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Finale im Badenpokal der Frauen: KSC vs TSV Amicitia Viernheim 3:0 – 16.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-17 13:55

KSC vs TSV Amicitia Viernheim 3:0

Letztes Sportplatzwochenende der Saison 17/18! Und zum Abschluss gab es das (leider etwas arg einseitige) Finale im Badenpokal der Frauen, in dem sich das Frauenteam des Karlsruher SC gegen den Ligakonkurrenten TSV Amicitia Viernheim locker mit 3:0 durchsetzte…

Die Kontrahentinnen

Sowohl der Karlsruher SC als auch Amicitia Viernheim (das zwar in Hessen liegt, aber aufgrund der räumlichen Nähe im badischen Fußball kickt) spielten in der abgelaufenen Saison in der viertklassigen Oberliga Baden-Württemberg. Während die KSC-Frauen die Saison auf Rang 4 abschlossen, stiegen die Frauen aus Viernheim als Vorletzte in die Verbandsliga ab.

Vor zwei Jahren hatte es das Finale zwischen KSC und Amicitia schon einmal gegeben. Damals setzte sich der KSC überaus deutlich mit 9:0 durch und durfte in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals mitspielen. Das taten sie gegen den damaligen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, dem sie mit 1:5 unterlagen (wir waren damals dabei).

KSC vs TSV Amicitia Viernheim 3:0

Bei warmem Sommerwetter wollten rund 250 Zusehende das Finale auf dem Sportplatz des FC Grünwinkel in Karlsruhe sehen. Der KSC ging als haushoher Favorit in das Spiel, und zeigte das auch von Beginn an. Nachdem Maskottchen »Badi« die Teams auf das Feld geführt hatte, spielte sich das Match praktisch ausschließlich in der Hälfte der Viernheimerinnen ab. Die Karlsruherinnen ließen aber die Zielstrebigkeit im Strafraum vermissen (und hatten ein wenig Pech mit 3 Latten- und Pfostentreffern), so dass es eine halbe Stunde lang beim 0:0 blieb.

Ein Elfmeter verhalf den Blau-Weißen nach 32 Minuten zur Führung. Viernheims Torhüterin Kim Stricklan nahm in höchster Not ihrer Gegnerin Fabien Eichler mit der Hand den Ball vom Fuß und brachte sie dabei zu Fall, hatte den Ball dann auch sicher. Schiedsrichterin Wiebke Frede war der Ansicht, dass Stricklan zuerst Eichler zu Fall brachte, bevor sie sich den Ball sicherte. Eine harte Entscheidung!

Laura Bertsch war es egal, sie verwandelte den Elfer zur 1:0-Führung, Torhüterin Stricklan war fast noch dran…

Viernheims Trainer Patrick Kloskalla bekam sich über die Elferentscheidung nicht mehr ein und pöbelte minutenlang an der Seitenlinie herum. Bis er durch eine überaus energische Ansprache der Schiedsrichterassistentin zur Ruhe gebracht wurde.

Der Ärger war in gewisser Weise verständlich, letztendlich war das Spielen auf ein 0:0 die einzige Chance, die Kloskallas Team hatte. Denn in der Offensive fand Viernheim praktisch nicht statt. Alle zaghaften Versuche, in die Karlsruher Hälfte einzudringen, wurden von der aufmerksamen KSC-Abwehr umgehend unterbunden. Mit dem 1:0 für Blau-Weiß ging es in die Halbzeit…

In der zweiten Hälfte schaltete das Team von Trainer Helmut Behr ein wenig in den Verwaltungsmodus. Das Match wurde ein wenig offener, nach einem »wilden« Herauslaufen der KSC-Torhüterin Melanie Döbke hatte Viernheim kurz nach der Halbzeit die größte (und einzige richtige) Chance der Partie, Alexandra Kuhn verpasste aber das Tor.

Die besseren Chancen hatten nach wie vor die Karlsruherinnen. Das 2:0 (Melissa Zweigner in der 55.) und der 3:0-Endstand (Fabien Eichler in der 81.) fielen so zwangsläufig. Die Karlsruherinnen holten locker den Badenpokal, Mühe hatten sie nur in der ersten halben Stunde. Glückwunsch an das Frauenteam des KSC, hoffentlich gibt es einen attraktiven Bundesligisten im DFB-Pokal…

Impressionen


KSC vs TSV Amicitia Viernheim 3:0


WM-Blog.

Permalink - Posted on 2018-06-14 18:10

Während der gerade gestarteten Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wird auch ein wenig über diese gefußballbloggt. Da dieses kleine Blog damit nicht über Gebühr »zugeschüttet« werden soll, gibt es für die Dauer der WM ein Sonderblog: »Das internationalistische WM-Tagebuch« (RSS-Feed).


Der Stern glänzt wieder heller: Karlsruher FV vs VfB Grötzingen II 2:1 – 12.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-14 08:25

Karlsruher FV vs VfB Grötzingen II 2:1

Es ist vollbracht: Mit einem 2:1-Sieg gegen den VfB Grötzingen II gewinnt der Karlsruher FV die Aufstiegsrunde und steigt erstmals seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2007 aus der unterste Spielklasse Kreisklasse C in die B-Klasse auf…

Die Aufstiegsrunde zur B-Klasse

Wie bereits im Artikel zum Kantersieg des KFV gegen Jöhlingen II erläutert: Der letzte Aufsteiger in die B-Klasse wird in einer Runde »Jeder gegen Jeden« der drei Zweitplatzierten aus den Staffeln C1, C2 und C4 entschieden. Der KFV gewann letzte Woche zum Auftakt souverän mit 7:1 gegen FC Viktoria Jöhlingen II. Das zweite Spiel am letzten Wochenende endete mit einem ebenfalls deutlichen 4:1 des VfB Grötzingen II gegen die Jöhlinger, die sich mit einer Ausbeute von 0 Punkten und 2:11 Toren aus dem Aufstiegsrennen verabschiedeten.

Jöhlingen war aber der Gastgeber (immer auf dem Platz des spielfreien Teams wird die Begegnung der beiden anderen ausgetragen) für das entscheidende Match zwischen dem KFV und Grötzingen.

Ein Gutes hat es ja, wenn man sich Amateurfußball anschaut: Man lernt seine Heimat kennen. Jöhlingen ist ein Stadtteil der 9000-Einwohner-Gemeinde Walzbachtal, etwa 13 km östlich der Karlsruher Stadtgrenze gelegen. Dank S-Bahn ist man von Karlsruhe aus schnell hingefahren, und dank Google Maps findet man in dem Örtchen auch den etwas komplizierten Weg zum Sportplatz des FC Viktoria Jöhlingen. Das ist ein sehr hübscher Ground am Ortsrand, umgeben von grünen Flächen und sanft geschwungenen Hügeln. Beim Bau der Anlage hat man mitgedacht: Das zweistöckige Vereinsheim ist dank zweier großzügiger Terrassen gleichzeitig eine Art Tribüne, von der man einen hervorragenden Blick auf das Geschehen und einen kurzen Weg zum Bierstand hat. Was will man mehr?

Karlsruher FV vs VfB Grötzingen II 2:1

Schätzungsweise 300 Zusehende fanden sich zum Showdown im Walzbachtal ein. Dass dieses Match ein härteres Stück Arbeit werden würde als das Match gegen Jöhlingen war nach dem Ergebnis des VfB gegen Jöhlingen klar. Außerdem boten die Grötzinger diverse Akteure aus ihrer ersten Mannschaft auf, darunter Spielertrainer Manuel Bender. Aufgrund des 7:1 im ersten Spiel hätte dem KFV aber ein Unentschieden gereicht…

Wie schon gegen Jöhlingen fehlte »Doppelpack-Spezialist« Emmanuel Ampratwum in der Startelf des KFV, der zum Anstoß um 18:30 noch keinen Feierabend hatte…

Der Altmeister aus Karlsruhe ging das Spiel mit einer defensiven Grundeinstellung an. Der VfB hatte mehr Ballbesitz, kam aber kaum zu Abschlüssen im KFV-Strafraum. Ein Sololauf von Kerim Köster in der 13. Minute, der aber an KFV-Torwart Tobias Wichmann scheiterte, war noch die aufregendste Toraktion in der ersten Hälfte. Als alle schon mit dem 0:0 zur Pause rechneten und Richtung Bier- und Bratwurststand aufbrachen, bekam der KFV in der 44. Minute nach einer Ecke den Ball nicht weg und Grötzingens Dennis Mand schoss die Kugel aus gut 20 Metern auf den Kasten. Und der passte genau zwischen Torhüter und Latte ins Tor – 0:1 zur Halbzeit!

Davon haben wir, genau wie fupa.tv, ein Video:

Damit war der VfB II zur Halbzeit aufgestiegen, der KFV musste nun etwas für die Offensive tun. Das dachte sich auch KFV-Trainer Dirk Hauri, ehemaliger Regional- und Oberliga-Spieler, wechselte sich in der 48. Minute selbst ein und dirigierte das Spiel seines KFV aus dem Mittelfeld. Die Grötzinger zogen sich zurück und verteidigten den knappen Vorsprung. Der Druck des KFV wurde stärker, die Mannen in Blau ließen aber nur wenige Chancen der Karlsruher zu. So lieferten sich beide Teams verbissene Fights auf dem Rasen, die Minuten flossen dahin und das Spiel neigte sich mit dem Stand von 1:0 langsam dem Ende entgegen…

Mittlerweile hatte aber »KFV-Wunderwaffe« Emmanuel Ampratwum Feierabend und wurde in der 81. Minute eingewechselt. Und nach genau einer Minute landete ein langer Abschlag von Tormann Wichmann im Mittelfeld und wurde schön auf den durchstartenden Ampratwum durchgesteckt. Der fackelte nicht lange und erzielte mit seiner ersten Ballberührung den 1:1-Ausgleich (fupa.tv) – der Mann hat genau zur richtigen Zeit einen Lauf. Vier seiner insgesamt 11 Saisontreffer erzielte er in den letzten vier Spielen…

Mit dem Unentschieden war der KFV aufgestiegen. Die Männer in Schwarz ließen aber nicht mehr locker und wollten das zweite Tor. Das gelang vier Minuten später. Ein langer Ball vom rechten Flügel rollte an Freund und Feind vorbei Richtung Grötzinger Tor, Joseph Urban nahm die Verfolgung der Kugel auf und versenkte sie mit einem über den Boden rutschend abgefeuerten Schuss im Grötzinger Gehäuse (fupa.tv) – 2:1 für den KFV!

Von dem Schlag erholten sich die Grötzinger nicht mehr. Die Mannen vom Altmeister spielten die letzten Minuten souverän herunter. Und als der gute Schiri Moritz Kuhn abpfiff, wurde dem Anlass angemessen ordentlich gejubelt. Der Karlsruher FV hat es geschafft, der Meisterstern auf dem Trikot des Deutschen Meisters von 1910 glänzt in der nächsten Saison eine Klasse höher…

In den letzten Wochen haben wir hier im Blog die entscheidende Saisonphase des KFV verfolgt, das hat sehr viel Spaß gemacht. Team ballreiter gratuliert dem bald 127 Jahre alten Karlsruher Altmeister herzlich zum Aufstieg in die B-Klasse. Zum entscheidenden Zeitpunkt der Saison waren die Männer von Dirk Hauri voll da, bewahrten im entscheidenden schwierigen Match trotz der langen Zeit mit 0:1-Rückstand die Ruhe und schlugen, als es drauf ankam, eiskalt zu. Außerdem stieg auch die neu gegründete Frauenmannschaft des KFV souverän in die Verbandsliga auf (auch dazu herzlichen Glückwunsch)!

Es war also eine gute Saison für den altehrwürdigen Klub von Walter Bensemann, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch. Der »FV mit dem Hammer« hat ordentlich zugeschlagen…

Impressionen

Kicken zwischen sanft geschwungenen Hügel…

The Huddle…

Grötzingens Keeper Thomas Muraschow.


Kantersieg zum Auftakt: FC Viktoria Jöhlingen II vs Karlsruher FV 1:7 – 6.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-07 21:55

FC Jöhlingen II vs Karlsruher FV 1:7

Was für ein Auftakt! Im ersten Spiel der Aufstiegsrunde in die B-Klasse gelang dem Karlsruher FV ein 7:1-Kantersieg gegen die zweite Mannschaft des FC Viktoria Jöhlingen…

Die Aufstiegsrunde zur B-Klasse

Am letzten Wochenende hatte der Karlsruher FV den direkten Aufstieg in die Kreisklasse B bekanntlich verpasst und muss es deshalb als Zweiter der C1 nun über die Aufstiegsrunde der Zweitplatzierten versuchen. Gegner sind die Teams aus den Kreisklassen C2 und C4, die zweiten Mannschaften des FC Viktoria Jöhlingen (aus dem schönen Walzbachtal zwischen Karlsruhe und Bretten) und des VfB Grötzingen. Der Zweite aus der C3, FC Fackel Karlsruhe II, darf nicht aufsteigen, da die erste Mannschaft bereits in der B-Klasse spielt.

Es wird im Modus »Jeder gegen Jeden« gespielt, wobei das Spiel immer auf dem Platz des spielfreien Teams stattfindet. Die erste Begegnung Jöhlingen II vs KFC wurde entsprechend auf dem Gelände des VfB Grötzingen ausgetragen.

Grötzingen ist ein Stadtteil am Rande Karlsruhes, wo das Ambiente schon langsam ein wenig ländlich wird. Zwischen bewaldeten Hügeln und Kornfeldern liegt der Sportplatz des VfB Grötzingen, dessen erste Mannschaft in der A-Klasse kickt. Der jetzige Stuttgarter Matthias Zimmermann, ehemaliger KSC- und Gladbach-Spieler, begann als Kind seine Karriere beim VfB (vielleicht erklärt das seine jetzige Affinität zum Namensvetter aus der Talkessel-Stadt im Osten)…

FC Viktoria Jöhlingen II vs Karlsruher FV 1:7

Zurück zur Aufstiegsrunde! Bei feuchtwarmen Wetter fanden sich ca. 200 Zusehende zum ersten Match ein, eine gute Kulisse! Das Team des Karlsruher FV galt im Vorfeld als leichter Favorit. Die 70 Punkte, die der Altmeister aus der Fächerstadt in der C1 auf Platz 2 eingefahren hatte, hätten in jeder der anderen Staffeln zum direkten Aufstieg mit Vorsprung ausgereicht…

Beim KFV fehlte der »Doppelpacker« vom letzten Wochenende, Emmanuel Ampratwum, in der Startelf. Trotzdem legte der KFV los wie die sprichwörtliche »Feuerwehr«, bereits in der 6. Minute traf Mahmoud Resan nach einem Abwehrfehler der Jöhlinger zur 1:0-Führung. In der Folge konnten die Walzbachtaler das Spiel ein wenig offener gestalten und kamen in der 15. Minute durch Jordy Ferreira zum Ausgleich.

Die Karlsruher legten daraufhin eine »Schippe drauf«, setzten Jöhlingen unter Druck und erzielten folgerichtig sechs Minuten später durch Kevin Konkoll die erneute Führung.

Bevor weitere Tore fallen konnten, verletzte sich nach einer halben Stunde der KFV-Akteur Patrick Albersmeier in einem Zweikampf übel an der Schulter und musste in der Halbzeit mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Da wünschen wir natürlich baldige Genesung!

Kurz vor der Pause hatte sich der KFV vom Schock erholt und entschied das Spiel schon im ersten Durchgang, nach Treffern von Joseph Urban (40. nach einem schönen Spielzug) und Steffen Oberacker per direkt verwandelten Freistoß in der Nachspielzeit.

