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Neureut-Derby: FC Germania Neureut 07 vs FC 08 Neureut 2:1 – 9.12.2018

Permalink - Posted on 2018-12-10 22:55

FC Germania Neureut 07 vs FC 08 Neureut 2:1

Ein Nachholspiel sorgte für einen Nachschlag in der Sportplatz-Saison. Im Neureut-Derby trafen Aufsteiger FC Germania und der Tabellenführer FC 08 aufeinander. Und es gab eine große Überraschung, denn die Hausherren siegten durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 2:1…

Kreisliga in Neureut

Zur Lage des Fußballs im nordwestlichen Karlsruher Stadtteil Neureut gab es hier im Blog anlässlich des Besuchs beim FC 08 in der letzten Saison etwas zu lesen. Hinter Primus Fortuna Kirchfeld (Landesliga) spielen in der aktuellen Saison der FC 08 und Aufsteiger FC Germania eine Klasse tiefer in der Kreisliga Karlsruhe. Die Kreisliga ist die achte Liga im Ligensystem und heißt in anderen Verbänden Bezirks- oder Kreisoberliga.

Der FC 08 Neureut scheiterte in der letzten Saison als Dritter knapp am Aufstieg in die Landesliga. In der aktuellen Saison nimmt das Team von Trainer Stefan Wimmer einen neuen Anlauf und stand mit 12 Siegen aus 16 Spielen souverän an der Tabellenspitze.

Auch Lokalrivale FC Germania (die beiden Sportplätze liegen etwa 2,4 km auseinander) spielt als Aufsteiger eine gute Rolle in der oberen Tabellenhälfte und hat erst dreimal verloren. Ein Wermutstropfen: Aufstiegstrainer Daniel Jukic wird den FC Germania nach sechs Spielzeiten am Saisonende verlassen.

FC Germania Neureut 07 vs FC 08 Neureut 2:1

Das Spiel war eigentlich Anfang November angesetzt, war aber nach einer schweren Verletzung des Germania-Spielers Fabian Früh abgebrochen worden. Zum Nachholtermin war das Wetter aber deutlich weniger glorreich als Anfang November. Es gab Kälte, Wind und Regen, trotzdem war der Germania-Sportplatz gut besucht. Etwa 150 Zusehende hatten sich zum Derby Fünfter gegen Erster der Kreisliga Karlsruhe eingefunden.

Für den Außenseiter Germania ging es gut los, nach 20 Minuten brachte Marcel Durand das Heimteam mit 1:0 in Front. Der Tabellenführer wirkte noch ein wenig abwesend und verteidigte nachlässig, was dem Aufsteiger weitere Chancen brachte. Auch offensiv war vom Tabellenführer wenig zu sehen, so dass es mit einer durchaus verdienten 1:0-Führung in die Pause ging.

Trainer Wimmer hatte wohl in der Pause die richtigen Worte gefunden, denn nach der Pause stand ein anderes FC-Team auf dem Rasen. Der Spitzenreiter drückte auf den Ausgleich und nistete sich minutenlang rund um den Strafraum der Germania ein. Der Ausgleich in der 60. Minute, als Dennis Glutsch eine Hereingabe vom Flügel ins Tor schieben konnte, war die logische Konsequenz.

Der FC 08 wollte aber mehr. Der heimische FC Germania kam gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus, wehrte sich aber nach Kräften. Dadurch kam, je näher der Schlusspfiff rückte, eine gewisse Hektik ins Spiel, die kurz vor dem Ende in einer monumentalen Rudelbildung ihren Höhepunkt fand. Das störte den Spielfluss und es sah eigentlich schon schwer nach einem 1:1 aus, als in der Nachspielzeit der FC Germania einen schnellen Konter vortrug und Torjäger Toni Katic mit seinem 17. Saisontor den umjubelten 2:1-Siegtreffer schoss.

So geht es manchmal im Fußball! Der Tabellenführer FC 08 übte fast 45 Minuten Dauerdruck aus und nutzte seine Chancen nicht, und der einzige Torabschluss des FC Germania in der zweiten Hälfte war drin und brachte den Sieg…

Fazit: Ein bis zum Abpfiff spannendes Kreisligaderby mit einem überraschenden Ende…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen


Torjubel und Wutgeheul: KSC vs Preußen Münster 5:0 – 8.12.2018

Permalink - Posted on 2018-12-10 11:15

KSC vs Preußen Münster 5:0

Endlich mal was los im Wildpark! In einem unterhaltsamen Drittliga-Topspiel auf der Stadionbaustelle schickten die heimischen Blau-Weißen den SC Preußen Münster mit 5:0 zurück nach Westfalen…

Kicken auf der Baustelle

Beim ersten Wildparkbesuch seit dem feierlichen Abschied vom alten Wildpark waren vom alten Ballreiter-Stammblock A1 nur noch ein paar Stufen und ein Hügel aus brauner Erde und verhäckseltem Kriegsschrott übrig. Deshalb war das Spiel gegen Münster das erste Match im Exil auf der anderen Seite des Stadions, im Block E4.

Pünktlich zum Heimspielwochenende drehte der Herbst ordentlich auf und versorgte Baden mit ergiebigen Regengüssen und fiesen Sturmböen. Was dazu führte, dass nur 10.613 Zusehende das Topspiel Zweiter gegen Sechster im Stadion anschauen wollten…

KSC vs Preußen Münster 5:0

Dabei hatte der KSC doch daran gearbeitet, mehr Zusehende anzulocken. Seit der Heimpackung gegen den SV Wehen hatte der KSC nicht mehr verloren und aus den folgenden fünf Spielen 13 von 15 möglichen Punkten eingefahren. Und dabei auch noch 10 Tore geschossen. Das ist ein ganz neues Alois-Schwartz-Gefühl, seine fußballerische Minimalisten-Truppe hat sich neuerdings das Scoren angewöhnt…

Die Gäste aus Münster hatten hingegen in den letzten Wochen geschwächelt und fielen ein wenig hinter die Tabellenspitze zurück. Nur ein Sieg aus den letzten vier Spielen stand für den SC Preußen auf der Haben-Seite. Und der auch »nur« gegen das desolate Drittliga-Schlusslicht Eintracht Braunschweig, gegen die mittlerweile jeder gewinnt…

Es ist zwar überall zu lesen und zu hören, dass die erste halbe Stunde »ereignislos« gewesen sein soll. Aber der KSC begann das Spiel deutlich lebhafter und flotter, als man das als leidgepüfter Wildpark-Zusehender gewohnt ist. In normalen Spielen beginnt der KSC immer abwartend und spielt stehend im Mittelfeld den Ball hin und her um zu gucken, was der Gegner macht. Diesmal suchte man gleich mit Tempo den Weg nach vorne, oft schnell über die Flügel mit den sehr agilen Camoglu und Lorenz. Die Gäste aus Münster standen allerdings defensiv sehr gut und ließen im eigenen Strafraum nichts zu.

Drama, Action und Abenteuer gab es dann in den letzten 15 Minuten vor der Pause. Schiedsrichter Sven Jablonski übernahm dabei unfreiwillig die Hauptrolle. KSC-Stürmer Marvin Pourié ist im gegnerischen Strafraum eine Art »Drittliga-Neymar«. D.h., er fällt bei jeder Gelegenheit hin, um einen Elfmeter zu bekommen. Bei zwei Versuchen hatte Jablonski in den ersten 30 Minuten nur müde abgewunken, Pouriés dritter Versuch war erfolgreich. Er zog im Zweikampf Gegenspieler Lion Schweers am Trikot und ließ sich fallen, Jablonski fiel drauf rein und zeigte auf den Punkt. Anton Fink verwandelte gewohnt sicher, 1:0 in der 32. Minute.

Keine Frage, ein unberechtigter Elfer, aber sowas passiert im Fußball halt mal. Es war noch Zeit genug und es stand nur 0:1. Die Münsteraner steigerten sich aber, angeheizt von ihrem Trainer Marco Antwerpen, in eine Art Dauer-Aggro-Zustand hinein, der für die Konzentration auf das eigene Spiel alles andere als förderlich war…

Vier Minuten später versuchte Verteidiger Ole Kittner am eigenen Strafraum, den davoneilenden Lorenz von hinten mit gestrecktem Bein umzuhauen. In Schottland hätte er vielleicht Gelb gesehen, Jablonski zog die Rote Karte. Es gibt Schiris, die es bei Gelb belassen hätten, andererseits ist nach den Regeln bei groben Fouls von hinten bereits der Versuch strafbar. Hart, aber keine Fehlentscheidung. Sehr hübsch war auch, wie Kittner sich beim Abmarsch in die Kabine mit dem Publikum auf der Haupttribüne anlegte, das sich nicht lange um energische Missfallenskundgebungen bitten ließ. Es ging hoch her im Wildpark, ein sehr unterhaltsames Match…

Und als wäre das nicht genug, gab es in der 42. Minute den nächsten Elfer. Dieser war unstrittig, allerdings hatte Gordon unmittelbar vorher einen Münsteraner per Ellbogencheck außer Gefecht gesetzt, was Freistoß für Münster hätte geben müssen. Diesmal verwandelte Lorenz, 2:0!

Damit war es endgültig um die Konzentration des SC Preußen geschehen. Selbst Torhüter Schulze Niehues schrie wie von Sinnen den Linienrichter an und sah verdientermaßen Gelb. So geht es, wenn die Bank draußen keine Grenzen setzt. Eine Minute später nutzte der groß aufspielende Camoglu die fehlende Konzentration in Münsters Abwehr chirurgisch aus und konnte in aller Ruhe zum 3:0 Halbzeitstand verwandeln…

Damit war das Spiel entschieden, die zweite Hälfte wurde vom KSC nur noch locker runter gespielt und sah noch das 4:0 durch Camoglu (55.) und das 5:0 durch Pourié (79.). Die Preußen fanden ihre Konzentration nicht wieder und hatten alle Hände voll zu tun, die Niederlage in Grenzen zu halten.

Ein ganz schwaches Bild gaben während und nach dem Spiel die Verantwortlichen von Preußen Münster ab. Der offizielle Twitter-Account gab schon während des Spiels die »wir sind betrogen worden alles irregulär!1!!11!!!«-Dauerjammer-Linie vor. Und Trainer Marco Antwerpen präsentierte sich auch nach Abpfiff wenig souverän. Das Spiel war eben nicht nach 30 Minuten vorbei. Sicher war der erste Elfer eine Fehlentscheidung, aber als Trainer wäre es sein Job gewesen, sein Team zur Konzentration anzuhalten. Andere Teams sind auch schon in Unterzahl zurückgekommen. Wie am gleichen Tag Cagliari bei AS Roma, die mit zwei Mann in Unterzahl in der Nachspielzeit noch ein Unentschieden holten. Deshalb geht die 0:5-Klatsche auch auf Trainer Antwerpens Kappe…

Dem KSC kann es egal sein, mit dem fünften Sieg in Folge mit bombastischen 15 Toren stehen die Blau-Weißen auf Rang 2 der Tabelle. Wie sensationell diese Torflut für KSC-Verhältnisse ist sieht man daran, dass in der gesamten letzten Saison in 38 Spielen nur einmal vier und fünfmal drei Tore geschossen wurden. Fünf Tore in einem Spiel gab es zuletzt am 20. Spieltag der Drittliga-Saison 12/13, ein 5:2 gegen Heidenheim. Und den letzten Zu-Null-Sieg in diesen Regionen gab es in der Saison 98/99 mit einem 6:0 gegen die Stuttgarter Kickers. Lang ist es her…

Dass es mit so einer Siegesserie »nur« zu Rang 2 reicht zeigt, dass die oft zu lesende Einschätzung von »die Dritte Liga ist diese Saison an der Spitze schwächer« nicht mehr stimmt:

1. Vfl Osnabrück 37 Pkt.
2. KSC 35
3. Uerdingen 34
4. Hallescher FC 33
5. Unterhaching 31
6. Münster 29

In der letzten Saison betrug nach 18 Spielen der Abstand von Rang 6 zum Aufstiegsplatz 2 schon satte 9 Punkte, in dieser Saison ist das deutlich weniger. Es gibt mehr gute Teams an der Spitze, Unterhaching auf Rang 5 hat z.B. auch nur einmal verloren. Wenn man aufsteigen will, darf man sich deshalb wohl keine große Schwächephase mehr erlauben. Der KSC scheint für das Aufstiegsrennen gut gerüstet…

Fazit: In der ersten Halbzeit ein sehr unterhaltsames Spiel, in dem es hoch her ging. Und neuerdings schießt der KSC reichlich Tore, die Blau-Weißen stellen mittlerweile den drittbesten Angriff der Liga. Was für glorreiche Wildpark-Zeiten!

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Wir Traditionalisten wollen im Stadion den freien Himmel und einen Flutlichtmast über uns sehen…


Boca gegen River.

Permalink - Posted on 2018-12-06 10:55

Wer sich in den letzten Wochen fragte, was das ganze Theater um das Finale im Endspiel der Copa Libertadores zwischen Boca Juniors und River Plate überhaupt soll, kann sich in einem vorzüglichen Text von Andreas Babst in der NZZ über die Hintergründe informieren: »Boca gegen River, wir gegen die anderen – Magie und Schrecken eines Spiels, das den Weltfussball entlarvt«. IMHO ist Argentinien auch ein Lehrbeispiel dafür, was passieren kann, wenn »Fangruppen« wie die Barras Bravas zu viel Einfluss auf das Spiel bekommen…


Unglückliche Heimniederlage: Karlsruher FV vs ATSV Kleinsteinbach 1:2 – 2.12.2018

Permalink - Posted on 2018-12-02 21:25

Karlsruher FV vs ATSV Kleinsteinbach 1:2

Das letzte reguläre Spielwochenende des Sportplatzjahres vor der dreimonatigen Winterpause stand an – klare Sache, da musste man noch einmal hinaus auf den Sportplatz! Für unsere »local heroes« des Karlsruher FV stand das letzte Heimspiel des Jahres an, das gegen den ATSV Kleinsteinbach unglücklich mit 1:2 verloren ging…

ATSV Kleinsteinbach

Kleinsteinbach ist ein Dorf im Landkreis Karlsruhe, das seit 1974 zur künstlich geschaffenen Gemeinde Pfinztal gehört. »Bereits im Jahr 1346 ist in den schriftlichen Aufzeichnungen von ›Cleinen Steinbach‹ die Rede«, weiß die Wikipedia. Nicht ganz so alt ist der Arbeiter-Turn- und Sportverein Kleinsteinbach. Dieser hat seine Wurzeln im 1897 gegründeten Turnverein Kleinsteinbach. Seit 1908 spielt man dort auch Fußball, als der Fußballklub Alemannia gegründet wurde, der 1910 dem Turnverein beitrat. 1933 wurde der Turnverein zwangsaufgelöst und 1945 als ATSV neu gegründet.

Die Fußballer spielten regelmäßig in den höheren Amateurligen Badens mit, 1978 ging es sogar hoch in die Landesliga. Seit dem Abstieg aus der A-Klasse im Jahre 2013 spielt der ATSV in der B-Klasse. In den beiden letzten Spielzeiten scheiterten die Kleinsteinbacher knapp am Aufstieg in die A-Klasse. Auch in dieser Saison ist das Team von Trainer Timo Augenstein, der seit 2015 beim ATSV auf der Bank sitzt, wieder vorne dabei und stand vor dem Match beim KFV auf Rang 3 der Tabelle der Kreisklasse B.

Karlsruher FV vs ATSV Kleinsteinbach 1:2

Seit dem letzten Besuch beim Karlsruher FV gab es für den Altmeister einen glorreichen 9:0-Auswärtssieg beim Tabellenvorletzten GSK II zu feiern und eine 2:6-Heimpleite gegen den Spitzenreiter TSV Oberweier zu betrauern.

Der Herbst brachte zum letzten Spielwochenende des Jahres üppige Regengüsse und fiesen Wind. Erstaunlicherweise legte das miese Wetter aber am Sonntagnachmittag eine Pause ein und einem Sportplatzbesuch stand nichts im Wege. Etwa 30 Zusehende freuten sich darüber und ließen sich das Match nicht entgehen…

Die beiden Teams wollten es zum Jahresabschluss noch mal wissen und boten ein unterhaltsames Match. Der KFV spielte mit dem Tabellendritten auf Augenhöhe und erarbeitete sich gute Chancen. Die Belohnung dieser Bemühungen war das 1:0 in der 25. Minute durch Mario Herrmann, der sich unwiderstehlich durch den Kleinsteinbacher Strafraum tankte und vollstreckte.

Die favorisierten Gäste wurden in der Folge stärker, die Abwehr des KFV und Torwart Kidwell blieben aber aufmerksam. Der ATSV kam kaum in den Karlsruher Strafraum und zeigte sich anfällig bei schnellen Vorstößen des KFV. Insbesondere der agile Torschütze Mario Herrmann drang ein ums andere Mal gefährlich in den Strafraum der Kleinsteinbacher ein, versäumte es aber, daraus ein weiteres Tor zu machen.

Und das sollte sich rächen. In der 68. Minute gelang Alexander Steimle der Ausgleich nach einer Ecke. Und am Ende des Spiels nisteten sich die Gäste vor dem KFV-Tor ein und hatten eine Serie mit diversen Frei- und Eckstößen. Und es kam wie es immer kommt, wenn man seine Chancen nicht nutzt: Wenige Sekunden vor dem Abpfiff des guten Schiris Bernd Hauf verwandelte der wuchtige Markus Kaucher den letzten Eckball des Spiels zum 1:2. Sehr ärgerlich!

Fazit: Die Teams boten ein gutes Kreisklassen-Match. Wenn man in der zweiten Hälfte nach 30 Minuten zum ersten Mal auf die Uhr schaut, war das Spiel offensichtlich unterhaltsam. Unglücklich war das Ergebnis, der KFV versiebte beste Torchancen und stand nach zwei Eckball-Gegentoren trotz guter Leistung mit leeren Händen da…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

KFV 2018

Dieses Match beendete ein erfolgreiches Jahr für den Karlsruher FV. Mit dem ersten Aufstieg seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2007 verließ der Deutsche Meister von 1910 die unterste Spielklasse. Zudem hat der KFV in Rüppurr wieder einen eigenen Ground, eine zweite Mannschaft und ein erfolgreiches Frauen-Team, dem der Aufstieg in die Verbandsliga gelang. Die erste Mannschaft zeigte als Aufsteiger, dass sie in der B-Klasse mithalten kann und steht im unteren Mittelfeld der Tabelle mit 11 Punkten Vorsprung auf die gefährlichen Abstiegsränge. Das war doch gar nicht so schlecht!

Am 10. März 2019 geht es weiter, mit einem Heimspiel gegen TSV Schöllbronn II.

Impressionen

Der KFV in der Saison 18/19


Landesliga-Spitzenspiel: FC Español vs FC Östringen 0:1 – 25.11.2018

Permalink - Posted on 2018-11-27 10:20

FC Español vs FC Östringen 0:1

Der sonntägliche Sportplatzbesuch führte uns zum großen Finale um die »Herbstmeisterschaft« in der Landesliga Baden. Der Karlsruher FC Español und der FC Östringen lagen vor dem letzten Hinrundenspieltag punktgleich an der Tabellenspitzen und trafen sich zum Topspiel in der Karlsruher Fritschlach. In einem temporeichen und lebhaften Match siegten die Gäste mit 1:0 und krönten sich damit zum »Herbstmeister«…

FC Östringen

Der 13.000-Einwohner-Ort Östringen, am nördlichen Rand des Landkreises Karlsruhe gelegen, ist eigentlich eine Handball-Metropole. Der örtliche TV Östringen fusionierte 2002 mit der TSG aus dem benachbarten Ort Kronau und stieg kurze Zeit später in die Bundesliga auf. Dort sind sie mittlerweile als Rhein-Neckar Löwen unterwegs und einer der erfolgreichsten deutschen Handballklubs.

Weniger erfolgreich ist der örtliche Fußballklub FC Östringen. Die bisher größte Stunde des 1922 gegründeten Vereins war ein Erstrundenmatch im DFB-Pokal in der Saison 79/80, als man auf den FC Bayern traf und mit 1:10 verlor…

In den letzten zehn Jahren war der FC Stammgast in der Landesliga, ohne dabei ganz oben um den Aufstieg mitzuspielen. Das in der aktuellen Saison anders, der FC spielt bislang eine hervorragende Runde und verließ in 14 Spielen zehnmal als Sieger den Platz. Nur zweimal verlor das Team des Trainerduos Alexander Göhring und Manuel Leidig und liefert sich mit dem FC Español und dem TSV Grunbach einen Dreikampf um die Tabellenspitze.

FC Español vs FC Östringen 0:1

Der kühle und trockene Herbstsonntag lockte etwa 100 Zusehende auf den Sportplatz in der Fritschlach, einem Naturschutzgebiet in einem ehemaligen Rhein-Arm im Südwesten Karlsruhes. Aus unbekannten Gründen wurde das Spiel für die im Winterhalbjahr im Regionalfußball ungewöhnliche Zeit von 16:00 Uhr angesetzt, das Topspiel sollte wohl ein Flutlichtspiel sein…

Nachdem Schiri Vincent Becker das Match im Schein der untergehenden Wintersonne angepfiffen hatte, ging es ohne Aufwärmphase gleich zur Sache. Der Stil beider Mannschaften ist »flotter Angriffsfußball«, abwartendes tempoarmes Taktieren ist ihre Sache nicht. Deshalb gab es schon nach wenigen Minuten die ersten Torabschlüsse zu sehen. Das Gäste-Team griff mit schnellem Spiel über die Flügel an und kam dadurch oft gefährlich vor das Tor des FC Español. Torhüter Mikel Schuster vereitelte einige daraus resultierende Großchancen der Gäste und war bester Spieler seiner Mannschaft. Die »Spanier« hielten zwar gut dagegen und hatten ähnlich hohe Spielanteile wie die Gäste, kamen aber gegen die rigoros den Strafraum abriegelnde Östringer Defensive kaum zu Abschlüssen. Deshalb war der Halbzeitstand von 0:0 ein Erfolg für Español.

Mittlerweile war es dunkel geworden und ein Flutlichtmast wollte nicht so richtig funktionieren. Schiedsrichter Becker setzte das Spiel nach Rücksprache mit den Mannschaften unter schummriger Beleuchtung fort…

Das Dämmerlicht unterband aber nicht die Östringer Offensive. In der 51. Minute wurde einer der zahlreichen Östringer Angriffe über den linken Flügel vorgetragen, Dimitri Suworow legte für den agilen Marius Bentheimer auf, der zum 0:1-Endstand in der 51. Minute vollstreckte.

Español griff unverdrossen weiter an, tat sich aber weiter schwer, Abschlüsse zu bekommen. Da der gegnerische Strafraum verriegelt erschien, wurde auf wenig gefährliche Abschlüsse von außerhalb des Strafraums zurück gegriffen. In den letzten 20 Minuten spielten die »Spanier« zunehmend ungeduldiger und es kam Hektik auf. Schiri Becker, der zu Beginn des Spiels durch eine unangemessen autoritäre Ansprache auf dem Platz auffiel, verlor seine Linie und pfiff überkleinlich fast jeden Zweikampf ab. Dazu kam von außen Unruhe hinein, denn die Östringer Trainerbank forderte diese Freistoßpfiffe lautstark bei fast jeder Aktion. Und das selbst bei Zweikämpfen, die sie in dem Dämmerlicht von ihrer Bank aus gar nicht richtig gesehen haben konnten. Das verstanden die Akteure von Español als Aufforderung zur Gegenrede, so dass sich das Geschrei von Spielern, Trainerbänken und Zuschauern hochschaukelte und es einmal fast zu Handgreiflichkeiten kam, als sich das Personal beider Bänke drohend an der Mittellinie aufbaute…

Die Gemüter beruhigten sich wieder, und letztendlich kam in der Hektik kaum noch ein Spielfluss auf. Was den Östringer Gästen natürlich das Verteidigen des knappen Vorsprungs bis zum Schlusspfiff erleichterte…

Tabellenführer und Herbstmeister ist damit der FC Östringen. Dieser führt die Tabelle mit 35 Zählern an, Aufsteiger Grunbach folgt auf Rang 2 mit 33 Punkten und der FC Español steht mit 32 Zählern auf dem dritten Platz. Am kommenden Wochenende gibt es noch den ersten Rückrundenspieltag, bevor sich die Landesliga in eine dreimonatige Winterpause verabschiedet…

Fazit: Ein unterhaltsames, »intensives« und temporeiches Landesliga-Spitzenspiel, dem nur ein paar Tore und der Sieg für die aus Karlsruher Sicht »Richtigen« fehlte…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Landesliga 18/19


Super League.

Permalink - Posted on 2018-11-21 13:15

Spiegels überskandalisierte »Football-Leaks-Enthüllungen« über »heimliche« Gedankenspiele in Richtung einer europäischen Super-Liga (»Der Verrat«…) erzeugten das zu erwartende Echo. Vielleicht ist eine solche aber gar keine schlechte Idee, wenn sie vernünftig gemacht wird. Dachte sich auch Neil Jensen von »Game of the People« und schrieb einen Text dazu: »Why a super league could work if handled properly«


Spitzenspiel in der Verbandsliga: SpVgg Durlach-Aue vs SV Sandhausen II 0:2 – 18.11.2018

Permalink - Posted on 2018-11-19 23:45

SpVgg Durlach-Aue vs SV Sandhausen II 0:2

Sportplatzzeit: Zum Ende der Hinrunde der Verbandsliga Nordbaden bot sich der SpVgg Durlach-Aue die Chance, den Rückstand auf den Tabellenführer, die U23 des SV Sandhausen, auf zwei Punkte zu reduzieren. Darauf wollten sich die Sandhäuser aber nicht einlassen und gewannen »humorlos« mit 2:0…

SV Sandhausens U23, oder: Zweite Mannschaften von Profiteams

Die zweiten Mannschaften der Erst- und Zweitligisten und ihre Sinnhaftig- bzw. Sinnlosigkeit sind in den letzten Jahren ein Diskussionsobjekt geworden. Zur Saison 14/15 schaffte die DFL die Verpflichtung zum Unterhalt einer zweiten Mannschaft (die U23-Nachwuchsteams sind oder waren) ab und überließ es den Vereinen, eine U23 an den Start zu bringen. Einige Erst- und Zweitligisten lösten ihre U23-Teams auf (darunter auch Teams wie Bayer 04 Leverkusen, bei denen das sicher keine finanziellen Gründe hat…). Bei anderen, wie z.B. bei den beiden Borussias aus Dortmund und Mönchengladbach, gedeihen diese prächtig in der Regionalliga. Nicht immer zur Freude der »normalen« Teams in diesen Ligen

Die zweite Mannschaft des Zweitligisten SV Sandhausen stieg letzte Saison aus der Oberliga ab und muss deshalb diese Saison in der sechstklassigen Verbandsliga spielen. Und da kann man dann schon die Frage stellen, inwiefern das für die Entwicklung von Nachwuchsspielern, denen bei Zweitligisten tendenziell noch eine Profiambition zu unterstellen ist, noch sinnvoll ist. Nach einigen Gerüchten über eine Abmeldung der Sandhäuser U23 spielt diese in der Verbandsliga aktuell eine gute Rolle und ist auf dem Weg zur Rückkehr in die Oberliga.

