Distanz mit ebendieser. Und den Zwang, sich auf 140 Zeichen zu beschränken, der für so manchen Zeitgenossen überaus heilsam ist. Hashtags bilden »Ad-Hoc-Gemeinschaften« für ein bestimmtes Interesse und schnelle Informationsquellen aus allen möglichen Richtungen. Und es formieren sich Gemeinschaften Gleichgesinnter. Wenn ich z.B. im Stadion bin, treffe ich laufend Leute, die ich nur durch Twitter kenne. Schon eine gute Sache, dieses Twitter.

Schön war auch die innovative Atmosphäre der Twitter-Anfangszeit. Dinge wie Hashtags und die Idee, in den Tweets Bilder zu verlinken (Twitpic!) – alles das entstand praktisch erst durch findige Entwickler(innen) während der Nutzung der Plattform. Umso schäbiger wie Twitter, als es größer wurde, die Entwickler von Third-Party-Tools behandelte.

In letzter Zeit dräuten bei Twitter immer wieder komische Entwicklungen (angebliche Auflösung des 140-Zeichen-Limits, Abkehr von der chronologischen Timeline, etc.), die bis jetzt zum Glück größtenteils ausblieben. Twitter sollte so bleiben wie es ist und sich genau überlegen, ob es eine Art Facebook werden will. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach liegt Twitters Erfolg daran, dass es eben nicht so ist, sondern ganz eigen. Und wenn es nicht für jede(n) ist, ist das auch okay. Es muß nicht alles für jede(n) sein. Was die »jungen Leute«(TM) an diesen »Youtubern« finden oder auf »Snapchat« treiben, verstehe ich auch nicht. Das ist halt deren Ding, Twitter ist unser Ding. Und weder für deren noch für unser Ding gibt es eine Notwendigkeit, das Ding so umzubauen, dass es ganz selbstverständlich für alle und jeden ist…

In diesem Sinne: Glückwunsch und weiter so, Twitter!


We don't push.

Permalink - Posted on 2016-02-28 10:00

Einen schönen Meta-Artikel über das Bloggen in diesen Zeiten gibt es beim Herrn ix zu lesen: »push und pull«. Besonders gut gefällt mir diese auf den Punkt gebrachte Zusammenfassung der Motivation:

»bloggen als selbstbefriedigung, schreibübung und welt- und wahrnehmungs-verdauungshilfe.«


Die Zukunft

Permalink - Posted on 2016-02-28 09:40

Entschuldigen Sie, verehrte Leserinnen und Leser, dass ich Sie mit Facebook-Embeds behellige und just, während Sie diesen Artikel lesen, Ihre IP-Adresse bereits im »Unsafe Harbour« der Daten jenseits des Atlantiks vor Anker gegangen ist.

Aber dieses schon nach einer Woche ikonische Foto muss in diesem kleinen Blog abgelegt werden. Denn es zeigt die Zukunft. Ihre Zukunft. Denn Sie werden mit ziemlicher Sicherheit nicht zu den Siegern gehören, die nicht die Datenbrille und die Uniform tragen müssen und im T-Shirt (und selbstverständlich ohne Datenbrille) grinsend an der »Armee der Verlierer« vorbei laufen…

Mehr bei Breitband: »Mark Zuckerberg und die Brillen, die er rief«


Das Letzte seiner Art, oder: Textpattern-Artikel in Jekyll importieren

Permalink - Posted on 2016-02-13 10:55

Gestern war es soweit: Ich habe mein letztes Textpattern abgeschaltet. Das erste Blog »das Netzbuch« moderte in seinem guten alten Textpattern noch fröhlich auf dem Server herum, nach all den Jahren noch stets eifrig besucht von Bots und Google-Kundschaft, ca. 300 bis 400 Visits/Tag. Was schon erstaunlich ist, wer einmal in der Maschine steckt bleibt für immer drin…

Im Rahmen einer »Weblog-Archiv-Konsolidierung« wurde alles Erhaltenswerte in Textile-Dateien konvertiert (dazu mehr hinter dem »Weiter«) und mit Jekyll in statisches HTML umgewandelt, damit man sich nicht wg. eines 10 Jahre alten Blogs ständig um Updates des CMS kümmern muss.

Nun kann das ganze gebloggte Geseier aus 14 Jahren fröhlich, ohne Angst vor dem ge0wned-werden, auf dem Server herummodern. Die gesamte Blog-Historie dieses kleinen Blogs, das erst »das Netzbuch« (von 2002 bis 2006), dann »uninformation.org« (2006 bis 2009) und seit 2010 »der Uninformat« heisst, ist nun im Archiv zugänglich.

12 Jahre Textpattern

Im Juni 2004 hatte ich das damalige Blog »das Netzbuch« von der mittlerweile noch als »bloated« ExpressionEngine herumvegetierenden pMachine auf Textpattern umgestellt und nie ein größeres Problem damit gehabt. Die Updates hielten sich in Grenzen, es gab keine wirklich schlimmen Sicherheitsprobleme, und alles funktionierte stets wie es funktionieren soll. Ein gutes Werkzeug!

Im Grunde kann man Textpattern auch heute noch problemlos verwenden. Auch wenn mir im Laufe der Jahre das Konzept, alle Templates der Site in HTML-Forms zu packen und in der Datenbank abzulegen, immer weniger gefiel. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Da ich aber mit meinen Blogs gerne herumspiele und -bastle und heutzutage nun einmal Ruby mein bevorzugtes Spielzeug in dieser Hinsicht ist, war es Zeit alle Varianten meiner 14 Jahre Bloggen in ein Werkzeug (Jekyll) zu »konsolidieren«. Um es mal in der allseits beliebten Floskelsprache wg. des Geldes wechselnder Fußballer auszudrücken: »Das war eine Entscheidung für Jekyll, und nicht gegen Textpattern…«

Ein einfacher Textpattern-Importer

Jekyll bringt von Haus aus einen Importer für Textpattern mit, der für meine Zwecke aber nicht geeignet war. Denn man kann dort wenig konfigurieren, ich wollte aber für die alten Artikel die grundsätzliche Struktur der TXP-Permalinks erhalten. Diese sehen so aus, also Section (article), Artikel-ID (1680) und »Slug« (good-bye-pmachine-hello-textpattern):

http://www.das-netzbuch.de/article/1680/good-bye-pmachine-hello-textpattern/

Dieser Permalink sollte für Jekyll umgewandelt werden in:

https://uninform.at/netzbuch/1680/good-bye-pmachine-hello-textpattern/

Lösung: Man schreibt sich flugs selbst einen Konverter, was nicht so übermäßig schwierig ist. Mit gem install sequel macht man sich vorher einen Datenbank-Zugang verfügbar (zur TXP-Datenbank natürlich), liest die Daten aus, und schreibt sie als Textile-Dateien in den Ordner _posts.

Das Besondere: Man schreibt in das Jekyll-Front-Matter explizit den gewünschten Permalink (und weiteres Front Matter nach eigenem Gutdünken zur Verarbeitung in den Templates), so dass Jekyll nicht die in der _config.yml definierte Standard-Konfiguration für Permalinks verwendet, sondern die gewünschte zu erhaltende TXP-Logik.