Bevor der Halbzeitpfiff ertönte, erschien Emmanuel Ampratwum mit der Sporttasche auf dem Sportplatz, zog sich um und stand beim Wiederanpfiff von Schiedsrichterin Selina Menzel auf dem Rasen. Und verteidigte seinen Ruf als »Doppelpacker«, in der 50. und 54. Minute stellte er den Spielstand auf 1:6…

Danach schaltete das Team von Dirk Hauri (nach 2 Spielen in 4 Tagen) einen Gang runter. Die wackeren Jöhlinger hielten so gut es geht dagegen, kassierten aber in der 90. Minute noch das 1:7 durch Mahmoud Resan. Entsprechend bedient lagerten die Jungs in Rot nach dem Spiel auf dem Grün…

Ganz anders das Bild natürlich beim Karlsruher FV, nach dem ersten Spiel sagt die Tabelle »3 Punkte und 7:1 Tore«. Ein toller Auftakt in die Aufstiegsrunde, der mit dem »Hammer-Lied« angemessen begangen wurde…

Weiter geht es nun am Samstag (16:00 auf dem Platz des KFV in Karlsruhe-Rüppurr) mit der zweiten Partie zwischen VfB Grötzingen II und FC Jöhlingen II, bevor es dann am Dienstag (18:30 in Jöhlingen/Walzbachtal) zum finalen Spiel zwischen Grötzingen II und dem KFV kommt. Da werden wir selbstredend wieder dabei sein, in der Hoffnung, dann den Aufstieg des 126 Jahre (»echte« Jahre, nicht angeeignete durch Fusionen oder aufgelöste Vorgängervereine!) alten Meisters von 1910 in die B-Klasse feiern zu können. Was 11 Jahre nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs ein erster wichtiger Schritt in eine sportlich bessere Zukunft wäre…

Impressionen


Schützenfest zur Aufstiegsfeier: FC Germania Neureut 07 vs FV Graben 5:0 – 3.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-05 21:25

FC Germania Neureut 07 vs FV Graben 5:0

Letzter Spieltag, Sportplatzstress! Nach dem Besuch beim KFV ging es weiter über Sportplätze Karlsruhes zum Aufstiegskampf in der A1. Der FC Germania Neureut setzte sich im Kopf-an-Kopf-Rennen in der Kreisklasse A1 hauchdünn gegen die DJK Mühlburg durch und steigt nach einem ungefährdeten 5:0-Heimsieg gegen den Tabellenletzten FV Graben in die Kreisliga Karlsruhe auf…

Kopf-an-Kopf-Rennen in der Kreisklasse A1

Vor einigen Wochen besuchten wir das Spitzenspiel der beiden Aufstiegskonkurrenten DJK Blau-Weiß Mühlburg vs FC Germania Neureut, in dem sich die Mühlburger mit 5:2 durchsetzten und auf einen Punkt an den Tabellenführer Neureut heran rückten. An diesem Abstand sollte sich aber bis zum letzten Spieltag nichts mehr ändern, denn beide Konkurrenten gewannen alle ihrer ausstehenden fünf Spiele. Am letzten Spieltag musste Mühlburg auf ein Wunder in Form eines Punktverlustes von Neureut gegen das Tabellenschlusslicht FV Graben hoffen, das aber ausblieb. Auf dem Weg nach Neureut schaute Team ballreiter kurz in Mühlburg vorbei. Auch dort schien die Sonne, aber die Stimmung war, wg. der schon in der ersten Hälfte deutlichen Neureuter Führung, nicht die allerbeste…

FC Germania Neureut 07 vs FV Graben 5:0

Deutlich bessere Stimmung gab es im Norden Karlsruhes beim FC Germania Neureut. In Erwartung des Aufstiegs hatten sich schätzungsweise 100 bis 150 Zusehende eingefunden. Selbst der freundliche Bierverkäufer war zu Kalauern aufgelegt (»Ein Bier bitte!« »Aus Sibirien oder aus Deutschland?«) und hinter der Eckfahne war eine Feierstation mit Musikanlage und Bierkühlung aufgebaut worden…

Zunächst musste gewonnen werden, was gegen den bedauernswerten Tabellenletzten FV Graben kein Problem war. Innerhalb von 20 Minuten stellten die Neureuter in der ersten Hälfte das Spiel auf 4:0, was dann auch im Parallelspiel in Mühlburg die Spannung erledigte. Die zweite Hälfte sah nur noch sommerlichen Feierfußball und ein Tor zum 5:0-Endstand.

Die Feierlichkeiten auf dem Rasen hielten sich in Grenzen, da der Aufstieg nicht übermäßig überraschend kam, eine Bierdusche, Pyros, Gesang und ein paar kühle Bier gab es aber trotzdem.

Damit ist der traditionsreiche FC Germania von 1907 nach einigen Jahren in den Kreisklasse B und A in die Kreisliga Karlsruhe aufgestiegen, herzlichen Glückwunsch. Mit nur einem Punkt Rückstand musste sich die DJK Blau-Weiß Mühlburg geschlagen geben und wird nun in den Aufstiegsspielen gegen den Zweitplatzierten der A2, SVK Beiertheim, ihr Glück versuchen…

Impressionen



Aufstiegschance vertagt: Karlsruher FV vs SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol 3:0 – 3.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-05 10:05

Karlsruher FV vs SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol

Die Aufstiegsfeier musste erst einmal vertagt werden: Der ruhmreiche Karlsruher FV gewann zwar sein Heimspiel gegen die SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol souverän mit 3:0, da Konkurrent ASV Hagsfeld II aber mit 5:0 locker gegen SV Hohenwettersbach gewann und damit direkt in die Kreisklasse B aufsteigt (Glückwunsch!), muss der KFV nun sein Glück in den Aufstiegsspielen versuchen…

Karlsruher FV auf dem Weg nach oben

Beim letzten Besuch hatten wir es schon ausgeführt: Der Traditionsverein Karlsruher FV, Deutscher Meister von 1910, hat erstmals seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2007 die Chance, die unterste Spielklasse Kreisklasse C nach oben zu verlassen (zur wechselvollen Geschichte gab es hier im Blog anlässlich des Jubiläumssportfests 2016 etwas zu lesen).

Im letzten Spiel der Saison auf dem Ground der am Vortag in die Fusion verabschiedeten DJK Grün-Weiß Rüppurr konnte der KFV den direkten Aufstieg nur schaffen, wenn Konkurrent ASV Hagsfeld II daheim gegen Hohenwettersbach patzte.

Der Gegner mit dem leicht von der Hand gehenden Namen »SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol« ist eine Spielgemeinschaft aus dem 7500-Einwohner-Ort Bad Herrenalb an den nördlichen Hängen des Schwarzwaldes. So weit südlich gelegen (näher an Baden-Baden als an Karlsruhe) dass man sich fragt, wieso die eigentlich in der Kreisklasse in Karlsruhe kicken. Die Spielgemeinschaft besteht aus zwei Vereinen, dem SV Bad Herrenalb 1920 und der SG Neusatz/Rotensol und ist eine Fahrstuhlmannschaft zwischen den Kreisklassen B und C. In der aktuellen Saison treibt sich die SG mit einem gewissen Abstand zur Spitze in der oberen Tabellenhälfte herum, am letzten Spieltag ging es für sie um nix mehr.

Karlsruher FV vs SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol 3:0

Etwa 100 Zusehende wollten den Aufstiegsversuch am letzten Spieltag bei warmen Sommerwetter draußen auf dem Sportplatz im Rüppurrer Sumpfland (der Tags zuvor ja schon den großen Abschied des eigentlichen Heimteams DJK Rüppurr gesehen hatte) sehen, die kleine Chance (wg. des Parallelspiels) auf Aufstiegsfeierlichkeiten lockte die Leute hinaus ins Grüne…

Der KFV war von Beginn an wild entschlossen seine Aufgabe zu erledigen und setzte das Tor der Gäste aus dem Schwarzwald unter Dauerdruck. Glück und der auf der Linie reaktionsschnelle Gäste-Keeper Tobias Prax verhinderten die Führung der Mannen von Trainer Dirk Hauri.

Kurz vor der Pause passierte es dann aber doch: Der nach 30 Minuten eingewechselte Emmanuel Ampratwum entschied das Spiel für den KFV mit einem Doppelschlag in der 38. und 45. Minute.

Die zweite Hälfte war dann nur noch ein Schaulaufen. In der prallen Sonne, die schon beim Zugucken den Schweiß strömen ließ, waren die Akteure noch erstaunlich agil unterwegs. Mehr als ein Pfostentreffer (Bild unten!) war für die Gäste aus Herrenalb aber nicht drin. In der 90. Minuten besorgte dann ein unbekannter Torschütze den 3:0-Endstand. fussball.de und fupa.net führen Mahmoud Resan als Torschützen, der wurde aber eigentlich in der 30. Minute für den »Doppelpacker« Ampratwum ausgewechselt. Deshalb wird der Torschütze des dritten Tores eines der großen Mysterien der Fußballgeschichte bleiben…

Fazit: Klarer Sieg für den KFV, wg. des lockeren 5:0 des Konkurrenten ASV Hagsfeld II gegen den SV Hohenwettersbach wurde es aber nichts mit dem direkten Aufstieg in die Kreisklasse B.

Der ruhmreiche Ex-Meister muss nun in die Aufstiegsspiele der Tabellenzweiten. Die Mission Aufstieg geht am morgigen Mittwoch um 19:00 auf dem Sportplatz des VfB Grötzingen weiter, wenn der KFV gegen den Tabellenzweiten der Kreisklasse C2, den FC Jöhlingen II, antritt.

Einschwören auf die Aufstiegsspiele…

Impressionen


Unter dem Himmel Rüppurrs…

Kicken in der sommerlichen Wärme…

Kicken in der sommerlichen Wärme…


Abschiedsvorstellung: DJK Grün-Weiß Rüppurr vs ATSV Mutschelbach III 6:1 – 2.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-04 21:15

DJK Grün-Weiß Rüppurr vs ATSV Mutschelbach III 6:1

In Karlsruhe gibt es einen fatalen Trend, die kleinen Sportvereine zu Fusionen zu drängen, damit die Stadt das Gelände ihrer Grounds in Bauland umwandeln kann. Das neueste Opfer: Die DJK Grün-Weiß Rüppurr aus dem Süden Karlsruhes, die im Rüppurrer Fusions-Klub SG Rüppurr (gemeinsam mit der Rüppurrer FG und dem FSV Alemannia Rüppurr) aufgeht. Zum historischen letzten Spiel war vom Team ballreiter die Sonderkorrespondentin Beate dabei, die sonst hinter den Kulissen für das Lektorat und den Reisesupport bei ausländischen Groundhopps zuständig ist…

DJK Grün-Weiß Rüppurr vs ATSV Mutschelbach III 6:1

Einen weiteren Abschied gab es in Karlsruhe-Rüppurr zu erleben: Die DJK Grün-Weiß trug ihr offiziell letztes Spiel aus, da der Fußballbetrieb aufgegeben wird. Zur neuen Saison gibt es eine neue »SG Rüppurr«, in der die drei bisherigen Vereine FG, Alemannia und DJK aufgehen werden. Die DJK war vor dem Spiel Vierter der Kreisklasse C1.

Über den Gegner, ATSV Mutschelbach III, hatten wir es ja letztens schon. Mittlerweile hat sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft den Aufstieg gepackt und es gab einen Traktorkorso, wie das auf dem Dorf halt so üblich ist. Die dritte Mannschaft fällt dagegen etwas ab; sie befindet sich »nur« im Mittelfeld der C1.

Es ging im Spiel also um nichts mehr, außer dass sich Rüppurr angemessen verabschieden wollte vom hiesigen Fußballtreiben.

Und dafür wurde einiges aufgefahren: Die Mitglieder und Fans hatten Tapeten bemalt, ein Baum wurde mit alten Kickschuhen behängt. Es wurde mit Trauerflor gespielt und zum Einlauf ein Holzkreuz präsentiert. Kurz nach Anstoß gab es grün-weiße Smoker. Etwa 100 Zusehende jeglichen Alters wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Die erste Halbzeit war quasi ein Spiel auf ein Tor, nämlich auf das der Mutschelbacher, fast jeder Schuss ein Treffer. So stand es zur Halbzeit bereits 5:0. Ein engagierter Trompeter hatte zu Hause scheinbar gut geübt, denn zu jedem Tor spielte er ein anderes Liedchen…

In der zweiten Hälfte war die Luft dann etwas raus, kein Wunder bei sommerlichen Temperaturen und dem Zwischenergebnis. Das Spiel plätscherte so vor sich hin, Rüppurr war nicht mehr so zwingend und Mutschelbach kam überraschend zu einem Ehrentreffer. Danach lief es für Rüppurr wieder etwas besser: zuerst gab es einen Lattenkracher und danach eine präzise Flanke in den Strafraum, die mit einem Kopfballtor endete. Schiedsrichter Dziersk pfiff das Spiel ab und die Feierlichkeiten konnten beginnen.

Impressionen


WM-Geschichten.

Permalink - Posted on 2018-06-01 10:10

Die kommende Weltmeisterschaft in Russland steht vor der Tür. Und darauf muss man vorbereitet sein! Deshalb hat 120minuten zu jedem Teilnehmerland eine Geschichte aufgeschrieben und auf eine Monsterseite gepackt: »32 WM-Geschichten, die die Welt erzählt«.


Abschiedsvorstellung: KSC II vs FV Ravensburg 3:2 – 26.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-29 22:30

KSC II vs FV Ravensburg 3:2

Die zweite Mannschaft des KSC, genannt »die Amas«, wird mit Ende der Saison aus Kostengründen vom Spielbetrieb abgemeldet. Am 34. und letzten Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg kam es damit zur Abschiedvorstellung gegen den FV Ravensburg. Und das bei freiem Eintritt und Freibier, also musste man hin…

Freibier und Sonnenschein

Zum »letzten Geleit« für den KSC II bei Freibier und Sonnenschein hatten sich noch einmal 500 Zusehende auf dem alten Platz 2 des Wildparks eingefunden. Dieser sollte eigentlich schon seit Februar durch den neuen »Amateurplatz« gleich nebenan abgelöst sein, wg. offener Fragen in Sachen »Wiese und Wasser« ruhen da aber schon länger die Arbeiten und auf der Fläche, die einmal das Spielfeld werden soll, steht ca. 15 cm Unkraut…

Immerhin, so hatten die »Amas« ihre Abschiedsvorstellung auf ihrem seit Jahrzehnten angestammten Areal…

Die Abschiedsvorstellung

Sportlich ging es für beide Teams um nichts mehr. Der FV Ravensburg beendet die Oberliga-Saison auf Rang 6, der KSC auf dem viertletzten Rang 15. Aus Kostengründen war der Etat der zweiten Mannschaft für die letzte Saison um 50% reduziert worden. Was zur Folge hatte, dass der eigentliche Kader so gerade eine Fußballmannschaft hergab und bei jedem Spiel mit nicht eingesetzten Profis aus dem Drittliga-Team oder der A-Jugend aufgefüllt wurde. Eine volle Ersatzbank gab es praktisch nie. Für diese Umstände hatten sich die Mannen der Trainer Zlatan Bajramovic (der zum Abschiedsspiel schon nicht mehr dabei war) und Balligh Karrouchy in der abgelaufenen Saison eigentlich noch ganz wacker geschlagen…

Eine offizielle öffentliche Verabschiedung des Teams gab es nicht, das hatte Geschäftsführer Helmut Sandrock schon vor dem Spiel in der Kabine erledigt…

Zum Abschluss gab es auf dem Rasen noch einige Tore zu sehen. Beide Teams ließen es beim Verteidigen locker angehen und ermöglichten sich so gegenseitig diverse Torchancen. Die von Harun Toprak, dem Bruder des BVB-Spielers Ömer Toprak, angeführten Ravensburger spielten auch munter mit, so dass den 500 Zusehenden bei einem Freibier im Sonnenschein nicht langweilig wurde. Die Gäste gingen nach 20 Minuten durch Rahman Soyudogru in Führung und besorgten durch ein Eigentor auch drei Minuten später den Ausgleich.

Kurz vor der Pause spielte KSC-Nachwuchsstürmer Christoph Batke noch einmal groß auf und brachte sein Team durch einen Doppelpack mit 3:1 in Front.

Nach der Pause verflachte das Spiel ein wenig, Rahman Soyudogru durfte noch einen Anschlusstreffer zum 3:2-Endstand nachlegen und bekam damit wie KSC-Kollege Batke zum Saisonabschluss noch einen Doppelpack gutgeschrieben.

Da der KSC nur drei Auswechselspieler dabei hatte, durfte sogar Ersatztorwart Oliver Semmle noch 10 Minuten als Feldspieler mitwirken…

Die letzte Toraktion in der Geschichte der zweiten Mannschaft des KSC war ein Abseitstor:

Und der endgültige Schlusspfiff erfolgte im Gegenzug vor dem eigenen Tor:

Die Zusehenden bewiesen im Gegensatz zur Vereinsführung Gespür für die besondere Situation, stellten sich rund um den Platz auf und verabschiedeten das Team mit Standing Ovations vom Rasen…

Damit ist die traditionsreiche zweite Mannschaft des KSC, die nach der Gründung des KSC in den Fünfzigern ab 1961 viele Jahre in den höchsten Amateurklassen Badens unterwegs war, Geschichte. Viele große Spieler der KSC-Geschichte wie Oliver Kahn, Michael Sternkopf oder Lars Stindl begannen in dem Team ihre Karriere. In den 90ern gewannen die Amas sogar viermal den Badenpokal.

Seit dem Abstieg des Profiteams 2011 in die Dritte Liga, der wg. der gültigen Spezialregelung in Sachen Zweite Mannschaften in Dritter Liga/Regionalliga den Abstieg des KSC II aus der Regionalliga in die Oberliga zur Folge hatte, dümpelten die »Amas« nur noch in der Oberliga herum. Aufgrund des neuerlichen Drittliga-Abstiegs in der letzten Saison hätte ihnen ein Aufstieg auch nicht viel genützt…

In der Zukunft sollen die Talente, die den Sprung in die erste Mannschaft nach der Jugend nicht schaffen, beim neuen Partnerverein SV Spielberg spielen. Dieser hat nur durch einen starken Schlussspurt so gerade den Abstieg aus der Oberliga verhindert. Man wird sehen, ob die Aussicht, beim SV Spielberg »geparkt« zu werden, die dem Jugendteam entwachsenen Spieler beim KSC halten wird. Von der gerade aufgelösten Mannschaft wird niemand nach Spielberg gehen, die Mannschaft zerstreut sich in alle Winde und wechselt zu anderen Vereinen. Wie auch immer mehr KSC-Talente, erst vor zwei Wochen gaben zwei ihren Wechsel zum VfB Stuttgart bekannt.

In ein oder zwei Jahren wird man wissen, wie sich das Auflösen der zweiten Mannschaft auf die tradtionell gute Jugendarbeit des KSC ausgewirkt hat…

(Nachtrag 1.6.18) fupa.net hat ein paar Videos mit Stimmen vom KSC II zusammengestellt.