Wenn Sie, verehrte Leserinnen und Leser, nach einer Meinung dazu fragen: Meines Erachtens sollten Zweitvertretungen von Profivereinen nicht in der Verbandsliga antreten und »richtigen« (Halb-)Amateurvereinen mit ungleichen ökonomischen Waffen Konkurrenz um die spärlichen Aufstiegsplätze machen. Zumal es für potenzielle Zweitligaspieler wenig sinnvoll erscheint, in der sechstklassigen Verbandsliga zu spielen…

SpVgg Durlach-Aue vs SV Sandhausen II 0:2

Aber es ist wie es ist, und in dieser Realität stand die Zweitvertretung des SV Sandhausen vor dem letzten Hinrundenspieltag auf Platz 1 der Verbandsliga, mit drei Punkten Vorsprung auf den Mannheimer Stadtteilklub VfB Gartenstadt.

Die SpVgg Durlach-Aue tummelt sich im Verfolgerfeld hinter der Tabellenspitze und hätte mit einem Sieg bis auf zwei Punkte zum Spitzenreiter Sandhausen aufschließen können…

Es waren also allerbeste Voraussetzungen: Eine interessante Tabellenkonstellation, ein schöner sonniger Herbstnachmittag auf dem Sportplatz und mit ca. 150 Zusehenden ein recht ordentlicher Besuch.

Das Spiel begann mit ein wenig Druck des heimischen Gondorf-Ensembles. Nach etwa 15 Minuten hatten sich die Gäste aus Sandhausen aber gefangen und das Spiel verlagerte sich zunehmend vor das Tor der SpVgg. Diese verteidigte aber recht passabel, so dass Standards für das Erzielen von Toren her halten mussten. Einen sehenswerten Freistoß aus gut 30 Metern versenkte Benjamin Sailer in der 22. Minute zum 0:1 ins Tor. Nur zwei Minuten später köpfte Timo Weber einen von Gregor Zimmermann hereingeschlagenen Eckball zum 0:2-Endstand…

Nach dem Doppelschlag hatte der SVS bis zur Halbzeit noch einige weitere Chancen, die der Auer Torwart Matthias Dörrich aber vereitelte.

In der Pause hatte sich die SpVgg wieder gesammelt und kam energisch auf den Platz zurück. Sandhausens Keeper Nicolas Kristof vereitelte aber zwei gute Abschlüsse, die das Spiel mit dem Anschlusstreffer wieder offen gestaltet hätten. In der Folge gab es für das unverdrossen anlaufende Heimteam aber kaum Gelegenheiten gegen die aufmerksame Defensive des SVS, die die 2:0-Führung letztlich souverän über die Zeit brachte.

Damit ist die U23 des SV Sandhausen Herbstmeister der Verbandsliga Nordbaden, mit drei Punkten Vorsprung auf den VfB Gartenstadt auf Rang 2…

Fazit: Wie so viele »Spitzenspiele« hielt die Partie nicht was sie versprach. Nach dem frühen Sandhäuser Doppelschlag agierte Sandhausen fast 70 Minuten kontrolliert im Verwaltungsmodus und der heimischen SpVgg gelang es trotz intensiver Bemühungen nicht, das Spiel durch ein Tor wieder zu öffnen.

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen


Kampf in der Herbstsonne: Karlsruher FV vs TV Mörsch 0:1 – 11.11.2018

Permalink - Posted on 2018-11-13 11:10

Karlsruher FV vs TV Mörsch 0:1

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, und damit auch die Hinrunde im Regional- und Lokalfußball. Beim noch stets milden Wetter liegt es daher nahe, den Sonntag für den obligatorischen Sportplatzbesuch zu nutzen, bevor Anfang Dezember eine dreimonatige Phase der Finsternis in Form einer langen Winterpause beginnt. Es ging mal wieder hinaus zum Karlsruher FV, der in einer zähen Partie unverdient dem Tabellenzweiten TV Mörsch mit 0:1 unterlag…

Das Ende der Hinrunde naht!

Die Zeit vergeht schnell! Wir nähern uns nicht nur den Iden des Novembers, sondern auch dem Ende der Hinrunde in der B-Klasse. Seit unserem letzten Besuch draußen in Rüppurr hatte Aufsteiger Karlsruher FV eine kleine Serie mit drei Siegen hintereinander hingelegt und damit ein wenig Abstand zu den »gefährlichen« Plätzen geschaffen.

Der Gegner TV Mörsch, aus dem Karlsruher Vorort Rheinstetten, spielt eine souveräne Saison und steht auf Rang 2 der Tabelle. Und kann sich damit berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die A-Klasse machen. Vor einem Jahr, beim Tag der Amateure 2017, hatten wir den in 118 Jahren aus zahllosen Fusionen hervorgegangenen Turnverein schon einmal kicken sehen.

Karlsruher FV vs TV Mörsch 0:1

Der November präsentierte sich noch einmal sonnig (bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad) und lockte so etwa 60 Zusehende hinaus in die grüne Idylle Rüppurrs. Die Hälfte bestand aus Auswärts-Schlachtenbummlern aus Rheinstetten.

Alle gemeinsam sahen ein umkämpftes Spiel, dem aber lange Zeit die Strafraumszenen fehlten, um für die Zusehenden wirklich packend zu sein. Der KFV attackierte die Gäste schon im Mittelfeld, stand defensiv sehr gut und ließ wenig zu. Insbesondere auf Mörschs Top-Torjäger, den schnellen Kadialy Sané, wurde stets ein wachsames Auge geworfen. Und wenn doch einmal ein Mörscher zum Abschluss kam, war KFV-Torwart Luca De Girolamo zur Stelle. Mit einem etwas langweiligen 0:0 ging es in die Halbzeit-Pause.

Mörschs Trainer Alexander Heidt gefiel das gar nicht, entsprechend wechselte er zur Halbzeit gleich dreimal aus. Sein Team erhöhte nach der Pause den Druck auf das KFV-Tor. Die Männer vom Altmeister meisterten auch diesen, nur einmal passten sie nicht auf. In der 56. Minute verloren sie zentral vor dem Strafraum den Ball, als ein langer Ball abgefangen wurde. Ein schneller Mörscher Pass kam auf den schon durchgestarteten Sané, der sein 15. Saisontor erzielte.

Danach wechselte auch der KFV. Die Einwechslungen von Spielertrainer Dirk Hauri und Offensivkraft Mahmoud Resan läuteten eine Schlussoffensive ein. Der KFV griff nun druckvoller an, was den Gästen mehr Möglichkeiten bot. Auf beiden Seiten gab es einige Chancen, genutzt werden konnte aber keine mehr.

So blieb Sanés Tor aus der 56. Minute der einzige Treffer des Tages. Der KFV musste sich ärgern, denn eigentlich wäre das Match ein typisches 0:0 gewesen, und durch eine einzige Unaufmerksamkeit stand man ohne Punkte da…

Fazit: Ein lange Zeit zwar »intensiv« geführtes, aber zäh anzuschauendes Match sah einen glücklichen Sieg für die Gäste aus Mörsch. Unterhaltsam war nur die letzte Viertelstunde.

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Herbstidylle in Rüppurr…

Laufduell zwischen Resan (links) und Sané…

Der obligatorische Eckfahnen-Shot…

Der KFV in der Saison 18/19


Ende einer Ära: KSC vs Würzburger Kickers 2:1 – 3.11.2018

Permalink - Posted on 2018-11-04 16:35

KSC vs Würzburger Kickers 2:1

Nach jahrzehntelangem Hin und Her passiert es tatsächlich: Das altehrwürdige Karlsruher Wildparkstadion wird umgebaut, schon in der nächsten Woche starten die ersten Vorarbeiten. Deshalb wurde das Match gegen die Würzburger Kickers zur großen »Wildpark-Abschiedsparty« erklärt. Die Kickers verhielten sich so, wie das brave Gäste tun: Sie schenkten dem KSC zum Abschied in einem äußerst bescheidenen Spiel einen 2:1-Heimsieg…

Wildparkstadion – Umbau nach 63 Jahren

Seit im für den Fusionsverein Karlsruher SC neu errichteten Wildparkstadion am 7. August 1955 mit einem Spiel zwischen dem Pokalsieger KSC und dem Deutschen Meister Rot-Weiss Essen (an den Namen der Titelträger sieht man schon, wie lange das her ist…) erstmals Fußball gespielt wurde, blieb das Stadion in seiner Grundstruktur unverändert. Das Flutlicht kam dazu, die Tribüne der Gegengerade in den 70ern, die Hauptribüne in der großen Winnie-Schäfer-Zeit der 90er – aber das weitläufige Rund in einem Wall aus Weltkriegsschutt steht seit 63 Jahren so da.

Umbaupläne für das in städtischem Besitz befindliche Stadion gab es viele. Nach dem letzten Bundesliga-Aufstieg 2007 war sogar im Hochgefühl des Derbysiegs gegen den VfB Stuttgart ein Umbau von den damaligen Verantwortungsträgern KSC-Präsi Raase und OB Fenrich im TV stolz als »perfekt« vermeldet worden. Streitereien um die Finanzierung und Luftschloss-Fantasien des KSC von einem durch Investoren finanzierten Stadion-Neubau an der Autobahn verzögerten den Umbau aber weitere 11 Jahre. Erst der aktuelle OB Frank Mentrup hatte die stabilen Nerven, um das Thema zu einem unterschriftsreifen Abschluss zu treiben…

Als der Autor dieser Zeilen gegen 2005 nach Karlsruhe kam, war das Bauen der modernen Fußball-Arenen überall in Deutschland im vollen Gange. Deshalb war das Stadion bereits damals ein Relikt aus der angeblich »guten alten Fußballzeit« und man ging eigentlich nur zum KSC, weil das Stadion da stand. Es war die Zeit, als unter der Führung von Trainer Ede Becker die große Mannschaft entstand, die 2007 mit großartigem Offensivfußball in die Bundesliga aufstieg.

So war im guten alten Wildpark: Sonne, Wind, Wetter und Regen auf einem unüberdachten Stehplatz…

So blieb man seit nunmehr 13 Jahren da hängen, obwohl der gebotene Fußball von Jahr zu trostloser wurde. Im mörderischen Sonnenschein und im gnadenlos herunterprasselnden Regen (siehe Bild, oben) stand man auf dem unüberdachten Stehplatz im Block A1 (fast alle Bilder von KSC-Spielen im Blog entstanden von dort aus). Camp Nou hat schließlich auch kein Dach!

Der Umbau ist nun Fakt, und gerade die Kurve mit dem Stammblock A1 wird als erstes abgerissen, so dass dieser Blogeintrag die letzten Bilder aus der »gewohnten« Perspektive enthält.

Die Entscheidung an sich hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. Natürlich ist das Stadion aus der Zeit gefallen und hätte so oder so in den nächsten Jahren einen Millionenbedarf zum Erhalt der Spielgenehmigung in den Profiligen gehabt. Andererseits ist es aber die Frage, ob es die Aufgabe öffentlicher Kassen ist, Spielstätten für den Profifußball zu finanzieren. Sich hinzustellen und »wir sind so ein toller mitgliedergeführter Traditionsverein und haben keine bösen Investoren, sind wir nicht toll?« zu sagen, aber finanziell vom Wohl und Wehe eines Vizepräsidenten jenseits der 80 abhängig zu sein und sich die Spielstätte auf Kosten der Allgemeinheit finanzieren zu lassen, ist für eine Profisport-Unternehmung schon eine fragwürdige Basis. Der »böse« moderne Profifußball sollte im Jahre 2018 andere Möglichkeiten bieten als eine Finanzierung durch Steuergelder. Von dem großen finanziellen Risiko, dass der chronisch klamme Verein durch eine 35-jährige Verpflichtung zur Rückzahlung der Baukosten durch eine nach Ligazugehörigkeit gestaffelt zu entrichtende jährliche Miete eingeht, ganz zu schweigen. Man frage in Kaiserslautern oder Aachen nach…

KSC vs Würzburger Kickers 2:1

Hier und heute galt es aber, den Abschied vom gewohnten Stadionrund zu feiern. Ein letztes Mal war der Wildpark fast ausverkauft, 24.317 Zusehende sorgten für eine grandiose Kulisse. Auf der Gegengerade hatte man eine hübsche Choreo unter dem etwas holprigen Motto »Mit einer Sportanlage fing alles an, so erlebten wir Momente, die man nie vergessen kann« gebastelt, die zum Einmarsch der kurzbehosten Akteure präsentiert wurde.

Bei all dem Galama um das Stadion hätte man fast vergessen können, dass um Punkte in der Dritten Liga gekickt wurde. Der in dieser Saison heimschwache KSC (zwei Siege in sechs Versuchen, und ein gutes Heimspiel war eigentlich nur der Sieg gegen Uerdingen…) war nach dem Vier-Siege-Zwischensprint in den Spielen nach der Lotte-Klatsche in den Stil der Zeit davor zurückgefallen und schon wieder seit drei Spielen sieglos.

Der Gegner aus Würzburg war mit einem Sieg aus den letzten fünf Spielen auch nicht gerade in Topform und dazu noch mit Problemen auf der Torwartposition angereist. Das führte dazu, dass Torhüter Leon Bätge nach einem Nasenbeinbruch als »Maskenmann« auflaufen musste.

Das letzte Spiel, und das vor vollem Haus…

Bei allerbester Stimmung und leicht sonnigem Herbstwetter ging es in das letzte Spiel in der alten Wildpark-Konfiguration. Alois Schwartz schickte seine Standard-Elf auf den Platz. Diese zeigte, wie in den Heimspielen dieser Saison fast schon üblich, erst einmal wenig. In gemächlichem Tempo wurde die Kugel hin und her gespielt. Zwei Torannäherungen in der Anfangsphase waren zunächst die einzige Ausbeute. Noch weniger war von den Gästen zu sehen, die auftraten, als hätten sie noch nie in ihrem Leben in einem vollen Stadion gespielt. Deshalb sah es kurz vor der Pause schwer nach 0:0 aus…

Aus dem Nichts gab es dann aber in der 41. Minute den besten Angriff des Tages. Uphoff eröffnete das Spiel schnell auf den zentral stehenden Groiß, der passte flott auf den links freilaufenden Stiefler, welcher wiederum mit »One Touch« auf den zentral wartenden Pourié weiterleitete. Der wuchtige Mittelstürmer bewahrte die Übersicht und vollendete zur 1:0-Führung. Schön gemacht! Manchmal zeigen sie doch, was sie mit dem Ball drauf haben. Leider viel zu selten…

Nach der Pause wurden die bis dahin enttäuschenden Gäste aus Würzburg munterer und griffen an. Das verleitete die KSC-Abwehr zu Fehlern. Gordon vertändelte die Kugel zentral, Uphoff ließ einen ersten Abschlussversuch abprallen. Der Abpraller landete beim ehemaligen Karlsruher Dennis Mast, der von der Grundlinie auf den völlig alleine vor dem Tor stehenden Patrick Göbel zurücklegte. Der netzte mühelos ein – 1:1 in der 51. Minute! Der Ausgleich mit dem ersten vernünftigen Angriff…

Danach waren die Kickers das spielbestimmende Team, die Abwehr des KSC war aber wieder munter geworden und ließ nichts zu. Als die Gäste nach etwa 60 Minuten mit dem Remis zufrieden waren und sich ein wenig zurückzogen, wurde der heimische KSC wieder stärker und kam zu einigen Gelegenheiten, die aber allesamt vergeigt wurden.

Wie in der ersten Halbzeit sah es 10 Minuten vor Schluss schwer nach einem Unentschieden aus, als sich die Gäste in Form von Torhüter Leon Bätge daran erinnerten, dass es zum guten Ton gehört, als Partygast ein Geschenk mitzubringen. »Maskenmann« Bätge wollte einen durch einen abgefälschten Schuss von Choi dräuenden Eckball an der Grenze des Fünfmeterraums verhindern, verlor dabei aber die Kugel an Fink. Der Drittliga-Rekordschütze schob den Ball schnell hinüber zum in der Mitte lauenden Pourié, der die Kugel ins leere Tor schob. 2:1 in der 82. Minute!

Das war der Sieg im letzten Spiel im alten Wildpark. Ein eher glücklicher Heimdreier, der aber trotzdem vom vollen Wildpark ausgiebig bejubelt wurde…

Nach dem Spiel gab es noch eine stimmungsvolle Abschiedszeremonie mit einer dekorativen Pyro-Kette (organisiert und legal, den Unterschied zur illegalen Pyro in einem vollen Stadion rafft Fußball-Traditions-Twitter mal wieder nicht…) im Innenraum. Sabine Wittwer gab dazu noch einmal »So lange die Sterne noch stehen« zum Besten, alte Helden der KSC-Historie wie Heinz Ruppenstein, Euro-Eddi Schmitt, Mario Eggimann oder Alexander Iashvili drehten zum Abschied eine Ehrenrunde…

Und das war es dann im alten Wildpark und für den Blog-Autor das letzte Spiel im gewohnten Block. Nun beginnt eine Umbauphase, die nach Plan irgendwann in der Rückrunde der Saison 21/22 abgeschlossen sein soll. Währenddessen geht der Spielbetrieb weiter, das nächste Heimspiel am 25.11. gegen die Sechzger wird das erste im »Baustellen-Wildpark« sein…

Fazit: Ein großartiger festlicher Rahmen für das letzte Spiel im alten Wildpark. Das Spiel selbst war weniger gelungen, ohne den Würzburger Torwartfehler wäre es ein nur zeitweise interessantes gerechtes Unentschieden geworden…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

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Halbfinale im Kreispokal: ASV Hagsfeld vs TSV Auerbach 1:0 – 1.11.2018

Permalink - Posted on 2018-11-03 11:05

ASV Hagsfeld vs TSV Auerbach 1:0

Zu Saisonbeginn war das Kreispokalmatch FT Forchheim vs TSV Auerbach ein echter Pokalkrimi. Zum Feiertag am 1.11. stand das Halbfinale im Karlsruher Kreispokal an, und der damalige Sieger TSV Auerbach war noch im Wettbewerb. Also ging es mal wieder hinaus auf den Sportplatz zum Match ASV Hagsfeld vs TSV Auerbach. Zusätzlich wurde die Sonderkorrespondentin zum parallel stattfindenden zweiten Halbfinale FC 08 Neureut vs SG Stupferich entsandt…

Kreispokal Karlsruhe

Das Halbfinale des örtlichen Kreispokals war eine reine Kreisliga-Angelegenheit. Die Kreisliga ist in Baden die achthöchste Spielklasse die woanders Bezirksliga heißt und ist nicht mit den Kreisklassen zu verwechseln.

Topfavorit war natürlich der Kreisliga-Tabellenführer FC 08 Neureut (auch da waren wir schon zu Besuch), der auf den Tabellenfünften SG Stupferich (aus einem der Karlsruher »Bergdörfer«) traf. Tabellenschlusslicht ASV Hagsfeld, nach 12 Partien noch ohne Sieg in der Liga, hatte es im anderen Halbfinale mit eben jenem TSV Auerbach zu tun, die aktuell im unteren Tabellenmittelfeld angesiedelt sind.

Das Halbfinale

Der Blogautor entschied sich für das Duell der beiden tabellarischen Underdogs in Hagsfeld. Der 1907 gegründete Allgemeine Sportverein Karlsruhe-Hagsfeld war bis 1933 Teil der Arbeitersportbewegung, erreichte in dieser zweimal die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft und wurde 1933 aufgelöst. 1945 wurde der Klub neu gegründet und nahm fortan am »normalen« Spielbetrieb teil. Erfolgreich war der Verein in den Nuller-Jahren mit seiner ersten Frauenmannschaft, die, nachdem 2005 die Frauen-Mannschaft des KSC fast geschlossen nach Hagsfeld wechselte, in die 2. Bundesliga aufstieg und dort bis 2010 kickte. Nach diversen Abstiegen und Personalquerelen ging es dann aber wieder steil bergab, mittlerweile ist das Frauenteam in der Landesliga angekommen…

Die Männer gehörten jahrelang zur Stammbesatzung der A-Klasse und spielen seit dem Aufstieg 2016 in der Kreisliga. In dieser Saison läuft es nicht gut, nach 12 Spielen steht man sieglos mit kümmerlichen 5 Punkten am Tabellenende und hat schon 5 Punkte Abstand zum rettenden 13. Platz.

Hagsfeld ist ein 1938 eingemeindeter Stadtteil am nordöstlichen Rand von Karlsruhe und in erster Linie ein großes Gewerbegebiet. Am Rande des Stadtteils, in einem ebenso trostlosen wie zugigem Ambiente, hat der ASV seinen Ground. Ca. 50 Zusehende wollten bei ruhigem Herbstwetter das Kreispokal-Halbfinale gegen Auerbach sehen, darunter ein trinkfester und lautstarker Heim-Support-Block hinter dem Tor…

Parallel wurde das zweite Halbfinale in Neureut angepfiffen, wir schalten hinüber zur Sonderkorrespondentin:

(Sonderkorrespondentin): Auf dem schönen Ground des Tabellenführers FC 08 Neureut hatten sich ca. 150 Zusehende eingefunden. Das Heimpublikum war natürlich ziemlich siegessicher, mit nur einer Niederlage aus 12 Spielen und satten 31 Punkten auf dem Konto galt der FC als klarer Favorit. Aber auch der Kreispokal hat seine eigenen Gesetze, entsprechend sahen die Gäste von der SG Stupferich sich keineswegs chancenlos…

In Hagsfeld entpuppte sich das Match als eine äußerst zähe Angelegenheit. Kampf im Mittelfeld war Trumpf, und jegliche zarte Ansätze von Spielfluss wurden durch den äußerst kleinlich pfeifenden Schiri Marco Gindner unterbunden. So war das Spiel eigentlich nur eine sich ständig wiederholende Folge von »Ballgewinn – Kampf im Mittelfeld – Freistoß – und wieder von vorn…«. Und der Fußballblogger sah sich in Ermangelung von Torchancen schon 120 Minuten im windigen Hagsfeld auf das Elfmeterschießen warten…

(Sonderkorrespondentin): Überraschendes hingegen in Neureut: Die Gäste aus Stupferich spielten frech auf und erzielten verdientermaßen nach 30 Minuten das 0:1 durch Marco Schäfer, der aus 20 Metern abgezogen hatte und ins lange Eck traf. Mit diesem Spielstand ging es auch in die Halbzeitpause.

An der Tagweide in Hagsfeld schleppte sich das Match dagegen torlos dahin, ein Lattentreffer für Auerbach nach einem der zahllosen Freistöße war die einzige Aufregung. Munterer war es neben dem Platz, dort begann sich von Trainerbänken und Publikum der Unmut über die zahllosen kleinen Fouls und den kleinlichen Schiri hochzuschaukeln und produzierte kleinere verbale Scharmützel. Abkühlung brachte die Halbzeitpause…

(Sonderkorrespondentin): In Neureut kam das favorisierte Heimteam mit frischem Elan aus der Pause und drängte von Beginn an auf den Ausgleich. Den gab es aber nicht, stattdessen nach 5 Minuten eine kalte Dusche: In der 50. Minute zeigte der Schiri nach einem Foul auf den Punkt (über die Berechtigung gehen die Meinungen auseinander), Marco Schäfer schnappte sich die Plastikkugel und verwandelte mit seinem zweiten Tagestreffer im Nachschuss zum 0:2. Eine Überraschung bahnte sich an! Einem Ersatzspieler der Gäste schwante Böses: »Mist, war gestern erst saufen, wenn wir heute wieder gewinnen, muss ich wieder saufen…«

In Hagsfeld kam zur zweiten Hälfte die Sonne raus und der heimische ASV wurde dominanter und drängte auf die Führung. Ein Abseitstor war ein erster Warnschuss für die Gäste aus Auerbach, in der 63. Minute war es dann soweit: Joshua Voegeding dribbelte sich energisch in den Auerbacher Strafraum hinein und zog aus wenigen Metern Entfernung ab – 1:0 für den ASV. In beiden Halbfinals führten die Außenseiter!

Neureut vs Stupferich: Der Elfmeter zum 1:2…

(Sonderkorrespondentin): Der favorisierte FC 08 Neureut legte nach dem 0:2 noch einmal eine Schippe drauf, es war jetzt nur noch ein Spiel auf ein Tor, auf das der Gäste aus Stupferich. Der Anschlusstreffer zum 1:2 durch einen weiteren im Publikum umstrittenen Foulelfmeter war in der 60. Minute die Belohnung. Die Gäste ließen sich aber davon nicht groß beeindrucken und verteidigten aufoperungsvoll ihre Führung gegen die anstürmenden Neureuter…

In Hagsfeld schlugen nun die Emotionen hoch und das Spiel wurde ruppiger. Jeder Pfiff des Schiris wurde durch lautes Geschrei aus der einen oder anderen Ecke kommentiert, der trinkfeste Heim-Support-Block wurde mit jeder geleerten Flasche Hoepfner lauter. Schiri Gindner hatte alle Mühe, das Spiel unter Kontrolle zu halten und am Ende neun Gelbe und eine Rote Karte verteilt…

Sportlich beflügelte die Führung den heimischen Außenseiter. Auerbach machte nach dem Rückstand mehr Druck. Durch die ständigen Diskussionen und Fouls kam aber kein richtiger Spielfluss auf, und da der TSV dabei fleißig mitmischte, erleichterten sie dem ASV die Aufgabe. Mit dem Glück des Tüchtigen verteidigten die Hagsfelder die knappe Führung bis zum Schlusspfiff, zogen überraschend ins Endspiel des Kreispokals ein und hatten etwas zu feiern!

(Sonderkorrespondentin): In Neureut blieb der Sturmlauf des FC 08 gegen wacker verteidigende Gäste erfolglos und die SG Stupferich zog sensationell ins Endspiel des Kreispokals ein. Am Ende hatten die Männer aus dem Bergdorf sogar noch einen Riesenchance auf das 1:3…

Das Endspiel im Kreispokal zwischen dem ASV Hagsfeld und der SG Stupferich steigt am 1. Mai 2019!

Fazit: In Hagsfeld war das Spiel eine zerfahrene Angelegenheit, das von der Spannung und den am Ende hochkochenden Emotionen lebte. In Neureut gab es eine faustdicke Überraschung!

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

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ASV Hagsfeld vs TSV Auerbach


Verbissener Kampf um den Ball…

In der Ferne dreht sich einsam ein Windrad…

Eckfahne ohne Fahne!

FC 08 Neureut vs SG Stupferich



»Mid-season Friendly«: RB Leipzig vs Celtic FC 2:0 – 25.10.2018

Permalink - Posted on 2018-10-27 19:05

RB Leipzig vs Celtic FC 2:0

Zweite Etappe der »Red-Bull-vs-Celtic-Tour« in der Europa League! Nach dem Trip nach Salzburg vor drei Wochen ging es diesmal zur »Dosen-Fußball-Hauptfiliale« nach Leipzig. In dieser war für die Bhoys erwartungsgemäß nichts zu holen, in einem schwachen Spiel gewann RBL 2:0…

The Celts are here!