So ein einfacher Importer sieht so aus:

require 'rubygems'require 'sequel'require 'fileutils'# DB-Zugangsdaten, ggf. :encoding anpassen:db = Sequel.mysql('bonnie_auld_txp_db', :user => 'dbchef', :password => 'db123', :host => 'localhost', :encoding => 'latin1')# Query, mit Category1 NOT IN kann man unerwuenschte# Kategorien ausschließen:sql = "SELECT   Posted,Title,Body,Excerpt,Category1,Category2,  url_title,ID,Keywords   FROM textpattern   WHERE Status=4 AND Section='article'   AND Category1 NOT IN ('Welt als solche')  ORDER BY Posted ASC"# Ueber das Ergebnis iterierendb[sql].each do |post|  # Dateiname erstellen  fname = "#{post[:Posted].strftime("%Y-%m-%d")}-#{post[:ID]}-#{post[:url_title]}.textile"    # Der gewuenschte Permalink  permalink = "/netzbuch/#{post[:ID]}/#{post[:url_title]}/"  # TXP-Posted in Time-Objekt umwandeln  post_time = Time.local(    post[:Posted].strftime("%Y").to_i,    post[:Posted].strftime("%m").to_i,    post[:Posted].strftime("%d").to_i,    post[:Posted].strftime("%H").to_i,    post[:Posted].strftime("%M").to_i)  # Datei schreiben  File.open("_posts/#{fname}", "w") do |f|    f.puts "---"    f.puts "layout: post_netzbuch"    f.puts "title: '#{post[:Title].gsub(/\'/,'')}'"    f.puts "date: #{post_time.to_s.gsub(/\ \+/,"+")}"    f.puts "categories: #{post[:Category1].gsub(/\ /,"")} #{post[:Category2].gsub(/\ /,"")} "    f.puts "tags: #{post[:Keywords]}"    # source ist eine Hilfsvariable die man    # ggf in Templates verwenden kann    f.puts "source: netzbuch"    f.puts "permalink: #{permalink}"    f.puts "---"    # Trennung von Excerpt und Body mit <!--more-->    # Kann in Templates verarbeitet werden    unless post[:Excerpt]==""      f.puts ""      f.puts post[:Excerpt]      f.puts ""      f.puts "<!--more-->"    end    f.puts ""    f.puts post[:Body]    f.puts ""  endend

Die Umwandlung von »Posted« in das Ruby Time-Objekt post_time sieht ein bisschen wild aus. Das wurde gemacht, um das Artikel-Datum im passenden Format im Front Matter ausgeben zu können. Desweiteren wurde für die alten Artikel ein spezielles Layout definiert mit layout: post_netzbuch. Und im SQL eine Kategorie ausgeschlossen, die fast nur aus Rants bestand, die selbst mir heutzutage peinlich sind. ;-) Das kann man natürlich nach Belieben anpassen.

Diesen Code packt man in eine Ruby-Datei (bspw. importer.rb) im Root-Verzeichnis des Jekyll-Blogs und führt sie dann mit ruby importer.rb aus. Und hat danach im Verzeichnis _posts alle TXP-Artikel liegen.

Bonus: Alte TXP-Kommentare statisch erhalten

Den Konverter kann man nun noch aufbohren, indem man die Kommentare zu jedem Artikel ausliest und als statisches HTML ablegt. Denn gerade »damals«, als noch viel in Blogs kommentiert wurde, war ja manch wertvoller Hinweis in den Kommentaren eines Blog-Posts enthalten.

Also baut man in die Schleife über die ausgelesenen Artikel eine weitere SQL-Abfrage mit Schleife zum Auslesen der Kommentare aus der TXP-DB ein:

require 'rubygems'require 'sequel'require 'fileutils'# DB-Zugangsdaten, ggf. :encoding anpassen:db = Sequel.mysql('bonnie_auld_txp_db', :user => 'dbchef', :password => 'db123', :host => 'localhost', :encoding => 'latin1')# Query, mit Category1 NOT IN kann man unerwuenschte# Kategorien ausschließen:sql = "SELECT   Posted,Title,Body,Excerpt,Category1,Category2,  url_title,ID,Keywords   FROM textpattern   WHERE Status=4 AND Section='article'   AND Category1 NOT IN ('Welt als solche')  ORDER BY Posted ASC"# Ueber das Ergebnis iterierendb[sql].each do |post|  # Dateiname erstellen  fname = "#{post[:Posted].strftime("%Y-%m-%d")}-#{post[:ID]}-#{post[:url_title]}.textile"    # Der gewuenschte Permalink  permalink = "/netzbuch/#{post[:ID]}/#{post[:url_title]}/"  # TXP-Posted in Time-Objekt umwandeln  post_time = Time.local(    post[:Posted].strftime("%Y").to_i,    post[:Posted].strftime("%m").to_i,    post[:Posted].strftime("%d").to_i,    post[:Posted].strftime("%H").to_i,    post[:Posted].strftime("%M").to_i)  # * * * KOMMENTARE AUSLESEN UND IN HTML PACKEN:  # Zähler-Variable  c_count = 0  # Nimmt das HTML der Kommentare auf,  # bleibt einfach leer wenn es keine gibt  comments = ''  # SQL-Abfrage  csql = "SELECT name, posted, web, message    FROM txp_discuss     WHERE visible=1 AND parentid=#{post[:ID]}     ORDER BY posted ASC"  # Über Kommentare iterieren und in beliebiges HTML packen:  db[csql].each do |c|    if c[:web].empty?      name = "<p><b>#{c[:name]} am #{c[:posted]}:</b></p>"    else      link = c[:web].gsub(/http\:\/\//,"")      name = "<p><b><a href=\"http://#{link}\">#{c[:name]}</a> am #{c[:posted].strftime("%d.%m.%Y")}:</b></p>"    end    comments << "<article>#{name}    #{c[:message]}</article>"    c_count = c_count + 1  end  # * * * /KOMMENTARE  # Datei schreiben  File.open("_posts/#{fname}", "w") do |f|    f.puts "---"    f.puts "layout: post_netzbuch"    f.puts "title: '#{post[:Title].gsub(/\'/,'')}'"    f.puts "date: #{post_time.to_s.gsub(/\ \+/,"+")}"    f.puts "categories: #{post[:Category1].gsub(/\ /,"")} #{post[:Category2].gsub(/\ /,"")} "    f.puts "tags: #{post[:Keywords]}"    # source ist eine Hilfsvariable die man    # ggf in Templates verwenden kann    f.puts "source: netzbuch"    f.puts "permalink: #{permalink}"    f.puts "---"    # Trennung von Excerpt und Body mit <!--more-->    # Kann in Templates verarbeitet werden    unless post[:Excerpt]==""      f.puts ""      f.puts post[:Excerpt]      f.puts ""      f.puts "<!--more-->"    end    f.puts ""    f.puts post[:Body]    f.puts ""    # Kommentare ausgeben, wenn c_count > 0    if c_count > 0      f.puts "<!--comments-->"      f.puts "<div class=\"archiv_kommentare\">"      if c_count==1        f.puts "<h4>1 Kommentar</h4>"      else        f.puts "<h4>#{c_count} Kommentare</h4>"      end      f.puts comments      f.puts "</div>"    end  endend

Und schon hat einen Ordner voller alter TXP-Article nebst Kommentaren, die mit Jekyll statisch gerendert und damit bis ans Ende der Zeiten erhalten werden können…

Ergebnis

Für die Artikel aus uninformation.org habe ich ein ähnliches Skript gebaut, so dass nun sämtliches erhaltenswertes persönliches Geblogge seit 2002 hier im Uninformat statisch abgelegt ist.

Irgendwelche Prognosen und vollmundigen Ankündigungen zu zukünftigen Blogaktivitäten ersparen wir uns heute, wir werden sehen was es hier geben wird. Und zumindest drüben im Fußball-Blog wird, wenn auch etwas monothematisch, gebloggt wie einst im Mai…


Feinbaum.

Permalink - Posted on 2015-11-12 09:55

Ein kleines Buch mit »vierzehn sehr unterschiedlichen Geschichten über die Webbranche« ist Feinbaum, das just erschienen ist. Einer der Autoren ist der seit Urzeiten unter »Ligne Claire« bloggende Dirk Hesse. Gleich shoppen!