KSC II vs FV Ravensburg 3:2


Sieg oder Spielabbruch: SV Waldhof Mannheim vs KFC Uerdingen 1:2 (0:2 wg. Spielabbruch) – 27.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-29 07:15

SV Waldhof Mannheim vs KFC Uerdingen 1:2 (abgebrochen)

Aus alter Verbundenheit zum Fußball des heimatlichen Niederrhein ging es zum Aufstiegsspiel zwischen dem Zweiten der Regionalliga Südwest, dem SV Waldhof Mannheim, und dem Westdeutschen Meister KFC Uerdingen ins Mannheimer Carl-Benz-Stadion. Was sich im Hinspiel (1:0 für Uerdingen) schon andeutete, zeigte sich auch im Rückspiel: Der KFC Uerdingen war klar überlegen und gewann 2:1. Theoretisch, denn praktisch erinnerte sich nach 80 Minuten ein Teil der sogenannten »aktiven Fan-Szene« des SV Waldhof an das gute alte Motto »Sieg oder Spielabbruch« und setzte es effektiv in die Tat um…

Aufstieg in die Dritte Liga

Die Aufstiegsregelung von den Regionalligen in die Dritte ist bekanntlich ein wenig problematisch, weshalb sie um diese Zeit des Jahres stets ein verbreitetes »Meister müssen aufsteigen!1!11!!«-Twitter-Tourette triggert. Ändert aber natürlich nichts daran, dass die Regeln in dieser Saison nun einmal so sind wie sie sind und man sich als aufstiegswilliger Klub darauf einzustellen hat. Überraschenderweise wurden sie durch »aber das ist ungerecht«-Mimimimi nicht spontan geändert…

Der Zweite der Regionalliga Südwest, Waldhof Mannheim, bekam es mit dem West-Meister KFC Uerdingen zu tun. Als wir das letzte Mal im November ein Spiel des KFC anschauten, auswärts beim Wuppertaler SV, war der KFC unter Trainer Michael Wiesinger noch in erster Linie ein Defensivbollwerk. Nach dem Spiel in Wuppertal gelangen dem KFC aber in den folgenden sechs Spielen nur noch zwei Siege und Präsident und Geldgeber Mikhail Ponomarev sah das Aufstiegsziel in Gefahr. Deshalb handelte er trotz Rang 2 umgehend, löste Wiesinger ab und stellte seinen Wunschtrainer (der vorher aber noch in Erfurt unter Vertrag stand) Stefan Krämer ein. Begleitet von einem gewissen Unverständnis in Social Media, vor allen von Leuten, die zwar noch kein Spiel von Uerdingen in der Regionalligasaison gesehen hatten, aber genau wussten, dass das nur eine total überflüssige Oligarchenreaktion sein kann…

Der Trainerwechsel erwies sich aber als Volltreffer. In den folgenden 12 Spielen ging kein Spiel mehr verloren, mit 11 Siegen und 1 Remis setzten sich die Krefelder gegen Konkurrent Viktoria Köln durch und das Defensivbollwerk KFC verwandelte sich in eine Torfabrik. 41 ihrer 68 Saisontreffer erzielte der KFC im letzten Saisondrittel unter Krämer und spielte dabei trotzdem achtmal zu Null…

Gegner Waldhof Mannheim unternahm gegen den KFC den dritten Versuch hintereinander, aus der Regionalliga Südwest in die Dritte Liga aufzusteigen. Das in Duisburg ausgetragene Hinspiel konnte der KFC mit 1:0 für sich entscheiden, der SV Waldhof hatte aber eine kämpferisch gute Leistung gegen die spielerisch überlegenen Uerdinger gezeigt.

SV Waldhof Mannheim vs KFC Uerdingen 1:2 (abgebrochen)

Mit dem knappen Ergebnis war noch nichts verloren für das Rückspiel, entsprechend zahlreich und erwartungsfroh fanden sich die Zusehenden ein. Normalerweise schauen sich im Schnitt 4.800 Zusehende Spiele im Carl-Benz-Stadion an, zur Relegation bei sommerlich-schwülwarmen 27 Grad war das Stadion mit über 24.000 Zusehenden gefüllt. Ist doch überall dasselbe: Wenn es um was geht, stehen alle auf der Matte…

Die »organisierte Fan-Szene« hatte zur Feier des Tages etwas gebastelt und führte, eingeleitet von Frédéric Chopins »Marche Funèbre«, eine langatmige und etwas schräge Choreo mit Motiven von Tod, Auferstehung und Zombies auf, die von üppigen Rauchschwaden aus schwarzen und blauen Rauchtöpfen untermalt wurde. Zusätzlich wurde der Rest des Publikums dazu animiert, schwarze und blaue Pappen hochzuhalten. Man kann nur hoffen, dass die Freunde der Fankultur diese Aufführung ausgiebig genossen haben. Denn nach dem, was im Laufe des Spiels noch folgen sollte, könnte es ein bisschen dauern bis zur nächsten größeren Fankurven-Bastelarbeit in Mannheim…

Los geht‘s im blauen Rauch…

Unter den wabernden Resten des blauen Choreo-Rauchs konnte dann auch endlich Fußball gespielt werden. Und es ging vom Start weg zur Sache. Das Mannheimer Publikum veranstaltete ein Heidenspektakel und trieb das Team von Trainer Bernhard Trares nach vorne. Dabei erlaubten sich die »Waldhof-Buwe« aber immer wieder Ballverluste, die umgehend zu gefährlichen Uerdinger Angriffen führten. Der KFC war spielerisch hochüberlegen. Die Waldhöfer versuchten, das mit Einsatz zu kompensieren, verloren aber viele Bälle mit dem zweiten oder dritten Pass und lebten wg. der schnellen Uerdinger Flügelspieler dadurch defensiv ausgesprochen gefährlich.

In der 29. Minute war es dann soweit. Nach einem typischen Uerdinger Angriff über den Flügel, vorgetragen vom ex-Gladbacher Dorda, bekam Chessa den Ball im Strafraum und legte quer auf Krempicki, der aus kurzer Entfernung mühelos zum 0:1 einschob.

Das war für die »Buwe« natürlich ein Stimmungsdämpfer erster Güte, denn Waldhof brauchte damit drei Tore, um den Aufstieg hinzubekommen. Bedenkt man, dass den Mannheimern in den vorherigen fünf Aufstiegsspielen in den letzten drei Jahren kein einziges Tor gelungen war und der KFC in den letzten acht Pflichtspielen überhaupt nur 4 Tore kassiert hatte, dann war das Führungstor mehr als die »halbe Miete« für die Mannen vom Niederrhein.

Aber aufgeben wollten die Waldhöfer noch nicht. Nach einem Freistoß von Diring drei Minuten später, den dieser an die Latte hämmerte, gab es einen Moment der Verwirrung in der sonst so souveränen Uerdinger Abwehr. Der von links herannahende Mayer nutzte diesen aus und beförderte die Kunstlederkugel zum umjubelten Ausgleich über die Linie. Der Waldhof hatte wieder ein wenig Hoffnung geschöpft.

Die wiederum nur sechs Minuten später erneut einen herben Dämpfer bekam. Wieder flankte Dorda vom linken Flügel in die Mitte, wo Öztürk sich die Kugel aus der Luft vorlegte und mit einem Knaller aus 16 Metern unhaltbar ins Tor hämmerte.

Mit 1:2 ging es in die Pause…

Waldhof musste also drei Tore in der zweiten Hälfte erzielen, entsprechend riegelte der KFC das Spielfeld ab und unterband robust die spielerisch bescheidenen Mannheimer Angriffsbemühungen. Trotz der defensiven GRundausrichtung fanden die Uerdinger immer wieder Gelegenheiten zu ihren gefährlichen Angriffen über die Flügel. Ein Lattentreffer von Beister in der 75. Minute war aber die einzige Ausbeute.

Als die Uhr sich der letzten Viertelstunde näherte, dämmerte es langsam im Publikum, dass das wohl nichts mehr werden würde für den Waldhof. Zu souverän agierten die Uerdinger, und zu durchsichtig waren, bei allem kämpferischen Einsatz, die Bemühungen der Mannheimer. Es wurde still im Carl-Benz-Stadium und die siegesgewissen Gesänge aus dem Uerdinger Block, untermalt von einer »Freudenpyro«, übernahmen die Atmosphäre im Stadion.

Sieg oder Spielabbruch

Womit wir dann beim Thema »Sieg oder Spielabbruch« wären! Da ersteres nicht mehr möglich war, entschied sich das Waldhöfer Fankultur-Spezialklientel auf der Osttribüne hinter dem Tor für letzteres. Eine ergiebige Kaskade von Böllern und rauchenden Leuchtkörpern, vorher von Kapuzenträgern im Block in aller Ruhe vorbereitet, regnete auf den Uerdinger Strafraum herunter. KFC-Torwart René Vollath ergriff die Flucht und Schiedsrichter Patrick Ittrich unterbrach das Spiel. Trotzdem feuerten die Spezialisten weiter aus allen Rohren. Pyros setzten sogar den eigenen Block in Brand, so dass Feuerlöscher herangeschafft werden mussten. Trainer Bernhard Trares ergriff vor dem Block das Wort mit dem Mikro, um die Lage zu beruhigen. Zur Belohnung landete eine Leuchtrakete vor seinen Füßen…


Schiri Ittrich unternahm nach 20 Minuten Pause noch einmal einen Versuch, das Spiel fortzusetzen und ordnungsgemäß zu beenden. Der in einem erneuten Feuerwerk endete und zum Abbruch führte…

Was dort in Mannheim vor sich ging war schon sehr erstaunlich. Man konnte sich von der Tribüne aus das Treiben im Fanblock anschauen. Dieser ist »selbstverwaltet«, d.h., er ist eine Art »Abenteuerspielplatz für Ultras« im Stadion. Bei 27 Grad liefen dort Leute mit schwarzen Kapuzenjacken und Gesichtsmasken herum, ohne dass das jemanden störte. Diese kälteempfindlichen Leute waren dauernd mit irgendetwas beschäftigt, nur nicht mit dem Spiel. Im Nachhinein ist klar, womit…

Das (vorläufige) Ende des Spiels: Jubelnde Uerdinger hinter einer Polizeikette vor dem Gästeblock, bedröppelte Mannheimer Spieler drehten eine kleine Ehrenrunde und bekamen Applaus von den richtigen Fans.

Die »Buwe« in Blau konnten einem schon ein wenig leid tun: Zum dritten Mal hintereinander in den Aufstiegsspielen gescheitert, und dieses Mal auch noch relativ chancenlos. Dazu wurden sie auch noch von einem Teil der eigenen Fans, offensichtlich mit Duldung des Großteils der Fankurve hinter dem Tor, zu Nebendarstellern degradiert. Es gab schon bessere Tage für den SV Waldhof Mannheim…

Fazit: Als Zusehender mit klaren Sympathien für den KFC vom Niederrhein ein durchaus interessanter Nachmittag im Stadion. Es gab ein über weite Strecken unterhaltsames Spiel in 75 Minuten lang guter Atmosphäre. Und man konnte vom Logenplatz aus dabei zusehen, wie sich die glorreiche deutsche »Fankultur« mal wieder selbst zum Horst machte (schon klar dass das für die insgesamt 80 Verletzten weniger unterhaltsam war). Und nach über 30 Jahren Fußball im Stadion das erste Mal bei einem Spielabbruch live dabei gewesen, man erlebt immer noch neue Dinge…

Nachwirkungen

Bei Waldhof Mannheim geht es nun rund. Der Verein reagierte einen Tag später hart und angemessen und beendete die »Selbstverwaltung« des Ultra-Abenteuerspielplatz-Block hinter dem Tor.

Nach Auskunft des Rettungsdienstleister gab es insgesamt 80 Verletzte. In Social Media wurde dafür dann verbreitet der »böse DFB« verantwortlich gemacht, denn die schlimme Relegation sei alles schuld! Da könne man dann ja als armer gebeutelter Fan schon mal aus Frust einen kleinen Spielabbruch verursachen, wenn man zum dritten Mal scheitert. Was dann mal wieder zeigt, wie kaputt der Fußballfan-Mainstream und das, was man in Deutschland »Fankultur« nennt, tatsächlich sind…

Nachtrag: Das endgültige offizielle Ergebnis des Spiels lautet lt. Beschluss des DFB-Sportgerichts vom 29.5.18 0:2.

Glückwunsch an den KFC

Zurück zum Sport. Ein herzlicher Glückwunsch geht an den KFC Uerdingen! Nach einer langen finsteren Phase bis hinunter in die sechstklassige Niederrheinliga und seltsamen Präsidenten wie dem Herrn »Lakis« und seinen obskuren Spielerverpflichtungen (Ailton), scheint nun mit Mikhail Ponomarev der erste Schritt auf dem Weg zurück in den Profifußball gelungen zu sein. Und wie man Ponomarev kennt, möchte er in der Dritten Liga nicht nur ein bisschen mitspielen, sondern wird Trainer Krämer ein Team bereit stellen, das in der Liga vorne mithalten kann. Mit dem Aalener Innenverteidiger Robert Müller wurde tags drauf gleich der erste Neuzugang mit Drittliga-Routine präsentiert. Und das wird nicht der letzte gewesen sein…

Weekly Vollath

Stammleserinnen und -leser mögen sich noch erinnern: Zu seinen KSC-Zeiten war nach jedem Spiel der »Weekly Vollath« eine feste Einrichtung in diesem kleinen Fußballblog. Diese Blog-Tradition möchten wir zur Feier des Tages beibehalten, der Uerdinger Keeper soll das Schlusswort haben und schrieb in seinem Facebook-Account:

»Aufstieg gepackt. Wieder zurück auf der Bühne. Danke an ALLE die ihren Teil dazu beigetragen haben, ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft und alle Jungs und Mädels drumrum, auf alle Fans die uns immer unterstützt haben. Wir haben uns das gemeinsam verdient.«

Impressionen


Kröten und Joghurt

Permalink - Posted on 2018-05-26 10:15

Kröten wandern im Grünen…

Das war nix: Wie erwartet, war die bewusst angestrebte Nullnummer des KSC im Relegationshinspiel gegen Wismut Aue mitnichten eine »gute Ausgangsposition«, sondern spielte der Heimmannschaft im Rückspiel in die Karten. Damit ist der Versuch des direkten Wiederaufstiegs gescheitert, was den Verein vor die Herausforderung einer weiteren Saison in der Pleite- und Grottenfußball-Spielklasse »Dritte Liga« stellt…

Wismut Aue vs KSC 3:1

Das Relegations-Rückspiel nahm bekanntlich ein ungutes Ende, 3:1 ging der KSC im fernen Osten des Erzgebirges unter und war damit noch gut bedient (kicker-Spielbericht, DAZN-Video-Zusammenfassung auf Youtube). Alois Schwartz hat in seiner Zeit als KSC-Trainer sehr vieles richtig gemacht. Der Versuch, sich durch die Relegation nach oben zu mauern, gehört allerdings eher nicht dazu…

Andererseits bekam der KSC vom 40-Punkte-Zweitligisten Aue auch klar die spielerischen Grenzen aufgezeigt. Das Offensivspiel wurde von Aue über 180 Minuten (mit Ausnahme des Eckballs zum vom Spielverlauf her überraschenden 1:1 im Rückspiel) fast komplett abgemeldet. Das übliche Rezept »hinten dicht und dann schnell umschalten mit langem Ball nach vorne« wurde von Aue druckvoll unterbunden. Dazu kam, dass viele der KSC-Akteure beim Rückspiel einen schlechten Tag hatten und der Gegner aus Aue auf dem Punkt »da« war. Aue war defensiv, offensiv, kämpferisch und individuell (der dreifache Torschütze Sören Bertram!) eine Nummer besser, von daher: Glückwunsch zum Klassenerhalt nach Aue.

Natürlich kann man ob der gefühlten Ungerechtigkeit nun »Relegation abschaffen« hinaus twitter-touretten. Aber der Modus ist wie er ist und der KSC ist in 10 Relegationen zwischen Dritter und Zweiter Liga erst der dritte Drittligist, der in der Relegation scheitert. Da war man halt einfach nicht gut genug…

Und nun?