Von Karlsruhe nach Leipzig sind es gut 520 km, macht mit Rückweg ca. 1.040 km. Eigentlich ein bisschen weit für einen Tagesausflug ins Stadion, aber was macht man nicht für Sachen, wenn es um zum einen um Fußball geht und zum anderen darum, eine Gelegenheit zum Celtic-Live-Gucken zu nutzen…

Die Belohnung für einen 22-Stunden-Tag mit Hin- und Rückfahrt war ein großes grün-weißes Happening in Leipzig. Im Laufe des Tages trudelten Celtic-Fans aus allen Himmelsrichtungen und aus allen Altersgruppen auf dem Leipziger Marktplatz ein und veranstalteten eine große friedliche Party. Die Fans aus Schottland nutzten den Aufenthalt in Deutschland weidlich aus und deckten sich in den umliegenden Supermärkten mit »german beer« ein. Manch einer schleppte einen handlichen Elferkasten oder gleich einen ganzen Einkaufswagen voller Bier mit Crushed Ice auf den Marktplatz. Die Pfandsammler freuten sich über einen ertragreichen Nachmittag…

Zum Stadion ging es dann mit einem großen Fanmarsch (siehe Video unten bei »Impressionen«). Dieser war ein wenig lang geraten, landete dann aber ohne Zwischenfälle an der Red Bull Arena. Beim Einlass in den Gästeblock kam es dann zu Verzögerungen und Ärger, aber im Grunde kann man da niemandem einen Vorwurf machen. Wenn tausende Fans gleichzeitig ankommen, und das im Grunde auch noch zu spät, wird es halt voll am Eingang…

Es war der Premierenbesuch in der Leipziger Red Bull Arena. Diese ist schön in den ehemaligen Innenraum des gigantischen alten Zentralstadions, seinerzeit mit Platz für 100.000 Zusehende das größte Stadion der DDR (und Deutschlands), hineingebaut worden. Die Struktur des weiten Runds mit großen Wällen blieb erhalten und das neue Stadion wird über Brücken, die über die Reste hinüber führen, betreten. Sehr hübsch gemacht.

42.959 Zusehende finden Platz in der Red Bull Arena, 38.126 wollten das Europa-League-Duell zwischen RBL und Celtic sehen.

RB Leipzig vs Celtic 2:0

Celtic hatte die letzten 11 Europapokalspiel in Deutschland nicht gewonnen gewonnen. Beim CL-Match in Gladbach im November 2016 waren sie zumindest nahe dran…

Ein Sieg im zwölften Versuch erschien ziemlich unwahrscheinlich. Die aktuellen Kräfteverhältnisse im europäischen Fußball machen einen Sieg Celtics gegen ein Bundesliga-Team sowieso ziemlich unwahrscheinlich (wenn auch nicht gänzlich unmöglich). Da Celtic zusätzlich noch durch Verletzungen und der Schonung einiger Spieler für die wichtigen anstehenden Spiele in Schottland mit einer Art B-Elf antrat, gab es weit und breit keinen Celtic-Fan zu entdecken, der nicht von einer klaren Niederlage ausging…

Als nach der obligatorischen EL-Hymne und ein wenig Rauch aus dem Celtic-Block dann angepfiffen wurde, war das Bild auf dem Rasen aber nicht so deutlich, wie das zu erwarten war. Ralf Rangnick hatte bei RBL auch ordentlich rotiert, sein Team tat sich schwer gegen das die ersten 20 Minuten laufstark auftretende Celtic-Mittelfeld. Dieses war mit Eboue Kouassi, Ryan Christie und Lewis Morgan mit drei jungen Leuten ohne Spielpraxis besetzt. Dafür machten sie das zunächst gut. Kouassi verteilte die Bälle, Celtic kombinierte ein paar Mal ganz gefällig Richtung Leipziger Tor, es sprangen dabei aber nur Halbchancen heraus.

Ralf Rangnick stellte per Zettelbotschaft seine Mannschaft nach 20 Minuten ein wenig um. Was dazu führte, dass Celtic unter Druck geriet und die Defensive mit dem indisponierten Gamboa und dem gerade aus einer Verletzung zurückgekommenen Simunovic ins Schwimmen geriet.

Das Ergebnis: Ein Doppelschlag innerhalb von vier Minuten entschied das Spiel. In der 31. Minute flankte Sabitzer locker in den Celtic-Strafraum, in dem mit Kouassi und Boyata gleich zwei Celtic-Spieler die Kugel verpassten. Cunha freute sich und vollendete zum 1:0…

Und auch das zweite Tor vier Minuten später kam durch gütige Celtic-Mithilfe zu Stande. Diesmal kam die Flanke von der linken Seite, und gleich drei Bhoys gaben sich alle Mühe, den Ball zu verpassen. Bruma freute sich, zog in aller Ruhe ab und vollendete zum 2:0-Endstand…

Damit ging es in die Pause. Der schlimme Stadionsprecher überbrückte diese mit einem Interview mit einem ehemaligen Spieler. Interessant daran (siehe Foto): Dieses wurde auf den Videowand von einem Gebärdendolmetscher simultan übersetzt. Sehr lobenswert und anderen Vereinen zur Nachahmung empfohlen!

Die zweite Halbzeit hätte man sich sparen können. Brandon Rodgers Bhoys spielten das Spiel ohne Glauben an eine Wende zu Ende, und auch RB hatte nach ein paar Chancen zu Beginn des zweiten Durchgangs so recht keine Lust mehr. Das Spiel war nur, wie The Celtic Blog schrieb, ein »mid-season friendly«, also ein Freundschaftsspiel inmitten der Saison. Es plätscherte, begleitet vom »Here we go, for ten in a row«-Dauergesang aus dem Gästeblock, dem Schlusspfiff entgegen…

Auch gegen ein eher schwaches RB Leipzig war Celtic bis auf die ersten 20 Minuten chancenlos und wird sich, wenn nicht noch wundersame Heimsiege gelingen, kurz vor Weihnachten aus der Europa League verabschieden. Und kann sich dann ganz auf das nächste »Domestic Treble« konzentrieren…

Fazit: Ein schöner Tag mit Celtic in Leipzig. Das »Drumherum« war schön, nur das Spiel störte irgendwie. 😀

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Fanmarsch

Weitere Bilder



Torreiches Heimdebakel: KSC vs SV Wehen-Wiesbaden 2:5 – 21.10.2018

Permalink - Posted on 2018-10-21 22:25

KSC vs SV Wehen-Wiesbaden 2:5

Es sind, sofern nicht die Karlsruher Lokalpolitik kurz vor der Entscheidung einen Rückzieher macht, die letzten Tage des Wildparks in seiner jetzigen Form. Also ging es bei »goldenem Herbstwetter« hinaus in den sonnengefluteten Wildpark, in dem der heimische KSC aber irgendwie keine Lust auf Fußball hatte und folgerichtig vom SV Wehen-Wiesbaden mit einer 2:5-Heimpackung bestraft wurde…

KSC vs SV Wehen-Wiesbaden 2:5

Der kurze Karlsruher Aufschwung mit vier Siegen nach der Lotte-Heimschlappe hatte vor der Länderspielpause ein Ende gefunden. Dem 2:0 gegen Cottbus folgte eine 0:1-Niederlage in Rostock, die an die schwachen Vorstellungen in den Wochen vor dem Lotte-Spiel erinnerte…

Beim einzigen Oktober-Heimspiel gegen den ebenso offensivstarken wie defensivschwachen SV Wehen-Wiesbaden wollten die Blau-Weißen an die Phase mit den vier Siegen aus vier Spielen anknüpfen. Trainer Alois Schwartz, der beim schwachen Auftritt in Rostock erstaunlicherweise »ein sehr gutes Spiel« gesehen hatte, sagte vor dem Spiel: »Ich glaube natürlich an einen Sieg gegen Wehen-Wiesbaden.«

Das hatte er wohl vergessen, seinen Spielern als Maßgabe mit ins Spiel zu geben. Denn die Blau-Weißen legten vom Anpfiff weg einen ebenso lustlosen wie unkonzentriert-fahrigen Auftritt auf das trotz der monatelangen Dürre satte Grün im mit ca. 12.600 Zusehenden gefüllten Wildpark. Im Stehen schob man sich die Kugel ohne Tempo und Intensität gegenseitig zu. Nachdem sich die Gäste das einige Minuten angeschaut hatten, wurden sie forscher und spielten die lethargischen Karlsruher Defensivkräfte locker aus. Das 0:1 nach 10 Minuten durch Sebastian Mrowca war die zwangsläufige Konsequenz. Die Gäste passten sich locker den Ball zu, bis Mrowca einfach mal abzog und traf…

Als Anhänger der »ein Gegentor ist gut um aufzuwachen und richtig ins Spiel zu kommen«-Theorie erwartete man nun eine Reaktion des KSC. Die kam aber nicht. Analog ihres Übungsleiters, der mit verschränkten Armen regungslos vor seiner Trainerbank stand, spielten die Blau-Weißen einfach ihren Stiefel so weiter, als hätte es das Gegentor nie gegeben. »Na gut«, dachten sich die Gäste aus der hessischen Landeshauptstadt, und zogen in Person von Manuel Schäffler noch einmal ab. Torwart Uphoff ließ die Weltraumplastikkugel nach vorne abprallen, der sehr auffällige und agile Daniel-Kofi Kyereh nahm den Abpraller auf und vollendete zum 0:2 (28.).

Schiri Daniel Siebert machte das Spiel danach in wenigen Minuten noch torreicher. Innerhalb von zwei Minuten gab es für beide Teams je einen unberechtigten Elfmeter, Schäffler (34.) und Fink (35.) verwandelten und schraubten den Spielstand auf 1:3 hoch. Endlich gab es mal viele Tore im Wildpark!

Aber das war immer noch nicht alles in der ersten Halbzeit. Kurz vor der Pause kombinierten sich die Gäste nach Belieben durch die geistesabwesende Karlsruher Defensive, der überragende Kyereh vollendete zum 1:4-Halbzeitstand. Alois Schwartz stand immer noch mit verschränkten Armen am Spielfeldrand. Frühe Wechsel, Ersatzspieler zum Einsatz in der Halbzeit aufwärmen lassen – der gute Alois sah keinen Änderungsbedarf…

Symptomatisch: Das Team, das hungrig Minuten vor dem Schiedsrichter wieder aus der Kabine kam und es kaum erwarten konnte, los zu legen, waren die mit 4:1 führenden Gäste aus Wiesbaden. Manchmal sagen auch einfache Sachen viel über die beteiligten Mannschaften aus…

Auf der Gegengerade war mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit sogar der daueroptimistische Support-Singsang verstummt, entsprechend verlief diese in einer zum Spielstand passenden tristen Atmosphäre.

Die Gäste waren weiter das bestimmende Team und spielten sich Chance um Chance heraus. Deshalb klingelte es nach 58 Minuten ein weiteres Mal im Karlsruher Kasten – Jules Schwadorf fuhr einen Konter und vollendete ihn mit einem schönen Pass auf Kyereh, der mit seinem dritten Treffer des Tages das Ergebnis auf 1:5 hochschraubte.

Der SVW verwaltete nun nur noch das Ergebnis und der KSC kam besser ins Spiel. Mehr als ein weiterer Ehrentreffer nach einer Einzelleistung des besten Karlsruhers Marvin Pourié (80.) kam dabei aber nicht mehr herum…

Nach der Vorstellung fragt man sich, warum der SV Wehen-Wiesbaden eigentlich in der Tabelle so weit unten steht. Und der KSC so weit oben. Die Stimmungsverbesserung im Karlsruher Umfeld nach dem Zwischensprint mit den vier Siegen dürfte nach dieser unfassbaren Vorstellung dahin sein. Man darf gespannt sein, ob Alois Schwartz dieses Mal mit mehr als »Mund abputzen«-Floskeln und »Weiter so« reagiert, wenn es am kommenden Samstag zum Auswärtsspiel beim Tabellenvierten Unterhaching geht…

Fazit: Schönes Wetter und miese Stimmung. Eine Karlsruher Nicht-Leistung wurde von agilen Gästen derbe bestraft. Im siebten Heimspiel der Saison (sechsmal Dritte Liga und einmal DFB-Pokal) gab es die dritte torreiche Klatsche mit einer zeitweise willenlosen Leistung…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

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Souveräner Heimsieg: FC Español vs SV Huchenfeld 4:0 – 14.10.2018

Permalink - Posted on 2018-10-16 21:25

FC Español vs SV Huchenfeld 4:0

Es war mal wieder »Tag der Amateure«. Aus Karlsruhe und Umgebung machte aber diesmal kein Verein »offiziell« mit. Aber da wir sowieso regelmäßig sonntags auf den Sportplatz gehen, ging es hinaus zum Landesliga-Match zwischen dem FC Español und dem SV Huchenfeld. Das flotte Match blieb fast eine Halbzeit lang offen, am Ende setzte sich das Heimteam aber deutlich mit 4:0 durch…

FC Español vs SV Huchenfeld 4:0

Unter der Woche hatte der FC Español das Nachholspiel in Niefern, das vor einigen Wochen beim Stand von 6:1 für Español wg. eines Unwetters abgebrochen worden war, überraschend mit 1:2 verloren und damit den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Das waren sehr unglücklich verlorene Punkte, entsprechend war die »Primero Equipo« heiß auf einen Heim-Dreier.

»Heiß« ist ein gutes Stichwort, es hatte am Spieltag sommerliche 26 Grad und Sonnenschein, was schätzungsweise 80 Zusehende animierte, zum Landesliga-Match hinaus in die Fritschlach zu kommen.

Die sahen ein von Beginn an temporeiches und intensives Spiel. Español war das spielbestimmende Team. Die Gäste aus dem Vorort von Pforzheim verteidigten aber wacker und wagten sich ab und an auch einmal vor das Tor der »Spanier«. Durch die Español-Abwehr rund um den zweikampfstarken Kapitän Marc Sol gab es aber kein Durchkommen…

Kurz vor der Pause gab es aber ein Durchkommen durch die bis dahin aufmerksame Huchenfelder Defensive. Michael Reith verwertete einen abprallenden Ball zur letztendlich verdienten 1:0-Führung (44.).

Nach der Pause zog Español das Tempo an, ließ »Ball und Gegner laufen« und entschied das Spiel innerhalb von sieben Minuten. Mario Pavkovic (56.) und erneut Michael Reith (62.) erhöhten auf 3:0.

Schluss- und Höhepunkt des Torreigens war der sehenswerte Treffer von Jose Carlos Tijeras, der energisch durch die gegnerische Hälfte stürmte, drei Gegner ausspielte und von der Strafraumgrenze zum 4:0-Endstand abzog (63.).

Die »Primero Equipo« sprang damit auf Rang 4, auf dem sie ebenso mit 19 Punkten stehen wie die vor ihnen platzierten FC Östringen und Fortuna Kirchfeld (ein weiteres Team aus Karlsruhe). Spitzenreiter ist mit 21 Punkten der TSV Grunbach. Es ist aktuell ein spannender Spitzenkampf in der Landesliga Mittelbaden…

Fazit: Feiner Offensivfußball vom FC Español im Sonnenschein. Die »Spanier« waren das überlegene Team mit mehr Spielanteilen, aber Huchenfelds Defensive hielt 44 Minuten stand. Danach spielte Español groß auf und machte das Ergebnis deutlich…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

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Zweimal The Huddle…

Der obligatorische Eckfahnenshot…

Landesliga 18/19


Torarmes Spitzenspiel: FV Alemannia Bruchhausen vs TSV Schöllbronn 0:1 – 13.10.2018

Permalink - Posted on 2018-10-14 11:15

FV Alemannia Bruchhausen vs TSV Schöllbronn 0:1

Nach dem eher enttäuschenden A1-Spitzenspiel in der Vorwoche wagte das Blog einen neuen Anlauf in Sachen »A-Klasse-Topspiel«, diesmal in der Staffel 2. Unter die verheißungsvolle Überschrift »Kreisliga-Duell in der A-Klasse« hatte das lokale Fußballportal Pfoschdeschuss das Match der Karlsruher Kreisklasse A2 zwischen den beiden Ettlinger Stadtteilklubs FVA Bruchhausen und TSV Schöllbronn gesetzt. Und wie beim Match in der Staffel 1 neutralisierten sich die beiden Topteams fast das ganze Spiel über im Mittelfeld, so dass ein frühes Tor das Match für die Gäste entschied…

Ettlinger Gemeindereform-Derby

Die Topteams der Staffel 2 der A-Klasse sind beide in ehemals eigenständigen Dörfern beheimatet, die im Zuge der Gemeindereform 1974 Stadtteile der südlich an Karlsruhe angrenzenden Großen Kreisstadt Ettlingen wurden.

Der gastgebende Tabellenführer FV Alemannia aus (dem mit über 5.000 Einwohnern größten Stadtteil Ettlingens) Bruchhausen wurde 1919 gegründet. Im Laufe der Jahrzehnte ging es immer mal wieder hinauf in die damalige 2. Amateurklasse (die heutige Landesliga), die meiste Zeit verbrachte man im »Fahrstuhl« zwischen Bezirks-/Kreisliga und B-Klasse. Das aktuelle Jahrzehnt begann mit dem Aufstieg in die Kreisliga verheißungsvoll. Aber in den Saison 15/16 und 16/17 teilte der Fußballgott eine volle Breitseite gegen den FVA aus. Nach zwei Abstiegen hintereinander fand man sich in der B-Klasse wieder, aus der man in der letzten Saison wieder in die A-Klasse aufstieg. In diese startete das Team des aktuell verletzten Trainers Christoph Hornberger grandios. Nach sieben Siegen aus den ersten neun Spielen grüßt der FVA mit 22 Punkten und dem eindrucksvollen Torverhältnis von 29:8 als Tabellenführer.

Der Sportplatz des FVA befindet sich, eher ländlich gelegen, im südlichen Zipfel Ettlingens am Bahndamm. Nichtsdestotrotz ist er aber trotzdem mit der S-Bahn von Karlsruhe aus in wenigen Minuten zu erreichen. Nach einem kurzen Fußmarsch vom Bahnhof, vorbei an über schmale Wege fegenden fetten SUVs und in der Ferne krähenden Federvieh, erreicht man den Ground. Dieser ist, wie in fast allen solventen Kleinstädten Baden-Württembergs, eine sehr schöne Anlage. Rund um das satte Grün eines vorzüglichen gepflegten Spielfelds wurde ein zweistufiger Wall angelegt und mit Holzbänken versehen, so dass man, mit einem kühlen Hoepfner Pils in der Hand über dem Spielfeld thronend, das Geschehen auf dem Rasen hervorragend überblicken kann.

Der gegnerische TSV von 1907, aus dem am Rande des Schwarzwalds gelegenen knapp 3.000 Einwohner zählenden Schöllbronn, gehört seit dem Kreisliga-Abstieg 2012 zum Stammpersonal der Staffel 2 der A-Klasse. Die letzten Jahre endete der TSV immer in der oberen Tabellenhälfte, für einen der beiden Aufstiegsplätze reichte es bisher nicht. In der aktuellen Saison könnte sich das ändern. Die Mannschaft von Trainer Patrick Kull startete kaum weniger grandios in die Saison als die Nachbarn aus Bruchhausen. Ihr Prunkstück ist die Defensive. Ganze 4 Gegentore kassierte der noch ungeschlagene TSV in den abgelaufenen neun Partien und blieb damit Tabellenführer FVA mit einem Punkt Rückstand auf den Fersen. Saisonübergreifend waren die Schöllbronner sogar seit 11 Spielen ungeschlagen!

FV Alemannia Bruchhausen vs TSV Schöllbronn 0:1

Der FVA war seit sechzehn Heimspielen ungeschlagen, von denen sie 14 gewannen. Und dabei schossen sie satte 68 Tore. Das Topspiel war also von den Zahlen eine harte Aufgabe für die Gäste aus Schöllbronn. Für 3 Euro Eintritt war man dabei, etwa 150 Zusehende wollten sich den Knaller der beiden Topteams aus der Kreisklasse A2 nicht entgehen lassen.

Und die hatten noch gar nicht alle einen Platz auf dem Wall gefunden, da stand es auch schon 0:1. Ibrahim Aydin stürmte über den rechten Flügel nach vorne und war dabei mit Ball schneller als seine Gegenspieler ohne Kugel am Fuß. Den dabei gewonnenen Freiraum nutzte er für eine Hereingabe in den Strafraum, die der mitgelaufene Kevin Santoro zum 0:1 in der 5. Minute verwerten konnte.

Was noch keiner ahnte: Das war schon der entscheidende Treffer. Die Gäste, die bisher nur vier Gegentore hinnehmen mussten, gingen fortan keine großen offensiven Risiken mehr ein und unterbanden fast alle Bemühungen der Gastgeber. Der heimische FVA leistete sich viele Ballverluste im Spielaufbau, die dann zu gefährlichen schnellen Angriffen der Schöllbronner über die Flügel führten.

So zog sich das Match über 80 Minuten als verbissener Fight im Mittelfeld hin und man hatte nie den Eindruck, dass noch ein Tor fallen würde. Gegen Ende versuchte der FVA es mit der Brechstange und brachte etwas Hektik ins Geschehen. Wirklich in Bedrängnis brachte die stärkste Offensive der Liga den TSV aber nicht.

Ein Spiel, das eigentlich vom Verlauf her ein typisches 0:0 war, endete dank des frühen Treffers der Gäste mit 0:1 und einem entthronten Tabellenführer. Denn der auch nach dem Spitzenspiel noch ungeschlagene TSV Schöllbronn übernahm vom gastgebenden FVA Bruchhausen die Tabellenführung…

Fazit: Von den A-Klasse-Spitzenspielen lässt man besser die Finger. Offensichtlich sind diese zwar umkämpfte, aber doch eher zäh anzuschauende Matches. Das samstägliche Topspiel war zwar bis zum Ende spannend, aber bot nur wenige »aufregende« Strafraumszenen…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Ein schöner Ground…

Der obligatorische Eckfahnen-Shot…


Spitzenspiel in der A-Klasse: SG DJK/​FV Daxlanden vs FV Leopoldshafen 1:0 – 7.10.2018

Permalink - Posted on 2018-10-08 12:20

SG DJK/​FV Daxlanden vs FV Leopoldshafen 1:0

Die Wahl für den obligatorischen sonntäglichen Sportplatzbesuch fiel diesmal auf das Topspiel der Karlsruher Kreisklasse A, Staffel 1. Der Tabellendritte SG DJK/​FV Daxlanden traf auf den punktgleichen Tabellenführer FV Leopoldshafen und entthronte diesen in einem auf bescheidenem Niveau geführten Spitzenspiel durch einen knappen 1:0-Sieg…

SG DJK/​FV Daxlanden

In Daxlanden war das Blog erst vor zwei Wochen zu Besuch, als der KFV gegen die zweite Mannschaft der SG Daxlanden antraten musste. Ebd. gab es auch einiges zur Geschichte des Fusionsteams aus Daxlanden und den traditionsreichen Ground August-Klingler-Stadion zu lesen.

Die letzte Saison war für die erste Mannschaft der SG die Premiere als »Fusionsteam« aus DJK und FV in der A-Klasse, die das Team von Spielertrainer Davis Birkenfelder als 11. beendete. In der aktuellen Saison 18/19 gewann die SG in den bisherigen acht Spielen sechsmal und liefert sich mit dem FV Grünwinkel und dem sonntäglichen Gegner FV Leopoldshafen ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze. Vor dem Spiel standen alle drei mit 19 Zählern punktgleich an der Tabellenspitze. Mit nur 6 Gegentreffern stellen die »Schlaucher« die beste Abwehr der Liga.

FV Leopoldshafen

Die erste Mannschaft des 1936 gegründeten FV aus dem nordwestlich vor den Toren Karlsruhes gelegenen Fusionsgemeinde Eggenstein-Leopoldshafen spielt seit Jahren in der Kreisklasse A oben mit. In den letzten vier Saisons waren sie zweimal Dritter und zweimal Vierter, für einen der Aufstiegsplätze reichte es aber bisher nicht. In der aktuellen Spielzeit sind die »Schröcker« (Leopoldshafen hieß bis 1833 »Schröck«) aber, siehe oben, ganz vorne mit dabei. Dazu ist das Team von Trainer Daniel Nischke die »Torfabrik« der A1: Satte 39 Treffer hatte der FV in den ersten acht Spielen erzielt!

SG DJK/​FV Daxlanden vs FV Leopoldshafen 1:0

Schätzungsweise 100 bis 120 Zusehende fanden sich bei allerbestem Spätsommerwetter zum Topspiel im August-Klingler-Stadion ein. Aber wie das immer so ist mit Spitzenspielen: Oft halten sie nicht, was sie vorher versprechen. Das Duell »beste Abwehr vs bester Angriff« spielte sich vor allem im Mittelfeld ab, in dem sich beide Teams ordentlich beharkten. Zarte Versuche von Kombinationen wurden von den aufmerksamen Abwehrreihen allesamt unterbunden und die wenigen Abschlüsse waren kein Problem für die beiden Torhüter.

Damit war das Match zwar vom Ergebnis her spannend, aber zäh anzuschauen und es »roch« stark nach einem 0:0. Bis zur 67. Minute, denn in dieser arbeitete sich der wuchtige Daxlandener Toptorjäger Daniel Weinkötz mit einer energischen Einzelleistung durch die Abwehrreihe der Gäste in den Strafraum und vollendete zum Tor des Tages. Die alte Spitzenspiel-Weisheit »wer das erste Tor schießt gewinnt« hatte sich wieder einmal bewahrheitet…

Da das dritte vor dem Spieltag punktgleiche Spitzenteam FV Grünwinkel gegen das »Kellerkind« VfB 05 Knielingen II nur 2:2 spielte, waren das »Big Points« für die SG Daxlanden. Die »Schlaucher« stehen nun mit zwei Punkten Vorsprung vor Grünwinkel souverän an der Tabellenspitze.

Fazit: Guter Besuch und gutes Wetter beim Spitzenspiel der A1, das dann auf dem Rasen zu einer zähen Angelegenheit wurde.

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Blauer Himmel über Daxlanden…

Ca. 100 bis 120 aufmerksame Zusehende…

Guter Besuch für ein torarmes Spitzenspiel…


Europapokal bei den »Bösen«: FC Salzburg vs Celtic FC 3:1 – 4.10.2018

Permalink - Posted on 2018-10-07 19:35

Red Bull Salzburg vs Celtic FC 3:1

Schon lange kein Celtic mehr im Stadion gesehen! Da traf es sich gut, dass der UEFA-Gott der Europa-League-Gruppenphasenauslosungen dem Celtic FC eine Gruppe mit den Red-Bull-Geschwistern Salzburg und Leipzig bescherte. Von Karlsruhe aus auch nicht gerade in der Nachbarschaft gelegen, aber immerhin nicht so weit weg wie Glasgow.

Also ging es hinaus in den »Hort des Bösen« für Fußballtraditionalisten, die Red Bull Arena vor den Toren Salzburgs. Der in der UEL als »FC Salzburg« auftretende Klub setzte sich gegen die 55 Minuten lang führenden Bhoys in einem extrem einseitigen Spiel am Ende noch deutlich mit 3:1 durch…

Salzburg

Salzburg ist eine pittoreske 150.000-Einwohner-Stadt kurz hinter der deutschen Grenze. Das weltberühmte historische Zentrum ist eine Art »bewohntes Freilichtmuseum« und wurde 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Außerdem ist Salzburg der Geburtsort des großen Wolfgang Amadé Mozart, was dem aufmerksam Betrachtenden nicht entgehen kann, wenn man durch die hübsche Altstadt schlendert. Denn man wird an fast jeder Ecke an den berühmtesten Sohn der Stadt (der der Überlieferung nach seine Heimatstadt eigentlich gar nicht so toll fand…) erinnert…

Der Spieltag war ein sonniger Herbsttag, und ganz Salzburg war mit Grün-Weiß durchsetzt. Überall saßen Leute in Celtic-Farben und erfrischten sich mit einem kühlen Stiegl Pils. Da Celtic-Fans nicht nur in Schottland daheim sind, hörte man schottische, französische, spanische und deutsche Sprachfetzen. Das Ganze spielte sich in einer friedlichen Atmosphäre ab. Es standen zwar diverse Polizeiwagen in der Stadt, deren Besatzungen standen und saßen aber nur herum und genossen den herbstlichen Sonnenschein. So muss das sein!