Jekyll 3.0

Permalink - Posted on 2015-11-12 09:30

Dieses kleine Selten-Blog und das kleine Fußball-Blog nebenan laufen nun beide mit der kürzlich freigegebenen neuen Version Jekyll 3.0.

Sonderlich überzeugt vom Weg, den Jekyll geht, bin ich nicht. Diese Tendenz, alle möglichen Funktionen in Gems auszulagern (wie die Paginierung, meines Erachtens eine Blog-Kernfunktion) ist IMHO nicht der richtige. Das erhöht nur die Komplexität. Der Reiz war, einfach gem install jekyll einzutippen und dann loszubloggen.

Wenn der Entwicklungsweg, den der nahe Verwandte Octopress gehen möchte, für die Entwicklungs-Kultur rund um Jekyll repräsentativ ist, soll »mach ein Gem draus« wohl der empfohlene Weg zur Erweiterung werden.

Aber warum? Bspw. hat das Plugin, das mein Archiv erstellt, ohne Kommentare und Leerzeilen ca. 40 Zeilen Code. Warum soll ich daraus ein Gem machen, statt einfach eine Datei in _plugins zu werfen?

Der als Milestone gefeierte »Incremental Build« funktioniert nicht korrekt, und bringt auch keinen nennenswerten Geschwindigkeitsvorteil. Fairerweise muss man anmerken, dass dieser auch noch »beta« ist.

Und dann soll jetzt alles in »Collections« rein, damit man nicht nur Blog-Posts, sondern Datenstrukturen aller Art irgendwie in statische Seiten umwandeln kann. Das kann ganz praktisch sein (z.B. wird im Fußball-Blog meine Grounds-Karte so erzeugt), aber sollte nicht der Hauptanwendungsfall sein.

Auch die Blog-Posts wurden mit 3.0 nun in Collections umgewandelt. Das ist der breite Weg weg von dem, was Jekyll eigentlich ist – ein kleines Tool, um ein Bündel Markdown-Dateien in ein statisch gerendertes Blog zu verwandeln – in Richtung eines »kannste alles mit machen, Digga«-Tool. Was dann leicht zum Wordpress-Holzweg werden kann…

Das ist wohl eine beklagenswerte Tendenz, dass alle erfolgreichen kleinen Tools irgendwann zu viel werden wollen und sich dann unnötig aufblasen. Man darf gespannt sein, was daraus noch werden wird und ob man irgendwann dann zu einem anderen kleinen Tool wechseln muss, bei dem dieser Zyklus dann wieder von vorne beginnt…


Eingezäunt.

Permalink - Posted on 2015-10-14 09:50

Nico Brünjes in »Schnelles mobiles, eingezäuntes Internetdings…« über die neuen mobilen »walled gardens« der Journaille im Internetz:

»Und da kommt nun Apple mit seiner Message: wir machen das werbefinanzierte Web platt, wie wir die Musikindustrie platt gemacht haben, um es danach zu retten, zu unseren Bedingungen versteht sich. […] Aber was mich gleichzeitig freut und schmerzt ist dieses: Keiner macht dort irgendetwas, was nicht jeder Websitebetreiber selbst hätte machen können, mit Webstandards und der minimalistischen Anwendung der heiligen Dreifaltigkeit der Webentwicklung: HTML, CSS und Javascript.«

So sieht es aus. Die Strafe für jahrelanges Fehl-Entwickeln.


ballreiter.futbol.

Permalink - Posted on 2015-07-21 23:05

Da Twittern über Fußball nicht mehr ausreicht und ich dieses kleine Blog für das Problematisieren über die Welt bereit halten möchte, habe ich ein Fußballblog gestartet, mit so einer neumodischen TDL: ballreiter.futbol. Denn: »Mein Freund ist aus Leder!« Natürlich mit Jekyll, das mir immer besser gefällt je mehr ich damit arbeite.


Vernünftige Lösung.

Permalink - Posted on 2015-07-17 10:59

Drüben bei wirres.net geht es um die Abgründe der Online-Werbe-Branche: »was mich jedenfalls erstaunt, ist die aggressivität mit der die werbeanbieter vorgehen — aber auch die anbieter von werbeblockern. am ende verlieren alle, weil, vor lauter rumgockelei, niemand interesse an konstruktiven, vernünftigen lösungen hat.« Ich denke bei der Branche ist Hopfen und Malz verloren, die »konstruktive und vernünftige Lösung« sieht bei mir so aus: Glimmerblocker und Ghostery.


Der Nerd.

Permalink - Posted on 2015-07-04 09:48

»Damit wir uns den Nerd als glücklichen Menschen vorstellen können, müssen wir ihn dringend entdeutschen.« (Georg Seeßlen – DER NERD: EINE MINI-PHÄNOMENOLOGIE, via Ligne Clair)


Snowden Day 2

Permalink - Posted on 2015-06-05 09:37

Edward Snowden eyes DDC_8317

(Bild: »Edward Snowden eyes DDC_8317« von thierry ehrmann. Thanks!)

Und so geht die Zeit ins Land und wir »feiern« »Zwei Jahre Snowden«. Wie Ben treffend schreibt:

»Und derweil müssen wir uns mit der Einsicht anfreunden, dass unsere Regierung keinen Deut demokratischer agiert, als die von Peking oder Pjöngjang. Allein der Wohlstand, der weite Teile der Bevölkerung fett und sowas in der Richtung von zufrieden macht, trennt uns von einer x-beliebigen Bananen-Republik.«

Das muss man schon anerkennen, unser Regime hat das mit »Brot & Spiele« wirklich drauf. Der überwiegenden Mehrheit geht es ökonomisch gut, hat nichts zu verbergen, ist gut unterhalten und unter Freiheit versteht sie »preiswertes Benzin« und »freie Fahrt auf der Autobahn«. Alle vier Jahre freut man sich auf das »Zettel falten« und twittert dann »#waehlenGehen« weil man so stolz ist auf seine Demokratie.

Deshalb kann ich Bens Erwartung an eine Aufklärung durch Snowden, die noch vor uns liegt, nicht folgen, ich sehe das eher wie diese(r) Kommentator_in bei Slashdot in der Antwort auf die Frage »What Will It Take To End Mass Surveillance?«:

»An all out revolt is probably the only way this will change at this point.«

Ich nehme mich von all dem selbstverständlich nicht aus, selbstverständlich ist z.B. meine Leidenschaft für Profisport mit dem runden Leder hochgradig mitwirkend in Sachen »Brot & Spiele«. Aber wenn Ihr Euch schon nicht zusammen rottet und die, die fortgesetzt unsere Freiheit schänden, verjagt so macht es wenigstens wie ich und macht etwas und werdet z.B. »Fördermitglied bei der Digitalen Gesellschaft«.


re:publica 15: Suche Europa, verliere den Faden

Permalink - Posted on 2015-05-16 10:25

re:publica - tag 1

Es war wieder einmal soweit: Nach 2007, 2008, 2009, 2010, 2011 und 2013 ging es bereits zum 7. Mal gen Berlin zur re:publica. Sie stand unter dem Motto »finding europe«. Es hat sich mir allerdings nicht erschlossen was das Motto eigentlich bedeuten soll und inwiefern sich das irgendwo niedergeschlagen hat. Ich habe sowieso bei solchen Veranstaltungen stets den Verdacht, dass das Motto nur ein »Brocken« ist welcher der Journaille hingeworfen wird. Auf dass sie sich daran abarbeiten möge…

Motto hin oder her, vieles war wie immer. Wie die stets perfekte Organisation oder die schöne Dekoration, die aus dem großen Areal des ehemaligen Postbahnhofs einen angenehmen Ort zum Schlendern, Rumlungern und für meine Lieblingssession »mit Bier im Hof stehen« macht.