Damit steht nun eine weitere Saison in der Dritten Liga auf dem Programm. Der Weg zurück in den DFL-bezahlten Fußball gleicht einer Krötenwanderung, zumal der Verein chronisch »wenige Kröten« im Geldbeutel hat. Deshalb muss in einer weiteren Saison Dritte Liga der berühmte Gürtel noch enger geschnallt werden…

Entsprechend verkündete Präsi Wellenreuther bei ka-news:

»Es ist jedes Jahr ein Drahtseilakt, dass wir die Lizenz erhalten; und wir tun alles dafür.«

Die Wortwahl darf durchaus eine leichte Unruhe auslösen…

Der Etat wird weiter sinken. Die zweite Mannschaft wurde aus Kostengründen bereits abgemeldet. Und man wird wohl nicht nur durch den Verkauf eines oder mehrerer potenziell ablöseträchtiger Spieler (Upphoff, Mehlem, Muslija) Einnahmen generieren, sondern auch durch eine Verkleinerung des Kaders Kosten sparen müssen. Immerhin wird es noch Joghurt geben, Sportdirektor Oliver Kreuzer meinte bei ka-news:

»Wenn du einsparen musst, fängst du nicht beim Joghurt an. Bei Personalkosten kannst du eigentlich am meisten einsparen. Da ist besprochen, dass die Kosten des Kaders nach unten gehen.«

Es sollte allen klar sein, dass man so nicht ewig weiterwirtschaften kann. »Wir sind der große KSC, haben mal Valencia 7:0 geschlagen, und der DFB ist doof weil er uns in der Dritten Liga zu wenig TV-Geld gibt« ist auf die Dauer keine Basis einer vernünftigen Finanzierung eines Profifußballvereins. Genausowenig wird das neue Stadion (falls es nicht durch den Nichtaufstieg wieder gekippt wird, in der Karlsruher Lokalpolitik ist alles denkbar…) »einfach so« Horden von Zusehenden anlocken und Sponsoren und Einnahmen generieren…

Neue professionelle Strukturen mit Ausgliederung (und ggf. Investoren) werden kommen müssen, auch wenn der traditionalistisch-fundamentalistische Flügel der »Fan-Szene« dann lautstark den bei solchen Fragen üblichen Rabatz machen wird. Aber der Status Quo beim KSC, bei dem der per Schuldscheine den Kollaps verhindernde Vizepräsident öffentlich verkündet, dass er das nur mit dem aktuellen Präsi macht, ist schon jetzt eher eine Karikatur des im deutschen Fußball so hochverehrten »demokratischen Mitgliedervereins«. »Klar kannst Du einen anderen wählen, dann gehst Du halt Pleite…«

Auf ein Neues in der Saison 17/18!

Auf ein Neues in der Saison 18/19…

Das Gute am Fußball ist, dass nach jeder beendeten Saison wieder eine neue beginnt. Also gibt es ab Ende Juli einen neuen Anlauf, mit frischen Kräften in die Zweite Liga zurück zu kehren. Und dieses Mal sollte die Krötenwanderung gelingen. Denn je länger man in der Dritten Liga verweilt, desto schwerer wird die Rückkehr und das Schicksal vieler für immer zwischen Dritter und Regionalliga dümpelnder »Traditionsvereine« dräut. Und das wollen wir ja nicht, oder?


Topspiel im Grünen: Karlsruher FV vs SV Hohenwettersbach 3:1 – 19.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-21 12:25

Karlsruher FV vs SV Hohenwettersbach 3:1

Wochenende und Sonnenschein, raus auf den Sportplatz! Dieses Mal ging es nach ganz unten in der Ligenhierarchie, in die 11. Liga, der Kreisklasse C1 in Karlsruhe. Auf dem Programm stand das Topspiel des Karlsruher FV gegen den SV Hohenwettersbach, das der Traditionsverein mit 3:1 für sich entscheiden und damit dicht an die Aufstiegsränge heranrücken konnte…

Karlsruher FV – Traditionsverein im Aufwind!

Der Karlsruher Fußball Verein, kurz KFV, ist der älteste noch aktive Fußballklub Karlsruhes. Und hat unter Fußballtraditionalisten und -Historikern einen legendären Ruf. Bekanntlich ist ein »Traditionsverein« ein Fußballklub mit einer mehr oder weniger glorreichen Vergangenheit und einer bescheidenen Gegenwart. Bei kaum einem Klub ist dieses »Traditionsverein sein« aber so ausgeprägt wie beim Karlsruher FV…

Gegründet u.a. vom Fußballpionier Walter Bensemann, war der KFV eine große Nummer in der Frühzeit des Fußballs und feierte 1910 den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Anlässlich des Jubiläumsportfest des KFV zum 125. Geburtstag im Jahre 2016 gab es hier im Blog einen kleinen historischen Abriss zur Geschichte des KFV zu lesen. Hier nur soviel: Die glorreichen Zeiten sind lange vorbei, 2004 wurde der Verein vom Spielbetrieb abgemeldet und verlor seinen historischen Ground an der Telegrafenkaserne. Immerhin wurde der KFV nicht aus dem Vereinsregister gelöscht, so dass 2007 die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der untersten Spielklasse Karlsruhes erfolgte. In den seitdem vergangenen 10 Jahren dümpelte der KFV stets am Tabellenende herum. In der aktuellen Saison gibt es aber einen plötzlichen Aufschwung, erstmals seit der Wiederaufnahme hat der KFV eine echte Chance auf den Aufstieg in die B-Klasse.

Karlsruher FV vs SV Hohenwettersbach 3:1

Wie erwähnt, der KFV hat seit 2007 keinen eigenen Ground mehr. In der aktuellen Saison kickt man als Untermieter auf dem Platz des Ligakonkurrenten DJK Grün-Weiß Rüppurr. Die Ersterwähnung dieses Stadtteils im Codex des Klosters Hirsau im Jahre 1103 nannte Rüppurr noch »Rietburg«, was so viel wie »Haus im Sumpf« bedeutet. Der Name ist auch 915 Jahre später noch Programm, denn der Sportplatz befindet sich im grünen Niemandsland am Stadtrand Richtung Autobahn und ist damit ein weiteres Beispiel für den traurigen Karlsruher Trend der Verbannung der Sportplätze aus der Stadt hinaus. Ohne Smartphone mit Karten-App ist der Sportplatz praktisch nicht zu finden…

Sportlich ist es ein enges Rennen an der Spitze der Kreisklasse C1 Karlsruhe. Gemeinsam mit ASV Hagsfeld II und den Wildpark-KSC-Nachbarn Sportvereinigung Germania kämpft der KFV um einen direkten Aufstiegs- und einen Aufstiegsspiele-Platz in die nächsthöhere Kreisklasse B.

Der Aufschwung in die oberen Tabellenregionen begann beim KFV mit der Verpflichtung des neuen Trainers Dirk Hauri im letzten Sommer. In seiner Jugend spielte Hauri selbst beim KFV, als Erwachsener bis hinauf in die Regionalliga u.a. beim SSV Ulm. Er formte eine neue Mannschaft und beendete das jahrelange »Darben« am Tabellenende.

Der Gegner SV Hohenwettersbach, aus einem der Karlsruher »Bergdörfer«, hätte durch einen Auswärtssieg auch noch Anschluss an das Aufstiegsgeschehen gefunden.

Entsprechend eng war das Spielgeschehen. Vor ca. 30 Zusehenden entwickelte der KFV eine Feldüberlegenheit, Torgelegenheiten waren aber Mangelware. Von daher kam die Führung für den KFV in der 37. Minute durch Laurent Martineau durchaus überraschend. Nach der Pause hatte die Partie ihre »wilde Phase«. Die Gäste glichen kurz nach der Pause per Elfmeter aus (Felix Löffler 54.). Drei Minuten später stellte der KFV (Joseph Urban 57.) den alten Abstand wieder her. Bis zum Ende blieb das Match ausgeglichen, erst in der 90. Minute stellte Emmanuel Ampratwum den 3:1-Endstand her.

Fazit: Ein enges Spiel in einer trostlosen Atmosphäre im grünen Nirgendwo.

Damit schob sich der KFV an die Tabellenspitze heran, die Traditionskicker stehen nun auf Rang 3, 1 Punkt hinter den führenden Teams Hagsfeld und der Germania. Für den SV Hohenwettersbach hat sich das Thema Aufstieg mit nunmehr 9 Punkten Rückstand für diese Saison erledigt.

Am kommenden Wochenende steigt das Spitzenspiel Zweiter vs Dritter, Sportvereinigung Germania vs KFV. Tabellenführer Hagsfeld II wird beim Vorletzten Auerbach II wahrscheinlich gewinnen, so dass die Begegnung auf dem Germania-Sportplatz neben dem Wildparkstadion wohl das Finale um den für die Aufstiegsspiele qualifizierenden Rang 2 sein wird.

Impressionen

Fußball im Sonnenschein Rüppurrs…

Freistoß!

Bereitmachen zum Freistoß!


Relegations-Nullnummer: KSC vs FC Erzgebirge Aue 0:0 – 18.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-20 10:45

KSC vs FC Erzgebirge Aue 0:0

Das war es also, das heißerwartete erste Relegationsspiel: In einem grausigen (positiver ausgedrückt: »von der Taktik geprägten«) Match trennten sich der KSC und der FC Erzgebirge »Wismut« Aue 0:0. Was wohl »auf dem Papier« eher für das Auswärtsteam Aue ein »gutes« Ergebnis ist…

KSC vs FC Erzgebirge Aue 0:0

Endlich mal wieder was los im Wildpark! Wenn es um etwas geht, kommen sie in Karlsruhe aus ihren Löchern und wollen dabei sein. Erstmals seit der tragischen Relegation 2015 gegen den HSV war der Wildpark, was die heimischen Zuschauer angeht, ausverkauft.

Im Gegensatz zu früheren Gelegenheiten dieser Art war der KSC diesmal sogar darauf vorbereitet. Es gab genug Getränkestände, die Getränke gingen nicht zur Halbzeit aus, auch der Zugang klappte einigermaßen reibungslos. Geht doch!

Die Sonne schien und Fans waren gut gelaunt und hatten die Woche in ihren Lagerhallen und Scheunen für umfangreiche Bastelarbeiten genutzt. Die Gegengerade präsentierte ein über die ganze Platzlänge reichendes Spruchband mit einem zeitlos-launigen Wildpark-Bonmot, untermalt von in der spätnachmittäglichen Sonne glitzernden Folien in Blau und Weiß. Sehr hübsch!

Auch im Gästeblock ließ man sich nicht lumpen und brachte neben einer großen dekorativen Zeltplane auch Fähnchen in Violett und Weiß mit, die lustig in den Himmel geschwenkt wurden. Auch sehr hübsch!

Bevor es losging, erhielt der langjährige Torwart und Mannschaftskapitän Dirk »Orle« Orlishausen vom Verein einen Blumenstrauß und warme Abschiedsworte. Ein neuer Vertrag mit Anschlussperspektive wäre ihm lieber gewesen. Da selbiger ausblieb, entschied Orle sich, die Zelte in Karlsruhe abzubrechen und ab der nächsten Saison als Stand-By-Torwart und Torwarttrainer bei Hansa Rostock anzuheuern. Orle war seit 2011 beim KSC und lange Jahre der Stammtorwart. Und in der Katastrophensaison 16/17 der einzige Akteur (von den Erwachsenen), dem man seine Zerknirschtheit ob des sang- und klanglosen Abstiegs abnehmen konnte. Da sagen wir: Danke Orle für die vielen Jahre, und alles Gute!

Die Bühne war also bereitet für ein großes Fußballspiel. Nur: Das fand nicht statt. Dass Trainer Hannes Drews seine »Veilchen« auswärts nicht in ein Offensivspektakel schicken würde war klar. Für das Auswärtsteam im Hinspiel kann die Devise nur »nicht verlieren und vielleicht ein Auswärtstor machen« heißen. Und genau so spielten sie.

Etwas überraschend war aber die totale Defensivausrichtung des KSC. Trainer Alois Schwartz hatte sich in einer Woche Geheimtraining ausgedacht: »Wir spielen auf 0:0!« Man ließ, alle Feldspieler hinter dem Ball versammelt, die Auer im Mittelfeld ein wenig Ballbesitz genießen, riegelte die eigene Hälfte aber rigoros ab. Es erinnerte an das legendäre CL-Defensivfinale 2012 Bayern vs Chelsea unter di Matteo.

Die Blau-Weißen unterbanden so die Offensivaktivitäten der Erzgebirgler, hatten aber ihrerseits im gesamten Spiel keine richtige Torchance. Es war schon ernüchternd zu sehen, wie ganzheitlich gestandene Zweitligaspieler das hochgelobte KSC-Sturmduo Schleusener und Pourié über die gesamte Spielzeit abmeldeten.

So ist das Fazit über dieses Relegationshinspiel schnell geschrieben: Es war ein grottenlangweiliges Gekicke, das lediglich von der einem Relegationsspiel nun einmal grundsätzlich innewohnenden Spannung lebte. Als neutraler Zuschauer hätte ich mir das im TV garantiert nicht zu Ende angeschaut…

Die Lage

Was machen wir nun mit diesem 0:0 unter dem Gesichtspunkt »Aufstieg in die Zweite Liga«?

Die KSC-Akteure und die örtliche Presse feierten das Heim-0:0 als »Teilerfolg«. Was überregionale Medien eher erstaunt zur Kenntnis nahmen. In einem dpa-Text (hier bei fussballdaten.de) heißt es: »Besonders einverstanden schienen überraschenderweise vor allem die Gastgeber.« Und beim Sportinformationsdienst (hier bei T-Online) fällt man ein hartes Urteil (Zitat):

»Der badische Traditionsklub peilt trotz der eher schlechten Ausgangsposition zwar weiter den direkten Wiederaufstieg an – allerdings blieben die Karlsruher über weite Strecken den Nachweis ihrer Zweitliga-Tauglichkeit schuldig.«

Objektiv betrachtet ist das Ergebnis erst einmal ein klarer Vorteil für Aue, die »Europapokal-K.O.-Runden-Hinspiel-Logik« gilt auch in der Relegation. Es steht weiterhin 0:0 und die Entscheidung fällt vor eigener Kulisse, 1:0 daheim und man ist durch. Andererseits ist es für Aue auch ein gefährliches Ergebnis, denn wenn der KSC ein Tor erzielt, braucht Aue deren zwei.

Der KSC ist also auch nach dem 0:0 grundsätzlich alles andere als chancenlos. Die Offensivperformance im Hinspiel und die für ein Drittliga-Topteam erstaunliche Auswärtsschwäche (in 19 Versuchen gelangen den Blau-Weißen nur sechs Auswärtssiege, der Hauptgrund für den großen Abstand auf die Topteams FCM und SCP) lassen einen Auswärtssieg in Aue eher unwahrscheinlich erscheinen. In der gesamten Historie gelang es überhaupt erst einmal, in Aue zu gewinnen (2011 ein 2:0). Andererseits ist der KSC ein schwer zu bezwingendes Defensivbollwerk, so dass ein weiteres 0:0 und eine »Aufstiegslotterie« im Elfmeterschießen als realistische Option erscheint.

Die Relegationshistorie sagt: Es gab erst einmal ein 0:0 im Hinspiel (Kiel vs 1860 anno 2015), was nicht zum Aufstieg reichte. Andererseits ist bisher jeder Drittligist aufgestiegen, der im Hinspiel ein Auswärtstor des Zweitligisten kassierte. Ob »daheim auf 0:0« da die richtige Taktik war?

Wie dem auch sei, im Fußball ist alles möglich, und trotz des optimismusbremsenden Hinspiels haben die Blau-Weißen natürlich noch alles in der Hand. Von daher:

Auf Ihr Helden!

Impressionen

Gutes Wetter, gute Stimmung, schlechtes Spiel…

Das war es dann für diese Saison im Wildpark…


Hart erkämpfter Heimdreier: FC Español vs FC Zuzenhausen 1:0 – 12.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-14 21:55

FC Español vs FC Zuzenhausen 1:0

Die Saison der Verbandsliga Nordbaden geht langsam ihrem Ende entgegen. Der Karlsruher FC Español benötigt dringend noch Punkte, um auch im nächsten Jahr in der Verbandsliga spielen zu können. Es kamen drei dazu, in einem vom Schiedsrichter »farbenfroh« gestalteten Spiel wurde der FC Zuzenhausen mit 1:0 geschlagen…

FC Español vs FC Zuzenhausen 1:0

Der wackere Aufsteiger FC Español hängt noch stets in der Abstiegsregion der Verbandsliga fest. Um noch eine Chance auf den Relegationsplatz oder sogar die direkte Rettung zu haben, musste im Heimspiel gegen den im unteren Mittelfeld der Tabelle platzierten FC Zuzenhausen unbedingt ein Heimsieg her.

Der Gegner FC Zuzenhausen ist ein Verein mitten aus dem »Dietmar-Hopp-Imperium«. In dem 2100-Einwohner-Örtchen nördlich von Hoffenheim befindet sich das Trainingszentrum des Bundesligisten TSG Hoffenheim. Am Rande von diesem findet man auch den FC Zuzenhausen, bei dem der junge Dietmar Hopp einst Fußball gespielt hat. Der 1920 gegründete FC ist im 21. Jahrhundert als »Fahrstuhlklub« zwischen der Landesliga und der Verbandsliga unterwegs und hält sich in der aktuellen Spielzeit stets im unteren Mittelfeld, mit ein paar Punkten Abstand von den Abstiegsrängen entfernt.

Da Team ballreiter bei vier der fünf bisherigen Saisonsiege des FC Español in der Liga dabei war, musste am Samstag nach dem KSC-Spiel flugs der Job als Glücksbringer erledigt werden. Etwa 80 bis 100 Zusehende wollten bei immer leicht an der Grenze zum Gewitter balancierenden Frühlingswetter ebenfalls den Abstiegskampf miterleben.

Español fand in der ersten Halbzeit gut in die Partie und trat dominant auf, ließ aber im Abschluss vor dem Tor einiges vermissen. Die Abschlüsse waren etwas überhastet oder der gute Zuzenhausener Torwart Nico Romig war zur Stelle. Mit dem Halbzeitpfiff erzielte Eloy Diaz dann doch noch den Führungstreffer für die »Spanier«.