FC Red Bull Salzburg und die Arena

Gastgeber war der FC Red Bull Salzburg, neben dem Filialbetrieb in Leipzig das »Mordor« der Fußball-Traditionalisten. Der namensgebende Getränkekonzern hat seine Zentrale im etwa 30 km von Salzburg entfernten Fuschl am See und übernahm 2005 den finanziell maroden örtlichen Fußballklub SV Austria Salzburg. Mit der Übernahme wurde der Name zu FC Red Bull Salzburg geändert, was in Österreich üblich ist (deshalb sind dort in der Bundesliga Weltklasse-Vereinsnamen wie »RZ Pellets WA«, »Cashpoint SCR Altach« oder »FC Flyeralarm Admira« zu finden…). Schon vorher war der SV Austria jahrelang als »SV Wüstenrot«, »SV Casino« oder »SV Gerngroß« (nach einem Kaufhauskonzern) unterwegs. Neu war, dass Red Bull auch Logo und Vereinsfarben an die eigene Firmenidentität anpasste und deshalb zum Hassobjekt örtlicher und sonstiger Fußballtraditionalisten wurde.

Entsprechend wird das Fußballgeschehen in Salzburg seit Jahren von traditionsideologischen Fußballpublikationen mit Wunschdenken oder Häme begleitet. Frustrierte Austria-Fans gründeten nach dem RB-Einstieg den so genannten »Fanverein« Austria Salzburg, der in der traditionsnahen Fußballpublizistik als Gegenmodell zu RB Salzburg auf das Allerschönste glorifiziert wurde, aber nach der Saison 15/16 mit 1,4 Mio Schulden schon wieder insolvent war. QED…

Seine Heimspiele trägt Salzburg in dem sich westlich an Salzburg anschließenden Vorort Wals-Siezenheim aus. Noch als SV Austria wurde 2003 das 1971 errichtete »Lehener Stadion« aufgegeben und in den Neubau »Stadion Wals-Siezenheim« umgezogen. Dieser wurde für die EM 2008 ausgebaut, bei Europapokalspielen finden 29.520 Zusehende Platz. Da Red Bull die für die Stadionvermarktung gegründete Gesellschaft aufkaufte, gaben sie sich selbst die Namensrechte und das Stadion heißt nun offiziell »Red Bull Arena«.

Zur Anreise empfiehlt sich die S-Bahn vom Hauptbahnhof (oder von »Mülln-Altstadt«) aus bis zur Haltestelle »Taxham-Europapark«. Die Fahrt dauert nur 5 Minuten, nach einem etwa 1 km langen Fußweg hat man die Arena erreicht.

Weil in der Nachbarschaft das Schloss Kleßheim steht, sollte das Stadion architektonisch »unauffällig« gehalten werden. Deshalb ist es in den Boden hinein gegraben und wurde von außen als harmonisch in die Umgebung eingefügter »Holzwall« angelegt. Der zur EM 2008 ursprünglich als Provisorium draufgebaute Oberrang, der eigentlich nach dem Turnier wieder zurückgebaut werden sollte, aber auf Druck von Red Bull eine Dauerlösung wurde, ruiniert die Optik des Stadiums aber ziemlich und sieht irgendwie »angeflanscht« aus…

Der Eintrittspreis für das Europa-League-Gruppenspiel war mit 30 Euro für einen Südtribünen-Sitzplatz im akzeptablen Rahmen. Die Salzburger hatten die gesamte Südtribüne zum »neutralen« Bereich erklärt, so dass sich dort Rot-Weiß und Grün-Weiß fröhlich mischten. Und es gab erstaunlicherweise sogar »richtiges« Bier im Stadion bei einem UEFA-Spiel, ein Salzburger Stiegl Pils für 4 Euro…

Von der befürchteten »Kommerz-Atmosphäre« war nicht viel zu entdecken. Im Grunde ging es dort zu wie in jedem anderen Stadion auch. Der Stadionsprecher hyperventilierte ab und an ein wenig, aber das machen sie bei »Traditionsvereinen« auch. Ein großes Rumgemache mit Sponsorenkram gab es auch nicht. Was aber daran liegen mag, dass das bei Spielen unter Ägide der UEFA nicht erlaubt ist.

Celtics schwieriger Saisonstart

Aber natürlich fuhren wir dahin, um mal wieder unsere schottischen Lieblinge zu sehen. Diese haben, nach dem Double Treble in den beiden vergangegen Spielzeiten, derzeit eine kleine »Krise« zu erleiden (das wird demnächst noch in einem ausführlicheren Schottland-Artikel ausgeführt). Die Bhoys scheiterten in der CL-Quali an AEK Athen, in der Liga haben sie in sieben Spielen schon zweimal verloren. Dazu kam in vielen Spielen eine langatmige und uninspirierte Spielweise und mitunter haarsträubende defensive Schwächen. Nichtsdestotrotz konnte Celtic das Auftaktmatch gegen den dritten Gruppengegner Rosenborg BK mit 1:0 gewinnen.

Red Bull Salzburg vs Celtic FC 3:1

Da auch Salzburg das erste Gruppenspiel gegen das »Bruderteam« aus Leipzig auswärts 3:2 gewonnen hatte, standen sich also die beiden Sieger des ersten Spieltags gegenüber. Der FC Salzburg gilt aber als (gar nicht so geheimer) Favorit auf den Gruppensieg. In der letzten EL-Saison war das Team des ehemaligen Bundesligaspielers Marco Rose bis ins Halbfinale der EL marschiert und erst an Olympique Marseille gescheitert. Dazu waren die Salzburger seit 13 Heimspielen in der Europa League ungeschlagen. Celtic musste also schon einen sehr guten Tag erwischen, um dort etwas mitzunehmen…

Aber jedes Spiel startet bekanntlich mit dem Spielstand von 0:0. Nachdem die Sonne untergegangen war und vom FC Salzburg extra aufgefahrene »Pipes and Drums« (eine typisch schottische Musikgruppe mit Dudelsäcken und Trommeln) die inoffizielle schottische Hymne »Flower of Scotland« intoniert hatten, zeigte sich Celtic davon vor den 24.000 Zusehenden höchst inspiriert. Denn es dauerte nur anderthalb Minuten bis Linksaußen Callum McGregor einen langen Ball auf Mittelstürmer »French Eddy« Odsonne Édouard schlug. Der nahm die Kugel an, ließ Salzburgs Verteidiger Ramalho ziemlich alt aussehen und brachte Celtic nach genau 1:36 Min. Spielzeit in Führung! Damit hatte niemand gerechnet, entsprechend ausufernd war der Jubel auf der von vielen Fans in Grün-Weiß besetzten Südtribüne.

Es folgte ein Spiel auf ein Tor, und zwar das von Celtic. Salzburg drückte und nistete sich vor dem Tor von Craig Gordon ein. Celtics Abwehr hatte ordentlich zu tun, befreiende Angriffe in Salzburgs Hälfte blieben aus und es dämmerten allen in Grün-Weiß, dass 88,5 Minuten eine verdammt lange Zeit sein können, wenn man diese im eigenen Strafraum verbringen muss…

Immerhin, bis zur Halbzeit war die Abwehrschlacht erfolgreich. Salzburg spielte sich zwar um den Strafraum fest, gute Abschlüsse blieben aber Mangelware und wenn es sie gab, wurden sie kläglich vergeben. Die Südtribüne feierte und sang ob der unerwarteten Auswärtsführung und das Stadion war »stimmungsmäßig« fest in grün-weißer Hand…

Mit 0:1 ging es in die Pause, und weil der Spielstand aus Celtic-Sicht so schön war, halten wir ihn hier für die Ewigkeit fest…

It was fun while it lasted: Ein frühes Führungstor und eine fast 55 Minuten erfolgreiche Abwehrschlacht brachte Celtic die 1:0-Pausenführung…

Aber wie das so ist mit den schönen Dingen im Leben: Sie sind oft nicht von Dauer. Auf der Insel hat man dafür den schönen Spruch »it was fun while it lasted«…

Nach der Pause ging es so weiter wie vor selbiger: Mit energisch vorgetragenem Salzburger Dauerdruck. Weitere 10 Minuten konnte Celtic standhalten, in der 55. Minute war der Traum vom Auswärtssieg beendet. Ein hoher Ball kam im Strafraum zu Hannes Wolf, der von Rechtsverteidiger Mikael Lustig nur halbherzig angegriffen wurde und in die Mitte zu Munas Dabbur passen konnte. Der hatte aus zwei Meter Entfernung keine Mühe, zum 1:1-Ausgleich zu vollenden.

Davon wurde der FC Salzburg erst recht angestachelt. Marco Rose hat ein Ensemble feiner Fußballer zusammen gestellt, die mit dem Ball umgehen können und davon nun reichlich Gebrauch machten. Die Celtic-Defensive verlor im schnellen Salzburger Passspiel zunehmend den Überblick, das 2:0 nur sechs Minuten später durch den agilen Takumi Minamino war die logische Konsequenz. Diesmal sah Innenverteidiger Jack Hendry nicht gut aus…

Pech kam dann auch noch dazu. In der 73. Minute sah James Forrest wg.Notbremse gegen Munas Dabbur die Rote Karte, er war aber eigentlich vorher von Dabbur gefoult worden. Den dazugehörigen Elfmeter verwandelte der Gefoulte zum 3:1-Endstand.

In Unterzahl war das Spiel naürlich sowieso gelaufen und die Bhoys traten ohne Punkte den Heimweg an. Letztendlich hatte sowieso kaum jemand mit einem Sieg in Salzburg gerechnet, die frühe Führung und die 45 Minuten erfolgreiche Abwehrschlacht hatten dann aber doch Hoffnungen geweckt. Umso größer die Enttäuschung im grün-weißen Lager…

Am 25.10. geht es in der EL weiter, Celtic muss dann auswärts bei den »Red-Bull-Brüdern« aus Leipzig antreten und im Grunde schon um den Einzug in die K.O.-Runde spielen…

Fazit: Das Spiel war nach dem kurzen Glücksmoment zu Beginn extrem einseitig, auch wenn sich Celtic 55 Minuten lang wehren konnte. Danach nahm es den erwarteten Verlauf. Das »Drumherum« in der »Zentrale des Bösen im Fußball« war den Unkenrufen zum Trotz angenehm. Und trotz der Niederlage war es eine Freude, die Bhoys endlich mal wieder »leibhaftig« auf dem Rasen zu sehen…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Rote Bullen…

Anpfiff in der Abenddämmerung…


Torreiches Neu-Stadtteil-Derby: Karlsruher FV vs SG Rüppurr Alemannia-DJK-FG II 2:5 – 30.9.2018

Permalink - Posted on 2018-10-01 16:40

Karlsruher FV vs SG Rüppurr Alemannia-DJK-FG II 2:5

Seit einst in der englischen Grafschaft Derbyshire die Bewohner der Oberstadt gegen die der Unterstadt kickten, gelten »Derbys« gegen den Nachbarn als »besondere« Spiele. Ein solches Lokalderby bestritt der ruhmreiche Karlsruher FV erstmals im Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des neuen Fusionsvereins SG Rüppurr Alemannia-DJK-FG. Nach ordentlichen 70 Minuten, in denen man das Spiel mit 2:2 lange offen hielt, zog der KFV am Ende aber mit 2:5 deutlich den Kürzeren…

Das neue Rüppurr-Derby

Der KFV, eigentlich historisch der Verein aus der Karlsruher Weststadt/Nordweststadt, spielt vorerst in Karlsruhes südlichem Stadtteil Rüppurr, auf dem ehemaligen Platz des DJK Grün-Weiß. Letztere gingen nach der letzten Saison (beim Abschiedsspiel waren wir dabei) im neuen Rüppurrer Fusionsverein mit dem etwas sperrigen Namen »SG Rüppurr Alemannia-DJK-FG« auf. Deren zweite Mannschaft trat beim Karlsruher FV an. Damit erlebten wir ein Rüppurrer Derby zwischen einem alten Klub, der neu in Rüppurr ist, und einem neuen Klub, der zu »einem Drittel« auf seinem alten Ground auswärts spielte. Die durchaus komplizierten Verhältnisse im Karlsruher Fußball-Süden kreieren neue Stadtteil-Derbys…

Karlsruher FV vs SG Rüppurr Alemannia-DJK-FG II 2:5

Etwa 40 bis 50 Zusehende fanden sich bei bestem sonnigen badischen Herbstwetter zur Erstauflage des »neuen« Rüppurrer Derbys ein. Da sich die beiden Kontrahenten vor dem Spiel tabellarisch ungefähr auf Augenhöhe in der Kreisklasse B2 befanden, waren die Zusehenden optimistisch, im siebten Spiel endlich den zweiten Saison-Dreier des KFV sehen zu können…

Und es ging vielversprechend los. Die Fans hatten nach dem Anpfiff die Augen noch gar nicht richtig auf das satt im herbstlichen Sonnenschein leuchtende Grün gerichtet, da stand es zur allgemeinen Überraschung auch schon 1:0 für die rot-schwarzen Hausherren. KFV-Toptorschütze Mario Herrmann nutzte mit seinem fünften Saisontreffer aus, dass die Defensive der Rüppurrer Gäste nach dem Anpfiff noch ein wenig unsortiert auf der Wiese stand…

Aber bevor sich alle zu sehr freuen konnten, stand es auch schon 1:1. Drei Minuten später lief Rüppurrs Luis Masuch ziemlich unbehelligt in den KFV-Strafraum und passte hinüber zum mitgelaufenen Robin Speck, der zum Ausgleich vollendete.

Und wieder vier Minuten später war das Spiel gedreht! Eine Ecke von Antonio Molino verwandelte Luis Masuch zur 1:2-Gästeführung. Was für eine Anfangsphase! Beim KFV darf man nicht zu spät kommen. Acht Minuten lief das Spiel, drei Tore gab es zu sehen und das Spiel wurde einmal komplett gedreht…

Danach mühten sich die Gäste, etwas organisierter zu stehen und die Führung zunächst zu verwalten. Der KFV hatte ein leichtes Übergewicht im Ballbesitz, Abschlüsse im Rüppurrer Strafraum waren aber Mangelware. Das Match plätscherte ohne große Höhepunkte etwas zäh in Richtung Halbzeit, als KFV-Trainer Dirk Hauri, der sich nach 25 Minuten selbst eingewechselt hatte, am eigenen Strafraum einen Freistoß lang über das Spielfeld schlug. Mario Herrmann schnappte sich den endlos über die Wiese segelnden Ball und glich mit Saisontreffer Nummer 6 das Spiel zum 2:2 aus (39. Minute). Das kam aus dem sprichwörtlichen Nichts, eigentlich hatten die Gäste alles im Griff…

Nach dem Pausenbier gab es ein zähes Ringen im Mittelfeld zu sehen, beide Abwehrreihen hielten 15 Minuten lang die Gegner vom Strafraum fern.

Aber dann verlor der KFV schlagartig komplett die Linie! Die Rot-Schwarzen tändelten ziellos mit der Kugel am eigenen Strafraum herum, die Rüppurrer spritzten dazwischen und Moritz Wagner eierte den Ball am etwas verdutzt dastehenden KFV-Schlussmann Kidwell vorbei zur erneuten Gästeführung ins Netz (69.).

Die Karlsruher verloren nun fast jeden Ball, aus einem weiteren teuren Ballverlust entstand nur drei Minuten später ein Konter der SG, den Robin Speck mit seinem zweiten Tagestreffer zum 2:4 vollendete. Der KFV hatte das Spiel innerhalb von drei Minuten verloren!

Damit war das Match gelaufen. Das 2:5 in der 81. Minute, von Antonio Molino über den weit vor dem Kasten stehenden Kidwell hinweg gelupft, war dann nur noch für die Statistik…

Man muss also vorerst weiter auf den zweiten Dreier des KFV in der Kreisklasse B2 warten. Damit das nicht zu lange dauert, sollte die Rot-Schwarzen aber in den nächsten Spielen dringend über 90 Minuten konzentriert bleiben und zielstrebiger Richtung gegnerisches Tor werden…

Fazit: Nach einem wilden Auftakt bot das Match viel Leerlauf im Mittelfeld, um dann nach 70 Minuten mit einer weiteren kurzen wilden Phase ein durchaus überraschendes Ende zu nehmen. Der Rest des Spiels war dann nur noch ein Herunterspielen der Uhr…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Das Spielgerät!

Wohin?

Der KFV in der Saison 18/19


Glücklich an die Tabellenspitze: KSC vs FC Energie Cottbus 2:0 – 29.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-30 12:00

KSC vs FC Energie Cottbus 2:0

Englische Woche in der Dritten Liga, also gab es schon wieder ein Heimspiel im Wildpark! In einem erstaunlichen Spiel schlug der KSC die Gäste von Energie Cottbus mit 2:0 und kletterte über Nacht an die Spitze der Tabelle…

KSC vs FC Energie Cottbus 2:0

Es scheint so, als wäre das Desaster gegen Lotte und die danach auf Trainer Schwartz und seine Spieler einprasselnde herbe Kritik genau der richtige Muntermacher zur richtigen Zeit gewesen. Seitdem läuft es bei den Blau-Weißen. Aus drei Spielen wurden drei Siege geholt und dabei mehr Tore geschossen als in den ersten sechs Spielen zusammen. Und auch abseits der reinen Ergebnisse ist das Team kaum wiederzuerkennen. Das defensive Gemauer mit nach vorne gepöhlten langen Bällen und Standfußball ist verschwunden. Erstmals erleben wir unter der Regentschaft von Alois Schwartz eine Phase, in der sich bemüht wird, mit Tempo und Bewegung ein vernünftiges Angriffsspiel aufzuziehen. Und schon kann man KSC-Spiele wieder angucken. Geht doch, muss man denn erst eine Klatsche von Lotte bekommen?

Unter der potenziellen Zuschauerschaft der Fächerstadt hat sich die neue blau-weiße Pracht aber noch nicht herumgesprochen, nur ca. 10.800 Zusehende fanden sich bei allerbestem sonnigen Herbstwetter im Wildpark ein. Darunter ein paar Hundert im Gästeblock, die aber das ganze Spiel über nicht zu hören waren, sondern einfach nur so rumstanden. Warum weiß man nicht, aber bei »Fanszenen« ist bekanntlich immer irgendetwas. Und es wird ja niemand gezwungen…

Bemerkbar machten sich aber vom Anpfiff weg die Gäste auf dem Rasen. Erfreulicherweise trat das Team von Pele Wollitz nicht mit einer bei den Gegnern im Wildpark üblichen überängstlichen Mittelfeldabriegeltaktik auf, sondern suchte das Heil in der Offensive. Ein schläfriger Start des KSC kam ihnen dabei entgegen.

Entsprechend gab es schon nach wenigen Minuten Großchancen für Cottbus. Die größte war nach sieben Minuten ein unfassbares Durcheinander im Karlsruher Strafraum, bei dem es der FC Energie fertig brachte, dreimal hintereinander aus nächster Nähe den Ball nicht im Tor unterzubringen. Abschluss und Höhepunkt dieser Aktion war ein Schuss von Fabian Graudenz, den dieser aus einem Meter Entfernung über das Tor semmelte. Wer das noch nicht gesehen hat: Unbedingt anschauen!

Cottbus blieb die ersten 30 Minuten am Drücker und der KSC offenbarte ungewohnte Defensivschwächen. Die Führung der Gäste erschien nur noch eine Frage der Zeit…

Stattdessen schlug aber der KSC zu! Stiefler pöhlte einen langen Ball auf den durchstartenden Pourié, der setzte sich gegen einen mitlaufenden Gegenspieler und den überflüssigerweise rauslaufenden Cottbusser Torhüter Spahic durch und vollendete zur 1:0-Führung (26. Minute). Selten wurde ein Spielverlauf so auf den Kopf gestellt…

Die Cottbusser waren geschockt, von nun an war der KSC besser im Spiel und spielte die Führung locker in die Pause. Auch nach Wiederanpfiff blieben die Blau-Weißen die Chefs im Ring. Das 2:0 durch Toni Fink in der 56. Minuten war die logische Konsequenz. Keeper Spahic wehrte einen Fink-Schuss zur Seite ab, wo der aufmerksame Choi die Kunstlederkugel ergatterte und zurück zu Fink spielte. Der schlug im zweiten Versuch zu!

Danach wurde das Match wieder offener und der FC Energie erspielte sich wieder Chancen, so dass das Spiel bis zum Schluss durchaus unterhaltsam blieb. Das Abschlusspech blieb ihnen aber treu und man gewann den Eindruck, dass die Lausitzer noch Stunden hätten spielen können, ohne das Tor zu treffen…

Damit fuhr der KSC den vierten Sieg im vierten Spiel nach dem »Lotte-Schock« und grüßte, zumindest bis zu den Sonntagsspielen, von der Tabellenspitze.

Fazit: Ein unterhaltsames Match mit ungewöhnlichem Spielverlauf fand mit dem KSC einen etwas glücklichen Sieger. Endlich kann man wieder KSC-Spiele anschauen ohne sich zu langweilen!

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Endstand: 2:0


Stürmische Partie: SG DJK/​FV Daxlanden II vs Karlsruher FV 3:1 – 23.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-24 21:50

SG DJK/​FV Daxlanden II vs Karlsruher FV 3:1

Der obligatorische sonntägliche Sportplatzbesuch führte in dem am Rhein gelegenen Karlsruher Stadtteil Daxlanden. Bei der zweiten Mannschaft der SG DJK/FV Daxlanden endete das dritte Auswärtsspiel des Karlsruher FV in der Karlsruher Kreisklasse B2 mit einer 1:3-Niederlage…

SG DJK/​FV Daxlanden

Daxlanden ist ein wahrscheinlich mehr als 750 Jahre altes ehemaliges Fischerdorf, das seit 1910 ein Teil Karlsruhes ist. Auch der Ground des hier im Blog schon öfter thematisierten FC Español liegt in diesem südwestlichen Stadtteil. Die Einwohner Daxlandens werden übrigens aus unbekannten Gründen »Schlaucher« genannt…

Die Sportgemeinschaft DJK/FV Daxlanden 1912 ist einer der in Karlsruhe so »populären« Fusionsvereine. Die Stadtteilrivalen DJK Daxlanden und FV Daxlanden hatten bereits im Jahr 2000 eine Spielgemeinschaft für die Jugendmannschaften gegründet, da sich nicht mehr genug fußballwillige Kinder fanden. 2016 folgte der Rest des 1912 gegründeten FV Daxlanden, womit der tradtionsreiche Verein nach 104 Jahren seine Selbstständigkeit verlor.

Gegen den Karlsruher FV hatte der FV Daxlanden schon Mitte der 1920er-Jahre in der Kreisliga gespielt, die damals die zweithöchste Spielklasse war. Seine beste Zeit hatte der FV Daxlanden aber in Nazi-Deutschland. 1942 stiegen die »Schlaucher« in die Gauliga Baden auf und waren damit erstklassig. Nach dem Krieg spielte der FVD noch bis Mitte der 60er-Jahre in der höchsten Amateurklasse, nach dem Abstieg aus der zweiten Amateurklasse Ende der 70er ging es hinunter in die Amateurligen auf Bezirks- und Kreisniveau.

Zur Gauliga-Zeit hatte der FV Daxlanden mit August Klingler einen fünffachen deutschen Nationalspieler in ihren Reihen. Nach ihm ist der 1958 eingeweihte alte Ground des FV Daxlanden benannt, das August-Klingler-Stadion. Das ist ein wirklich hübsches kleines Stadion, dass einmal Platz für stolze 10.000 Stehplätze bot. Mittlerweile sind die Ränge auf der Gegengerade ein bisschen zugewachsen, die relativ große Steintribüne auf der Vereinsheim-Seite ist aber für einen Kreisklasse-Klub sehr luxoriös.

Im Zuge der Fusion zur SG DJK/FV sind die Tage dieses schönen Grounds aber gezählt. Der Trend in Karlsruhe, die Sportvereine an den Stadtrand zu drängen und ihre alteingesessenen Sportplätze zu Bauland zu machen, schlägt auch hier wieder zu (heute erschien dazu ein Artikel bei ka-news). Das August-Klingler-Stadion wird aufgegeben und der Fusionsverein zieht auf einen neu zu bauenden Platz in der Fritschlach um, in unmittelbarer Nachbarschaft zum FC Español, wo der andere Teil des Fusionsklubs, die DJK Daxlanden, schon länger ihre Residenz hat. Schade um diesen hübschen Ground…

SG DJK/​FV Daxlanden II vs Karlsruher FV 3:1

Noch wird dort aber gespielt! Knapp 90 Jahre nach ihren ersten Duellen in der alten Kreisliga Karlsruhe spielen die beiden Traditionsklub wieder in einer Spielklasse. Auch wenn es bei der SG DJK/FV nur die zweite Mannschaft ist.

Das Spiel fand schon um 13:00 statt, da zur Sonntags-Standardzeit 15:00 Uhr die erste Mannschaft der Schlaucher spielte. Was sich im Nachhinein als glückliche Fügung herausstellte, denn das über Deutschland einfallende Sturmtief »Fabienne« hatte um diese Zeit nur einige Vorboten mit gelegentlichen heftigen Böen am Start. Der große Sturm mit ergiebigen Regenfällen fand erst weit nach Schlusspfiff statt…

Da es sich um ein Duell zweier Teams aus dem Mittelfeld der Tabelle der Kreisklasse B2 handelte, machte man sich beim Karlsruher FV Hoffnungen, im dritten Anlauf den ersten Auswärtssieg einzufahren.

Das Match war in der Tat vom Anpfiff weg ausgeglichen, mit leichten Feldvorteilen für den KFV. Es fehlte nur die Abschlüsse.

Dummerweise brachte sich der KFV nach einer guten halben Stunde selbst in Rückstand. Torwart David Kidwell schlug einen Ball unnötigerweise ins Seitenaus, was KFV-Trainer Dirk Hauri zu einem wütenden Ausbruch auf der Trainerbank veranlasste. Er ahnte wohl schon, was da kommen würde. Denn der anschließende Einwurf der Daxlandener landete über Giuseppe Masi bei Florian Rutz, der ziemlich ungestört in den KFV-Strafraum lief und dort trocken abzog – 1:0 für die SG DJK/FV (29.)…

Die Rot-Schwarzen drängten in der Folgezeit auf den Ausgleich und wurden kurz vor der Pause belohnt. Mario Herrmann hämmerte einen Freistoß aus etwa 20 Metern direkt ins Tor (43.). Damit konnte das Spiel in der zweiten Halbzeit neu beginnen…

Das tat es dann auch in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit, wie zu Beginn der ersten Hälfte hatte der KFV wieder leichte Feldvorteile, schaffte es aber nicht, diese in Tore umzuwandeln.

Die machten die Gastgeber. In der 61. Minute lief der auffälligste Akteur der »Schlaucher«, Sebastian Rayher, ohne große Eile unbedrängt in den Strafraum und überraschte KFV-Keeper Kidwell mit einem nicht allzu festen Schuss zur 2:1-Führung.