re:publica 15 - Tag 3

Das Programm

Das Vortragsprogramm bot den von vergangenen re:publicas gewohnten Themenmix in einem erschlagend umfangreichen Angebot. Was aber schon in den letzten re:publica-Programmen zu beobachten war, hat sich dieses Jahr weiter verstärkt:

Zum einen eine gewisse Tendenz zur thematischen Beliebigkeit in der Form allgemeiner internetferner Themen, ganz ähnlich wie das Kollege Jens drüben in seinem Blog neulich beim Barcamp Heidelberg beobachtet hat. Der Vortrag des Astronauten »Astro-Alex« z.B. war sicher hochgradig unterhaltsam, nur, um ein altes Bonmot des früheren Sportstudio-Lästermauls Werner Schneyder abzuwandeln: »Was das alles noch mit dem Internet zu tun hat, fragen Sie? Gar nichts natürlich!«

Zum anderen war die integrierte »Media Convention«-Sub-Konferenz für meinen Geschmack zu üppig ausgefallen. Dieses ständige Gewese um Journalismus und Medien, diese besessene Selbstbeschäftigung der »was mit Medien«-Fraktion interessiert mich nun einmal überhaupt nicht.

Andererseits sind dann aber auch eher abseitige Sessions wie die E-Book-Lesung »Trinken gehen« oder die Elektro-Schrott-Revue »Die Aufmacher« die kleinen überraschend guten Perlen des Programms gewesen. So lange noch solche Programm-Perlen zwischen den Youtube-Seelenverkäufern und Gornys dieser Welt zu finden sind ist die re:publica noch nicht verloren…

re:publica 15 - Tag 1 Das Publikum hat sich in den letzten 2 Jahren noch einmal deutlich verändert: Die Zeiten des »Familien-« oder »Klassentreffens« sind wohl endgültig vorbei, Massen wälzen sich durch die STATION-Berlin, es geht zeitweise zu wie auf einem Bahnhof. Immer mehr Teilnehmer_innen aus in früheren Jahren eher skeptisch beäugten Tätigkeitsfeldern wie (»Content«-)Marketing oder PR finden sich dort ein. Mit der festen Absicht, ihren frisch gedruckten Stapel Visitenkarten los zu werden. Aber re:publica ist ja jetzt auch lt. Selbstdarstellung bei der Eröffnung ein »Business-Festival«…

Nichtsdestotrotz hat Thomas Knüwer natürlich recht: »Die re:publica ist, was jeder für sich daraus macht.« Es ist halt nur nicht mehr die »gemeinsame« Veranstaltung der Anfangsjahre. Da gaukeln schöne Rituale wie das kollektive Singen von »Bohemian Rhapsody« am Ende etwas vor, was es dort nicht mehr gibt. Immer mehr Wachstum von Jahr zu Jahr, eine zunehmende Defokussierung in den Themen und trotzdem ein »wir sind doch irgendwie ein großes Wir« hochhalten passt irgendwann nicht mehr zusammen.

Es waren aber trotzdem drei interessante Tage. Noch bietet das bunte Programm mehr als genug Interessantes. Tragischerweise waren stets die mich interessierenden Sachen zur gleichen Zeit oder in viel zu kleinen Räumen angesetzt worden (und das Leben ist zu kurz um in einer Session gequetscht an der Wand zu stehen), so dass ich noch einiges an »Nachgucken« auf Video vor mir habe, sofern vorhanden.

Ich habe etwas gelernt!

Sktechnotes-Beispiel Gleich in der ersten Session am ersten Tag habe ich sogar etwas Neues gelernt. Nachdem ich das Video der gleichen Session vom letzten Jahr ein Jahr unangeschaut auf der Festplatte verrotten ließ, setzte ich mich dieses Jahr in die Session »Sketchnotes für Einsteiger«. Sketchnotes sind eine Methode, Vortragsnotizen mit einfachen, bei Könner_innen auch durchaus komplexen, grafischen Elementen aufzupeppen und so während des Vortrags die Themen besser zu strukturieren und beim Nachlesen dadurch leichter erfassen zu können. Da man als Session-Teilnehmer_in dankenswerterweise vom Sketchnotes-Bedarf-Händler »Neuland« gleich zwei Stifte geschenkt bekam, konnte man das frisch erlernte in den folgenden Talks gleich üben. Das macht erstaunlicherweise ziemlichen Spaß und erzwingt ein genaueres Zuhören, kann aber auch durchaus anstrengend sein wenn der Vortrag nicht gut strukturiert ist. Ich habe mich gleich mal bei einigen Talks dran versucht. Zuhören, verstehen, nach den passenden Sketchnote-Elementen suchen und alles sinnvoll strukturiert niederzuschreiben ist durchaus anstrengend.

Der große re:publica-Moment. Den kaum jemand mitbekam.

Am dritten Tag zeigte Jacob Applebaum den Kurzfilm »Surveillance Machine« von Laura Poitras über ein gemeinsames Kunstprojekt mit dem chinesischen Künstler und Dissidenten Ai Wei Wei.

14 Stoffpandabären wurden mit durch Edward Snowden zugänglich gemachten geschredderten Akten und SD-Karten ausgestopft. »Panda« ist in China der Spitzname für die Schlapphüte des Geheimdienstes, folgerichtig heisst das Projekt »Panda to Panda«. Nachdem der Film gezeigt wurde, packte Applebaum einen der Pandas aus und überreichte ihn an Sarah Harrison, »for saving Edward Snowdens life«. Ein großer Moment, einer der noch mal vom »Geist« der »alten« re:publica erfüllt war. Der aber leider unterging in der unruhigen Atmosphäre eines völlig überfüllten unterdimensionierten Raums. Kein Foto und kein Video existiert davon (zumindest habe ich nichts gefunden).

Der Film »Surveillance Machine« wird sicher demnächst irgendwo zu sehen sein, er ist groß und eine unbedingte Anschauempfehlung!

re:publica 15 - Tag 3

Session-Tipps

Einige Tipps zu Sessions die ich angeschaut und von denen ich Aufzeichungen gefunden habe (was eher wenige sind), für einen lauschigen Video-Abend:

re:publica 15 - Tag 3

re:publica 15

Wie vor zwei Jahren war ich neugierig was andere so schreiben. Es wurde ziemlich wenig gebloggt dieses mal, und wenn dann in von mir eigentlich ausgestorben gewähnten »Corporate Blogs« (z.B. einer Versicherung! Nichts zeigt schöner den Wandel von der »Internet-Konferenz« zum »Business-Festival«). Wenn ich noch etwas finde wird das ergänzt:

  • re:publica – »Fun Facts«. »2015 was also the first time that we had to ban somebody from the STATION-Berlin.«

  • re:publica – »Die re:publica 2015 in Bild und Ton«.

  • Bei Voice Republic gibt es viele viele Sessions als Audio-Aufzeichnung.

  • »Offizielle« flickr-Fotoalben

  • flickr-Set von sebaso.

  • Konstantin Klein: »Nach drei re:publicae, die ich aus den unterschiedlichsten Gründen ausgelassen habe, bin ich diesmal also auf einem Kongress für Gegenwart und Zukunft in Politik, Technik und Gesellschaft (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) gelandet.«

  • Konstantin hat auch ausgegraben dass genau jene STATION-Berlin, in der die re:publica statt findet, Schauplatz einer mörderischen Zugkatastrophe war.