In der zweiten Halbzeit wurde es farbig. Nachdem fünfzehn Minuten nichts passierte, eskalierte das Match ab der 60. Minute. Schiedsrichter Moritz Kuhn entglitt die Partie ein wenig, das Endergebnis waren zweimal Rot und einmal Gelb-Rot innerhalb von 3 Minuten. Zweimal erwischte es Español, einmal Zuzenhausen. Nach Augenschein (Wiederholungen haben wir in der Verbandsliga nicht) waren alle Karten berechtigt, die beiden Roten waren das Ergebnis einer wilden Foul-Nachtreten-Handgemenge-Aktion. Nur hatte Schiri Kuhn die sich langsam aber sicher aufstauenden Aggressionen der Akteure nicht frühzeitig eingedämmt, so dass er das Spiel nur noch mit wildem Karteneinsatz unter Kontrolle bekam.

Mit 9 gegen 10 ging es in die letzte halbe Stunde. Die »Spanier« fighteten in Unterzahl wie die Stiere und kamen zu einigen sehr guten Konterchancen. In allen Eins-zu-Eins-Situationen behielt aber Zuzenhausens Torhüter Romig, der einen sehr guten Tag erwischt hatte, die Oberhand. Zur Entlastung sah dann in der 84. Minute noch ein Zuzenhausener Akteur Gelb-Rot, so dass im 9 gegen 9 der FC Español den überlebenswichtigen Dreier nach Hause fahren konnte. Wieder einmal hallte der Español-Siegesgesang durch die Fritschlach (siehe unten, Video)…

Fazit: Eine wilde, packende und bis zum Schluss spannende Partie. Español sah sehr gut aus, mit ein bisschen mehr Disziplin (in Unterzahl gewinnt man keine Spiele!) sind durchaus noch weitere Dreier drin.

Die Verbandsliga-Lage

Die Abstiegszone rückt Richtung Saisonende immer weiter zusammen. Von oben kommt der ASV Durlach herunter, bei dem es drunter und drüber geht. In der letzten Woche gab es den zweiten Trainerwechsel der Saison. Interne Unstimmigkeiten führten dazu, dass Neutrainer Markus Zörrer nur zehn Spieler ins Heimspiel gegen die SV 98 Schwetzingen schicken konnte. Und das, ohne vorher mit seinem Team trainiert zu haben. 70 Minuten hielt das Rumpfteam erstaunlicherweise gut mit, am Ende war es eine 0:3-Niederlage. Damit ist der ASV Durlach nun punktgleich mit dem FC Español. Die Zustände in Durlach lassen erwarten, dass der ASV weiter nach unten durchgereicht werden wird.

Somit werden wohl die SpVgg Neckarelz (drei Punkte voraus, 2:0-Sieger gegen die SpVgg Durlach-Aue) und der FC Zuzenhausen (sechs Punkte voraus) die Gegner des FC Español im Kampf um den Klassenerhalt werden. Am Freitag steht, dummerweise parallel zum KSC-Relegationsspiel, ein wichtiges Auswärtsspiel beim leicht schwächelnden 1. FC Bruchsal an.

An der Spitze dreht Germania Friedrichstal souverän seine Runden. Die Germanen schlugen die SG Kirchheim aus Heidelberg 4:0 und können nächsten Samstag in Zuzenhausen den Aufstieg in die Oberliga klarmachen.

Impressionen


FC Español vs FC Zuzenhausen

Die große Verbandsligarunde


Warten auf die Relegation: KSC vs FC Carl Zeiss Jena 2:3 – 12.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-14 12:05

KSC vs FC Carl Zeiss Jena 2:3 (vom Endstand existiert kein Foto, da war ich schon weg…)

Es war ein Match um die »Goldene Ananas« und genau so sah es dann auch aus: In einer Art »Sommerfreundschaftsspiel um Punkte« verlor der KSC erstmals in dieser Saison im heimischen Wildpark mit 2:3 gegen den FC Carl Zeiss Jena…

Das Warten auf die Relegation

Mit einem souveränen 2:0-Auswärtssieg in Aalen kicker-Spielbericht (Kurzbericht des mdr auf Youtube) sicherte sich der KSC im letzten Auswärtsspiel der Saison Rang 3 und damit die Chance, im Relegationsspiel gegen den Drittletzten der Zweiten Liga doch noch den Aufstieg zu schaffen. Was eine große Euphorie auslöste, anders sind befremdliche Szenen wie der Platzsturm nach dem Sieg in Aalen (normalerweise macht man sowas, wenn man tatsächlich etwas erreicht hat, aber was weiß ich schon von den Neuerungen zeitgenössischer Fankultur…) nicht zu erklären…

Der KSC muss zunächst daheim ran, die Tickets für das Relegationsheimspiel gingen erwartungsgemäß weg wie die berühmten »warmen Semmeln«. Wenn es um etwas geht, entdeckt Karlsruhe dann plötzlich doch die Lust auf Fußball und den KSC…

KSC vs FC Carl Zeiss Jena 2:3

Das letzte Spiel der »normalen« Saison gegen den FC Carl Zeiss Jena war, da alle tabellarischen Entscheidungen vorher gefallen waren, eine Art Freundschaftsspiel um Punkte. Trotzdem schauten sich das über 14.000 Zusehende an. Davon hatten viele die Karten für das letzte Heimspiel sicher schon vor Wochen in der Erwartung einer großen Aufstiegsfeier erworben…

Die Akteure hielten sich in den Zweikämpfen zurück und entsprechend gab es in den ersten 20 Minuten ein wildes Hin und Her zu bestaunen. Bereits nach 15 Sekunden war der Ball zum ersten Mal im Netz: Jena vertändelte die Kugel, Fink und Poiré sagten »Danke« und vollendeten zum 1:0. Was Ihr vielbeschäftigter Fußballblogger verpasst hatte, denn er war noch mit Twitter beschäftigt, als Poiré schon den Ball ins Netz schob! Ob an den Weisheiten des Zentralorgans des deutschen Fußballtraditionalismus doch was dran ist?

Beide Teams kickten munter weiter und bekamen ihre Chancen. Jena verwertete aber besser und ging nach einem Doppelschlag in der 27. (Thiele) und 41. (Günther-Schmidt) mit einer 2:1-Führung in die Pause.

Schiedsrichter Badstübner wollte sich an einem lockeren Tag nicht lumpen lassen und schenkte dem KSC den Ausgleich per Elfmeter. Fink ging in der 60. Minute zu Boden, als Jenas Torhüter Coppens eigentlich den Ball gespielt hatte. Zum Ausgleich durfte in der 80. Minute Bock den 2:3-Siegtreffer aus einer klaren Abseitsposition schießen, so dass der Gerechtigkeit Genüge getan war…

Fazit: Ein Sommerkick ohne größeren sportlichen Wert, den Stadionbesuch hätte man sich im Grunde sparen können. Man Of The Match: Jenas Timmy Thiele, der in den ersten 30 Minuten sehr agil war und eine Chance nach der anderen vergab. Aber nicht locker ließ, bis er in der 27. Minute endlich einen versenkte. That‘s the spirit!

Ärgerlich war, dass sich Pisot und Wanitzek bei so einem »Kirmesmatch« ihre vierte Gelbe Karte abholten und damit (wie auch Muslija) nach einer weiteren Gelben im Relegationshinspiel für das Rückspiel in Aue gesperrt wären. Da dräut also eine Wiederholung der »Peitz-Situation« aus der Relegation 2015 gegen den HSV. Im Grunde hätte man sie auch beide draußen lassen können, um dieses Risiko gar nicht erst einzugehen…

Relegation gegen Aue!

Am Freitag wird es dann wieder ernst: Im Wildpark steht das erste Relegationsspiel um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga auf dem Programm. Nach dem letzten Spieltag rutschte der FC Erzgebirge »Wismut« Aue auf den 16. Tabellenrang und hat nun das Vergnügen, gegen den KSC um den Verbleib in der Zweiten Liga kicken zu dürfen.

Der Bus aus Aue macht Halt im Wildpark…

Wismut Aue wurde vor einigen Wochen beim Spiel in Sandhausen begutachtet. Da waren sie ein ausgesprochen unangenehmer Besucher, der (der KSC-Spielweise nicht ganz unähnlich) kampfstark das Mittelfeld dicht und aus wenigen Torchancen ein Tor machte. Obwohl sie mit dem »Beinahe-ex-Karlsruher« Pascal Köpke einen Zweitliga-Top-15-Torjäger (10 Tore) in ihren Reihen haben, erzielten sie nur 35 Tore. Das war die schlechteste Ausbeute aller Zweitligisten…

Nur fünf Teams kassierten mehr Gegentore als das Team von Trainer Hannes Drews. Aue spielte zwar siebenmal zu Null, fuhr aber auch einige herbe Packungen ein (0:4 in Dresden, 1:4 in Nürnberg, 0:3 in Kiel und Duisburg). Entsprechend schepperte es 49 mal im vom »Buffon des Erzgebirges« Martin Männel seit Jahren gehüteten Kasten.

Mit Dimitrij Nazarov und Dennis Kempe kehren zwei nach dem Abstieg im letzten Sommer im Unfrieden geschiedene ex-KSC-Spieler erstmals in den Wildpark zurück.

Die Bilanz des KSC gegen Aue sieht nicht so überragend aus. In 18 Spielen gab es 5 Siege, 5 Remis und 8 Niederlagen. In Aue hat der KSC 2011 zum einzigen mal gewonnen.

Was darf man in den Relegationsspielen erwarten? Aufgrund der Spielanlage beider Teams werden es wohl zwei torarme Spiele werden. Im Hinspiel sollte der KSC auf jeden Fall das Auswärtstor vermeiden, ein 1:0- oder gar 2:0-Heimsieg wäre eine gute Ausgangslage für das Rückspiel. Aue müsste dann offensiver agieren und für ein Kontertor sind die Blau-Weißen auswärts immer gut…

Aber egal wie: Es ist die dritte Relegation des KSC in den letzten 7 Jahren. Die gegen Regensburg (2011) endete jämmerlich, die gegen den HSV (2015) unglücklich. Es wäre also an der Zeit, eine Relegation auch einmal »siegreich« zu bestehen. In den bisherigen 9 Relegationsduellen »Dritte vs Zweite Liga« gewann siebenmal der Drittligist. Das sollte doch ein gutes Omen sein…

Impressionen


Landesliga-Spitzenspiel: FC 07 Heidelsheim vs ATSV Mutschelbach 0:2 – 6.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-09 09:25

FC 07 Heidelsheim vs ATSV Mutschelbach 0:2

Sonntag ist Sportplatztag! Zumal die Saison ja bald vorbei ist. Also muss man sehen, dass man ein bisschen was mitnimmt. Dieses Mal stand das absolute Spitzenspiel in der Landesliga Mittelbaden auf dem Programm. Im Bruchsaler Ortsteil Heidelsheim traf der zweitplatzierte örtliche FC 07 auf den Spitzenreiter ATSV Mutschelbach. In einem engen Spiel setzte sich der ATSV mit 2:0 durch und hat damit wohl den entscheidenden Schritt Richtung Verbandsliga-Aufstieg gemacht…

Duell der Topteams der Landesliga Mittelbaden

Die Landesliga Mittelbaden ist im Ligensystem die siebte Liga und unterhalb der Verbandsliga angeordnet. Die aktuelle Saison wird von den beiden Teams dominiert, die bei unserem Sonntagsspiel zum Spitzenspiel aufeinander trafen.

FC 07 Heidelsheim

Der FC 07 aus Heidelsheim, einem 1974 eingemeindeten Vorort von Bruchsal, entstand 1946 durch die Fusion zweier Vereine, der 1907 gegründeten Freien Turnerschaft (darum die »07«) und dem FC 1919. 2001 ging es erstmals für ein Jahr hoch in die Verbandsliga. Nach dem Wiederaufstieg 2007 bis zum Abstieg 2015 gehörte der FC 07 zum »Stammpersonal« der Verbandsliga. Nach einer schwachen Vorsaison (es reichte nur zu Rang 11) ist man in der aktuellen Landesliga wieder vorne mit dabei und hatte vor dem Topspiel in 20 Spielen nur zweimal verloren. Der Platz 2, der zum Aufstiegsspiel in die Verbandsliga berechtigt, ist bei 10 Punkten Vorsprung fast schon so gut wie sicher. Im Topspiel gegen den ATSV Mutschelbach hätte das Team von Trainer Hrvoje Erceg, der (wie Sportjournos sagen würden: »ausgerechnet«) bis 2016 vier Jahre lang ebendort Trainer war, mit einem Sieg sogar den Tabellenführer stürzen können. Saisonziel ist natürlich der Aufstieg, um wieder mit dem Lokalrivalen 1. FC Bruchsal »ligenmäßig« gleichzuziehen…

ATSV Mutschelbach

»Mutschelbach« ist ein lustiger Ortsname, der irgendwie schon nach »Dorffußball« klingt. Davon darf man sich aber nicht täuschen lassen, denn der ATSV ist ein ambitioniert aufgezogenes »Projekt«.

Der Ort Mutschelbach ist ein Teil der bei der Gemeindereform 1971 entstandenen »künstlichen« Gemeinde Karlsbad (nicht zu verwechseln mit der durch die »Karlsbader Beschlüsse« berühmt gewordenen gleichnamigen böhmischen Stadt, die heute tschechisch »Karlovy Vary« heißt!). Die zu Karlsbad »zwangsweise« vereinten Dörfer leben aber bis heute ihre eigene Identität aus und »Karlsbad« ist im Grunde nur ein Verwaltungskonstrukt. Was sich auch im Fußball zeigt. Neben dem ATSV treiben sich alle Ortsteile Karlsbads mit ihren eigenen Vereinen in den Ligen Badens und Karlsruhes herum: SV Spielberg (Oberliga), SV Langensteinbach (Konkurrent des ATSV in der Landesliga), TSV Auerbach (Kreisliga Karlsruhe) und VfR Ittersbach (Kreisklasse B2 Karlsruhe).

Man nennt Mutschelbacher übrigens die »Schmierbrenner«, weil die nach dem Dreißigjährigen Krieg im 18. Jahrhundert angesiedelten Waldenser-Familien aus Kiefernsaft Wagenschmiere brannten…

Der Arbeiter- Turn- und Sportverein 1904 Mutschelbach ist eigentlich erst 1947 gegründet worden, beruft sich aber in seiner Historie auf einen 1904 gegründeten Turnverein Untermutschelbach, der 1942 seinen Betrieb einstellte und nur Turnen und Chorgesang im Angebot hatte. Seit 1948 spielt man in Mutschelbach auch organisiert Fußball. 2014 ging es hinauf in die Landesliga, und in dieser scheiterte der ATSV in den beiden letzten Spielzeiten als 3. und 2. nur knapp am Aufstieg in die Verbandsliga. In der aktuellen Saison soll dieser endlich gelingen, mit nur einer Niederlage und 65 Toren in 20 Spielen sind die »Schmierbrenner« klar auf Aufstiegskurs.

Hinter dem Aufschwung Richtung Verbandsliga steckt ein Netz von lokalen und regionalen Unternehmen als »Premium- und Exklusivsponsoren« unter der Führung des Supermarkt-Unternehmers Helmut Piston und der Mutschelbacher Unternehmerfamilie Konstandin. Diese sorgen nicht nur für eine (für einem Verein dieser Größe) beeindruckende Infrastruktur, sondern stellen auch einige der Spieler in ihren Unternehmen an. Von den Konkurrenten wird der ATSV deshalb auch gerne einmal als »Geldklub« bezeichnet…

Obwohl der ATSV die ganze Saison an der Tabellenspitze verbracht hat, trennte man sich kürzlich von Trainer Stefan Ronecker im »beiderseitigen Einvernehmen«. Bis zum Ende der Saison sitzt Mirko Schneider (»ausgerechnet« der Ex-Trainer von Gegner Heidelsheim…) auf der Bank. Im Sommer übernimmt der KIT-Hochschulsportleiter und aktuelle Trainer des Süd-Verbandsligisten 1. SV Mörsch Dietmar Blicker (den wir vor einigen Monaten auch besucht haben) den Posten beim ATSV.

FC 07 Heidelsheim vs ATSV Mutschelbach 0:2

Zunächst einmal ging es für den ATSV aber darum, durch einen Sieg beim Zweitplatzierten FC 07 Heidelsheim die erste Saisonniederlage (1:2 beim 1. FC 08 Birkenfeld) vergessen zu machen. Dazu ging es ins Kraichgaustadion nach Heidelsheim, sehr verkehrsgünstig etwa 500 Meter vom S-Bahn Haltepunkt »Heidelsheim Nord« (»Zug hält nur bei Bedarf«) gelegen. Ein Blick auf den Parkplatz vor dem Stadion verriet aber, dass für einen beträchtlichen Teil des Publikums ein ebenso edles wie großvolumiges Automobil das Verkehrsmittel der Wahl zum Sonntagskick ist. Hier im ländlichen Baden-Württemberg ist halt das Geld daheim…

Mit 4 Euro Eintritt war man beim Landesliga-Kracher dabei. Schätzungsweise um die 300 Zusehende legten diese auf den Tisch…

Das Spitzenspiel entpuppte sich aber als zähe Angelegenheit. Der Matchplan des Gast aus Mutschelbach war offensichtlich »Mittelfeld dichtmachen und geduldig auf Torchancen warten«. Und das funktionierte leider sehr gut, das Spiel bot zwar einen mit hohem Aufwand geführten Fight im Mittelfeld, Torraumszenen waren aber Mangelware. In der 22. Minute gelang den »Schmierbrennern« dann die Umsetzung ihres Matchplans: ATSV-Torjäger Erich Strobel wurde im Strafraum gelegt (oder besser, »nahm das Foul des Gegners an«), Kollege Tobias Stoll verwandelte den Elfmeter souverän (FUPA-TV). Und die mitgereisten Fans konnten ihre Schals mit dem Weltklasse-Motto »Die Macht an der A8« erfreut in die Höhe recken…

Mutschelbach kontrollierte das Spiel nun und erspielte sich ruhig und souverän, »im Stile einer Spitzenmannschaft«, diverse gute Chancen heraus. War dabei aber zu nachlässig in der Chancenverwertung.