Und nur drei Minuten später war das Spiel entschieden. Brian Oppong Mensah lief energisch in den Strafraum und drosch die Plastikkugel vom Elfmeterpunkt aus in den Kasten – 3:1!

Von diesem Doppelschlag erholten sich Dirk Hauris Männer nicht mehr, in den letzten 30 Minuten schleppte sich das Match mit zahllosen Unterbrechungen und Behandlungspausen zum Schlusspfiff. Ein Spielfluss wollte nicht mehr aufkommen.

So war es also nichts mit dem ersten Auswärtssieg für den KFV, am kommenden Sonntag kann man gegen die neue Rüppurrer Spielgemeinschaft aber den zweiten Heimsieg einfahren. Die Daxlandener machten mit diesem Heimdreier einen kleinen Sprung in der Tabelle und stehen nun mit 10 Punkten auf Rang 7.

Fazit: Ein in der ersten Halbzeit spannendes Kreisklassen-Duell auf einem schönen Ground, das aber nach dem Daxlandener Doppelschlag in der 61. und 64. Minute vorbei war und sich die letzte halbe Stunde von ständigen Unterbrechungen geprägt zum Schlusspfiff schleppte.

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Ein idyllischer Ground mit Verfallsdatum…

Der Blick von der Eckfahne…

Der KFV in der Saison 18/19


Gelungener Fußball-Sozialisationseinstieg für i-Dötzchen: KSC vs KFC Uerdingen 2:0 – 22.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-24 14:15

KSC vs KFC Uerdingen 2:0

Überraschung im Wildpark: Der bislang souverän auftretende Drittliga-Aufsteiger und -Tabellenführer KFC Uerdingen verlor gegen den in dieser Saison bislang alles andere als überzeugend aufgetretenen KSC sang- und klanglos mit 0:2…

»In Karlsruhe schreien die Leute immer gleich.«

Der KSC bot in den letzten Monaten wahrlich keine Sabine-Wittweresken »Fußballfeste im Stadion« an. Das 3:0 gegen Preußen Münster am 31.3. war, abgesehen vom Landespokalspiel gegen Waldhof, vor dem Uerdingen-Match der letzte Heimsieg gewesen, so dass die zunehmend weniger Zusehenden im Wildpark seit fast einem halben Jahr auf einen Heimsieg warteten. Dazwischen lagen die taktisch abgeschenkte Relegation, das peinliche 0:6 im DFB-Pokal gegen Hannover 96 und als »Krönung« das 1:3-Debakel gegen die Sportfreunde Lotte aka »der größte Sauhaufen im deutschen Fußball«. Dass man damit nicht zufrieden sein kann, liegt auf der Hand. KSC-Trainer Alois Schwartz sieht das aber gänzlich anders und beschwerte sich über die nach dem Lotte-Spiel auf das Team einprasselnde Kritik in einem Zeitungsinterview:

»In Karlsruhe schreien die Leute immer gleich.«

Damit die Leute nicht weiter schreien, hatte der KSC immerhin auswärts in Osnabrück mit typischem Schwartzschen Mauerfußball und einem gelungenen Freistoß einen Auswärtsdreier eingefahren und damit die Lage tabellarisch erst einmal wieder beruhigt…

KSC vs KFC Uerdingen 2:0

Die wenig berauschende Heimauftritte zeigen Wirkung: Die Besucherzahlen packen so gerade noch die Fünfstelligkeit. Aktuell hat der KSC den niedrigsten Zuschauerschnitt seit der Saison 2000/01, als der ruhmreiche Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix erstmals drittklassig war…

Zur Auffüllung der leeren Ränge werden Tickets in Aktionen unter Preis vertickt oder verschenkt. Zum Spiel gegen Uerdingen wurden Freikarten an alle Karlsruher Erstklässlerinnen und Erstklässler vergeben, so dass im Wildpark marodierende Horden von i-Dötzchen (wie man Schulanfänger im Westen nennt) unterwegs waren. Eine gute Sache, schließlich sollen die lieben Kleinen ja nicht nur mit Neymar-, Cristiano- und Messi-Trikots rumlaufen. Man musste nur hoffen, dass der KSC ihnen nicht beim ersten Stadionbesuch die Freude am örtlichen Fußball ruiniert…

Apropos Westen, mit dem KFC Uerdingen war endlich mal wieder Besuch aus der heimatlichen Region im Wildpark zu sehen. Wir waren bekanntlich beim denkwürdigen Spiel in Mannheim dabei, in dem der Aufstieg in die Dritte Liga klar gemacht wurde. Und als gut finanzierter Liga-Neuling ist der KFC aus der 1975 zu Krefeld eingemeindeten Stadt am Rhein gut in die Drittliga-Saison gestartet und kam als amtierender Tabellenführer in den Wildpark. Außerdem gab es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen KSC-Torhüter René Vollath…

Während Alois Schwartz seine wie üblich nur leicht variierte Standardaufstellung auf den Rasen schickte, überraschte der Blick auf die Aufstellung des KFC. Kein Beister, kein Musculus, kein Dörfler – stattdessen schickte KFC-Trainer Krämer Außenbahnspieler Stefan Aigner als einzigen nominellen Stürmer auf den Rasen. Wie so oft fragte man sich mit Blick auf die Aufstellung des Gegners: Wovor haben die Gegner im Wildpark eigentlich Angst?

Ca. 10.800 Zusehende waren bei mildem Spätsommerwetter im Wildpark erschienen, darunter auch ca. 400 Fans des KFC im Gästeblock. Alle gemeinsam rieben sich nach dem Anpfiff von Schiri Frank Willenborg (wenn man den Schiri im Spiel gar nicht bemerkt war es ein gutes Spiel des Unparteiischen) die Augen. Der Spitzenreiter aus Uerdingen kam überhaupt nicht ins Spiel, der heimische KSC dominierte die Partie vom Anpfiff weg.

Endlich spielten sich die Blau-Weißen die Bälle nicht im Stehen zu, alle waren sehr aufmerksam und stets in Bewegung Richtung Uerdinger Tor. Einziges Manko war wie so oft die Präzision in den Offensivaktionen im Strafraum und die Chancenverwertung. Deshalb dauerte es fast eine halbe Stunde, bis Daniel Gordon nach einem von seinem Abwehrkollegen Pisot verlängerten Eckball per Kopf die überfällige und nach den Spielanteilen viel zu niedrige 1:0-Führung erzielte, mit der es auch in die Halbzeit-Pause ging…

Nach der Pause wurden die Uerdinger etwas agiler, ließen aber vor dem Tor Präzision und den »letzten Einsatz« vermissen. »Wir hatten über 90 Minuten keine Phase, in der wir richtig im Spiel waren« sagte Stefan Krämer nach dem Spiel, das trifft es perfekt.

Die Blau-Weißen blieben das überlegene Team und veranstalteten ein Wett-Zielschießen zwischen Pourié und Lorenz auf den Kasten von Vollath. Die beiden ließen allerbeste Torchancen gnadenlos liegen und hielten das Spiel damit unnötig lange offen.

In der 61. Minute passierte es dann aber! Anton Fink passte auf den bis dato glück- und torlosen Marvin Pourié, der gekonnt Uerdingens Kapitän und Abwehrchef Mario Erb aussteigen ließ und mit seinem ersten Saisontor nach zahllosen Fehlversuchen endlich ins Tor traf – 2:0!

Damit war das Match »durch«, der KSC verwaltete das Ergebnis gegen eine nach dem 0:2 aufsteckende Uerdinger Mannschaft und ließ dabei noch einige schöne Gelegenheiten für weitere Tore liegen.

Die eingeladenen i-Dötzchen hatten ein für Karlsruher Verhältnisse gutes Spiel gesehen, damit konnten die Spieler in Blau einen wertvollen Beitrag zur kindlichen Fußball-Sozialisation liefern!

Nach dem Spiel waren rund um den Wildpark endlich mal wieder alle zufrieden, das war das beste Heimspiel seit dem 3:1 gegen Unterhaching im Januar. Nur Alois Schwartz trat in der PK noch ein wenig in Richtung Karlsruher Umfeld nach:

»Geduld – dieses Wort kennen nicht mehr viele.«

Souveränen Umgang mit schlechten Leistungen des eigenen Teams könnte er von seinem Uerdinger Kollegen Stefan Krämer lernen

Fazit: Ein ebenso souveräner wie unerwarteter Sieg des KSC gegen ein in jeglicher Hinsicht enttäuschendes Team aus Uerdingen. Endlich musste man sich im Wildpark mal nicht langweilen! Und nach nur drei Siegen aus acht Spielen ist der KSC plötzlich auf drei Punkte an der Tabellenspitze dran. Die medial vielgehypte »beste Dritte Liga aller Zeiten« mit den großen Namen der heruntergekommenen Traditionsvereine ist in dieser Saison wohl eher auf sportlich sehr bescheidenem Niveau unterwegs…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Weekly Vollath

Der »Weekly Vollath« war hier bekanntlich zu Zeiten der KSC-Abstiegsmannschaft 16/17, als Vollath beim KSC als Kapitän im Tor stand und dabei einen inoffiziellen Nebenjob als Kritiker zurechtweisenden »Pressesprecher« hatte, eine feste Einrichtung. Ehrensache, dass wir diese Tradition wieder aufleben lassen, wenn der gute Vollath in den Wildpark zurückkehrt. Zur Niederlage in Karlsruhe schrieb er auf Facebook:

»Allgemein muss man festhalten, dass der Sieg für Karlsruhe absolut in Ordnung geht, wir waren einfach nicht gut genug um Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Vielleicht kam die Niederlage auch zum richtigen Zeitpunkt um die Sinne vor den beiden anderen Spielen in dieser englischen Woche zu schärfen.«

Dem kann man nicht widersprechen!

Impressionen


Torflaute im Hardtwald: SV Sandhausen vs 1. FC Köln 0:2 – 21.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-23 18:15

SV Sandhausen vs 1. FC Köln 0:2

Nach dem Spiel gegen den HSV hatte es der SV Sandhausen mit dem zweiten »Bundesliga-Traditionsverein«-Absteiger zu tun und damit das zweite und letzte Spiel (für diese Saison) aus der Kategorie »Haha, wie kurios, der große Bundesliga-Traditionsklub muss in Sandhausen antreten, lass uns einen Artikel schreiben« zu bestreiten. Auch in diesem gab es für die tapferen Sandhäuser nix zu holen. Trotz einer in der ersten Hälfte guten Leistung des heimischen SVS gewann der 1. FC Köln mit 2:0 und nahm die drei Punkte mit in die Stadt mit der schmutzigen Bahnhofskirche…

SV Sandhausen vs 1. FC Köln 0:2

Gegen den 1. FC Köln gab es mit 13.237 Besuchenden erneut ein volles Haus in Sandhausen. Der gastgebende SVS hatte aber aus der leicht chaotischen Organisation des HSV-Spiels gelernt. Der Stau am Einlass wurde durch einen weiteren Eingang entschärft und das ganze Stadion fühlte sich bei weitem nicht so »überfüllt« an wie vor gut einem Monat. Angesichts der tristen sportlichen Lage in der aktuellen Zweitligasaison hatte der SVS diesmal auch auf Marketing-Klamauk verzichtet, womit das Spiel in einer deutlich »sachlicheren« Atmosphäre stattfand…

Als dieses Blog das letzte Mal den 1. FC Köln sah, spielte dieser noch in der Bundesliga. Diese Zeiten sind nach dem sang- und klanglosen Bundesliga-Abstieg des glorreichen »Effzeh« vorbei und man darf mal wieder eine kleine Runde durch die Zweite Liga drehen…

Der in dieser Saison noch sieglose SV Sandhausen bot gegen den eher enttäuschend aufspielenden Effzeh erneut eine engagierte Leistung, stand nach 90 Minuten aber wieder mit leeren Händen da. In der ersten Hälfte war das Heimteam klar besser, allerdings nur bis zur Strafraumgrenze. Der SVS hat in dieser Saison erst zwei Tore geschossen, wer das Spiel gesehen hat, weiß warum. Die nominellen Stürmer Guidé und Gislason (und der später eingewechselte ex-KSC-Held Schleusener) hatten gemeinsam genau einen Torabschluss (Gislason). So gewinnt man halt nicht…

Der Effzeh war in der ersten Hälfte ziemlich schwach. Ging dann aber durch eine vorzügliche Einzelleistung von Louis Schaub in der letzten Minute vor der Pause in Führung. Eine Hereingabe von Guirassy legte sich Schaub selbst vor und hämmerte die Kugel per Seitfallzieher ins Netz. Symptomatisch: Dieser Aktion war ein überflüssiger Ballverlust von Klingmann voraus gegangen…

Die zweite Hälfte sah nach wenigen Minuten die Entscheidung des Spiels. In der 54. gab es eine Ecke für den Effzeh, Terodde verwandelte per Kopf zum 2:0-Endstand. Auch dabei sah die SVS-Defensive nicht gut aus…

In den restlichen überaus zähen 36 Minuten verwalteten die Kölner, begleitet vom monotonen Singsang ihres Fanblocks, souverän bis zum Schlusspfiff den Spielstand. Drei Punkte für den Effzeh, erneut keine Punkte für den SVS…

Damit verharrt der SVS nach dem schweren Auftaktprogramm von sechs Spielen gegen die ersten Sechs der Tabelle mit der kümmerlichen Ausbeute von je zwei Toren und Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Ab jetzt folgen die Spiele gegen Gegner auf Augenhöhe. Mit den bisher gezeigten Offensivleistungen werden aber auch Spiele gegen Aue, Magdeburg und St. Pauli alles andere als Selbstläufer…

Und eines, was wir schon im Beitrag zum Heimspiel gegen Union geschrieben haben, ist klar: Der SVS wird erst wieder gewinnen, wenn die neue Schweinerockhymne vor dem Anpfiff wieder durch das alte Vereinslied ersetzt wird. Ohne »jetzt beschwören wir am Hardtwald alle Geister« gibt es keinen Dreier…

Fazit: Ein zähes und ziemlich ereignisloses Match mit wenigen Torszenen. Sandhausen bekam trotz einer in der ersten Hälfte engagierten Vorstellung die eigene Offensivschwäche nicht in den Griff. Der Effzeh tat nur das, was notwendig war, um die drei Punkte mitzunehmen und profitierte dabei von Schaubs Einzelleistung, die der berühmte »Dosenöffner« war. Es gab schon unterhaltsamere Fußballabende im Hardtwaldstadion…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen


Tore und Geschrei in der A-Klasse: Karlsruher SV vs FV Linkenheim 1:2 – 16.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-17 13:40

Karlsruher SV vs FV Linkenheim 1:2

Der sonnige Spätsommer im Badnerland lockt noch stets auf den Sportplatz! Dieses Mal ging es hinaus zu einem wahren Kleinod der Karlsruher Sportplätze, dem Nordsternstadion des Karlsruher SV. Dort traf das Heimteam in der Kreisklasse A1 auf den favorisierten Tabellenzweiten FV Linkenheim und unterlag diesem knapp mit 1:2…

Karlsruher SV Rintheim-Waldstadt

Der Karlsruher SV Rintheim-Waldstadt entstand 1991 als Fusionsverein aus dem 1909 FC Nordstern Rintheim und dem FC Waldstadt aus dem Jahre 1962. Die beiden Vereine aus den benachbarten östlichen Stadtteilen Karlsruhes litten zu Beginn der 90er-Jahre unter Mitgliederschwund und fusionierten zum Karlsruher SV.

Seit 1938 spielte der ältere der beiden Vorgängervereine, der FC Nordstern, auf dem aktuell vom KSV genutzten Ground, weshalb dieser noch heute »Nordsternstadion« heißt. Selbiges ist ein wahres Kleinod. Idyllisch am Rande des Traugott-Bender-Sportparks im Osten Karlsruhes gelegen, bietet es eine für einen A-Ligisten üppig ausgebaute siebenstufige Stehtribüne an, von der man eine vorzügliche Sicht auf das Geschehen hat. Hinter dem Tor erhebt sich ein Kiosk mit einem Hügel, der ebenfalls einen guten Überblick bietet.

Sportlich wechselte der KSV in den letzten Jahren zwischen A- und B-Klasse hin und her. 2017 stieg das Team von Langzeittrainer Christian Stumpf (seit 2013 im Amt) wieder in die Kreisklasse A auf und schaffte mit Rang 8 locker den Klassenerhalt.

Der Start in die aktuelle Saison fiel etwas schwer, aus vier Spielen holte der KSV nur einen Sieg und lag vor dem Match mit fünf Punkten auf Rang 12 (von 16) der Tabelle. Und mit drei Roten und zehn Gelben Karten lag das Stumpf-Team auf dem letzten Rang der Fairplay-Wertung…

Karlsruher SV vs FV Linkenheim 1:2

Das Spiel des Sonntags hatte es unter der Woche schon mit umgekehrten Vorzeichen im Kreispokal gegeben, dabei behielt Linkenheim mit 2:0 die Oberhand. Der KSV war also auf Revanche aus! Was aber keine leichte Aufgabe war, denn der FV Linkenheim (ein Vorort hinter der nordwestlichen Grenze Karlsruhes) hatte in der aktuellen Saison nur das Auftaktspiel in Rußheim verloren und kam mit der Empfehlung von vier Siegen hintereinander quer durch den Hardtwald angereist. In der Vorwoche hatte das Team von Trainer Thorsten Zörb die Karlsruher SpVgg Olympia Hertha mit 11:1 abgefiedelt…

Bei noch einmal sehr sommerlichen Temperaturen durfte man sich für 4 Euro Eintritt ins Nordsternstadion begeben. Dieses ist etwas ungünstig angeordnet, denn am Nachmittag knallt die Sonne mit voller Kraft auf Platz und Tribüne, was Spielen und Zugucken zu einer schweißtreibenden und Fotografieren zu einer schwierigen Angelegenheit machte…

Erinnert sich noch jemand an das kuriose Gegentor des ex-Gladbacher und jetzigen Barça-Keepers Marc-André ter Stegen im Länderspiel gegen die USA vor fünf Jahren? So ähnlich kassierte KSV-Torwart Tim Nagel schon nach vier Minuten das 0:1, als er, noch seine Füße sortierend, einen Kullerball von Linkenheims Norman König ins eigene Tor passieren ließ. Sowas passiert auch den Allerbesten. Nagel ließ sich davon nicht sonderlich beeindrucken, im Rest des Spiels blieb er fehlerfrei.

Der Matchplan der Hausherren war durch den frühen Rückstand natürlich hinfällig geworden. Die Gäste ließen den KSV ein wenig kommen, tauchten aber regelmäßig schwungvoll vor dem Tor des Karlsruher SV auf.

In der 24. Minute war KSV-Keeper Nagel erneut geschlagen, ein platzierter Kopfball von Nicolas Dorn sorgte für das 0:2.

Die unverdrossenen Gastgeber durften in der 38. Minute noch einmal Hoffnung schöpfen. Ein Freistoß von der linken Strafraumkante segelte hoch in den Linkenheimer Strafraum, Dominik Pohl stand goldrichtig im Fünf-Meter-Raum und vollendete per Kopf zum 1:2-Anschlusstreffer.

Damit ging es auch in die Halbzeitpause, die etwa 70 Zusehenden im Sonnenschein hatten interessante 45 Minuten gesehen.

In der zweiten Halbzeit ließ das Spiel schwer nach. Die Gäste beschränkten sich ob der warmen Temperaturen weitestgehend auf das Verteidigen des Vorsprungs, der KSV tat sich schwer, Torchancen heraus zu spielen. Dafür kamen mit zunehmender Spielzeit die berühmten »Emotionen« ins Spiel. Zahlreiche Fouls und daraus resultierende Freistöße hemmten den Spielfluss, und kaum eine Entscheidung von Schiedsrichter Willi Ninmann wurde ohne große Diskussionen akzeptiert. Der Schiri versäumte es, diese vornehmlich von Linkenheimer Seite geführten Debatten durch Gelbe Karten von Anfang an zu unterbinden. Dadurch eskalierte das Spiel mit zunehmender Spielzeit.

In der letzten Viertelstunde war der Spielfluss völlig dahin. Es wurden praktisch nur noch Freistöße ausgeführt, und mit jedem Pfiff uferten die Diskussionen ein Stück weiter aus. Das mitgereiste Publikum aus Linkenheim (ein sehr spezielles Klientel war da unterwegs…) fing nun ebenso an herumzuschreien wie einige Betreuer und Ersatzspieler auf der Linkenheimer Bank. Auch hier versäumte Schiri Ninmann es, sich durchzusetzen und einige Herrschaften von der Linkenheimer Bank wegzuschicken. Er darf sich als Schiri nicht ständig von der Bank aus anschreien lassen…

Am Ende fingen dann auch Heim- und Gast-Publikum an, sich gegenseitig anzupöbeln und die wilden Senioren-Fans auf dem Hügel standen sich schimpfend und drohend gestikulierend gegenüber. Bevor es tatsächlich handgreiflich werden konnte, pfiff der Schiri lieber ab, schnappte sich den Ball und verschwand strammem Schrittes schnurstracks Richtung Kabine…

Fazit: Ein in der ersten Hälfte spannendes und auch fußballerisch erstaunlich gut anzuschauendes A-Klassen-Match. In der zweiten Hälfte verloren beide Teams und der Schiedsrichter zunehmend die Linie, so dass sich die Partie nur noch, von ständigen Unterbrechungen und Wortgefechten durchsetzt, dem Schlusspfiff entgegen schleppte. So geht das, wenn man es als Schiri versäumt, rechtzeitig Grenzen zu setzen…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Idyllisch!

KSV Fan-Club


Fußballkreis- und Kellerderby: SV Spielberg vs FC Germania Friedrichstal 2:1 – 10.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-11 21:40

SV Spielberg vs FC Germania Friedrichstal 2:1

Nicht nur in den Profiligen gibt es Montagsspiele, sondern auch in der Oberliga Baden-Württemberg! Der Fußball-Kommerz kennt einfach keine Grenzen mehr! So bot es sich an, den tristen Montag durch den Besuch des Karlsruher Fußballkreis- und Keller-Derbys in der Oberliga zu veredeln. Der SV Spielberg siegte in einem umkämpften Match glücklich mit 2:1 gegen den Aufsteiger FC Germania Friedrichstal…

SV Spielberg

Der Sportverein aus dem zur Verbandsgemeinde Karlsbad gehörenden Dorf Spielberg (2775 Einwohner) ist seit Jahren eines der führenden Teams des Fußballkreis Karlsruhe. Der SV wurde 1920 gegründet und treibt sich seit Jahren in den höheren Amateurligen herum. Seit 2011 sind die Spielberger Stammgast in der Oberliga Baden-Württemberg, die sie nur 2015 für ein einjähriges Abenteuer in der Regionalliga Südwest kurz nach oben verließen.

Oft findet man beim SVS beim KSC ausgebildete Spieler, denen aus Gründen der Sprung in den Profifußball nicht gelungen ist. Im aktuellen Kader sind das z.B. Torwart Matthias Moritz und Verteidiger Stefan Müller. Deshalb wurde der SVS nach der Auflösung der zweiten Mannschaft des KSC als »Ausbildungspartnerklub« des KSC auserkoren, um den Spielern aus der Jugend, die den Sprung in den Profifußball noch nicht schaffen, eine Spielmöglichkeit zu bieten. Dummerweise existiert diese Kooperation aber nur auf dem Papier, kein einziger Spieler der zum Ende der letzten Saison aufgelösten KSC-U23 machte von dieser Möglichkeit Gebrauch…

Stattdessen kickt in dieser Saison ein alter Bekannter aus besseren KSC-Tagen draußen in Karlsbad: Edmond Kapllani, mittlerweile 36-jähriger Torjäger der großartigen KSC-Bundesliga-Aufstiegsmannschaft der Saison 2006/07, agiert zum Ende seiner Karriere als kickender Co-Trainer in Spielberg.

Die letzte Saison lief nicht gut für den SVS. Mit einer schier endlosen Sieglos-Serie rutschten die Karlsbader ans Tabellenende und retteten sich knapp auf den letzten Nichtabstiegsrang. Und das auch nur, weil die zweiten Mannschaft des KSC durch die Abmeldung schon einen Abstiegsplatz belegt hatte…

Draußen am Rande des Dorfs, zwischen sanft geschwungenen idyllischen Hügeln mit Wiesen und Bäumchen, verfügen die Spielberger mit dem »Bechtle Stadion« über einen gut ausgestatteten Ground mit Platz für 2.000 Zusehende, der mit einer kleinen Sitzplatztribüne und einem »Gästekäfig« für 400 Fans sogar regionalligatauglich ist…

SV Spielberg vs FC Germania Friedrichstal 2:1

Das Karlsruher Fußballkreisderby in der Oberliga war auch ein Keller-Derby, denn der SV Spielberg dümpelte vor dem Match schon wieder sieglos am Tabellenende herum. Das Team von Trainer Tobias Winter hatte in den ersten fünf Spielen nur 2 Punkte geholt und wollten im Heimspiel gegen Aufsteiger Friedrichstal den ersten Saisondreier einfahren.

Einen Dreier konnten auch die Germanen gut gebrauchen. »Oberliga ist hart«, wie wir in der letzten Woche beim 0:2 gegen Neckarsulm feststellten. Der Aufsteiger spielt meistens gut mit, den Lohn in Form von Punkten fahren aber die anderen ein…

Im gut gefüllten Bechtle Stadion (ca. 500 Zusehende wollten den Oberliga-Knaller sehen) ging es von Beginn an zur Sache. Nach einer kurzen Aufwärmphase dominierten die Gäste, bei denen Stammkeeper Patrick Haumann ins Tor zurückkehrte, das Spielgeschehen. Und endlich klappte es auch mit dem Tore schießen. Nach einem Einwurf landete eine quer über den Platz segelnde Flanke im Strafraum auf dem Kopf des stark aufspielenden Hans Kyei. Dieser verlängert auf Timo di Giorgio, dessen Kopfballaufsetzer die Spielberger Abwehr inklusive Torwart Yannik Dressler überraschte und ins Tor trudelte – 0:1 in der 17. Minute (kann man auf fupa.tv anschauen)!

In den folgenden Minuten war die Spielberger Defensive ein wenig unsortiert, die Germanen hatten freie Hand im Strafraum des SVS, versäumten es aber, nachzulegen.

Und das sollte sich rächen! Nach einer halben Stunde hatten sich die Spielberger wieder gesammelt und griffen ihrerseits an. Bei den Friedrichstalern häuften sich Ballverluste im Mittelfeld und das Heimteam kam zu mehreren Abschlüssen hintereinander, die der gute Torwart Patrick Haumann allesamt vereitelte.

In der 30. Minute musste er sich aber geschlagen geben. Eine hoch geschlagene Ecke landete am langen Pfosten genau auf dem Kopf des ex-KSC-Spielers Stefan Müller, der aus kürzester Entfernung problemlos zum Ausgleich einköpfte (fupa.tv).

Nun war das berühmte »Momentum« auf der Spielberger Seite, das Heimteam hatte eine Chance nach der anderen. Zum Scoren benötigten sie aber einen Elfmeter. In der 39. brachten der herauslaufende Torwart Haumann und ein Mitspieler gemeinsam einen Spielberger zu Fall, den fälligen Elfmeter nutzte Edmond Kapllani zu seinem ersten Saisontor und dem 2:1-Endstand (fupa.tv).