  • Felix Schwenzel: »ich finde, dass die republica weder den vergleich mit fachkongressen, noch mit anderen mischmasch-kongressen wie dem chaos communication congress oder (zum beispiel) der ars electronica scheuen muss. und auch wenn ich finde, dass die organisation und diversität des programms (natürlich) verbesserungsfähig ist, hat die republica auch dieses jahr wieder meine erwartungen voll erfüllt: ein programm bei dem mich nicht alles interessiert, aber einiges überrascht, begeistert oder euphorisiert. und das alles in einem extrem angenehmen und entspannten rahmen.«

  • Bilder von Steffen Siegrist

  • »Wer keinen Kopfhörer hat muss raus.« In einigen Räumen waren mehrere Bühnen hintereinander aufgebaut, und als Zuhörer_in musste man dann einen Kopfhörer aufsetzen. Gefiel mir auch nicht, so ein Talk mit Publikum hat auch eine »Atmosphäre« die damit komplett getötet wird. Der verlinkte Text über-problematisiert natürlich.

  • Marken Welten(sic!): »Die letzte re:publica, die in der Kalk­scheune in Ber­lin statt­fand, rührte mich enorm. Mir war klar, daß sie nie wie­der so sein wird, wie bis­her. Mir war nicht klar, was dar­aus wird. Die Schall­grenze ist der ›Ort‹, an dem Geschwin­dig­kei­ten mit der Schall­ge­schwin­dig­keit dimen­si­ons­los gemacht wer­den. Die re:publica nähert sich die­sem Ort, der anders, neu ist, aber das Alte mitnimmt.« Letzteres ist die Frage. Und der Text meint, wenn auch etwas arg konstruiert, das mit Europa im Programm gefunden zu haben.

  • Insa Künkel hat den selben Moment auserkoren wie ich oben.

  • Barbara Przeklasa war nicht so begeistert: »Meine erste re:publica und gleichzeitig auch meine letzte, sofern sie nicht zu ihrer alten Form zurückfindet. […] Berlin, Berlin, re:publica! Das hieß für mich bislang relevante Themen, spannende Persönlichkeiten, digitale Aufbruchsstimmung. Schon am ersten Tag war allerdings klar, meine Erwartungen waren entweder schlicht überzogen oder ich hatte einfach kein gutes Händchen für die Auswahl meiner besuchten Sessions. Viel Oberflächliches, wenig Konkretes, kaum Provokatives.«

  • BEETLEBUM haben Comics gezeichnet.

  • sozialinfo.ch: »Zum zweiten Mal besuchte ich die re:publica und noch intensiver als beim ersten Mal habe ich die Stimmung genossen, die Gespräche, die Begegnungen und natürlich die einmalige Auswahl an Vorträgen, welche mich noch die nächsten Wochen beschäftigen werden. Ich finde die Diskussionen werden immer differenzierter nicht nur Kritik (schwarz) und hochjubeln (weiss) der Digitalen Möglichkeiten, sondern darüber sprechen, wo wir hinschauen sollten, wo es vielleicht etwas zu überdenken gibt.«

  • Friedemann Karig: »So kann ich nach genau diesen drei Tagen und Nächten nur jedem sagen: Komm hin, hör Dir zwei, drei gute Talks an (die findet man immer, zufällig oder geplant). Und dann stell Dich auf den Hof. Rede mit den Leuten. Trink ein Bier. Trink noch eins. Rede noch mehr, und vor allem: hör zu. Und wenn Du dann noch nicht davon überzeugst bist, dass hier etwas besonderes, etwas wertvolles, etwas wichtiges passiert, wenn Du davon gar nichts mitnimmst, dann liegt es womöglich auch an Dir.«

  • Klaus Breyer: »Die Medien berichten von einer Internetkonferenz. Aber eigentlich war es dieses mal eine Politikkonferenz. […] Und lasst die re:publica vor allem wieder mehr re:publica sein. Trennt die Media Convention deutlicher ab!«

  • cloudette: »Die re:publica hat mich mit ihrem ›Flair‹ eines Business-Festivals leider nicht begeistert, was ein bisschen schade ist. Die Hauptausrichtung auf Social-Media-Irgendwas, digitales Marketing, Popkultur und Twitterwitzchen war für mich persönlich im Großen und Ganzen nicht besonders inspirierend und interessant.«

  • Reiner Meyer: »Durch die Vielfalt der Veranstaltungen und Kommunikationsmöglichkeiten kann kaum ein allgemeines Fazit gezogen werden. Jeder Teilnehmer kann über seinen Weg zwischen den Präsentationen und Gesprächen nachdenken und für sich ein Fazit ziehen. Für mich ist klar geworden, dass das Internet zum Normalfall einer gesellschaftlichen Kommunikation geworden ist. Wenn 80 Prozent der Deutschen regelmäßig online sind, dann gibt es keine Netz-Community im früheren Sinne mehr.«

  • POP64: »Diesmal gab es Suppe. Ich bin bekennender Freund von Suppen, denn eine gute Suppe rettet meinen Tag. Eine sehr gute Sache, Suppe kann es nächstes Jahr gerne wieder geben.«

  • Endemittezwanzig: »Dieses Jahr war ich zum zweiten Mal bei der re:publica und so sehr ich es genossen habe, rund um die Uhr ohne schiefe Blicke zu twittern und instagrammen – die ganz große Begeisterung blieb aus.«

  • Pflugblatt: »Das spezielle re:publica Gefühl ist denn auch für mich diese Überwindung der Grenzen des eigenen Fachgebiets, ohne der Notwendigkeit, sozusagen gleich morgen, im Tagesgeschäft von der Teilnahme einen direkten Vorteil zu haben. Das Veranstaltungsprogramm bietet eine enorme Breite; hier kann man auch nur empfehlen, nicht die Themen zu besuchen, in denen man sich selbst auskennt.«

  • Zweitag: »I’ve been to re:publica for several years now and it just doesn’t seem to be able to disappoint me. The broad range of talks ranging from hard politics to light-hearted entertaining joyfulness, technical talks, artistic talks, hands on workshops, and exhibition booths, always seem to give everyone something to look forward to.«


Peak Apple! Oder: Wer will schon nach Yosemite?

Permalink - Posted on 2015-05-05 07:00

Desktop Apr. 2015 - Yosemite

Ich bin nun schon einige Jahre auf OSX unterwegs (man beachte den spaßig-naiven Tonfall des Bloggens anno 2003, so war das damals!). Neuerdings nun also auf OSX Yosemite. Fazit: Ich bin noch nie so unzufrieden mit einer OSX-Version gewesen.

Aber wir wollen ja nicht nur motzen (denn wer mit der schönen neuen Apple-Konsumenten-Welt unzufrieden ist kann ja nur ein »Hater« sein), darum zeigt der Rest des Artikels wie ich das »schon« 4 Jahre alte MBP mit frischer Hardware für Yosemite ein wenig aufgerüstet und wieder lauffähig bekomen habe.

Schon Mavericks hatte mein aktuelles Arbeitsgerät, ein Macbook Pro »Late 2010«, per Softwareupdate »deprecated«. Mit 4GB RAM und einer guter alten rotierenden Festplatte ausgestattet war OSX praktisch nicht mehr benutzbar, obwohl die Vorgängerversion »Mountain Lion« einwandfrei lief. Es scheint bei Apple Usus geworden zu sein, neue Features ohne besondere Rücksicht auf einen effizienten Umgang mit den Betriebssystem-Resourcen zu entwickeln, man schaue sich dazu z.B. dieses kleine Video »Performance decline OS X Tiger -> Yosemite« an.