Nach der Pause schaltete der ATSV in den »Verwaltungsmodus«. Das Spiel blieb zwar theoretisch eng durch die knappe 1:0-Führung und die Heidelsheimer gaben sich alle Mühe und hielten gut dagegen. Aber mehr als halbgare Abschlussversuche von außerhalb des Strafraums (exemplarisch dieser Versuch (FUPA-TV)) kamen dabei nicht herum. »Im zweiten Abschnitt haben wir es leider nicht geschafft unsere spielerische Überlegenheit zu nutzen. Die bessere Mannschaft hat leider verloren« sagte der sportliche Leiter des FC 07, Jens Maier, nach dem Spiel. Diese Sichtweise hat er aber relativ exklusiv. Mutschelbach ließ die Heidelsheimer ein wenig kicken, hielt sie aber vom Strafraum fern. Ein klassischer Fall von »Scheinüberlegenheit«.

Den Schlusspunkt setzte in der Nachspielzeit der Landesliga-Toptorjäger Erich Strobl. Der ehemalige KSC-Akteur vollendete mühelos die wunderbare Vorarbeit seines Mitspielers Yousuf Freeman zum 2:0-Endstand (FUPA-TV).

Fazit: Ein idyllischer Ground und gutes Wetter, aber ein etwas zu souverän vom Favoriten heruntergespieltes Match. Man hatte nach der 1:0-Führung trotz des bis in die Nachspielzeit knappen Spielstands nie das Gefühl, dass der heimische FC 07 das noch einmal drehen würde…

Der ATSV wird sich mit nunmehr 6 Punkten Vorsprung bei noch fünf ausstehenden Spielen den Spitzenplatz wohl nicht mehr nehmen lassen, dazu macht das Team auch einen viel zu »abgezockten« Eindruck.

Impressionen


Klare Sache in der Sandgrube: FC 08 Neureut vs FC Alemannia Eggenstein 4:0 – 1.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-01 18:40

FC 08 Neureut vs FC Alemannia Eggenstein 4:0

Feiertag unter der Woche und »dank« des langen nasskalten Winters gab es noch einige Nachholspiele. So auch in der Kreisliga Karlsruhe (8. Liga, vergleichbar mit Bezirksliga oder Landesklasse in anderen Landesverbänden), hier traf der Tabellenzweite FC 08 Neureut auf den Tabellenachten FC Alemannia Eggenstein aus dem Vorort vor den Toren Karlsruhes. Es war eine klare Sache, der Favorit gewann ungefährdet mit 4:0…

Neureut

Neureut, der nordwestliche Stadtteil Karlsruhes, wurde nach 515 Jahren als selbstständiger Ort 1975 in Karlsruhe eingemeindet. Viele Eingeborene halten das auch 43 Jahre später für ein himmelschreiendes Unrecht. Deshalb hat der Stadtteil auch heute noch einen gewissen eigenständigen Charakter…

In Sachen Fußball gibt es in Neureut drei Vereine: In der siebtklassigen Landesliga spielt Fortuna Kirchfeld (Kirchfeld gehört zu Neureut), diese hatten wir im Sommer im Badenpokal gegen den FC Español besucht. In der neuntklassigen Kreisklasse A kickt FC Germania Neureut (wir waren dabei als sie letzten Sonntag bei DJK Mühlburg verloren haben) um den Aufstieg in die Kreisliga. Und in dieser finden wir bereits den FC 08 Neureut.

Der 1908 gegründete und aus einer Reihe von Fusionen von Neureuter Vereinen hervorgegangene FC war von den 30er- bis in die 70er-Jahre als Fahrstuhlklub in den höheren Amateurklassen unterwegs (1976 letztmals in der damaligen 1. Amateurliga). In den letzten Jahren waren sie, nach einer stabilen Phase in der Verbandsliga zwischen 99/00 bis zum Abstieg 06/07, in den Ligen des Karlsruher Fußballkreises unterwegs. In der aktuellen Kreisliga-Saison ist der FC 08 vorne mit dabei und nimmt Kurs auf den Aufstieg in die Landesliga Mittelbaden.

FC 08 Neureut vs FC Alemannia Eggenstein 4:0

Wie in Karlsruhe leider üblich, liegt auch der Ground »An der Sandgrube« des FC 08 am Rande der Zivilisation zwischen den Bausünden der autogerechten Stadt und dem grünen Niemandsland am Stadtrand. Deshalb ist der Weg dahin ohne die Hilfe neumodischer Smartphone-Kartenapps praktisch nicht zu finden. Wenn man sich aber durchgekämpft hat, so findet man einen idyllisch im Grünen gelegenen großzügigen und für einen Klub dieser Größe erstaunlich geräumigen Ground vor.

Das feiertägliche Topspiel gegen den Tabellenachten Alemannia Eggenstein war bei sonnigem Frühlingswetter recht gut besucht, schätzungsweise 200 Zusehende verteilten sich rund um den Platz.

Wenn sie in Erwartung eines spannenden Matches gekommen waren, so mussten sie leider schnell enttäuscht sein. Denn der einheimische FC 08 übernahm von Anfang an das Kommando, war das sehr deutlich spielbestimmende Team und führte schon zur Halbzeit durch Tore von Kadir Islow (14.), Hagen Essig (37.) und Marcel Trebicki (39.) hochverdient mit 3:0.

Die zweite Hälfte sah dann nur noch ein Schaulaufen des Teams von Trainer Stefan Wimmer. Man ließ den Ball laufen und zeigte, was man so drauf hat. Das Gästeteam von Trainer Thomas Gimmel kam kaum in die Neureuter Hälfte und blieb harmlos vor dem gegnerischen Tor.

Ein schönes Tor vom Kreisliga-Toptorjäger Daniel Beer in der 63. Minute war das einzige Highlight des zweiten Durchgangs.

Fazit: Ein wirklich schöner Ground (so lernt man seine Heimatstadt kennen…), aber ein recht einseitiges Spiel. Der FC 08 rückt auf 9 Punkte an den Tabellenführer, der zweiten Mannschaft des ATSV Mutschelbach, heran. Um Rang 2, der zur Aufstiegsrelegation berechtigt, »kloppen« sich die Neureuter nun mit dem FV Malsch. Sollte die erste Mannschaft des ATSV Mutschelbach jedoch in der Landesliga (aktuell ist sie Tabellenführer mit 3 Pkt. Vorsprung) noch den Aufstieg in die Verbandsliga verspielen, dann darf die zweite Mannschaft natürlich nicht aufsteigen und die Aufstiegsplätze in der Kreisliga würden neu durchgemischt…

Impressionen

Preise unbekannt: 3,50 EUR

Schön im Schatten sitzen und Fußball gucken…

Im Neureuter Tor schlug kein Ball ein…


Topspiel in Mühlburg: DJK Blau-Weiß Mühlburg vs FC Germania Neureut 07 5:2 – 29.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-29 20:15

DJK Blau-Weiß Mühlburg vs FC Germania Neureut 07 5:2

Sonntags geht es bei uns Fußballtraditionalisten bekanntlich raus auf den Sportplatz! Diese Woche auf dem Programm: Ein Topspiel in der Karlsruher Nachbarschaft, in der Kreisklasse A1, zwischen dem Tabellenzweiten, der DJK Mühlburg und dem Spitzenreiter FC Germania Neureut. Es hielt was es von der Tabellenkonstellation her versprach, denn mit einem 5:2 gab es einen torreichen Sonntagnachmittag…

Mühlburg – altehrwürdiges Fußballterrain!

Mühlburg, der 1886 eingemeindete westliche Stadtteil Karlsruhes, ist als eigenständiger Ort fast 500 Jahre älter als Karlsruhe. Aber es ist halt nicht nur im Fußball so: Alter (oder »Tradition«) ist keine Tugend…

Fußballmäßig war Mühlburg ab den 30er-Jahren die fußballerische Top-Adresse Karlsruhes, denn der Stadtteilklub VfB Mühlburg hatte zu der Zeit den beiden »Platzhirschen« und Meisterteams FC Phönix und Karlsruher FV den Rang abgelaufen. Was dann in den 50ern zur Fusion mit dem FC Phönix zum KSC führte, der mit vollem Namen »Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix« heißt.

In Mühlburg selbst hinterließ die KSC-Gründung eine fußballerische Leerstelle. Heute findet man in der Kreisklasse B2 den SV Schwarz-Weiß Mühlburg. Und als klassenhöchstes Team in der Kreisklasse A1 den 1965 von Ministranten und Jugendlichen der Mühlburger Pfarrei St.Peter und Paul gegründeten Konkurrenten (die Grounds liegen praktisch nebeneinander) DJK Blau-Weiß Mühlburg, der noch nie höherklassig gespielt hat und das in dieser Saison gerne ändern würde. Wie das »DJK« schon sagt, ist der Klub Teil der katholischen Sportbewegung mit dem schönen Namen »Deutsche Jugendkraft«.

DJK Blau-Weiß Mühlburg vs FC Germania Neureut 07 5:2

DJK Mühlburg und der Gegner, der Tabellenführer FC Germania aus dem etwa 4 km entfernt nordöstlich gelegenen Karlsruher Stadtteil Neureut, sind gemeinsam mit dem Vorortklub FV Leopoldshafen die dominierenden Teams der Saison in der Kreisklasse A1. Der Meister steigt direkt in die achtklassige Kreisliga, die höchste Spielklasse des Fußballkreis Karlsruhe (woanders heißt diese Bezirksliga) auf, der Zweite muss sich mit dem Zweiten der A2 in Aufstiegsspielen um einen weiteren Aufsteigerplatz balgen.

Das Topspiel bei bestem Frühlingswetter lockte eine erstaunlich große Kulisse (schätzungsweise 150 bis 200 Zusehende) auf den Sportplatz der DJK, am Rande Mühlburgs in einer eher unwirtlichen Gegend zwischen Hauptverkehrsstraßen und Industrieanlagen gelegen. Man sieht es auf den Bildern am dekorativen Heizkraftwerk im Hintergrund. Es ist in Karlsruhe leider üblich geworden, die Sportplätze aus den bewohnten Teilen der Stadt an den Rand hinaus zu drängen…

Es ging vom Anpfiff weg lebhaft los, die heimischen Blau-Weißen hatten es energisch auf die Tabellenführung abgesehen und spielten die Gäste an die Wand. Nach 13 Minuten stand es durch Tore von Stefan Chillemi (3., Elfmeter), Adnan Masic (5.) und Alexandru Moldovan (13.) schon 3:0 und man fragte sich, ob man gleich wieder heimradeln sollte, da dieses Spiel offensichtlich bereits entschieden war…

Nach einer Gelb-Roten Karte in der 28. Minute musste der gastgebende DJK mit 10 Mann auskommen. Es war eine knüppelharte Partie, ständig lag jemand auf dem Boden. Schiri Marvin Dill hatte am Ende achtmal Gelb und einmal Gelb-Rot gezogen.

In der Überzahl kamen die Gäste aus Neureut besser ins Spiel, der 3:1-Anschlusstreffer kurz vor der Pause öffnet das Spiel ein wenig für die zweite Hälfte in Überzahl…

Die Zweite Halbzeit startete erst einmal zäh, der Ball flog zwar hin und her zwischen den Strafräumen, aber gute Torchancen waren Mangelware. Das Aufregendste war noch ein in der zweiten Halbzeit fehlender Linienrichter (in der Kreisklasse sind diese bekanntlich »dienstverpflichtete« Zuschauer), dessen Nichtvorhandensein der Schiri nach 15 Minuten bemerkte und ihn vom Getränkestand zurückbeorderte…

Das etwas überraschende 3:2 in der 80. Minute durch Tomislav Maras öffnete das Spiel wieder. Es brach dann aber die »große Stunde« des Mühlburgers Dario Markovic an. Durch zwei wunderschöne direkt verwandelte Freistöße binnen 5 Minuten (81. und 85.) erledigte er die Germanen im Alleingang. Damit hatte DJK Mühlburg dem Tabellenführer ordentlich einen eingeschenkt und entthront nach Hause geschickt…

Fazit: Ein trotz der frühen deutlichen Führung doch noch überraschend unterhaltsames Kreisligamatch mit den beiden Freistößen als glorreichen Schlusspunkt.

Impressionen

Eckball im Sand…


Nullnummer in der Hüpfburg: KSC vs SC Paderborn 0:0 – 28.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-28 19:15

KSC vs SC Paderborn 0:0

Die Saison neigt sich dem Ende entgegen, und die Heimspiele des KSC werden zunehmend zäher: Beim »Kinderfest mit Hüpfburg« gegen den frisch gekrönten Aufsteiger SC Paderborn gab es das zweite 0:0 hintereinander im Wildpark zu bewundern…

Die Wochen der Entscheidung: Glückwunsch an die Champions!

In der Dritten Liga sind nun (fast) alle Entscheidungen gefallen: Der SC Paderborn und der 1. FC Magdeburg steigen in die Zweite Bundesliga auf. Dazu auch an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch, insbesondere an die geschätzte Blogkollegenschaft von »Schwarz und Blau« und nurderfcm.de. Beide Teams sind in beeindruckender Art und Weise durch die Drittliga-Saison marschiert und haben dabei, wie die Zahl der erzielten Tore (nach 35 Spielen 83 für den SCP und 64 für den FCM) belegt, auch den besten Fußball der Liga gespielt. Dazu kam die zweit- und drittbeste Abwehr und eine Saison ohne wirkliche Schwächephasen. Paderborn hatte im Februar eine kleine Phase von vier Spielen mit nur zwei Punkten, der sie aber gleich eine Serie von acht ungeschlagenen Spielen mit sieben Siegen und einem Remis folgen ließen. Der FCM hatte in der ganzen Saison keine Phase mit mehr als drei Spielen hintereinander ohne Sieg, und die auch nur zweimal. Zwei hochverdiente Aufsteiger!

Die Konstanz auf hohem Niveau dieser beiden dominierenden Teams war das Pech des KSC. Der Zweitligaabsteiger startete bekanntlich schwach in die Saison, aus den ersten 11 Spielen wurden nur drei Siege und drei Remis geholt, was den Abstand zu den beiden Aufsteigern diesem Zeitpunkt auf 14 bzw. 13 Punkte anwachsen lassen hatte. Danach gab es bis zum 35. Spieltag nur noch eine Niederlage und man marschierte (als bestes Rückrundenteam) im Gleichschritt mit den beiden Großen durch die Liga. Den Abstand hatte man in den 24 Spielen aber nur auf 11 Punkte verringern können, gerade auswärts waren einfach zu viele Unentschieden dabei. Und wenn man ehrlich ist muss man auch zugeben, dass die spielerische und offensive Leistung des KSC die ganze Saison nicht auf dem Niveau der beiden Aufsteiger war…

Somit bleibt für die Blau-Weißen der Rang 3 als »Strohhalm« zum Wiederaufstieg. Der 4:2-Auswärtssieg in Zwickau (Youtube-Video des mdr) mit der für Karlsruher Verhältnisse geradezu bombastischen Torflut brachte den KSC in die »Pole Position« für Rang 3. Denn der Konkurrent SV Wehen leistete sich zum denkbar ungünstigsten Saisonzeitpunkt eine Serie von vier Niederlagen hintereinander…

KSC vs SC Paderborn 0:0

Klare Sache, gegen den feststehenden Aufsteiger SC Paderborn sollte ein weiterer Sieg her, um den Vorsprung von drei Punkten auf den SV Wehen zu halten. Denn man konnte ja nicht davon ausgehen, dass deren Niederlagenserie ewig anhalten würde.

Wenn es um etwas geht, erweist auch der »anspruchsvolle« Teil des Karlsruher Fußballpublikums dem KSC die Ehre und bewegt sich mal wieder in den Wildpark. Das letzte Spiel gegen Hansa Rostock war bis dahin Saisonrekord (15.350 Zusehende), gegen den SC Paderborn wurde dieser mit 16.899 Zusehenden noch einmal übertroffen. Und das, obwohl der Gästeblock eher spärlich gefüllt war. Also waren tatsächlich erstmals in dieser Saison mehr als 16.000 Einheimische im Stadion. Dazu beigetragen hat wohl auch, dass Kinder für 5 Euro ins Stadion durften und es neben einer preisreduzierten ungesunden Mahlzeit eine blau-weiße Hüpfburg und weitere spaßige Randaspekte für die »Kleinen« gab…

Diese wollten natürlich einen Heimsieg sehen. Trainer Alois Schwartz wechselte wie üblich nur dezent. Offensichtlich ist, dass aktuell Winterneuzugang Marvin Pourié dem Drittligaurgestein Anton Fink den Rang abgelaufen hat. Pourié durfte nach seinem guten Auftritt im Badenpokal gegen die Unaussprechlichen aus Mannheim zum zweiten Mal in die Startelf, Fink musste auf der Bank Platz nehmen.