Die zweite Hälfte sah eine spielbestimmende Friedrichstaler Mannschaft, der es aber wie in den vorherigen Spielen nicht gelang, den guten spielerischen Auftritt in Tore umzumünzen. Dazu kam auch noch ein wenig Pech, denn in der 65. Minute faustete Spielbergs Torwart Dressel im Strafraum den Ball weg, erwischte vor dem Ball aber den Kopf von Mittelstürmer Patrick Roedling. Vom Spielfeldrand aus gesehen war das ein klarer Elfmeter, Schiri Felix Ehing sah das anders. Das Bild von fupa.tv taugt nicht unbedingt als Bildmaterial für den Videobeweis…

Das Match wogte bis zum Abpfiff nach 95 Minuten hin und her. Friedrichstal war spielerisch überlegen und hatte Ballbesitzphasen, Spielberg blieb aber gefährlich bei Kontern. Am Ende holte sich das Heimteam den sehnlich erwünschten ersten Dreier der Saison, und Friedrichstal steht zum wiederholten Mal nach einer starken Vorstellung ohne Punkte da…

Fazit: Ein spannendes und actionreiches Oberliga-Match, es hätte noch ein paar Tore mehr verdient gehabt.

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressum

Abendsonne im Bechtle Stadion…

Der lange Schatten des Torwarts…

Kein Wind!


Der erste Sieg: Karlsruher FV vs SV Völkersbach 2:1 – 9.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-09 19:40

Karlsruher FV vs SV Völkersbach 2:1

Sonntag ist Sportplatztag! Das zweite Heimspiel des ruhmreichen Karlsruher FV in der B-Klasse wartete und bot neben einem schönen Spätsommertag den »historischen« ersten Sieg des Altmeisters in der neuen Spielklasse. Mit 2:1 wurde der stark in die Saison gestartete SV Völkersbach niedergerungen…

Das harte Aufsteiger-Leben des KFV

Der Niederlage im Heimdebüt gegen Reichenbach II folgte eine knappe 0:1-Auswärtsniederlage bei Bruchhausen II, so dass sich nach vier Spielen noch stets nur das eine Pünktchen aus dem Auftaktremis in Kleinsteinbach auf dem Punktekonto befindet. So richtig »angekommen« ist der Aufsteiger Karlsruher FV noch nicht in der B-Klasse. Was auch dem örtlichen Amateurfußballportal Pfoschdeschuss auffiel, das »unerklärliche Defizite, die wir von dieser routinierten und erfahrenen Mannschaft nicht erwartet haben« in den ersten Spielen gesehen hat.

Andererseits sind wir aber noch früh in der Saison und die Liga zeichnet sich durch eine gewissen »Unkonstanz« aus, die dazu führt, dass es bis hinauf auf Rang 8 nur 2 Punkte Abstand sind. Zeit für den ersten Dreier der Saison war es aber trotzdem…

SV Völkersbach

Gegner auf dem KFV-Ground im grünen Rüppurr war der 1946 gegründete SV Völkersbach. Völkersbach ist ein 1973 zu Malsch eingemeindetes 2000-Einwohner-Dorf an der südlichen Grenze des Landkreises Karlsruhe. Mit dem Mahlberg gehört zu Völkersbach eine Enklave, die mit 613 Metern Höhe die höchste Erhebung des Landkreises Karlsruhe ist. Der Spitzname der Völkersbacher ist »Besebinder«, weil früher viele Einwohner des Ortes als Besenbinder ihr Brot verdienten und es deshalb eine Besenbinder-Skulptur in Völkersbach gibt.

Sportlich treibt sich der SV Völkersbach in den Kreisklassen des Fußballkreis Karlsruhe herum. Seit dem Abstieg aus der A-Klasse 2016 spielen die Kicker aus dem Albtal in der B2, die sie letzte Saison auf Rang 10 im Mittelfeld beendeten.

Fun Fact: Im Jahre 2011 durfte sich mit Philipp Görig ein Spieler des SV Völkersbach an der Torwand des ZDF-Sportstudios versuchen

In die aktuelle Saison 18/19 ist das Team von Trainer Philipp Hilsendegen formidabel gestartet: Aus den ersten drei Spielen holten die »Besebinder« satte sieben Punkte und erzielten dabei 11 Tore…

Karlsruher FV vs SV Völkersbach 2:1

Es war also ein harter Brocken, den der KFV an einem sonnig-warmen Spätsommersonntag zu Gast hatte. Etwa 30 bis 40 Zusehende fanden sich auf dem ehemaligen Ground des DJK Rüppurr ein, der in der aktuellen Saison vom KFV bespielt wird.

Das Spiel stand unter der Leitung des Schiedsrichters Jürgen Föhrenbühler, der bereits seit 42 Jahren(!) Spiele pfeift und eine lebende Schiri-Legende des Fußballkreises ist…

Man hatte kaum einen schattigen Platz gefunden und das erste Fläschchen Pils in der Hand, da stand es schon 0:1. Nachdem der KFV die ersten Minuten dominiert hatte, entstand aus einem langen Ball ein Konter der Gäste aus Völkersbach, den Daniel Leyrer, mutterseelenallein vor KFV-Torhüter David Kidwell auftauchend, in der 7. Minute zur Gästeführung verarbeitete. Zur Belohnung wurde er noch vom Torhüter umgehauen, so dass es, wäre der Ball vorbei gegangen, wahrscheinlich Elfmeter gegeben hätte…

Den KFV entmutigte das aber nicht. Das Team von Dirk Hauri war scharf auf den ersten Dreier, das merkte man den 11 Akteuren an. Die Rot-Schwarzen griffen weiter unverdrossen an und setzten sich teilweise minutenlang in der Hälfte der Gäste fest. Der Ausgleich durch Farah Ibrahim in der 21. Minute war die Belohnung für diese fleißigen Bemühungen…

Mit dem 1:1 ging es auch in die Halbzeit.

In der zweiten Hälfte blieb der heimische KFV gegen die etwas abwartend agierenden Gäste das spielbestimmende Team. Das Heimteam tat sich aber schwer, gegen die Völkersbacher Abwehr herauszuspielen. Deshalb dauerte es trotz Dauerdruck bis zur 69. Minute, bis die Bemühungen des Altmeisters belohnt wurden. Aus einer unübersichtlichen Situation heraus wurde ein langer Ball in den Strafraum gespielt und plötzlich stand Mario Herrmann ganz alleine wenige Zentimeter vor der Torlinie und vollendete aus einem parallelen Zuspiel zum 2:1-Führungstreffer. Die Situation sah ein wenig nach Abseits aus, aber bekanntlich haben wir in der Kreisklasse B keine Zeitlupen und keinen VAR. Schiri Föhrenbühler hatte nichts auszusetzen, der KFV führte!

Nun wurde der SV Völkersbach wieder munterer und drängte auf den Ausgleich. Durch eine Kette von Standardsituationen wurde es für das KFV-Tor gefährlich, aber (wie man so schön sagt) »mit Glück und Geschick« wurde die Führung über die Zeit gebracht. Damit durfte sich der Aufsteiger Karlsruher FV im vierten Spiel über den ersten Dreier in der neuen Spielklasse freuen und zum ersten Mal erklang das »Hammer-Lied« auf der grünen Wiese in Rüppurr…

Fazit: Ein spannendes und unterhaltsames Match mit dem erfolgreichen Ende für unseren KFV, der damit ins Mittelfeld der Tabelle sprang. Nächsten Sonntag wartet schon das nächste Heimspiel gegen die Freien Turner aus Forchheim.

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Ca 30 bis 40 Zusehende in Rüppurr…

Forechecking des KFV

Die Sieger versammeln sich nach dem Spiel…

Der KFV in der Saison 18/19


Oberliga ist hart: FC Germania Friedrichstal vs Neckarsulmer Sport-Union 0:2 – 5.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-06 21:55

FC Germania Friedrichstal vs Neckarsulmer Sport-Union 0:2

Englische Woche in der Oberliga Baden-Württemberg! Grund genug für eine vorabendlichen Ausflug auf den Sportplatz nach Friedrichstal. Der dort heimische Oberligist FC Germania empfing die Neckarsulmer Sport-Union und unterlag dieser nach einem harten Kampf mit 0:2…

Friedrichstal in der Oberliga

Seit unserem Besuch beim 0:7-Debakel zum Oberliga-Auftakt gegen den Bahlinger SC hat sich der Aufsteiger aus Friedrichstal ein wenig stabilisiert und konnte im zweiten Heimspiel gegen Normannia Gmünd den ersten Sieg feiern. Auswärts gab es dagegen noch nichts zu holen. Mit einem 0:3 in Ravensburg und einem 3:6 in Villingen holten sich die Mannen von Trainer Marcelus Noukiatchom bei Ausflügen in den Süden zwei hohe Niederlagen ab. Sie spielten dabei aber besser, als es die nackten Ergebnisse aussagen. Was das eigene Offensivspiel angeht, kommen die Germanen langsam in der neuen Spielklasse an, nur in der Defensive hapert es noch. In vier Spielen gab es schon 16 Gegentore und das Torverhältnis ist mit -11 schauderhaft…

Neckarsulmer Sport-Union

Gegner beim Wochenspieltag war die 2009 aus einer Fusion zweier Vereine hervorgegangene Neckarsulmer Sport-Union. Neckarsulm liegt im Landkreis Heilbronn, unmittelbar hinter der Stadtgrenze des namensgebenden Ortes. Es heißt übrigens »Neckar-Sulm« und nicht etwa »Neckars-Ulm«, weil in der Nähe die Sulm in den Neckar fließt. Womit dann auch für die Versorgung mit geografischem Spezialwissen durch den Fußball gesorgt wurde…

Das Aushängeschild der Sport-Union ist das Bundesliga-Team der Handball-Frauen, aber auch die kickenden Herren sind durchaus erfolgreich unterwegs.

Nach der Fusion arbeitete man sich kontinuierlich durch die Spielklassen nach oben und spielt nun die dritte Saison hintereinander in der Oberliga Baden-Württemberg. In der Saison 13/14 qualifizierten sich die Neckarsulmer als Verbandsligist für die ersten Runde des DFB-Pokals, in der sie dem damaligen Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern 0:7 unterlagen.

Die letzte Saison schlossen die Neckarsulmer im Mittelfeld auf Rang 10 ab. Vor der Saison rückte der langjährige Trainer Thorsten Damm aus privaten Gründen auf den Co-Trainer-Posten, sein Nachfolger wurde der ehemalige Sport-Union-Spieler und Mannschaftskapitän Marcel Busch.

Der Start in die aktuelle Oberliga-Saison ist Buschs Mannen gelungen. Aus den ersten vier Spielen wurden sieben Punkte geholt und man verlor nur einmal, das allerdings deutlich mit 0:5 gegen Tabellenführer Bahlingen. Aber mit derer offensiven »Feuerkraft« hatten bekanntlich auch die Friedrichstaler zum Auftakt ihre Bekanntschaft gemacht…

FC Germania Friedrichstal vs Neckarsulmer Sport-Union 0:2

Somit kam es in der englischen Woche zum Duell der »Bahlinger Auswärts-Opfer«. Bei bestem Spätsommerwetter wollten sich das etwa 300 Zusehende anschauen.

Friedrichtals Trainer Noukiatchom überraschte mit einem Torwartwechsel. Sören Hemmelgarn kam zu seinem Saisondebüt, Stammkeeper Patrick Haumann nahm auf der Bank Platz. Die Gäste aus Neckarsulm gingen defensiv gut stehend und ruhig ihr Spiel aufbauend in die Partie und ließen die heimischen Germanen ein wenig mitspielen. Diese hatten zwar viele Ballbesitzphasen, in Richtung gegnerisches Tor lief aber nicht viel. Das Spiel lief mitunter minutenlang ohne Unterbrechungen des Schiedsrichters hin und her.

Gegen Ende der ersten Hälfte näherte sich Neckarsulm langsam dem Friedrichstaler Tor an, Torwart Hemmelgarn hielt aber seinen Kasten sauber. In der 38. Minute war es damit aber vorbei. Die Gäste griffen energisch über die rechte Seite an und Marc Schneckenberger vollendete mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumkante. Mit dem 0:1 ging es in die Pause.

Aus dieser kehrte die Sport-Union ein wenig schläfrig zurück. Die Germanen hatten nun ihre stärkste Phase und diverse gute Torchancen, aber die Kugel wollte partout nicht ins Tor. Als der aufmerksame Gästekeeper Marcel Susser einmal geschlagen war, knallte der Ball ans Torgebälk…

Das war der »Wecker« für die Gäste, die nun wieder energischer und aufmerksamer wurden und das Spiel bis zum Ende kontrollierten. Die Friedrichstaler gaben nicht auf, kamen aber kaum zum Abschluss. Serhat Ayvazs Treffer zum 2:0-Endstand in der Nachspielzeit beendete das Match schließlich. Die Gäste verschwanden mit den drei Punkten in den Sonnenuntergang…

Fazit: Eine engagierte Vorstellung der Friedrichstaler, der eigentlich nur die Tore fehlten. Das Toreschießen fällt der letztjährigen Verbandsliga-Tormaschinerie sichtlich schwer, die Gegner sind halt stärker. Letztendlich machte die Neckarsulmer Sport-Union nie den Eindruck, dieses Spiel verlieren zu können. Oberliga ist hart!

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Impressionen

Neckarsulms Torwart Susser hielt seinen Kasten sauber…

Kicken ohne Flutlicht im Sonnenuntergang…


Umkämpfte Nullnummer: SV Sandhausen vs 1. FC Union Berlin 0:0 – 2.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-04 21:20

SV Sandhausen vs 1.FC Union Berlin 0:0

Nach dem etwas nervigen »Großer-HSV-besucht-das-kleine-Sandhausen«-Spiel kehrte zum zweiten Heimspiel des SV Sandhausen wieder Normalität ein. Da die letzte Auflage des Sandhäuser Heimspiels gegen den 1. FC Union Berlin durchaus zu unterhalten wusste, ging es zur diesjährigen Ausgabe wieder hinaus in den Hardtwald. Torfestivals werden diese Spiele aber nicht mehr werden, denn nach dem 1:0 der Vorsaison gab es diesmal nur ein 0:0 zu sehen…

SV Sandhausen vs 1. FC Union Berlin 0:0

Endlich wieder Zweitliga-Normalität in Sandhausen. Ohne das große Bundesliga-Traditionsverein-Theater fanden sich wieder die »normalen« 5.500 Zusehenden an einem etwas kühlen Spätsommertag am Hardtwald ein und man konnte in der gewohnt entspannten Atmosphäre Zweitligafußball schauen. Mit den unter dem ehemaligen Basler Trainer Urs Fischer gut gestarteten ungeschlagenen Köpenickern gab es auch einen interessanten Gegner zu sehen.

Gar nicht gut ist der SV Sandhausen in die Saison gestartet. In drei Spielen setzte es drei Niederlagen, also war es höchste Zeit zu punkten…

Das mit dem Punkten sollte sich aber als schwieriges Unterfangen herausstellen. Der heimische SVS spielte wirklich gut und war in der ersten Halbzeit klar das bestimmende Team auf dem Rasen. Nur wollte die Kunstlederkugel partout nicht ins Tor. Der letztjährige KSC-Bomber Fabian Schleusener hat eine Liga höher noch Ladehemmung. Seine Kollegen Behrens und Förster ließen den Ball teilweise schön laufen, aber insbesondere Behrens ließ allerbeste Gelegenheiten liegen.

Pech kam auch noch dazu, denn den Sandhäusern wurde ein klarer Elfer verweigert, als Schleusener in der 18. Minute wie beim Eishockey im Strafraum weggecheckt wurde. Das sah live im Stadion schon schwer nach Elfmeter aus, im Video auf Youtube ist es eigentlich noch klarer…

Und der Tabellenführer Union? Der lieferte einen farblosen Auftritt ab und machte eigentlich nie den Eindruck, dieses Spiel gewinnen zu können. Farbe brachte nur der eigene Anhang im Gästeblock ins Union-Spiel, der neben mit bemerkenswerter Ausdauer dauergeschwenkten Fähnchen auch ein paar hübsche rote Smoker dabei hatte…

Auf dem Rasen hatten die Eisernen nur eine wirklich gute Torchance, als Grischa Prömel in der 81. Minute die Weltraumplastikkugel aus drei Metern über das Tor pfefferte. So kennt man ihn noch aus Karlsruher Zeiten…

Fazit: Insbesondere in der ersten Halbzeit ein unterhaltsames Spiel in guter Fußballatmosphäre, dem nur die Tore fehlten. Der SV Sandhausen war klar besser und hatte Chancen genug für den ersten Dreier. Da sie diese nicht machten, dürfen sich die Eisernen aus Köpenick nach einer schwachen Leistung über einen Auswärtspunktgewinn freuen…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Die Lage

Für den SV Sandhausen hat sich tabellarisch nicht viel verbessert, insbesondere die Chancenverwertung muss besser werden.

Die wahre Ursache des schlechten Saisonstarts ist aber eine andere: Wahrscheinlich wg. des ganzen geänderten Gedöns des neuen Marketingleiters Dag Heydecker wird in dieser Saison vor dem Spiel nicht mehr das altbewährte Vereinslied gespielt (es wurde weit nach vorne verlegt), sondern eine neue schlimme Schweinerockhymne. Im altbewährten Lied heißt es aber:

»Jede Mannschaft ist am Hardtwald stets willkommen, alle Gegner sind mal wieder gern gesehn! Doch die Punkte werden von uns eingenommen, bevor sie wieder nach Hause gehn.«

Das fehlt halt…

Impressionen


Heimdesaster: KSC vs Sportfreunde Lotte 1:3 – 1.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-03 21:50

KSC vs Sportfreunde Lotte 1:3

»Es ist unklug, immer den Sieg davontragen zu wollen« sagte einst der Staatsmann und Schriftsteller Niccoló Machiavelli. Und es scheint, als wäre diese Weisheit fast 500 Jahre nach Machiavellis Wirken beim KSC auf fruchtbaren Boden gefallen. Denn auch gegen den Tabellenletzten Sportfreunde Lotte wollte der KSC die seit Ende März andauernde Heimspiel-Sieglos-Serie nicht abreißen lassen und verlor konsequenterweise mit 1:3…

KSC vs Sportfreunde Lotte 1:3

Die Sportfreunde aus Lotte waren als Tabellenletzter eigentlich ein dankbarer Gegner, denn dort ging es in den letzten Wochen hoch her. Obschon auch Drittligist, können sie sich noch Trainerwechsel leisten und machen davon reichhaltig Gebrauch. Seit dem Abgang von Ismail Atalan im Sommer 2017 übernahm vor dem Match im Wildpark mit Nils Drube der sechste Übungsleiter den Schlüssel der Trainerkabine. Begleitet von allerlei Kalamitäten wie Spielersuspendierungen und -Streiks hatten die Sportfreunde vom Autobahnkreuz unter Drubes Vorgänger Matthias Maucksch noch kein Spiel gewonnen und gerade einmal ein kümmerliches Törchen erzielt…

Den Drittligakracher KSC vs Lotte, bei dem sich gleich zwei der drei torärmsten Teams der Liga im Wildpark versammelten, wollten offiziell 10.107 Zusehende sehen. Wenn man seinen Blick durch das Stadion-Rund schweifen ließ, sah es eher nach 8.000 bis 9.000 aus. Da waren wohl viele Dauerkartenbesitzende daheim geblieben…

Daheim blieben auch die meisten Fans der Sportfreunde. 50 Gästefans legten die etwa 460 Autobahnkilometer zurück. Deshalb blieb erstmals seit längerer Zeit der Gästeblock im Wildpark geschlossen und die 50 Gäste aus Lotte durften sich auf der Haupttribüne einquartieren…

Dass es beim KSC aktuell keine Fußballfeste zu sehen gibt, hat sich unter den Zusehenden schon herumgesprochen. Mit dem Desaster der ersten Halbzeit hatte aber wohl niemand gerechnet.

Alois Schwartz hatte sich etwas ausgedacht, was wohl eine Art 4-1-4-1 sein sollte. Mangels Sechser im Kader musste Wanitzek die »1« vor der Abwehr geben. Das funktionierte überhaupt nicht, vielmehr entstand ein riesiges Loch im Karlsruher Mittelfeld. Die Sportfreunde pressten die Karlsruher schon an der Mittellinie, und die Blau-Weißen ließen sich dort fast jeden Ball abnehmen. Nach Balleroberung rannten und passten die Gäste sofort durch das löchrige Mittelfeld hindurch Richtung Karlsruher Tor, was die behäbig agierende KSC-Defensive in allergrößte Schwierigkeiten stürzte. Das 0:1 in der 6. Minute war die logische Konsequenz, Pisot klärte eine scharfe Hereingabe von Langlitz ins eigene Tor. Und nur sieben Minuten später klingelte es erneut, Osterhelweg verwertete eine schöne Vorarbeit von Lindner…

Der KSC versuchte danach, sich ein wenig zu befreien. Ohne Bewegung und ohne Tempo war das aber ein vergebliches Unterfangen. Niemand wollte den Ball haben, der ballführende Karlsruher war praktisch immer auf der Suche nach einer Anspielstation, im Stehen wurde die Kugel hin und her gepasst…

Dazu hatte das Publikum im Wildpark die Faxen dicke, bruddelte und pfiff gelegentlich vor sich hin. Die meiste Zeit herrschte aber einfach Stille, es war eine Atmosphäre wie bei einem Freundschaftsspiel. Als dann in der 29. Minute noch das 0:3 durch Rahn fiel, wurde die Ruhe durch lautstarke Pfiffe abgelöst…

Mit dem 3:0 im Rücken ließen es die Sportfreunde lockerer angehen und der KSC kam etwas besser ins Spiel, auch weil durch einen »Höchststrafe-Wechsel« der indisponierte Stiefler nach 35 Minuten hinausging und mit dem jungen Hanek ein gelernter zentraler Mittelfeldspieler übernahm und das »Loch« im Mittelfeld verkleinerte. Ein Gewaltsschuss von Justin Möbius, der für den frisch verkauften Florent Muslija in die Startelf rückte und das 0:2 durch einen Ballverlust maßgeblich verursacht hatte, sorgte in der 39. Minute noch für den 1:3-Ehrentreffer. Die blau-weißen Helden wurden mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet…

In der Halbzeit legte die Stadionregie den Song »Zeit dass sich was dreht« von Herbert Grönemeyer auf. Das werden sie danach bereut haben, denn die Gegengerade nahm den Ohrwurm von der WM 2006 dankbar auf, dichtete den Text um zu »Zeit dass Ingo geht« und sang diesen Song die ganze zweite Halbzeit hindurch. »Ingo« ist natürlich KSC-Präsident Ingo Wellenreuther, der aber wie Sportdirektor Kreuzer und Vize-Präsi Pilarsky im Urlaub weilte. Seine Getreuen werden ihm aber sicher davon berichten…

In der zweiten Hälfte ließen die Sportfreunde es zunächst ruhiger angehen. Etwas zu ruhig, denn der KSC entdeckte nun, dass zum Fußball auch Laufen und Tempo gehört und erarbeitete sich diverse Großchancen. Die größte davon war ein Foulelfmeter in der 66. Minute, den Lottes Torwart Steve Kroll aber ebenso mühelos hielt wie die diversen Torschussversuche der KSC-Angreifer. Trainer Schwarz sah es anschließende ganz richtig:

»Wir haben es ja mit dem Toreschießen leider nicht so.«

Nach dem verschossenen Elfer waren die Sportfreunde wieder munter, spielten die letzten 25 Minuten mehr oder weniger locker herunter und fuhren einen deutlichen Auswärtssieg ein…

Peinlich war es, wie die Stadionregie Sekunden nach Schlusspfiff versuchte, das Pfeifkonzert und die »Ingo-raus«-Rufe durch ohrenbetäubend laute Musik zu übertönen, was allerdings nicht so ganz gelang, wie das kleine Video zeigt:

Fazit: Eine peinliche Vorstellung des KSC in der ersten Hälfte, die auch die bessere zweite Hälfte nicht wettmachen konnte. Nach diesem Spiel scheint es so, dass die Blau-Weißen mit dem Aufstieg eher nichts zu tun haben werden. Seit über fünf Monaten wurde kein Heimspiel mehr gewonnen, in dieser Saison stehen aus sechs Spielen ein Sieg und kümmerliche fünf Törchen zu Buche…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

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Heimdebüt in der B-Klasse: Karlsruher FV vs TSV 05 Reichenbach II 1:3 – 26.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-29 19:25

Karlsruher FV vs TSV 05 Reichenbach II 1:3

Zum zweiten Spiel des sonntäglichen »Doubleheaders« ging es hinüber nach Karlsruhe-Rüppurr, wo der Altmeister Karlsruher FV sein Heimdebüt in der Kreisklasse B2 geb. Gegen die zweite Mannschaft des TSV Reichenbachs setzte es trotz einer engagierten Leistung eine 1:3-Heimniederlage…

Der Karlsruher FV in der B-Klasse

Den altehrwürdigen »Traditionsverein« Karlsruher FV (zur wechselvollen Geschichte gab es hier im Blog anlässlich des Jubiläumssportfests 2016 etwas zu lesen) haben wir in der letzten Saison ein wenig begleitet und durften am Ende den Aufstieg in die B-Klasse miterleben. Damit verließ der Deutsche Meister von 1910, erstmals seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2007, die unterste C-Klasse und tritt in der aktuellen Saison in Karlsruhes Kreisklasse B2 an.

Da die DJK Grün-Weiß Rüppurr in einer Spielgemeinschaft mit anderen Rüppurrer Vereinen aufgegangen ist, übernahm der KFV vorerst deren in der letzten Saison als Mieter genutzten Ground und hat damit erstmals seit dem Verlust des Stadions an der Telegrafenkaserne 2004 wieder einen eigenen Sportplatz. Langfristig strebt der KFV aber eine Rückkehr in das alte Terrain in der Karlsruher Weststadt an. Schließlich gehört der KFV als Karlsruher Stadtklub, gegründet auf dem Engländerplatz und fast 100 Jahre an der Hertzstraße daheim, eigentlich nicht ins grüne Niemandsland am Stadtrand…

Karlsruher FV vs TSV 05 Reichenbach II 1:3

Aber im hier und jetzt ist das satte Grün Rüppurrs erst einmal der heimische Sportplatz. An einem mildem sonnigen Spätsommertag fanden sich dort etwa 30 Zusehende in der grünen Stadtrand-Idylle zum Heimdebüt in der B-Klasse ein. Der KFV hat den Sportplatz ein wenig »heimisch« gemacht, z.B. wurden die Tore mit schicken rot-schwarzen (den Vereinsfarben) Tornetzen ausgestattet.

Der Gegner war die zweite Mannschaft des TSV Reichenbach aus der südlich der Karlsruher Stadtgrenze gelegenen Gemeinde Waldbronn. Die Reichenbacher waren in der Vorsaison als Absteiger aus der A-Klasse 12. geworden, kamen aber mit Empfehlung eines 4:3-Heimsiegs gegen Bruchhausen II hinaus nach Rüppurr.

Der KFV fuhr in der Vorwoche mit einem 4:4 in Kleinsteinbach gleich mal einen Auswärtspunkt ein, dem natürlich der erste Heimdreier folgen sollte…

Das stellte sich aber als schwieriges Unterfangen heraus, denn die Gäste gaben vom Anpfiff weg mächtig Gas und dominierten das Spiel. Das 0:1 in der 25. Minute durch einen Lupfer von Joschka Krämer war die logische Konsequenz.