Damit trägt Apple nach Kräften zum stetig wachsenden Elektroschrottberg bei. Da ich das MBP nicht wegwerfen wollte, musste also wie in den alten Zeiten der Spezialschraubendreher in die Hand genommen werden. Ausgestattet mit einer RAM-Verdoppelung und dem formidablen SSD-Upgrade von hardwerk begab ich mich auf den Trek gen Yosemite, Richtung Westen:

MBP und Material

MPB HD-Umbau vorher Der Umstieg auf SSD war sowieso fällig, das Komplettpaket von Hardwrk enthält Werkzeug und Material sowie eine Anleitung zum Umbau. Mit dieser lässt sich der Umbau schnell bewerkstelligen. Meiner Meinung nach kann man sich beim Umbau den einzigen heiklen Teil, nämlich das Abziehen des ziemlich filigranen Steckers der Airport-Karte (unter dem Ventilator) um oben links (im Bild) das CD/DVD-Laufwerk auszubauen, schenken. Man bekommt Aus- und Einbau (des neuen Teils von Hardwrk mit der HD, schwarz in dem Bild unten rechts) problemlos hin indem man ersteres vorsichtig unter dem Airport-Kabel hinaus zieht und zweiteres dann hinein schiebt. Wie immer bei solchen Dingen gilt: YMMV.

MPB HD-Umbau vorher

Das Tauschen der RAM-Bausteine benötigt keine große Demontage. Wenn man das MBP sowieso aufschraubt kann man das bei der Gelegenheit gleich erledigen, ich empfehle den RAM bis zum maximal Möglichen aufzurüsten, Yosemite kann davon nicht genug haben.

Die Bastelei sollte man genießen, das könnte schließlich eines der letzten Male »Hardware-Schrauben« im Leben sein. Wenn man nicht gerade unter die PC-Kisten-Schrauber gehen möchte, werden die MBP dieser Generation die letzten Apple-Rechner sein in denen man noch selbst Hand anlegen kann. Die Miniaturisierung der Hardware mit fest verlöteten RAM- und SSD-Bausteinen (beim neuen Macbook 12 Zoll zu bewundern) wird das in Zukunft unmöglich machen.

Das Betriebssystem klonte ich mit CarbonCopyCloner von der alten HD auf die SSD und nahm dann das Upgrade auf Yosemite vor. Das ging, nachdem der unfassbar langsame AppStore-Download endlich fertig war, dank der neuen SSD sehr schnell. Häufiger liest man dass eine Neuinstallation besser wäre, das ist aber Windows-Switcher-Logik, OSX kann Upgrades und ein jahrelang fortgeführtes home-Verzeichnis problemlos ab.

Nun läuft der Rechner endlich wieder mit akzeptabler Performance. Yosemite ist aber an allen Ecken und Enden unfertig und man stößt dauernd auf Bugs. Dazu kommt das gewöhnungsbedürftige »Flat«-Design dass z.B. dazu führt dass das Dock nun verbastelter aussieht als einer der früher von OSX-Anhänger_innen belächelten Linux-Dock-Klone Docky oder wbar.

Zeug wie Spotlight und vor allem iCloud belasten ständig die Systemresourcen, insbesondere die beiden iCloud-Daemonen cloudd und bird sowie Spotlights mds beschäftigen das System auch ganz ohne lästige Tätigkeiten von Benutzer_in. So soll das ja sein. ;-)

Nach jedem Boot lasse ich ein Skript laufen dass diese Daemonen ein wenig mit den Unix-Bordmitteln, nämlich renice, in ihrem Resouren-Hunger bremst (ist im Terminal auszuführen):

sudo renice -n 20 -p `pgrep mds|head -n1`;sudo renice -n 20 -p `pgrep cloudd`;sudo renice -n 20 -p `pgrep bird`

Nun läuft dank SSD und RAM-Verdoppelung das System wieder flott und flüssig und man muss sich nur noch über die halbfertigen Features und Bugs aufregen. So hört z.B. einfach so mal Mission Control im laufenden Betrieb auf zu funktionieren und ist erst nach Reboot wieder da (die klassische Windows-Lösung). Und von iCloud fange ich gar nicht erst an, dem ersten der gigabyteweise Fotos verliert weil er sie der neuen Photos-App und iCloud anvertraut und dann in Twitter rumheult lache ich öffentlich aus. iCloud ist intransparent und latent unzuverlässig, ich würde das für nichts benutzen was über das Syncen von ein paar Kontakten und Terminen hinaus geht.

Fazit: Erst einmal werde ich bei OSX bleiben, habe aber spätestens seit Yosemite ernste Zweifel was die Zukunft dieser Plattform angeht.


Aprilwetter im Internetz

Permalink - Posted on 2015-04-02 10:57

Ja, die Zeit vergeht, und wir wissen: »Nobody writes on their own website any more.« Oder doch?.

Hier ist jedenfalls mal wieder vieles neu: jekyll 2.5.3 werkelt. Im Hause jekyll ist übrigens die appetitlich klingenden Version 3.0 im Anmarsch.

Außerdem sind wir hier nun mit SSL unterwegs. Das ist zwar bei einem öffentlichen Blog ohne jegliche Möglichkeit Daten zu hinterlassen eher überflüssig. Denn auch mit SSL wird man durch Sniffen Deines Internet-Datenstroms herausfinden dass Du dieses Blog gelesen hast, und was drin steht ist öffentlich nachlesbar. Aber es zählt ja die Geste und das Schaffen einer Atmosphäre der Selbstverständlichkeit von Verschlüsselung.

Der RSS-Feed ist unverschlüsselt erreichbar, denn manch ein missratener Feedreader oder RSS-Service hat damit noch immer seine Probleme.


Hufschmiede

Permalink - Posted on 2014-08-10 10:28

Drüben bei »Anmut und Demut« hat Ben, Autor eines meiner allzeit und für immer Lieblings-Blog-Artikels, wieder einmal zugeschlagen: »Das Ende der Hufschmiede« beschäftigt sich mit der – wie die Glattgekämmten sagen würden – »Disruption« durch Googles selbstfahrende Autos, Zitat:

»So oder so: Die Tage privater Autos sind gezählt. Streichelt eure Dreckskarren nochmal und freundet euch mit dem Gedanken an, bald nur noch Abonnenten eines Transportdronen-Konzerns zu sein! Endlich wieder eine Zukunft, die mir gefällt.

Ich bin nicht gar so optimistisch wie Ben was den Zeitraum der Realitätswerdung dieser wünschenswerten Zukunft angeht, bin aber auch davon überzeugt dass Computer besser fahren werden als Menschen. Einwände wie das Ausweich-Problem erscheinen mir etwas überbewertet. Letztendlich ist es auch egal ob du von einem unzureichend reagierenden zu schnell fahrenden Menschen am Steuer oder aufgrund einer programmierten Entscheidung einer Software über den Haufen gefahren wirst.

Lesenswert sind auch die zum Teil skeptischen Kommentare. Beharrungsvermögen des deutschen Wirtschafts-Fetisch »Automobilindustrie« sowie das in der deutschen Bevölkerung verankerte seltsame Freiheitsverständnis von »Freiheit als Freiheit auf 4 Rädern« werden harte Kämpfe verursachen.


10 Jahre netzpolitik.org.

Permalink - Posted on 2014-08-10 10:20

Glückwunsch zum 10. Geburtstag. War von Beginn an im Feedreader unentbehrlich. Und wird es bleiben, denn: »Der gesellschaftliche Kampf um die digitale Gesellschaft hat gerade erst begonnen.«


Praktische Lebenshilfe.

Permalink - Posted on 2014-07-03 07:32

Das moderne serviceorientierte Bloggen nöhlt nicht nur rum, sondern bietet praktische Lebenshilfe: »How to Completely Delete Facebook From Your Life«


Jekyll 2.1.0.

Permalink - Posted on 2014-06-29 07:38

Die Entwicklung von Jekyll nimmt richtig Fahrt auf. Diese kleine Site wurde schon »upgegradet«, funktioniert einwandfrei.