Aber Dritte Liga gegen Paderborn ist halt nicht der Badenpokal. Das wurde schnell klar, nachdem das Spiel in guter Atmosphäre bei lauen Frühlingstemperaturen angepfiffen wurde. In den ersten 20 Minuten waren die Defensivreihen noch ein wenig ungeordnet und es gab auf beiden Seiten ein paar Torchancen zu sehen. Interessant zu beobachten war aber der Unterschied in der Herangehensweise. Der SC Paderborn spielte mit breiter Brust auf, ballsicher und technisch sauber. Ruhig und systematisch wurde der Ball in den Karlsruher Strafraum gespielt. Beim KSC gab es das schon in der ganzen Saison praktizierte »Ball nach vorne und mit vollem Einsatz hinterher« zu sehen. Beide Ansätze brachten ein paar Chancen ein, die aber von den aufmerksamen Torhütern unterbunden wurden. Da Paderborn seine Hausaufgaben gemacht hatte und das bekannte Rezept »langer Ball auf Schleusener« konsequent verhinderte, kam der KSC nur zu wenigen Abschlüssen.

Nach etwa 20 Minuten übernahmen die Mittelfeldreihen das Kommando über das Spiel. Der SCP hatte das Spiel weitestgehend im Griff, tat aber nicht übermäßig viel Richtung Karlsruher Tor. Die Offensivbemühungen der Blau-Weißen endeten meist in Fehlpässen und leicht zu verteidigenden schlampigen Anspielen. Das Ergebnis: 0:0 zur Pause.

Ein ähnliches Bild bot die zweite Hälfte. Der KSC versuchte etwas mehr in Richtung Paderborner Tor zu unternehmen, der Aufsteiger unterband das relativ rigoros und sammelte dabei einige Gelbe Karten ein. Zwischenzeitlich war im parallelen Spiel SV Wehen vs FSV Zwickau der Konkurrent aus Wiesbaden in Führung gegangen, der KSC musste mehr tun…

Apropos: Der KSC blendete alle Zwischenstände der irrelevanten anderen Drittligaspiele auf der Anzeigetafel ein, nur nicht den aus Wiesbaden. Wie albern ist das eigentlich im Zeitalter der Smartphones?

Zumal man das auch auf der Bank mitbekommen hatte. Denn Alois Schwartz' einziger Wechsel war ein für seine Verhältnisse ausgesprochen kühner. Für den Mittelfeldmann Camoglu kam mit Anton Fink ein weiterer Stürmer, so dass die letzten 10 Minuten drei Angreifer auf dem Rasen standen.

Trotzdem endete das zweite Karlsruher Heimspiel hintereinander 0:0 und der Vorsprung auf Rang 4 ist auf ein Pünktchen geschrumpft…

Fazit: Eine mit zunehmender Spieldauer immer zäher anzuschauende Veranstaltung. Durchaus spannend, aber abgesehen von der Anfangsphase ohne große Höhepunkte im Strafraum.

Endstand: KSC vs SC Paderborn 0:0

Die Lage

Wie gesagt, er KSC bleibt zwar auf Rang 3, hat aber nur noch einen Punkte Vorsprung auf den SV Wehen, dessen Niederlagenserie mit einem 3:0 gegen Zwickau ein Ende fand. Das Gute ist, dass der SV Wehen nächste Woche beim SC Paderborn antreten muss und die Trauben dort auch für die Wiesbadener hoch hängen werden.

Der KSC spielt parallel auswärts in Aalen und sollte einen Dreier einfahren. Aus den letzten sechs Spielen gelang das nur zweimal, in der aktuellen Formtabelle ist der KSC mit 9 von 18 möglichen Punkten auf Rang 8 abgerutscht. Es scheint fast so, dass dem KSC auf der Zielgeraden der Saison ein wenig die Luft ausgeht. Der qualitativ jenseits der ersten Elf relativ dünne Kader, gerade was die Mittelfeldpositionen der ein wenig überspielt wirkenden Mehlem, Wanitzek und Muslija angeht, gibt kaum »frische« Alternativen her. So muss sich das Team nun wohl oder übel irgendwie auf Rang 3 und in eine Relegation gegen das drittschlechteste Zweitligateam hineinkämpfen…

Impressionen


Torreiche Hitzeschlacht: FC Germania Friedrichstal vs FC Español 4:2 – 22.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-27 13:50

FC Germania Friedrichstal vs FC Español 4:2

Wenn schon im April der Sommer ausbricht, macht man sonntags einen kleinen Ausflug. Umso lieber, wenn am Ziel ein interessantes Fußballspiel wartet. Gesagt, getan. Im Stutensee-Stadion zu Friedrichstal wartete das Kreis-Derby des heimischen FC Germania gegen den FC Español aus Karlsruhe. In einer wahren Hitzeschlacht setzte sich der Tabellenführer durch und schlug die »Spanier« mit 4:2…

FC Germania Friedrichstal vs FC Español 4:2

Es war ein heißer Tag in Baden, und auch auf dem Rasen war eine »heiße« Partie zu erwarten. Tabellenführer Germania Friedrichstal, in den letzten Wochen ausgesprochen souverän unterwegs (wie z.B. beim Spitzenspiel in Mannheim in der Vorwoche), traf auf den Karlsruher FC Español. Die »Spanier« kämpfen um den Klassenerhalt in der Verbandsliga und hatten unter der Woche durch einen überraschenden Heimsieg gegen den Tabellendritten Fortuna Heddesheim Hoffnung geschöpft, auch bei der schweren Auswärtsaufgabe beim Ligaprimus etwas Zählbares mitnehmen zu können. Denn schon im Hinspiel hatte Español überraschend deutlich mit 3:1 die Oberhand behalten.

Schätzungsweise 150 bis 200 Zusehende (traditionell gibt es in Friedrichstal nie eine offizielle Zuschauerzahl…) fanden sich im malerischen Stutensee-Stadion zum Rückspiel ein. Ob des überraschend sommerlichen Wetters gestattete Schiedsrichter Roy Dingler den Teams in jeder Halbzeit eine ausgiebige Getränkepause. Wir Zusehenden konnten uns mit einem kühlen Bier in der Hand in die lauschigen schattigen Eckchen hocken und dem Treiben auf dem Rasen zuschauen…

Das startete zunächst mit großem Druck des Heimteams. In den ersten 20 Minuten kam Español kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Das 1:0 durch den Verbandsliga-Toptorjäger Patrick Rödling in der 14. Minute war die logische Konsequenz.

Danach ließ die Germania nach und die »Spanier« gaben ordentlich Gas. Sie rangen das Heimteam förmlich nieder und drückten energisch Richtung Friedrichstaler Tor. Der Ausgleich (Mario Pavkovic in der 30. Minute) und die 2:1-Führung für Español (Alvaro Gil in der 39.) waren die logische Folge. Binnen 10 Minuten hatten die »Spanier« das Spiel gedreht und die »Germanen« dachten sich: »Was ist denn hier los?«

Die Freude dauerte aber nicht lange an. Patrick Rödling wurde unmittelbar vor der Pause im Strafraum gefoult, Schiri Dingler zeigte auf den Punkt und Rödling glich mit seinem 24. Saisontreffer aus.

In die zweite Hälfte starteten die »Germanen« wieder energisch, die erneute Führung in der 54. Minute durch einen Kopfball von Jonas Gast war die Belohnung. Danach ließ der Tabellenführer es wieder ruhiger angehen. Español schaffte es, das Spiel ausgeglichen zu halten, kam aber kaum noch vor das Friedrichstaler Tor. Die »Spanier« gaben aber nie auf und ackerten bis zum Schluss. Die endgültige Entscheidung zum 4:2-Endstand brachte dann erst ein von Kevin Laschuk abgeschlossener Konter in der Nachspielzeit.

Fazit: Ein aufregendes Spiel im April-Sommer, es gibt deutlich langweiligere Arten, einen sonnigen Sonntagnachmittag zu verbringen. Schade für Español, dass sie ohne etwas Zählbares zurück nach Karlsruhe fuhren. Friedrichstal agierte unaufgeregt im Stile einer Spitzenmannschaft und ließ sich auch vom Rückstand nicht groß aus der Ruhe bringen. Mit weiterhin 5 Punkten Vorsprung auf den Verfolger VfR Mannheim ist der FC Germania ganz klar auf Aufstiegskurs…

Der FC Español (Rang 15) tritt am Samstag zu einem »Abstiegsendspiel« gegen die punktgleiche SpVgg Neckarelz an. Spitzenreiter Friedrichstal erwartet am Sonntag die in der Rückrunde wiedererstarkte und mit Gondorf-Brüdern gespickte SpVgg Durlach-Aue zum nächsten Karlsruher Fußballkreis-Derby.

Impressionen

Eckfahne

Wo ist der Ball?

Die große Verbandsligarunde


Sommerfußball einmal anders: SV Sandhausen vs Darmstadt 98 1:1 – 21.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-23 20:30

SV Sandhausen vs Darmstadt 98 1:1

Als »Sommerfußball« bezeichnet man normalerweise ein ob sommerlicher Umgebungstemperatur mit reduziertem Einsatz ausgetragenes Fußballspiel im Sommer. Davon konnte beim Zweitligamatch zwischen dem SV Sandhausen und Darmstadt 98 aber trotz sommerlicher Temperaturen im April keine Rede sein. Vielmehr lieferten sich die Beiden ein von der ersten bis zur letzten Minute spannendes Match, das verdient 1:1 endete…

»Sommerfußball« im April

Normalerweise ist es ja so im Fußball: Wenn das Wetter mies ist, soll gespielt werden. Aber wenn es im Frühling und Sommer warm und sonnig wird, ist die Saison beendet und man wartet, bis es im Herbst wieder kühl wird. Da in diesem Jahr der Sommer schon im April ein Gastspiel gibt, gab es »Sommerfußball« in der entscheidenden Phase der Saison zu sehen. Entsprechend ging es ein weiteres Mal hinaus nach Sandhausen zur Zweiten Liga…

Das dachte man sich wohl auch im etwa 65 km entfernten Darmstadt, gut 4.000 bis 5.000 Fans machten sich auf die Reise nach Sandhausen. Sie sorgten dafür, dass das Hardtwaldstadion mit über 10.200 Zusehenden gut gefüllt war und machten ordentlich Stimmung. Was dann auch das heimische Publikum inspirierte und für eine hervorragende Fußballatmosphäre sorgte.

Dass so viele aus Darmstadt kamen, liegt natürlich auch an der prekären sportlichen Situation. Darmstadt 98 steht auf dem vorletzten Platz und ist in latenter Gefahr, als Absteiger aus der Bundesliga gleich in die Dritte Liga weitergereicht zu werden…

SV Sandhausen vs Darmstadt 98 1:1

Die sommerlichen 27 Grad und eine gute Fußballatmosphäre schienen die Akteure zu beflügeln, denn vom Anstoß weg ging es richtig zur Sache, und das sollte sich bis zum Abpfiff nicht mehr legen.

Bereits in der ersten Minute schlug die Kunstlederkugel nach einem Kopfball von Sukuta-Pasu im Darmstädter Tor ein – die Unparteiischen hatten aber eine Abseitsstellung gesehen…

Zehn Minuten später war die Kugel wieder im Netz, und diesmal zählte der Treffer. Sukuta-Pasu hatte Darmstadts Kapitän Sulu ganz schön alt aussehen lassen, er hatte ihn locker ausgesprintet und auf der Grundlinie den Ball abgenommen. »Richie« legte schön auf den heraneilenden Kapitän Linsmayer zurück, der mit Rechts zum 1:0 verwandelte. Je nachdem, welche Kameraperspektive man bemüht, war der Ball vorher bei Sukuta-Pasus Balleroberung im Toraus oder auch nicht…

In den ersten 20 Minuten kontrollierten die Sandhäuser nach der Führung das Spiel und ließen die Lilien im Mittelfeld gewähren. Diese wussten damit aber nicht viel anzufangen, minutenlang kamen sie nicht in die Sandhäuser Hälfte hinein. Die Sandhäuser kreierten so natürlich auch keine weiteren Chancen, was sich dann später noch rächen sollte…

Ab der Mitte der ersten Halbzeit fanden auch die Darmstädter ins Spiel. Die Bemühungen Richtung Tor waren aber zu schlecht, erst eine Aktion von Platte kurz vor der Pause, von Kapitän Linsmayer artistisch geklärt, brachte das Sandhäuser Tor in Gefahr. Mit dem 1:0 ging es in die Pause.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste: Mit Action im Strafraum. Nach einer unübersichtlichen Situation mit diversen Zweikämpfen lagen plötzlich zwei Darmstädter pflegebedürftig im Strafraum auf dem Boden und Schiri Timo Gerach zeigte auf den Punkt. Zwar hatte Sukuta-Pasu den Darmstädter Ji im Gesicht getroffen, vorher hatte sich Bregerie aber aufgestützt und war noch mit Knipping zusammengerasselt. Nach seiner Behandlungspause legte sich Bregerie noch mit dem Publikum an. Das Publikum tobte nun, wie man das in Sandhausen nicht bei jedem Spiel erlebt. Tobias Kempe blieb aber kühl und glich per Elfmeter zum 1:1 aus.

Die 2. Halbzeit war eine Schlacht. Darmstadt griff mit dem Mute der Verzweiflung an, die Qualität der Abschlüsse ließ aber schon gewisse Rückschlüsse auf die Tabellenposition zu. Sandhausen verteidigte im Strafraum relativ locker, kam aber kaum noch zu eigenen Abschlüssen. Außer einem Pfostenschuss kurz vor Schluss näherte sich kein Ball mehr dem Netz.

Fazit: Ein spannendes Match im Sonnenschein, es ging hin und her, ohne dass es die ganz großen Torszenen gab. Dafür war es emotional und intensiv, die Spieler beharkten sich, das Publikum tobte – so muss Zweitligafußball sein. Am Ende gab es einen verdienten donnernden Applaus für beide Teams.

Tabellarisch punktet sich Sandhausen Pünktchen für Pünktchen in die sicheren Tabellenregionen. Für Darmstadt sieht es aber, besonders wenn man sich die doch sehr bescheidenen spielerischen Mittel und die Abschlussqualitäten anschaut (wenn ich mich nicht sehr täusche war es der Schuss vor der Pause, der Elfer und der Pfostentreffer, die aus 17 Versuchen tatsächlich aufs Tor kamen), auf Rang 17 mit 3 Punkten Rückstand auf St. Pauli recht bedrohlich aus…

Impressionen

1:0 zur Pause…

Zeit für Fotos…


Überraschungssieg: FC Español vs FV Fortuna Heddesheim 2:1 – 18.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-19 21:30

FC Español vs FV Fortuna Heddesheim 2:1

Englische Woche in der Verbandsliga – einige Nachholspiele standen auf dem Programm. Darunter jenes des abstiegsbedrohten FC Español aus Karlsruhe gegen den Drittplatzierten FV Fortuna Heddesheim. Wer lieber zu einer sportlich hochinteressanten Verbandsligapartie ging, statt einem sportlich bedeutungslosen »Derby« mit überaus nervigen Begleitumständen beizuwohnen, sollte das nicht bereuen. Denn in einem spannenden Match schlugen die Karlsruher »Spanier« die favorisierten Heddesheimer mit 2:1…

FV Fortuna 1911 Heddesheim

Mit der FV Fortuna 1911 Heddesheim, der ehemaligen Tabakstadt westlich von Mannheim, stellte sich ein Topteam der Verbandsliga auf dem Español-Sportplatz in der Fritschlach vor. Die Fortuna ist in den letzten Jahren aus den niedrigeren Amateurklassen nach oben marschiert und schaffte im Sommer 2016 erstmals den Aufstieg in die Verbandsliga. Im ersten Jahr schlug man sich so gut, dass man auf Anhieb Rang 2 belegte und erst in den Aufstiegsspielen gegen den Freiburger FC am Durchmarsch in die Oberliga Baden-Württemberg scheiterte.

Das Team von Trainer Rene Gölz wurde vor der aktuellen Saison noch einmal verstärkt, so kamen gleich sechs Akteure vom benachbarten letztjährigen Verbandsligameister TSG Weinheim. Deshalb galten die Tabakstädter zu Saisonbeginn als einer der Aufstiegsfavoriten und nahmen das auch offensiv an. »Wir wollen wieder um Platz eins und zwei mitspielen« kündigte Trainer Gölz vor Saisonbeginn vollmundig an…

Im Saisonverlauf hielt sich die Fortuna bisher aber immer ein Stück weit hinter den Topteams Germania Friedrichstal und VfR Mannheim. Nach einer Serie von vier Siegen mit eindrucksvollen 15:4 Toren hatten sich die Heddesheimer aber wieder bis auf vier Punkte an Spitzenreiter Friedrichstal herangepirscht.