Acht Minuten später kam es für den KFV noch dicker, als Sandro Becker mit einem satten Fernschuss auf 2:0 erhöhte. Das Heimteam ließ sich davon nicht entmutigen und kam besser ins Spiel. Der Anschlusstreffer durch Farah Ibrahim auf Vorlage des Doppelpacker-Aufstiegshelden Emmanuel Ampratwum mit dem Halbzeitpfiff war die Belohnung…

Für die zweite Halbzeit wurde natürlich die große Aufholjagd erwartet, was gegen die sehr aufmerksame Defensive des TSV aber nicht so recht klappte. Die Reichenbacher ließen das Heimteam durchs Mittelfeld spielen. Sobald sich aber die KFV-Stürmer dem Strafraum näherten, standen sie ihnen ziemlich lästig auf den Füßen. Und ihrerseits fuhren die Gäste den einen oder anderen gefährlichen Angriff Richtung KFV-Tor. So auch in der 58. Minute, als David Föhrenbacher mit dem 3:1 für die Entscheidung sorgte.

Die letzten 30 Minuten sahen zwar unverdrossene Bemühungen des KFV, die Gäste verwalteten die souveräne Führung aber souverän und fuhren einen 3:1-Auswärtssieg ein…

Im Spiel fingen sich die beiden Reichenbacher Akteure Coskun Avci (Knieverletzung) und Jonas Jenzen (Rippenbruch) schwerere Verletzungen ein, Team Ballreiter wünscht baldige Genesung!

Nächste Woche muss der KFV auswärts bei der zweiten Mannschaft von Alemannia Bruchhausen antreten, in der folgenden Woche ist im nächsten Heimspiel der SV Völkersbach zu Gast. Dann kann ein neuer Anlauf in Richtung »erster Heimsieg in der B-Klasse« gestartet werden…

Fazit: Eigentlich kein schlechtes Spiel, es wurde von beiden Teams engagiert geführt. Durch den Spielverlauf kam aber nie richtige Spannung auf und die Gäste machten nach der Führung nie den Eindruck, noch einmal in Gefahr zu geraten…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

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Sommertag auf dem Sportplatz…

Der KFV in der Saison 18/19


Keine Freunde für‘s Leben: FC Español vs TSV Grunbach 3:2 – 26.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-28 10:30

FC Español vs TSV Grunbach 3:2

Sonntag ist Sportplatztag! In einem »Doubleheader« ging es zunächst in den Jagdgrund zum FC Español, der als Absteiger aus der Verbandsliga den Aufsteiger TSV Grunbach zu Gast hatte. In einem giftigen und von allerlei verbalen Scharmützeln begleiteten Kampfspiel setzte sich der FC Español in der Nachspielzeit mit 3:2 durch…

Der FC Español nach dem Abstieg

Als wir in der letzten Saison das letzte Mal beim FC Español zu Gast waren, lebte noch die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Verbandsliga. Am Ende reichte ein Endspurt mit 10 Punkten aus fünf Spielen nicht zum Klassenerhalt, es fehlten nur drei Punkte zum Minimalziel Relegationsrang…

Mit dem Abstieg gab es einen Umbruch, neun Ab- und satte 14 Neuzugänge veränderten das Gesicht der Mannschaft von Trainer Sirus Motekallemi. Die Konkurrenten sehen die »Spanier«, die sich in dieser Saison auf dem Platz gar nicht mehr so »spanisch« darstellen (unter den Abgängen waren vier spanische Leistungsträger der Vorsaison), als einen der Aufstiegsfavoriten. Motekallemi möchte aber den »Ball flach halten« und sagte im BNN-Saisonvorschauheft:

»Von den Namen her könnten wir Favorit sein. Ich will nichts kleinreden, ich habe kein Problem damit zu sagen, dass ich aufsteigen will. Wir werden Zeit brauchen, um uns zu fangen, aber auch, um wie eine Mannschaft zu spielen.«

Der Start in die Landesliga-Saison gelang, 1:0 wurde die zweiten Mannschaft des FC Nöttingen geschlagen.

FC Español vs TSV Grunbach 3:2

Am zweiten Spieltag erwartete der FC Español zu einem erneuten Heimspiel den TSV Grunbach. Grunbach ist ein Stadtteil der Gemeinde Engelsbrand vor den Toren von Pforzheim. Der TSV hat einige erfolgreiche Jahre hinter sich, die sie in der Saison 13/14 bis auf Rang 2 in der Oberliga Baden-Württemberg hinauf brachten. Grunbach verzichtete aber wg. der Anforderungen in Sachen Stadion auf den Aufstieg in die Regionalliga und ging eine Kooperation mit dem 1. CfR Pforzheim ein. Die guten Spieler wechselten zur Saison 14/15 nach Pforzheim und der TSV ging freiwillig drei Ligen nach unten in die Kreisliga zurück, aus der sie nach vier Jahren nun wieder in die Landesliga aufgestiegen sind.

Der Auftakt in die neue Saison gelang vorzüglich, mit 4:2 schickte das Team von Trainer Jens Wolfinger den SV Huchenfeld nach Hause…

Bei herrlichem Spätsommerwetter fanden sich etwa 80 bis 100 Zusehende auf dem Sportplatz in der Frischlach am Rande des Karlsruher Stadtteils Daxlanden ein. Die sollten ihre Anwesenheit nicht bereuen. Das Match wogte hin und her und wurde auf und vor allem neben dem Platz von giftigen Wortgefechten begleitet, da die Gäste von einigen höchst gewöhnungsbedürftigen Schlachtenbummlern mit losem Mundwerk begleitet wurden, die im breitesten Pforzheimer Idiom unpassende Kommentare über den lauschigen Sportplatz in der Frischlach sendeten…

Nach dem Anpfiff dominierten die Grunbacher das Spiel. Español verteidigte etwas zu sorglos und ließ einen Angriff nach dem anderen zu. Nachdem Trainer Motekallemi sein Mittelfeld-Personal lautstark aufforderte, bei Angriffen des Gegners schneller mit zurück zu gehen, bekamen die »Spanier« das Spiel langsam aber sicher in den Griff.

Nicht im Griff hatte eine Besucherin ihren fiesen unförmigen Kampfhund, der in der 30. Minute auf den Platz lief und von der Besitzerin abgeholt werden musste (siehe Foto unten, Impressionen). Das gibt‘s nur in der Landesliga…

Das 1:0 durch Neuzugang Gonas Panneerselvam (in der Jugend des KSC ausgebildet) in der 37. Minute war die logische Konsequenz.

Daran konnte sich das Heimteam aber nur kurz erfreuen, denn fünf Minuten später erzielte Lars Kuhn per Foulelfmeter den 1:1-Halbzeitstand.

Nach der Pause wurde die Atmosphäre rund um das Spiel zunehmend giftiger. Die Bank der Gäste ließ vom Anpfiff weg kaum eine Schiedsrichterentscheidung unkommentiert und verleitete damit auch den mitgereisten Anhang zum Dauerlamentieren und zu Wortgefechten mit Trainern und Spielern des FC Español. Das wirkte sich auch auf das Spiel aus, die Zweikämpfe wurden zunehmend verbissener und härter. Schiedsrichter Nico Jacob war um seine Aufgabe nicht zu beneiden, machte seine Sache in der hitzigen Atmosphäre aber im Großen und Ganzen gut. Zehn gelbe Karten hatte er am Ende verteilt…

Zwischen all den Wortgefechten und Zweikämpfen wurde auch noch Fußball gespielt. Und da kamen die Gäste besser aus der Kabine und gingen in der 61. Minute durch den zweiten Treffer von Lars Kuhn mit 2:1 in Führung. Daraufhin zogen sich die Grunbacher in die eigene Hälfte zurück, was den FC Español zurück ins Spiel und zum 2:2-Ausgleich durch Göksel Durmus (73.) brachte…

Die letzten 20 Minuten sahen eine wahre Rasenschlacht mit kernigen Zweikämpfen und zunehmend ebenso wütend wie undurchdacht werdenden Angriffen der heimischen »Spanier«. Die Gäste hielten diese relativ souverän aus dem eigenen Strafraum heraus…

Als alle schon das Unentschieden notiert hatten, schlug aus einem unübersichtlichen Strafraumgewühl Gonas Panneerselvam erneut zu und erzielte in der allerletzten Minute der Nachspielzeit den vielumjubelten 3:2-Siegtreffer für den FC Español!

Fazit: Eine spannende und engagiert geführte Kampf-Partie mit »überemotionalen« Begleiterscheinungen auf und neben dem Platz. Freunde für‘s Leben werden diese beiden Mannschaften wohl eher nicht werden…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Die Lage

Dem FC Español ist durch den Last-Minute-Sieg mit sechs Punkten aus zwei Spielen ein sehr guter Saisonstart in die Landesliga-Saison gelungen. Heute wurde das Team noch einmal hochkarätig verstärkt, Mittelfeld-Routinier Michael Reith kommt von der aufgelösten zweiten Mannschaft des KSC an den Jagdgrund. Scheint so, als wäre mit den »Spaniern« in dieser Landesligasaison wieder zu rechnen…

Impressionen

Wochenend, Landesliga und Sonnenschein…

Abgelegtes Schuhwerk

Blick durch das Netz…

Landesliga 18/19


Remis zum Heimspielauftakt: Racing Club de Strasbourg vs AS Saint-Étienne 1:1 – 19.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-22 21:50

Racing Club de Strasbourg vs AS Saint-Étienne 1:1

Unsere Lieblingsfranzosen von Racing Strasbourg spielen nach dem erfolgreichen Klassenerhalt eine weitere Saison Ligue 1, das musste mit einem Besuch in der Meinau gefeiert werden! In einem spannenden und guten Spiel gab es zum Heimspielauftakt ein 1:1 gegen den »Traditionsverein« AS Saint-Étienne…

Racings zweites Jahr in der Ligue 1

Wer die Geschichte von Racings Zusammenbruch und Wiedergeburt noch nicht kennt, kann sie im Artikel zum Zweitliga-Spiel gegen Red Star von 2016 nachlesen. Es ist schon eine erstaunliche Sache, dass der Altmeister vom Rhein nach dem Absturz in die Fünftklassigkeit im Jahre 2011 sieben Jahre später die zweite Saison hintereinander in der Ligue 1 kickt.

In der letzten Saison gelang als Aufsteiger nach einer schwachen Rückrunde (mit nur 3 Siegen aus 19 Spielen) die Rettung. Wenn auch nur mit einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz 18. Letztendlich brachte ein sensationeller 3:2-Auswärtssieg (einer von nur zwei Erfolgen in der Fremde in der gesamten Saison, Racing war die zweitschwächste Auswärtsmannschaft) beim Dritten Olympique Lyon den Klassenerhalt…

Damit in der gerade begonnenen Spielzeit nicht wieder bis zum Ende gezittert werden muss, leitete Trainer Thierry Laurey einen Kaderumbruch ein. Mit Torwart Alexandre Oukidja und dem 35-jährigen Stürmer Jeremy Blayac verließen zwei »Aufstiegshelden« den Klub. Weitere »Ü-30-Spieler« wie Kader Mangane (wird im Verein bleiben und im Jugendbereich arbeiten) und Ernest Seka verließen das Team. Leihspieler wie der talentierte Martin Terrier und Abwehrrecke Bakary Koné kehrten zu ihren Stammvereinen zurück.

Ein ausgesprochen lukrativer Deal war der Verkauf von Jean-Eudes Aholou an AS Monaco, der 14 Mio. Euro einbrachte und die Verpflichtung von Torwart Matz Sels (für 4 Mio von Newcastle) und Verteidiger Stefan Mitrovic (3 Mio von KAA Gent) ermöglichte. Zusätzlich kamen Ibrahima Sissoko und Ludovic Ajorque für je 2 Mio aus der Ligue 2. Stürmer Adrien Thomasson wurde ablösefrei aus Nantes geholt, von Sunderland wurde Verteidiger Lamine Koné ausgeliehen. Kein Neuzugang ist älter als 28, so dass das Ziel der Verjüngung und Verstärkung des Kaders auf dem Papier erreicht wurde.

Am ersten Spieltag funktionierte das neue Team gleich ausgezeichnet, mit 2:0 wurde bei Girondins Bordeaux gewonnen und damit schon an Spieltag 1 50% der Auswärtssiegausbeute der Vorsaison eingefahren. Das entscheidende 2:0 wurde auch noch in spielerisch beeindruckender Art und Weise herausgespielt

Auch rund um das altehrwürdige Stade de la Meinau wurde im Sommer aufgerüstet. So wurde die Haltestelle »Krimmeri/Stade de la Meinau« in hübscher Racing-Optik neu gestaltet, auf dem Gelände wurden große Bildschirme zur Unterhaltung vor dem Spiel installiert. Sehr praktisch für den Marsch zu WC und Bierbude, man kann dank der großen Schirme fast bis zum Urinal das Spiel verfolgen!

Fast 20.000 Dauerkarten setzte Racing vor der Saison ab, so dass das Stadion fast immer voll sein wird und Eintrittskarten in der aktuellen Saison noch ein selteneres Gut sein werden als in der letzten. Präsident Marc Keller präsentierte Pläne, die eine Renovierung und einen Ausbau auf 33.000 Plätze (von jetzt 29.000) des Anfang der 80er-Jahre in seinen jetzigen Ausbauzustand gebrachten Stadions. Stolze 100 Mio. Euro soll das kosten, Racing müsste davon 40 Mio aufbringen.

AS Saint-Étienne

Gegner »Association Sportive de Saint-Étienne Loire«, im Zentralmassiv in der Nähe von Lyon beheimatet und in Frankreich meist kurz »ASSE« genannt, ist das, was man gemeinhin einen »Traditionsverein« nennt. D.h.: Sie hatten mal eine glorreiche Phase in der Vergangenheit, die aber schon etwas länger her ist und haben seitdem nix mehr gewonnen…

Der 1919 gegründete Klub hatte seine erfolgreiche Phase zwischen 1964 und 1981, als neun der insgesamt 10 Meisterschaften eingefahren wurden. 1976 erreichte ASSE das Finale des Europapokals der Landesmeister, verlor aber unglücklich gegen Bayern München. Zu dieser Zeit war Saint-Étienne der populärste Klub Frankreichs. Georges Bereta, Aimé Jacquet oder Michel Platini waren bekannte Spieler der damaligen Zeit.

In der 80ern begann ein Niedergang mit finanziellen Unregelmäßigkeiten, schwarzen Kassen und gefälschten Pässen, der ASSE zu einer Fahrstuhlmannschaft zwischen erster und zweiter Liga machte. Seit dem Aufstieg 2004 spielt Saint-Étienne wieder durchgehend erstklassig und 2013 wurde mit dem Ligapokal nach 32 Jahren wieder ein Titel gewonnen.

In der letzten Saison landete das Team von Trainer Jean-Louis Gasset, der seit Dezember 2017 im Amt ist, auf Rang 7 und verpasste nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses einen Platz in der Europa-League-Quali.

Racing Club de Strasbourg vs AS Saint-Étienne 1:1

Die Meinau war zum Heimspielauftakt bis auf den letzten Platz ausverkauft, trotzdem fand das Match wie immer in entspannter Atmosphäre statt. Savoir-vivre auf dem Fußballplatz…

Saint-Étienne tauchte mit einem in Deutschland wohlbekannten Akteur auf, dem ehemaligen Dortmunder Innenverteidiger Neven Subotic. Und der sollte nach 17 Minuten gleich eine kurze und intensive Hauptrolle im Spiel übernehmen…

Racing dominierte die Anfangsphase und spielte schnell und gefällig Richtung ASSE-Tor. Racing-Eigengewächs Anthony Caci schickte in Minute 17 den pfeilschnellen Nuno da Costa steil, und Subotic riss ihn um. Da Subotic letzter Mann vor dem Tor war, sah er die Rote Karte und Racing konnte damit, wie schon in der Vorwoche in Bordeaux, über 70 Minuten in Überzahl spielen…

ASSE kam damit aber gut zurecht und unterband in den folgenden Minuten Racings Bemühungen sehr effektiv, so dass es mit 0:0 in die Pause ging.

Nach der Pause schlug in der 55. Minute die große Stunde des Anthony Gonçalves. Racings Mittelfeld-Kampfmaschine, schon seit Ligue-2-Zeiten im Team, nahm einen langen Ball des erneut präzise flankenden Youngsters Caci mit der Brust an, legte sich die Kugel selbst vor und hämmerte sie ins Netz. Das war Gonçalves‘ erstes Tor in der Ligue 1, und mit 32 Jahren und 166 Tagen ist er der älteste Tor-Debütant in der Geschichte von Racing. Glückwunsch!

Alle dachten, dass dieses Tor die Schleusen Richtung Tor von ASSE öffnen würde, ein »Jetzt geht‘s los« wurde auf den Rängen angestimmt. Aber die grün-weißen Gäste blieben cool. Racing vergab einige sehr gute Chancen und so passierte das, was in solchen Spielen immer passiert…

In der 87. Minute behinderten sich zwei Racing-Verteidiger gegenseitig, wodurch eine zu kurze Kopfballabwehr beim Gegner landete. Der flankte in die Mitte des Strafraums, wo drei Racing-Spieler nur zuschauten, als sich Makhtar Gueye die Kunstlederkugel schnappte und zum 1:1-Endstand einnetzte. Sehr ärgerlich, einmal in der Abwehr unaufmerksam gewesen und gleich mit dem Verlust von zwei Punkten bestraft!

Fazit: Ein spannendes und in der zweiten Hälfte schön anzuschauendes Match in einer guten Fußballatmosphäre. Ein Besuch in der Meinau ist aktuell immer die (kleine) Reise wert…

 

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Stade de la Meinau und der Sommerhimmel…

Anrennen vor der Fankurve…


Landesliga-Auftakt: FV Fortuna Kirchfeld vs SC Wettersbach 1:1 – 17.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-18 19:40

FC Fortuna Kirchfeld vs SC Wettersbach 1:1

An diesem Wochenende starten alle regionalen und lokalen Ligen in die neue Saison. So auch die Landesliga Mittelbaden (7. Liga), die mit einem vorgezogenen Freitagsspiel zwischen der FV Fortuna Kirchfeld und dem SC Wettersbach eröffnet wurde. Es gab ein spannendes Match, das über weite Strecken von der Fortuna dominiert wurde, aber am Ende doch 1:1-Unentschieden endete…

Landesliga Mittelbaden: Derbys ohne Ende…

Die Landesliga Mittelbaden ist in dieser Saison fest in der Hand des Fußballkreises Karlsruhe. Mit Kirchfeld, Wettersbach, SV Langensteinbach, ATSV Mutschelbach II, FV Ettlingenweier, ASV Durlach, FC Español und TSV Reichenbach stellt der hiesige Kreis gleich acht der 16 Teams. Vier Teams davon (Kirchfeld, Wettersbach, FC Español und ASV Durlach) kommen aus Karlsruhe. Entsprechend viele Kreis-Derbys hat die Landesliga zu bieten: das Auftaktspiel Kirchfeld (aus dem Stadtteil Neureut) gegen Wettersbach (einer der höher gelegenen Vororte aka »Höhenstadtteile« oder »Bergdörfer«) war auch gleich das erste Stadtderby.

Prominente Neuzugänge gab es aus der Verbandsliga, der FC Español und der ehemals ruhmreiche ASV Durlach stiegen aus selbiger in die Landesliga ab. Ob sie gleich um den Wiederaufstieg mitspielen können, bleibt abzuwarten, da mit einem Abstieg stets ein größerer personeller Umbruch einhergeht. Favoriten auf den Aufstieg sind neben den Verfolgern der letzten Saison, 1. FC Birkenfeld und Ettlingenweier, die TSV Reichenbach und der SV Langensteinbach, die sich in der Sommerpause ordentlich verstärkten.

FV Fortuna Kirchfeld vs SC Wettersbach 1:1

Der Neureuter Klub Fortuna Kirchfeld (bei dem wir in der letzten Saison im Badenpokal zu Besuch waren) beendete die letzte Saison auf Rang 8 im Mittelfeld der Tabelle. Das Spieljahr verlief etwas wild, drei verschiedene Trainer betreuten die Fortuna und man rutschte bedrohlich nahe an das Tabellenende. Der 1949 gegründete Klub möchte seine dritte Landesliga-Saison hintereinander mit etwas mehr Kontinuität absolvieren und strebt eine Platzierung im einstelligen Bereich an.

Gegner SC Wettersbach, 1978 aus einer Fusion des 1906 gegründeten Fußballclubs Phönix und des Tennisklubs Grünwettersbach entstanden, verbringt 18/19 seine zweite Saison in der Landesliga. Als Aufsteiger gelang in der letzten Spielzeit mit Rang 6 der Klassenerhalt (wg. eines in einer tollen Hinrunde angelegten Punktepolsters von 23 Zählern), der auch im »verflixten zweiten Jahr« das Saisonziel der Elf von Spielertrainer Matthias Kolsch ist.

Der bisher so heiße Sommer legte eine kleine Pause ein, als Frei­tag­abend auf dem 2008 neu errichteten Sportplatz (der jetzt dank eines Immobilien-Sponsors »Pell-Rich-Stadion« heißt) die Landesliga-Saison eröffnet wurde. Es grummelte aus dunklen Gewitterwolken am Himmel und bei durchaus angenehmen Temperaturen regnete es ein wenig.

Als das Spiel angepfiffen wurde, begann ein Sturmlauf der Fortuna. Das Team von Trainer Dirk Rohde setzte die Gäste unter Druck, minutenlang spielte sich das Geschehen ausschließlich in der Hälfte der Wettersbacher ab. Es fehlten aber die klaren Abschlüsse, im Strafraum kamen die Gäste zumeist gut zurecht und verstanden es, Gefahr vom eigenen Kasten fernzuhalten.

Nur einmal verloren sie ein wenig den Überblick. Nach einer missglückten Abwehr landete das Spielgerät auf dem Kopf von Guiliano Krahl, der das Geschenk annahm und zur hochverdienten Führung in der 15. Minute einköpfte (Video bei fupa.tv).

Das blieb aber die einzige Unaufmerksamkeit der Gäste-Abwehr. Ballbesitz für Kirchfeld prägte weiter das Spiel, weitere Tore gab es aber nicht zu sehen. Mit 1:0 ging es in die Pause…

In dieser fand es am Rande des Spielfelds die Auslosung für das Viertelfinale des Badenpokals statt, die unter anderem ein Heimspiel des KSC gegen den FC-Astoria Walldorf ergab…

Mit eingeschaltetem Flutlicht ging es bei stärker werdenden Regen in die zweite Halbzeit, die vom Verlauf her der ersten ähnelte. Kirchfeld blieb feldüberlegen und kam zu einigen Abschlüssen. Die Wettersbacher konnten sich aber nun häufiger mal befreien und kamen ihrerseits zu dem einen oder anderen Abschluss. Trotzdem hätte Kirchfeld schon längst höher führen müssen, als sich das Spiel langsam dem Ende näherte. Und wir wissen alle, wie es im Fußball endet, wenn man überlegen spielt, knapp führt und keine weiteren Tore nachlegt…

Genau! Denn in der letzten Minute der Nachspielzeit ließen die Fortunen Florian Meyerhofer vom linken Flügel flanken. Und die Kunstlederkugel landete auf dem Schädel von Patrick Firnkes, der mit dem zweiten Kopfballtor des Tages den ebenso glücklichen wie vielumjubelten 1:1-Ausgleich erzielte (Video bei fupa.tv).

Fazit: Ein bis zum Schluss spannendes und umkämpftes Match zum Auftakt der Landesliga-Saison.

 

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Viel Betrieb im Wettersbacher Strafraum. Torwart Yanick Schlager wurde aber nur einmal bezwungen…

Kirchfelds Bank haderte mit den vergebenen Chancen…

Landesliga 18/19


Geschenke auf dem Rasen: SV Sandhausen vs Hamburger SV 0:3 – 12.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-14 21:55

SV Sandhausen vs Hamburger SV 0:3

»Feiertage kommen wie Könige und gehen wie Bettler«, sagt ein estnisches Sprichwort. Das passt gut zum »großen« Spiel des SV Sandhausen gegen den abgestürzten ex-Bundesliga-Dino Hamburger SV. Nach allerlei Medien-Bohai zeigte sich der SVS vor großer Kulisse ausgesprochen spendabel und ermöglichte dem HSV den ersten Zweitliga-Sieg seiner Vereinsgeschichte…

Der große Fußballfeiertag…

Gegen das allgemeine »der große HSV muss nach Sandhausen, höhöhö«-Theater in den Medien kann man sich als Verein schlecht wehren. Die Frage ist aber, ob man bei der »jahrmarktmäßigen« Inszenierung nach Kräften mitmachen muss, wie mit der seltsamen Plakataktion in Hamburg und der Selbstinszenierung als »Fußballfeiertag auf dem Dorf gegen den so furchtbar großen HSV« mit Freibieraktion etc.

Das, was Fußball in Sandhausen normalerweise ausmacht, nämlich in entspannter Atmosphäre schön Zweitligafußball schauen, war bei diesem Spiel nicht vorhanden. Der Ort und die Stadioninfrastruktur ist für ein Fußballspiel mit über 14.500 Zusehenden gar nicht eingerichtet. Um das Stadion herum und im Stadion gab es überall nur Schlangen und Gedränge…

Dummerweise gab es nur Karten für den C-Block, der in erster Linie von HSV-Fans bevölkert war. Diese stellten sich als eher unangenehme Zeitgenossen heraus. Dem Akzent bei ihren großmäuligen Tiraden nach zu urteilen, waren sie aber eher in der Mannheimer Region zu Hause und nicht aus Hamburg angereist…

SV Sandhausen vs Hamburger SV 0:3

Aber in erster Linie ging es ja um Fußball. Und in der Hinsicht gab es ein Duell zweier Teams, die nach dem ersten Spieltag mit Null Punkten da standen. Der große Aufstiegsfavorit HSV gönnte sich zum Auftakt eine 0:3-Heimschlappe gegen Holstein Kiel. Und der SVS ging nach einer 1:0-Führung in Fürth innerhalb von 10 Minuten mit 1:3 unter.

Im vollen Stadion bei nicht zu warmen Sommerwetter marschierten die Akteure vor 15.400 erwartungsfrohen Zusehenden ein…

Im Grunde war das Spiel aber nach 7 Minuten schon entschieden. Sandhausens Torwart Marcel Schuhen, normalerweise ein sehr zuverlässiger Vertreter seiner Zunft, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und legte dem anfangs noch ein wenig verunsichert wirkenden HSV das befreiende Tor auf. Schuhen wollte vom Tor weg das Spiel schnell machen, kickte die Kugel aber dem sehr agilen Khaled Narey in die Beine, der sich bedankte und für das 0:1 sorgte…

Als sich die Sandhäuser nach einer Phase der Verunsicherung gerade leicht erholt hatten, köpfte Rick van Drongelen einen Freistoß von Douglas Santos in der 30. Minute zum 2:0 ins Tor.