Facebook-Spaß

Permalink - Posted on 2014-06-29 07:22

Meine Abneigung gegenüber Facebook ist den drei Stammleserinnen und -lesern sicherlich hinreichend bekannt. Aber den neuesten Facebook-Spaß - ungefragte Teilnahme an psychologischen Experimenten in der eigenen Timeline – hätte selbst ich nicht für möglich gehalten.

Wie schreibt Marco so schön:

»This is what you are to Facebook: Data points. Test subjects. Users. Eyeballs. Demographics.«

Nico denkt schon an über Experimente hinausgehende Anwendungsszenarien, und Konstantin ist sauer und greift zur einzig angemessenen Reaktion.

Der Rest zuckt die Achseln und ist weiter dabei. Menschen bei der Facebook-Nutzung zuzuschauen hat als Massenphänomen für mich längst den Status der »Beobachtung des Obskuren« erreicht den ich sonst nur gegenüber Menschen mit der Bild-Zeitung unter dem Arm (oder Schland-Schminke im Gesicht, anderes Thema) empfinde.


Zwei Null

Permalink - Posted on 2014-05-29 20:40

In der Zwischenzeit erschien jekyll in der Version 2.0. Sie baden gerade Ihre Hände drin. Erste Sorge ist natürlich die große Frage ob nach dem Upgrade wohl auch alles funktioniert was vorher funktionierte.

Die Antwort lautet: Jawoll! Einige kleinere Änderungen an der config waren notwendig, danach renderte die Site wie vorher. Immerhin, nicht selbstverständlich!

Mit den neuen Features habe ich mich noch gar nicht befasst, die Collections haben aber durchaus meine Aufmerksamkeit erregt. Sie erlauben Strukturen die über das übliche Blog-Schema hinausgehen. Noch fehlt mir aber der Anwendungsfall dafür, aber der kommt ja meistens von selber wenn man den festen Willen hat eine Technik zu nutzen. ;-)


A Field Guide To Static Apps.

Permalink - Posted on 2014-04-07 12:35

»Statische Webapplikationen« sind das neue »dynamisch«.


Mehrheit

Permalink - Posted on 2014-04-07 12:15

»›Mehrheit‹ ist eine mediale Simulation (natürlich begleitet von ideologischen Parasiten), die sofort zusammenbricht, wenn man sich selber und seinen Mitmenschen nur einmal genauer ansieht. Also muss ›Mehrheit‹-bilden genau darin bestehen, das nicht zu tun.«

Das Georg-Seeßlen-Blog: »Notiz über Mehrheit«


Vergesst »Flat«!

Permalink - Posted on 2014-03-25 10:43

Denn die wirklich revolutionäre iOS7-Neuerung ist Apples Mesh-Networking-Implementierung »Multipeer Connectivity Framework«. Damit können Apps ein Ad-Hoc-Netz aufbauen das unabhängig von verfügbarer Infrastruktur (WLAN, 3G) funktioniert.


Leben in der Selbstüberwachung.

Permalink - Posted on 2014-03-25 08:38

Mashables Max Knoblauch lebt im Selbstversuch den neuesten digitalen Exzess neoliberaler Selbstoptimierung aus: Den »Quantified-Self«-Wahn. Oder wie er es nennt: »The Most Miserable, Self-Aware 30 Days I’ve Ever Spent«


Deine E-Mail sollte dir gehören.

Permalink - Posted on 2014-03-23 10:54

Ist ja nicht nur die NSA, auch die Anbieter wühlen munter in Euren Daten. »So, About Hosting Your Own Email« auf »The Brooks Review« widmet sich dem mal wieder anlässlich jüngster Fälle bei M$ und Google. Aber auch hier gilt: Das Problem ist die Bequemlichkeit. Jedem klar denkenden Menschen müsste von vornherein klar sein dass das Betreiben der persönlichen oder gar geschäftlichen E-Mail-Korrespondenz bei einem Anbieter, der sein Geld mit Suchmaschinen und Werbung verdient, eine bescheuerte Idee ist.


»Technology concentrates power«

Permalink - Posted on 2014-03-23 10:15

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[Bild: »Instruments at Clonsilla…« auf flickr von »National Library Of Ireland«]

Der »Lesebefehl« zum Sonntag (via wirres.net):

Die Präsentation von Maciej Cegłowski (der Entwickler von unser aller Lieblings-Bookmarksammelwebsite Pinboard) »Our Comrade The Electron«. Wenn schon nicht die ganze Präsentation, die anhand der Lebensgeschichte von Leon Theremin eine große Geschichte von Technik und Freiheit erzählt, so doch zumindest den darin enthaltenen »Angry Rant« zum Zustand des Internets in diesen unseren finsteren Zeiten (Zitat):

»In the 90’s, it looked like the Internet […] could be a decentralizing, democratizing force. No one controlled it, no one designed it, it was just kind of assembling itself in an appealing, anarchic way. […]

But those days are gone. We’ve centralized the bejesus out of the Internet now. There’s one search engine (plus the one no one uses), one social network (plus the one no one uses), one Twitter. We use one ad network, one analytics suite. Anywhere you look online, one or two giant American companies utterly dominate the field. […]

Orwell imagined a world with a telescreen in every room, always on, always connected, always monitored. An Xbox One vision of dystopia.

But we’ve done him one better. Nearly everyone here carries in their pocket a tracking device that knows where you are, who you talk to, what you look at, all these intimate details of your life, and sedulously reports them to private servers where the data is stored in perpetuity.«

Einen Lösungsansatz für dieses Problem sieht Jon Evans bei Techcrunch in »Enter The Blockchain: How Bitcoin Can Turn The Cloud Inside Out« in der technologischen Basis der berühmt-berüchtigten Netzwährung »Bitcoin«, der »Blockchain« (Zitat):

You see, it’s not that hard to imagine other blockchain-based systems which aren’t currencies and don’t attract as many “colorful personalities.” Suppose you replaced the Internet’s centralized Domain Name System with a blockchain for Internet names (like Namecoin) such that every DNS request included some proof-of-work effort. Or you used any blockchain (including Bitcoin’s) as a notary service. Or you built a new blockchain for crowdfunding. Or you replaced a centralized system which absolutely does need to be scrapped — that horrific barrel of worms known as TLS/SSL Certificate Authorities — with a blockchain-based solution powered at the browser level.

Wenn es denn überhaupt eine technische Lösung geben kann. Denn ich glaube, dass der menschliche Hang zur Bequemlichkeit zusammen mit der vernetzten Technologie die Ingredenzien dieses für unsere Freiheit ungesunden Zentralisierungs-Cocktail sind. Und um ihn neu zu komponieren müsste man beide Bestandteile ändern.


Facebook and I

Permalink - Posted on 2014-03-12 09:11

Verehrte Zielgruppe, die Kinder stapeln sich am Grund des Brunnens (weil sie alle herein gefallen sind, natürlich), darum fangen sie da draußen nun an panisch ihre Facebook-Accounts zu löschen.

Ich habe es da einfacher: Ich habe mich nie angemeldet. Die Zeit als Facebook erstmals populär wurde, so um 2004/05 herum, war die große unschuldige Phase des »Web 2.0«, in der sich Kreti und Pleti bei jedem neuen Webservice anmeldeten. Die waren ja alle so »spannend«. So landete ich natürlich auch einmal in der Anmeldemaske dieses weiteren Web-Zwo-Dingens aus den US of A.

Die Einwohnermeldeamtmentalität, mit der sie dort alle Daten wissen wollten, damit in der schönen neuen Welt des eingezäunten Reservat-Internets auch alles fein kontrolliert und familienfreundlich amerikanisch »sauber« bleibt, widerte mich augenblicklich an. Und so schloss ich mit den Worten »Sucht Euch andere Dumme die mit heruntergelassenen Hosen in das familienfreundlich beschützte Reservat wollen« den Browsertab. Und sie fanden genug, mehr als genug…

Aber jetzt ist 2014: NSA, Facebook, Thilo W., Whatsapp, Amis böse, und alles! Und nun wollen sie panisch wieder raus und meinen tatsächlich dass »Account löschen« noch irgendetwas retten würde. Wie fefe sagen würde: »Bwahahahaha«!


(Un)Informatives aus dem Web

Permalink - Posted on 2014-03-04 07:35

Für das Geblogge im Umfang zwischen kurzem Tweet und eigenem Blog-Eintrag suche ich noch die passende Form, fürs Erste probieren wir es mal mit der beliebten Form des »Sammel-Artikels«.

Uncle Dave sagt mal wieder warum man bloggen soll (via Schockwellenreiter) und in »Why blogging is an amateur thing« wie es ist:

»[..] a blogger is not a reporter who uses WordPress«

Wohingegen der gute alte Enzensberger, wortgewaltiger Schrecken des Deutsch-Unterrichts vergangener Zeiten, fordert (Zitat):

»Wer ein Mobiltelefon besitzt, werfe es weg.«

Was selbstredend im »bildungsfernen Internet« mannigfaltige Reaktionen provozierte. Über das getwitterte »ey, ist der doof, der will das Handy wegschmeißen« hinaus gab es aber durchaus lesenswerte Reaktionen. So wird versucht den Enzensberger mit dem Enzensberger zu schlagen oder den bildungsfernen »Digital Natives« der Enzensberger-Erklärbär gegeben. Im guten alten »anmut und demut« sieht Ben Enzensbergers Punkt so (Zitat):

»Entweder … die Realität in diesem unserem Internet ist so, wie es uns Edward Snowden erklärt hat. […] dann hat Enzensberger Recht: Dann müssen wir unsere Smartphones wegwerfen. Oder aber […] die Überwachung durch Staat und Konzerne ist am Ende bedeutungslos für unsere Freiheitsrechte, für unsere gefühlte Freiheit […]«

Nach so schwerer Kost braucht es etwas Entspannung: »30 FANTASTIC WEBSITES TO LOSE YOURSELF IN«.

Und das nächste große Ding in Entwicklerkreisen ist ein neuer Editor von Github namens atom.io, den noch kaum jemand hat (man benötigt eine »Invitation«). Was aber klar ist: Das ist ein Editor der mit Browser-Technologie läuft. Ich begegne solchen Ideen ja eher mit eine gewissen Grundskepsis wie Mike von »A fresh Cup«:

»I think a text editor carting around the baggage of a web browser is a non-starter, but I’m just an old fuddy-duddy I’m sure.«

»Flying Seagull« wirft einen Blick auf die Performance von Atom und kommt zu dem Schluss:

»But until someone comes along with a well designed embeddable text store backend I’ll keep using my crappy vim in tmux.«


Klar kannste deine Google Glass aufsetzen

Permalink - Posted on 2014-02-28 07:31

Kriegste halt auf die Fresse (via Slashdot).


»Seitenmanipulierende Add-ons«

Permalink - Posted on 2014-02-27 10:00

Nach den Verlagen starten nun auch die Portale für das Internet-Proletariat aus dem Hause 1&1 eine kleine Kampagne gegen Adblock und Co. Nach der »wir armen Verlage haben nix und du bist schuld«-Schiene der selbsternannten Garanten der Pressefreiheit setzen die Portale auf FUD in Form von »dein Ad-Blocker ist ein Sicherheitsrisiko«, indem sie Ad-Blocker als »seitenmanipulierende Add-ons« bezeichnen und auf der Seite eine Fehlermeldung anzeigen.

Sehr schön dazu ist diese Einschätzung von Kris Köhntopp auf Google-Plus, die das Problem genau anders herum sieht (Zitat):

»Während jedoch Adblock niemals Quelle eines Sicherheitsproblems war, sind mehrere Fälle bekannt, in denen Adserver verwendet wurden, um großflächig Malware zu streuen und Rechner zu übernehmen.«

Adblock Plus ist unabhängig davon durchaus umstritten. Unter OSX empfiehlt der kleine Wald- und Wiesen-Blogger Ihres Vertrauens daher Glimmerblocker. Glimmerblocker ist kein Browser-Add-On, sondern ein lokal laufender Proxy-Server der neben der Filterung des kulturellen Feinstaubs der Überflußgesellschaft (aka »Werbung«) auch weitere vielfältige Möglichkeiten der Seitenmanipulation (wie CSS-Anpassungen »on demand«) bereit hält.

Denn was auf Deinem Bildschirm erscheint bestimmst immer noch Du, es gibt kein Menschenrecht auf »meine Werbung muss gesehen werden«. Das werden unsere Freunde von der Anbieter-Seite auch noch lernen, das dauert halt seine Zeit…


Kommentare ohne Datensilo mit Isso

Permalink - Posted on 2014-02-25 14:56

Ein kleiner Blick durch Google in unserem die Legenden der Blogosphäre ;-) bewegenden Problemfall »Kommentare in einem statischen Blog« ergab als Lösung meistens den Griff zu Disqus und Co. Das wollen wir aber nicht, die Daten liegen bei einem Dienst irgendwo da draußen mit einer Schnorchelleitung zur NSA (oder so). Oder Spezial-Lösungen wie das emailbasierende Kommentarsystem beim Schockwellenreiters.

Und »Isso – Ich schrei sonst«. Isso wird auf dem eigenen Server installiert und dann ähnlich Disqus per JavaScript eingebunden. Die Kommentare werden in einer SQLite-Datenbank abgelegt. Es hat nur einen Haken: Es ist Python-Gefrickel, und ich hasse Python-Gefrickel.

Einen Versuch sollte es wert sein, so habe ich es mit der (für Python-Gefrickel erstaunlich gut funktionierenden) Installation auf den Server geworfen und flugs in das Jekyll-Blog eingebaut. Nun schauen wir mal ob das benutzbar ist.


Mache es statisch

Permalink - Posted on 2014-02-25 10:23

Übrigens läuft hier jetzt, wie auch bei anderen »Altblogger-Legenden«, ein statischer Blogseiten-Generator, nämlich Jekyll. Das funktioniert hervorragend und fällt mir als Ruby-Entwickler auch nicht sonderlich schwer im Umgang.

Aber wie bei allen statischen Blog-Generatoren besteht auch hier das Problem mit den Kommentaren, die ein »ordentliches« Blog eigentlich haben muss. Es wird schwierig eine Lösung ohne »Datensilo« zu finden die das Prinzip »statisch« nicht ad absurdum führt, aber ich arbeite dran…


Ein neuer Versuch

Permalink - Posted on 2014-02-25 08:42

Also mal wieder Weblog. Die letzten Jahre schrieben wir alle nur noch die Social-Networks voll und füllten die Datensilos mit all unseren schönen Sachen. Die »sie« dann mit verkaufen, für Summen die das Bruttoinlandprodukt afrikanischer Staaten übertreffen. Und eines Tages ist alles weg. Muss ja nicht sein!

Das bestehende Weblog war zwar sehr hübsch, schrie aber von seiner ganzen Anmutung nur »fülle mich mit langen schlauen Artikeln« in die Nacht hinaus. Manchmal soll es aber auch nur etwas kurzes Dummes sein.

Darum versuchen wir es also mal wieder mit dem Wald- und Wiesenbloggen in veränderter Form. Unbeeindruckt vom grassierenden Relevanz-Getue. Wie einst im Mai.

Dieses Ding hier ersetzt auch den alten Tumblr unter uninformat.io. Wir wollen ja weg von den Datensilos in »ihren« Händen…