Danach hätte man eigentlich nach Hause gehen können, den Sandhäusern gelang trotz eines nicht nachlassenden Engagement nichts mehr. Schuhens zweiter Fehler, der Narey in der 59. Minute den 0:3-Endstand ermöglichte, war zwar unangenehm für den bedauernswerten Sandhäuser Keeper. Aber Sandhausen wäre auch »nur« mit einem 0:2-Rückstand nicht mehr zurück gekommen, von daher war es fast egal…

Der SV Sandhausen legte mit zwei Niederlagen bei 1:6-Toren den schlechtesten Start seiner Zweitligageschichte hin. Saisonübergreifend gab es in den vergangenen 12 Spielen nur einen Sieg zu bejubeln. Und im Kalenderjahr 2018 nur einen einzigen Heimsieg. Zeit, das Marketing-Chi-Chi (mir scheint der neue Marketingchef Dag Heydecker die treibende Kraft dahinter zu sein) herunter- und den guten alten Sandhäuser Kampf auf dem Rasen wieder hochzufahren. Entscheidend ist auf dem Platz, nicht auf Plakatwänden in fremden Städten…

Fazit: Ein Sonntagmittag zum Vergessen. Wenn ich eines nicht ausstehen kann, dann ist es dem HSV beim Gewinnen zuzusehen. Folgerichtig war es eines der kürzesten Spiele meiner Fußballzuschauerkarriere, denn nach dem 0:3 hatte ich genug und verließ das Stadion. Verehrte Leserinnen und Leser, das bleibt unter uns und lassen Sie das bloß nicht die »11-Freunde-was-darf-man-im-Stadion-und-was-nicht«-Wahre-Fankultur-Verhaltenspolizei wissen…

 

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Packung zum Auftakt: FC Germania Friedrichstal vs Bahlinger SC 0:7 – 11.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-14 09:45

FC Germania Friedrichstal vs Bahlinger SC 0:7

»Gespannte Erwartung wird selten befriedigt« wusste schon der sprücheklopfende Dichterfürst Goethe, und er hat natürlich recht. Denn alle (zumindest einige der 231 Zusehenden) fanden sich erwartungsfroh im Stutensee-Stadion zum ersten Spiel des Verbandsliga-Meisters und Aufsteigers FC Germania Friedrichstal in die Saison der Oberliga Baden-Württemberg ein, und was für ein Desaster gab es zu sehen! Der FC Germania kassierte eine in dieser Höhe von niemandem erwartete 0:7-Heimklatsche gegen den Bahlinger SC…

Friedrichstal zurück in der Oberliga

Wir hatten den souveränen Weg des FC Germania zur Verbandsliga-Meisterschaft in der letzten Saison ein wenig begleitet. Nach zwei Jahren Verbandsliga kehrten die Germanen in die Oberliga zurück.

Trotz der erfolgreichen Saison zog sich Erfolgstrainer Andreas Augenstein nach drei Jahren auf der Friedrichstaler Bank zurück. Nachfolger wurde Marcelus Noukiatchom. Beim kickenden Personal verließ von den Stammkräften nur Stürmer Abdelrahman Mohamed den Verein (zum VfR Mannheim), neu hinzu kamen neben einigen Nachwuchskräften Diego Arnejo vom FC Español, Hans Kyei vom 1. SV Mörsch und Dominik Hauck von der SpVgg Durlach-Aue.

Beim mühsamen Badenpokal-Spiel in Weingarten vor einigen Wochen hinterließen die Friedrichstaler einen schwachen Eindruck, der sich durch das etwas peinliche Pokal-Aus beim Landesligisten Fortuna Kirchfeld einige Tage später noch verstärkte. Selbst der Autor der Spielberichte der vereinseigenen Website vermisste »bei der vom Trainer umgestellten Mannschaft die Homogenität, die in der Vergangenheit der Sieggarant war«. Dazu kam, dass Top-Torjäger Patrick Roedling wg. einer Verletzung große Teile der Vorbereitung verpasste…

Als Aufsteiger werden die Germanen nicht mehr im dominanten Offensiv-Stil der Verbandsliga-Saison spielen können, sondern sollen »taktischer« und defensiver« werden. Denn der Sportliche Leiter Marcel Ott rief den Klassenerhalt »einzig und allein« als Saisonziel aus. Deshalb versucht Trainer Noukiatchom ein neues Spielsystem einzuspielen, was, schaut man sich die Ergebnisse bisher an, noch nicht funktioniert…

Bahlinger SC

Gegner im Auftaktspiel war der südbadische Vertreter Bahlinger SC. Das 1929 gegründete Team vom Kaiserstuhl war in den letzten 20 Jahren als »Fahrstuhlmannschaft« zwischen Verbands- und Oberliga unterwegs. Einmal, in der Saison 15/16, gab es sogar einen Ausflug nach oben in die Regionalliga Südwest.

In der letzten Saison waren die Bahlinger im vorderen Mittelfeld unterwegs (Platz 8 in der Abschlusstabelle) und waren nicht durch Auswärtskantersiege aufgefallen…

Trainiert werden die Bahlinger seit dieser Saison gemeinsam von Axel Siefert und vom ehemaligen Profi Dennis Bührer (u.a. bei SC Freiburg, RW Essen und Dynamo Dresden aktiv). Auf dem Spielfeld möchte Bührer »den Gegner mit schnellem Umschaltspiel überfallen«. Dass das gleich im ersten Auswärtsspiel so gut klappen sollte, hat er wohl selbst nicht erwartet…

FC Germania Friedrichstal vs Bahlinger SC 0:7

231 Zusehende fanden sich bei erträglichen Sommerwetter zum Oberliga-Auftakt erwartungsfroh im Stutensee-Stadion ein. Oberliga ist teuer, 8 Euro kostet es in dieser Saison in Friedrichstal. Dafür ist der Sportplatz ein wenig aufgehübscht worden, vor allem mit zwei stolz im Landwind wehenden Bannern des FC Germania und der Gemeinde Stutensee. Und auch der Rasen machte trotz des Mördersommers mit einer wochenlangen Dürre einen guten Eindruck.

Das Publikum hatte noch gar nicht vom Erfrischungsgetränk genippt, da nahm das Verhängnis seinen Lauf. Ballsicher und ziemlich flott griffen die Bahlinger über ihre schnellen Flügelspieler an und stramme Flanken segelten in den Strafraum der Germanen. Die Abwehr der Friedrichstaler hatte dem nichts entgegenzusetzen, das 0:1 in der 4. Minute durch Tobias Klein war die Konsequenz. Willkommen in der Oberliga…

Wer dachte, das wäre der Weckruf für die Friedrichstaler gewesen, sah sich getäuscht. Angriff um Angriff rollte auf das Tor des bedauernswerten Keepers Patrick Haumann. Ein 0:5 zur Pause war die Konsequenz einer völlig indiskutablen ersten Halbzeit. Trainer Marcelus Noukiatchom schlurfte einsam und nachdenklich schauend in Richtung Kabine…

Die Pausengespräche im Publikum waren von Entsetzen ob des Gesehenens geprägt, »beim Andy (ex-Trainer Augenstein) hätt‘s das nicht gegeben, der tät denen was erzählen« und »so schlecht sind wir nicht« waren zu hören…

In der zweiten Hälfte ließen es die Gäste etwas ruhiger angehen, es fielen »nur noch« zwei Tore zum 0:7-Endstand. Die genauen Torschützen entnehme man der Statistik-Seite von fupa.net. Tobias Klein und Santiago Fischer glänzten bei den Bahlingern mit einem Doppelpack…

Fazit: Ein extrem einseitige Partie und ein so nicht zu erwartendes Desaster zum Auftakt in die Oberliga. In den bisherigen drei Pflichtspielen (zweimal Badenpokal und einmal Oberliga) gelang den Germanen ein einziges Tor und neunmal klingelte es im eigenen Kasten. Bei aller Bescheidenheit als Aufsteiger, so kann und will man nicht auftreten. Der Spielbericht auf der eigenen Webiste meinte nur trocken: »Es bleibt nach 0:7 Klatsche festzustellen, dass der FCG in der Oberliga Baden-Württemberg noch nicht angekommen ist.« Es liegt einiges an Arbeit vor Trainer Noukiatchom…

 

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Verbandsliga-Auftakt: ATSV Mutschelbach vs TSV Wieblingen 1:0 – 10.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-13 21:55

ATSV Mutschelbach vs TSV Wieblingen 1:0

Die Sommerpause des regionalen Fußballs ist beendet, die Verbandsliga legt wieder los. Das feierliche Eröffnungsspiel unter Flutlicht am Freitagabend war das Duell der beiden souveränen Landesliga-Aufsteiger ATSV Mutschelbach und TSV Wieblingen. Beide zeigten gleich, dass mit ihnen zu rechnen sein wird und legten eine spannende und intensive Verbandsligapartie hin, die das Heimteam mit 1:0 für sich entschied…

Verbandsliga Baden 18/19

Der Fußballkreis Karlsruhe wurde nach der Verbandsliga 17/18 ordentlich dezimiert. Während Meister FC Germania Friedrichstal die Liga nach oben Richtung Oberliga verließ, stiegen der FC Español aus Karlsruhe und der ASV Durlach mehr oder weniger unglücklich in die Landesliga ab. Übrig blieb nur die SpVgg Durlach-Aue, die in der neuen Saison gemeinsam mit dem starken Landesliga-Aufsteiger ATSV Mutschelbach die Fahne des Fußballkreis Karlsruhe hochhalten wird…

Als Favoriten gelten in der kommenden Saison der in der Relegation gescheiterte Tabellenzweite FC Fortuna Heddesheim und die beiden Verfolger VfR Mannheim und 1. FC Bruchsal.

Hart wird der Abstiegskampf werden. Je nach Verbandszugehörigkeit der Absteiger aus der Verbandsliga kann es in dieser Saison bis zu fünf Teams erwischen.

Zwei starke Aufsteiger

ATSV Mutschelbach

Wie wir schon beim ersten Besuch eines Spiels des ATSV in der Vorsaison schrieben:

»Mutschelbach« ist ein lustiger Ortsname, der irgendwie schon nach »Dorffußball« klingt. Davon darf man sich aber nicht täuschen lassen, denn der ATSV ist ein ambitioniert aufgezogenes »Projekt«.

Beim damaligen Spitzenspiel in Heidelsheim wurde der ATSV und die Hintergründe des Karlsbader Fußballprojekts ein wenig vorgestellt. Die »Schmierbrenner« gewannen souverän die Landesliga Mittelbaden und stiegen mit nur einer Niederlage in die Verbandsliga auf.

Nach dem Aufstieg übernahm Dietmar Blicker, KIT-Hochschulsportleiter und in den letzten Jahren Trainer beim Süd-Verbandsligisten 1. SV Mörsch, den Trainerposten beim ATSV. Die Mutschelbacher verstärkten den Kader noch einmal und gönnten sich in der Vorbereitung eine »Teambuilding«-Reise in die schwedische Wildnis. Nicht schlecht für einen Verbandsligisten…

Zur neuen Saison wurde auch der Ground im Waldenserdorf Mutschelbach edel ausgebaut und modernisiert. Am Eingang hinter dem Tor wurde eine Art Empore errichtet, von der aus man das Geschehen auf dem Rasen hervorragend anschauen kann. Eine moderne LED-Flutlichtanlage macht Flutlichtspiele möglich, eine kleine überdachte Tribüne und ein großes Klubhaus vervollständigen den Sportplatz. Ein sehr schöner Ground!

Raum für weitere Erweiterungen gibt es allerdings keinen mehr, da sich der Platz zwischen der Bundesstraße und einem bewaldeten Hügel befindet. Geht der Marsch durch die Ligen nach oben so weiter wie in den letzten Jahren, wird man irgendwann einen größeren Platz brauchen…

TSV Wieblingen

Gegner zur Eröffnung war der Aufsteiger aus der Landesliga Rhein-Neckar, der Turn- und Sportverein 1887 aus dem Heidelberger Stadtteil Wieblingen. 1887 als reiner Turnverein gegründet, spielt man seit 1933 (als mit dem 1911 gegründeten Fußballklub Viktoria fusioniert wurde) auch Fußball. Nach sechs Jahren Landesliga wurde der TSV in der letzten Saison souverän Meister und stieg erstmals in der Vereinsgeschichte in die Verbandsliga auf. Saisonziel des Teams von Trainer Norbert Muris ist der Klassenerhalt.

ATSV Mutschelbach vs TSV Wieblingen 1:0

Mit 5 Euro ist man in Mutschelbach dabei, Bier (2,50) und fußballplatzübliche Fleischgerichte gibt es auch. Davon und von der Neugierde auf die Verbandsligaeröffnung ließen sich über 400 Zusehende auf den Sportplatz locken.

Traditionell wird die Verbandsliga Baden mit einem vorgezogenen Freitagsspiel des ersten Spieltags eröffnet, zu dem sich auch die Verbands-Prominenz unter Führung des DFB-Vizes und Vorsitzenden des Badischen Fußballverbandes Ronny Zimmermann einfand. Dazu wurde eine kleine Zeremonie veranstaltet. Der Bürgermeister von Karlsbad hielt eine Rede, die Teams posierten mit dem Verbandsligalogo und der Werbetafel für die DFB-EM-Bewerbung. Und die Verbandsprominenz durfte mit einem symbolischen Anstoß die Saison für eröffnet erklären…

Danach wurde aber endlich Fußball gespielt. Die Akteure konnten es wohl kaum erwarten, denn das Spiel ging ohne lange Eröffnungsphase gleich mit rasantem Tempo in Richtung der beiden Tore los. Es gab einen offenen Schlagabtausch, schnell kam es zu Abschlüssen in beiden Strafräumen. Im Laufe der ersten Halbzeit erspielte sich der ATSV ein Übergewicht und das Spiel verlagerte sich zusehends vor das Wieblinger Tor. Mehr als zwei Lattentreffer waren in der ersten Hälfte aber nicht drin.

In der zweiten Hälfte ging es gerade so weiter. Und nach knapp einer Stunde (58.) belohnte sich die Heimmannschaft mit der Führung. Dennis Klemm hatte vom linken Flügel geflankt, Top-Torjäger Erich Strobel, einst in der zweiten Mannschaft des KSC aktiv, vollstreckte in gewohnter Manier.

Das war auch schon das Tor des Tages. Die Gäste gaben nicht auf und erarbeiteten sich die eine oder andere Gelegenheit. Glück und der aufmerksame Mutschelbacher Keeper Dominic Bleich vereitelten aber alle Chancen.

Fazit: Ein gelungener Auftakt in die Verbandsligasaison. Ein bis zum Abpfiff spannendes Match bot beste Fußballunterhaltung, was will man mehr?

 

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Freundschaftsspiel: VfB Stuttgart vs Atlético de Madrid 1:1 – 5.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-07 22:30

VfB Stuttgart vs Atlético de Madrid 1:1

Der »Tag des Brustrings« ist eine Veranstaltung, die man als Karlsruher normalerweise eher nicht in die Kategorie »lohnenswertes Sonntagsvergnügen« einsortieren würde. Die diesjährige Saisoneröffnung des VfB Stuttgart wurde aber mit einem Freundschaftsspiel gegen unsere Lieblingsspanier, den großartigen Club Atlético de Madrid, zelebriert. Und wenn die Colchoneros in der Nähe sind, muss man natürlich hin. Sogar nach Stuttgart zum »Tag des Brustrings«…

VfB Stuttgart vs Atlético de Madrid 1:1

Auch im Schwabenland war der Klimakatastrophensommer aktiv, Temperaturen jenseits der 35 Grad bot der schwäbische Saisoneröffnungs-Sonntag auf. Dazu ein ausverkauftes Stadion. Normalerweise sollte man meinen, dass ein Publikum dieser Größe für einen Bundesligisten kein Problem sein sollte. Aber weit gefehlt, die Veranstaltung war, was die Versorgung mit Nahrung und Getränken angeht, von einer bemerkenswerten Fehlleistung geprägt. Endlose Schlangen und reihenweisende versagende Zapf- und Abfüll-Technik machten den Erwerb von Getränken zu einer undankbaren und zeitintensiven Aufgabe. Eine ganz schwache Vorstellung für einen Bundesliga-Klub…

Ein amüsanter Randaspekt: Wenn man zu so einem Spiel als an der Kleidung erkennbarer Atléti-Anhänger anreist, hat man den »Exotenbonus« und wird im Stadion von allen möglichen Leuten in einem bunten Sprachgemisch angesprochen. Diesbezügliches Highlight war ein mit einem breiten schwäbischen Akzent formuliertes »Du Madrido?«…

Aber wir waren ja in erster Linie für Atléti und ein Spiel angereist. Trainer Diego Simeone ließ leider einen Großteil der Stammelf daheim. Viele WM-Teilnehmer, wie die Weltmeister Antoine Griezmann und Lucas Hernandez, Diego Costa und Diego Godin und diverse andere Stammkräfte waren gerade erst ins Training eingestiegen und blieben in Madrid.

Der Rest des Teams, verstärkt mit einigen Talenten aus der zweiten Mannschaft, ist aktuell im Trainingslager in Südtirol und reiste per Charterflug zum Spiel nach Stuttgart. Angeführt von Juanfran, Saúl und Koké lief eine mit diversen Nachwuchsspielern verstärkte Atléti-Elf gegen den VfB auf. Immerhin durfte man das inoffizielle Debüt der Neuzugänge Gelson Martins (von Sporting Club aus Lissabon), Rodri (von Villarreal) und Tomas Lemar (Weltmeister mit Frankreich, von Monaco) anschauen.

Das Spiel in der sommerlichen Hitze bot eher bescheidene Action. Die bis auf Juanfran nur aus Nachwuchsspielern bestehende Atleti-Abwehr geriet das eine oder andere Mal in Verlegenheit. Torhüter Antonio Adán, Neuzugang von Real Betis aus Sevilla, hielt seinen Kasten aber sauber. Sehr auffällig bei ihren Debüts waren Gelson Martins und der 22-jährige Rodri, der das Trikot mit der Nummer 14 vom langjährigen und in monetär lukrative Altersteilzeit nach Katar abgewanderten Kapitän Gabi übernommen hat.

Torszenen waren Mangelware, ein etwas plumpes Foul des Nachwuchsverteidigers Francisco Montero brachte die Führung für den VfB per Elfmeter (58.) durch Rückkehrer Daniel Didavi. Ein Rückstand in Stuttgart ist natürlich nix, was für Atléti angemessen wäre. Folgerichtig gab es zwei Minuten später den Ausgleich durch einen schönen Schuss aus 20 Metern von Nachwuchsstürmer Joaquin Munoz…

Der VfB vergab noch einen weiteren Elfer, der von der Tribüne aus eher zweifelhaft erschien und von Thommy folgerichtig an die Latte gesetzt wurde…

Fazit: Kein Spiel was man unbedingt gesehen haben muss, es war aber trotzdem eine schöne Sache, Atléti mal wieder »in echt« in Augenschein nehmen zu können.

 

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Atléti im ballreiter


Heißer Auftakt: KSC vs FSV Zwickau 1:1 – 4.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-06 21:55

KSC vs FSV Zwickau 1:1

Das war ja mal ein heißer Heimspiel-Auftakt! Allerdings nur vom Wetter her, der Sommer gab alles und briet den Wildpark bei 35 Grad schön durch. Das Gekicke auf dem Rasen war allerdings alles andere als heiß und bot die mittlerweile in Karlsruhe übliche tor- und actionarme Drittliga-Standardkost. Folgerichtig trennten sich der heimische KSC und der FSV Zwickau in einem schlechten Spiel 1:1…

Euphoriekiller Sommerpause

Elf Wochen waren seit dem letzten Heimspiel, der grausigen Relegations-Nullnummer gegen Aue, ins Land gezogen. Zu wenig Zeit, um für einen neuen Anlauf des KSC eine Euphorie wie im Sommer 2017 nach dem Abstieg aufkommen zu lassen. Der letztendlich relativ chancenlos verpasste Aufstieg ist, gemeinsam mit der wenig Begeisterung auslösenden Aussicht auf eine weitere Saison in der »Rumpelliga« unter immer schwieriger werdenden finanziellen Bedingungen, eine echte Euphoriebremse…

Banner »Zwei gute Leute müssen gehen und keiner weiß warum. Die Mitglieder und Fans wollen Antworten!«

Zusätzlich gab sich der Verein alle Mühe, während der spielfreien Zeit negative Schlagzeilen zu produzieren. Da wurde mit medialem Getöse ein wortreiches Zukunftskonzept in einer Hochglanz-Broschüre vorgestellt. Drei Tage später sucht der Mann dahinter das Weite

Dann wurde der Jugend- und Interimstrainer Lukas Kwasniok zum Fußballlehrer-Lehrgang geschickt und ein (angeblich vom Sportdirektor Kreuzer bereits eingetüteter) Wechsel mit Ablöse zum Zweitligisten Aue in letzter Minute verhindert, nur um eben jenen Kwasniok dann ein paar Wochen später im »beiderseitigen Einvernehmen« ablösefrei wegzuschicken. Was an den einschlägigen Orten des Internetdiskurses für Spekulationen und schlechte Stimmung sorgte…

Immerhin, es gab nicht nur Abgänge zu verzeichnen. Der KSC verlängerte kurz vor dem ersten Spiel den Vertrag mit Trainer Alois Schwartz bis Sommer 2020. Ein zu diesem Zeitpunkt, nach der doch recht eindeutig vergeigten Relegation, ein durchaus überraschender Schritt, der in einem auffälligen Kontrast zum Vorgehen gegenüber Markus Kauczinski in einer (wenn auch eine Liga höher) vergleichbaren sportlichen Konstellation im Jahre 2015 steht. Da kann man im Sinne des KSC nur hoffen, dass das nicht zu voreilig war. Trainer Schwartz muss in der kommenden Saison zeigen, dass das Team unter ihm auch zu mehr in der Lage ist als nur mit neun Spielern hinter dem Ball zu verteidigen und Bälle lang nach vorne zu schlagen. Eine, wie Schwartz immer sagt, »Entwicklung in der B-Note« sollte in der kommenden Spielzeit schon auf dem Rasen zu sehen sein…

Das Auftaktspiel in Braunschweig (Videozusammenfassung der Telekom auf Youtube) brachte zwar einen Auswärtspunkt bei einem der angeblichen Aufstiegsfavoriten, außer einem schönen Freistoßtor durch Wanitzek spielten sich die Blau-Weißen aber wenig Erbauliches zusammen…

KSC vs FSV Zwickau 1:1

Zum ersten Heimspiel der Saison rückte zum zweiten Mal in der Fußballgeschichte der FSV Zwickau im Wildpark an. Seit dem Sommer wird das Team aus Westsachsen von der Osnabrücker Legende und letztjährigem Telekom-TV-Experten Joe Enochs trainiert. Im Gegensatz zum KSC hatte der FSV sein Auftaktmatch nach einer ansprechenden Leistung mit 2:0 gewonnen und reiste mit der passenden »breiten Brust« an…

Pünktlich zum Spieltag fuhr der Klimakatastrophensommer einen der heißesten Tage des Jahres auf. Immerhin gab es diesmal im Stadion genug zu trinken, wg. der Preiserhöhung der Getränke auf »krumme« Summen ging den Getränkeständen das Kleingeld aus. Fußballreisender, kommst Du diese Saison nach Karlsruhe und möchtest etwas trinken, dann packe möglichst viel Kleingeld ein…

Offiziell 10.763 Zusehende meldete der KSC, das Stadion wirkte aber deutlich leerer. Diejenigen, die sich auf den archaischen unüberdachten Stehplatzrängen eingefunden hatten, wurden von einem Feuerwehrmensch mit einem Wasserschlauch beregnet. Höchste Gefahr für Smartphones und anderes empfindliches Gut!

Aber, Fußball ist ein Draußen-Sport, pünktlich um 14:00 liefen die Akteure auf dem Rasen auf und eröffneten mit dem ersten Anstoß der Saison auch im Wildpark die neue Spielzeit. Wenn nicht in der Planung wieder irgendetwas umgeworfen wird, war das der letzte Anstoß einer Saison im Wildpark, so wie wir ihn kennen. Denn im November soll parallel zum Spielbetrieb der Um- und Neubau starten…

Der Anstoß zur (wahrscheinlich) letzten Saison im Wildpark wie wir ihn kennen…

Das Match entwickelte sich wie (zu) viele Spiele im Wildpark in den letzten Jahren. Beide Teams standen sicher in der Defensive, offensiv blieb vieles Stückwerk. Der Gast aus Zwickau war überraschend das Team mit den besseren Offensivaktionen. Auch weil sie von der KSC-Defensive mit ungewohnt vielen Ballverlusten bedient wurden. Alleine Tarsis Bonga, großgewachsener und trotzdem wieselflinker Stürmer und Neuzugang von Fortuna Düsseldorfs U23, hätte Zwickau mit 2:0 in Führung bringen können, vergab die Riesenchancen aber…

In Führung ging Zwickau deshalb erst in der zweiten Halbzeit. Nach einem Tohuwabohu mit anschließendem Pfostentreffer vor dem Karlsruher Tor in der 57. Minute behielt Davy Frick den Durchblick und erzielte das verdiente 0:1…

Der KSC gab sich danach zwar Mühe, aber präsentierte sich im Offensivspiel noch einfallsloser als in der letzten Saison. Durch den Abgang von Fabian Schleusener funktioniert das letztjährige Modell »Ball irgendwie nach vorne dreschen und Schleusener macht ihn rein« nicht mehr. Der aktuelle Stammstürmer Marvin Pourié war ebenso abgemeldet (bis auf eine sehr gute Torchance) wie Sturmkollege und Neuzugang Saliou Sané. Die beiden haben es auch schwer, aus dem Mittelfeld kommt praktisch kein geordneter Spielaufbau. Neuzugang Manuel Stiefler merkt man an, dass die Position im zentralen Mittelfeld überhaupt nicht seine ist, der gute Mann ist eigentlich im offensiven rechten Mittelfeld zu Hause. Wanitzek reibt sich auf, weil er eigentlich die Offensive ankurbeln soll, aber defensiv ständig gefordert ist.

Es sah bereits schwer nach einem Fehlstart mit Heimniederlage aus, als in der Nachspielzeit der eingewechselte Lorenz auf Thiede flankte und der die Kugel dem ebenfalls eingewechselten Anton Fink auf den Kopf servierte. Der Drittliga-Rekordtorjäger ließ sich nicht bitten und köpfte den ebenso unverdienten wie umjubelten Ausgleich…

Fazit: Ein schwaches Spiel, über weite Strecken war es ein langweiliges Gekicke. Es sieht ganz so aus, als wolle Alois Schwartz im Stil der letzten Saison weitermachen. Lediglich ein Moment der defensiven Zwickauer Unaufmerksamkeit in der Nachspielzeit bewahrte den KSC vor einem 1-Punkt-Fehlstart…

 

(Bewertung: Grauenvoll | Schlecht | Geht so | Gut | Exzellent)

Die Lage

Auch mit zwei Remis hat der KSC nicht gerade einen Traumstart hingelegt und dümpelt nach zwei Spieltagen auf dem 13. Tabellenplatz herum. Die Mannschaft macht einen »unfertigen« und unausgewogenen Eindruck und könnte noch mindestens einen treffsicheren Stürmer und einen zentralen (defensiven) Mittelfeldspieler vertragen. In der aktuellen Konstellation wirkt sie nicht so, als könne sie die Erfolgsserie der letzten Saison noch einmal wiederholen…

In der Dritten Liga geht es mit einer englischen Woche weiter. Der KSC spielt auswärts bei Fortuna Köln, wo es in der letzten Saison eine 0:4-Pleite gab, die zur Ablösung von Marc-Patrick Meister führte. Am Freitag folgt das nächste Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena. Auch wieder so eine Begegnung, die schon vom Namen her »Fußballfest« schreit. Nicht.

Impressionen

Lange sah es nach einer Heimniederlage aus…