FC Español vs FV Fortuna Heddesheim 2:1

Ein lauer, fast schon sommerlicher Abend lud zum Verweilen am Sportplatz in der Fritschlach im Karlsruher Stadtteil Daxlanden ein. Für den FC Español war es natürlich auch ein wichtiges Spiel, braucht man doch jeden Punkt um sich aus der Abstiegszone zu befreien. Seit wir beim letzten Sieg auswärts im Derby beim ASV Durlach dabei waren fuhren die »Spanier« nur zwei Punkte aus vier Spielen ein und waren auf den vorletzten Platz abgerutscht.

Ergo war der FC gegen den Tabellendritten krasser Außenseiter und ging entsprechend in das Spiel: »Kompakt« stehend, aggressiv attackierend und mit schnellen Angriffen nach Balleroberungen. Damit kam der Favorit überhaupt nicht zurecht. Heddesheim hatte zwar oft den Ball, kam aber nur selten in den Strafraum der »Spanier«.

Es kam noch schlimmer für die Gäste. Kurz vor der Pause kam ein abprallender Ball aus der Heddesheimer Deckung in die Füße eines »Spaniers«, der Stürmer Eloy Diaz schickte. Der hatte keine Mühe via Innenpfosten zur Führung zu treffen.

Nach der Pause gab der Favorit mehr Gas und kam zu diversen Chancen. Das Tor machte aber wieder Español, in der 56. Minute führte ein schneller Angriff über den Flügel zur 2:0-Führung durch Mario Pavkovic. Es gab danach sogar noch weitere Chancen, die Führung auszubauen.

So wollten die Fortunen aber nicht heimfahren, ab der 70. Minute gaben sie richtig Gas und die Partie lief nur noch auf das Español-Tor. Die »Spanier« lieferten aber eine beeindruckende Abwehrschlacht, mehr als das 1:2 durch Melvin Schmitt per Elfmeter in der 78. Minute brachte Heddesheim gegen das Bollwerk nicht zu Stande.

Fazit: Besonders in der zweiten Hälfte ein packendes Verbandsligamatch, der FC Español verdiente sich den Sieg durch eiskalte Effektivität vor dem gegnerischen Tor und einen aufopferungsvollen Kampf. Heddesheims Trainer Rene Gölz meinte nach dem Spiel treffend: »Español hat sehr gut gekämpft und Tugenden an den Tag gelegt, die uns gefehlt haben.«

Und so hallte mal wieder (wie eigentlich fast immer wenn wir bei Español-Spielen dabei sind) der nach siegreichen Matches angestimmte Schlachtgesang durch die abendliche Fritschlach…

Große Freude löste dieses Ergebnis auch bei Tabellenführer Germania Friedrichstal aus, der parallel ein weiteres Nachholspiel gegen den ASV Durlach locker mit 4:0 gewann und nun mit stolzen 5 Punkten Vorsprung auf den VfR Mannheim von der Tabellenspitze grüßt. Der Dritte Heddesheim hat durch die Niederlage nun 7 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer…

Am Sonntag ist mal wieder Derbytime im Karlsruher Fußballkreis, wenn Friedrichstal auf Español trifft. Eine schwere Aufgabe für die »Spanier«!

Impressionen

Die große Verbandsligarunde


Verbandsliga-Topspiel: VfR Mannheim vs FC Germania Friedrichstal 0:2 – 14.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-16 22:55

VfR Mannheim vs FC Germania Friedrichstal 0:2

Spitzenspiel in der Verbandsliga Nordbaden zwischen Tabellenführer VfR Mannheim und dem Zweiten FC Germania Friedrichstal! Wer sich darob nicht ins Mannheimer Rhein-Neckar-Stadion aufmacht, der hat den Fußball nie geliebt! Also ging es bei herrlichem Frühlingswetter hinüber in die Quadratestadt. Und das Verbandsliga-Topteam des Karlsruher Fußballkreises feierte einen großen 2:0-Auswärtssieg…

VfR Mannheim – Rhein-Neckar-Stadion

Den VfR Mannheim haben wir in dieser Saison bereits zweimal (beim Hinspiel in Friedrichstal und beim 1. FC Bruchsal) in Aktion gesehen. Damals gab es bereits etwas zur Geschichte des Traditionsvereins und Deutschen Fußballmeisters von 1949 und zu den forschen Zielen in der aktuellen Saison zu lesen.

Der VfR lebt ein wenig in seiner glorreichen, aber lange vergangenen Geschichte und träumt davon, den Lokalrivalen Waldhof wieder hinter sich zu lassen. »Wir wollen aufsteigen, wir müssen aufsteigen und werden aufsteigen« hatte (der damalige) Trainer Hakan Atik zu Saisonbeginn ziemlich offensiv formuliert. Was ihm dann im letzten Monat zum Verhängnis wurde. Nach einigen schwächeren Spielen (ein 0:4 daheim gegen den ASV Durlach als Tiefpunkt) musste Atik seine Sachen packen und wurde durch Manuel Wengert ersetzt. Man meint das wohl ziemlich ernst mit dem Saisonziel »Aufstieg«…

Nach der überraschenden 1:3-Niederlage von Tabellenführer Friedrichstal gegen Bilfingen in der Vorwoche hatte sich der VfR bei der Premiere des neuen Trainers mit einem 1:0-Sieg beim FC Español die Tabellenführung zurückerobert, ohne dabei zu überzeugen. Die Niederlage war für unseren tapferen Karlsruher Verbandsligaaufsteiger eher unglücklich…

Der VfR spielt im Rhein-Neckar-Stadion (8.000 Leute würden reinpassen) in der Mannheimer Oststadt, das unmittelbar neben dem Stadion des großen Lokalrivalen SV Waldhof steht. Das Stadion wurde »erst« 1971 erbaut, sieht aber teilweise aus, als hätte dort schon der berühmteste Kicker des VfR, Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger, gekickt…

Der Ground hat aber seinen ganz eigenen Charme, insbesondere an einem sonnigen Frühlingstag wie letzten Samstag. Man kann dort schön auf den sanft bewachsenen und leicht heruntergekommenen Rängen hocken und Fußball schauen, während die Störche aus dem benachbarten Luisenpark ihre Runde über dem Stadion drehen. Was für eine Idylle!

Mit 6 Euro für einen Stehplatz ist man dabei, neben dem Stadionbier für 3 Euro gibt es allerlei Verköstigungen von den stadiontypischen Fleischdarreichungen bis hin zum selbstgebackenen Kuchen…

VfR Mannheim vs FC Germania Friedrichstal 0:2

400 Zusehende sorgten an einem warmen sonnigen Frühlingstag für eine gute Verbandsliga-Kulisse.

Die Germanen aus Friedrichstal, die sich im Gegensatz zum offensiv formulierten Aufstiegsanspruch des VfR mehr durch vornehmes Understatement in Sachen Aufstieg auszeichnen, wollten natürlich trotzdem die Tabellenführung beim aktuell schärfsten Konkurrenten zurückholen.

Bisher haben wir bei unseren Verbandsligabesuchen Glück gehabt. Alle Spiele waren durchweg offen geführte Partien mit vielen Offensivaktionen. Dem Spitzenspiel merkte man aber seine Bedeutung an. In der ersten Hälfte spielte sich das Geschehen weitestgehend im Mittelfeld ab, wo beide gut verteidigten und wenig Risiko in Richtung Strafraum gehen wollten.

Kurz vor der Halbzeit eröffnet Friedrichtals Abdelraham Mohamed mit einem Knaller aus dem Nichts einen kurzen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Die Beste war ein Pfostentreffer des VfR durch Haffa (eingefangen vom VfR-Lupo).

Nach der Pause wurde das Spiel munterer, der VfR startete zu Beginn von HZ 2 eine Offensivphase mit einigen guten Chancen. Germanen-Keeper Patrick Haumann hatte aber einen sehr guten Tag erwischt und ließ nichts zu.

Die kalte Dusche für den heimischen VfR gab es in der 69. Minute. Nach dem schönsten Spielzug des Tages vollendete der agile Claudio Ritter zum 0:1.

Es folgte eine Druckphase des VfR, die Top-Torjäger Patrick Roedling in der 85. Minute mit einem souverän abgeschlossenen Konter zum 0:2 beendete. »Die Mannschaft mit dem größeren Teamgeist hat das Spiel gewonnen« sagte Germanen-Trainer Andreas Augenstein nach dem Spiel.

Fazit: Ein »klinischer« Sieg der Friedrichstaler, die spielerisch das bessere Team waren und das Anrennen der Rasensportler im Stile einer Spitzenmannschaft verteidigten. Mission gelungen, Tabellenführung zurückgeholt!

Die Lage

Friedrichstal hat sich die Tabellenspitze zurückgeholt, schärfster Verfolger bleiben die Mannheimer:

1. FC Germania Friedrichstal 47
2. VfR Mannheim 45
3. FV Fortuna Heddesheim 43
4. VfB Eppingen 40
5. 1. FC Bruchsal 37

Das »Dark Horse« sind die Fortunen aus Heddesheim, die seit der Niederlage in Friedrichstal vier Siege am Stück eingefahren und dabei 15 Tore erzielt haben. Am letzten Wochenende wurde das langsam zurückfallende Ex-Spitzenteam 1. FC Bruchsal mit 4:0 abgefertigt.

In dieser Woche gibt es Nachholspiele, bei denen Heddesheim beim FC Español antritt und Friedrichstal ein weiteres Karlsruher Kreisderby gegen den ASV Durlach spielen muss. Es bleibt spannend in der Verbandsliga!

Impressionen

Warten auf den Eckball…

Stehtribünenidylle

Ein Blick von der Eckfahne…

Die große Verbandsligarunde


Nulldiät im Frühling: KSC vs FC Hansa Rostock 0:0 – 15.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-15 21:00

KSC vs FC Hansa Rostock 0:0

Im Frühling sind in gewissen Kreisen Nulldiäten zur Erlangung der Bikini- und Badehosenfigur sehr populär. Aber doch nicht auf dem Fußballplatz! Bei schönem Frühlingswetter und guter Stimmung traf der KSC auf Hansa Rostock und kam über ein 0:0 nicht hinaus…

Neues Ziel: Rang 3

Die 0:2-Niederlage im Spitzenspiel in Magdeburg (mdr-Video auf Youtube) brachte für den KSC eine erste Entscheidung: Das Thema »direkter Aufstieg« hat sich erledigt, der Sieg im Duell mit dem SV Wehen-Wiesbaden um den Relegationsrang 3 muss nun das Ziel für die letzten Spieltage sein.

Die Niederlage in Magdeburg beendete auch die Rekordserie von 21 ungeschlagenen Spielen hintereinander. Einerseits eine beeindruckende Leistung, andererseits trübte die Serie auch ein wenig die Wahrnehmung (»Wie, schwaches Auswärts-Null-Null? Wir sind x Spiele ungeschlagen!1!!11!!!«). Gerade auswärts waren viele schwache Unentschieden dabei, und die bringen halt dem Punktekonto wenig Ertrag. Zweimal verlieren und ein Sieg sind 3 Punkte, dreimal Unentschieden auch. Ersteres ist dann »nur ein Sieg aus drei Spielen«, letzteres »dreimal ungeschlagen«. Gleiche Ausbeute, sehr unterschiedliche Wahrnehmung…

KSC vs FC Hansa Rostock 0:0

Im ersten Spiel »danach« reiste der FC Hansa Rostock in den Wildpark. Grund genug für die lokale Polizei, die »Hochsicherheits-Trommel« zu schlagen und Fanbriefe, Hubschrauber und Alkoholverbote loszuschicken. Auch wenn sich die deutsche »Fankultur« solche Reaktionen der Staatsmacht durch Handlungen in der Vergangenheit selbst eingebrockt hat (und alle »Normalen« dürfen es mit ausbaden)– letztendlich waren es 800 Hansa-Fans im Gästeblock. Dafür erscheint das alles maßlos übertrieben…

Der Frühling lockte mit Sonnenschein und T-Shirt-Wetter für örtliche Verhältnisse sehr gute 15.350 Zusehende in den Wildpark. Vielleicht war es auch die Erinnerung an überaus grandiose Spiele gegen diesen Gegner, die plötzlich mehr Leute zum Besuch animierte. Immerhin, der KSC hatte diesmal genug Kassen und Eingänge geöffnet, so dass von Schlangen kurz vor Spielbeginn nix zu sehen war…

Aber die grandiosen Spiele zwischen diesen beiden Gegnern sind lange her. In der Drittliga-Realität 2018 hatten wir es mit zwei Teams zu tun, die beide mit 41 die viertwenigsten Tore geschossen und über die beste bzw. viertbeste Defensive verfügen.

Und genau so sah das Spiel von Beginn aus, der Primat der Torverhinderung schwebte wie ein böser Fluch über dem satten Grün des Wildparks. Der KSC hatte ein paar mehr oder weniger gute Gelegenheiten, die wie immer mehr über Druck und Willen als über spielerische Offensivqualität herausgearbeitet wurden. Von Rostock kam praktisch gar nichts, wenn ich mich nicht sehr täusche war ein Schuss von Owusu in der 80. Minute der erste und einzige Rostocker Abschlussversuch, der tatsächlich auf das Karlsruher Tor kam…

Hansa war von Anfang an nur auf das 0:0 aus, beim KSC machte sich (wie so oft in dieser Saison) die Unfähigkeit, ein organisiertes Offensivspiel zum systematischen Herausspielen von Chancen gegen einen tiefstehenden Gegner aufzuziehen, bemerkbar.

Also war schon früh klar, dass dieses Match nur 0:0 enden konnte, und genau so kam es auch. Ein Mittelfeld-Defensiv-Spektakel in einer Atmosphäre der gepflegten Langeweile fand verdient keinen Sieger.

Endstand 0:0

Die Lage

Durch das Remis verpasste der KSC die Gelegenheit, am SV Wehen vorbei auf Rang 3 zu ziehen. Es scheint so, als ginge dem KSC in den »Wochen der Entscheidung« die Form verloren. Aus den letzten vier Spielen gab es nur einen Sieg (das 3:0 gegen Münster), und in drei Spielen stand die offensive Null. Da der SV Wehen sogar drei Spiele hintereinander verloren hat, erscheint das Rennen um den Relegationsplatz völlig offen.

Direkt aufsteigen werden der SC Paderborn und der 1. FC Magdeburg. Wenn man sich deren Spiele anschaut, dann muss man auch neidlos zugeben, dass beide Teams, gerade was Offensive und Spielkultur angeht, eine Klasse besser als die Konkurrenz sind und nach einer Saison fast ohne größere Schwächephasen verdient aufsteigen werden.

Letztendlich war es angesichts der spielerischen Limitiertheit des KSC eine große Leistung, mit Defensive und Einsatz die Chance auf Rang 2 bis zur Entscheidung in Magdeburg in der letzten Woche offengehalten zu haben…

Impressionen


Third Lanark AC

Permalink - Posted on 2018-04-15 16:35

Ich hatte die große Ehre, einen Gastartikel im großartigen Fußballblog mit dem schönen Namen »Cavanis Friseur« schreiben zu dürfen:

»Wenn zu vorgerückter Stunde in der FC-Magnet-Bar die Fußball-Nerds beginnen, sich gegenseitig Experten-Fragen zu randständigen Aspekten des Fußballsports zu stellen, könnte man mit einer für angestrengtes Nachdenken sorgen: ›Welche drei Teams aus Glasgow wurden schon einmal Schottischer Meister?‹«

Die Antwort auf diese Frage findet man im Artikel »DER VERGESSENE CHAMPION THIRD LANARK«, der die Geschichte des 1967 untergegangenen Klubs Third Lanark aus Glasgow erzählt. Die Thirds sind bis heute einer nur von nur 11 Vereinen, die seit der Gründung der Liga 1890 in Schottland Meister wurden…


Filipe Luís.

Permalink - Posted on 2018-04-12 15:30

Der aktuell verletzte Brasilianer Filipe Luís ist seit Jahren eine fixe Größe im Team von Atlético de Madrid. »These Football Times« hat ein schönes Porträt des ungewöhnlichen Linksverteidigers, Cineasten und Astrophysik-Fans: »Filipe Luís: The astrophysics-loving movie buff bucking the brazilian stereotype«


Angst essen Spielkultur auf: SV Sandhausen vs SpVgg Greuther Fürth 0:0 – 6.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-08 19:15

SV Sandhausen vs SpVgg Greuther Fürth 0:0

Freitag abend, der plötzlich ausgebrochene Frühling und eine dramatische Tabellenlage motivierten dazu, ein weiteres Mal in das nahgelegene Sandhausen zu fahren und sich gepflegt ein wenig Zweite Liga anzuschauen. Diesmal war es aber eine zähe Angelegenheit, denn in einem mit zunehmender Spieldauer immer anstrengender anzuschauenden Match trennten sich der heimische SVS und die SpVgg Greuther Fürth hochverdient mit 0:0…

Zweite Bundesliga – Eine Liga in Angst…

Die Zweite Liga Anno 2018 ist hochdramatisch! Das Tabellenmittelfeld ist nicht existent, bereits ab Platz 6 beginnt der Abstiegskampf. Sechs Punkte trennen nach dem 29. Spieltag den sechstplatzierten Arminia Bielefeld und den Tabellensechzehnten 1. FC Heidenheim. Zwischen Rang 6 und Rang 15 (FC St. Pauli) sind es sogar nur 3 Punkte. Und bei einigen Vereinen, die sich vor der Saison selbst für ganz andere Tabellenregionen berufen fühlten, bricht mit der Möglichkeit eines Abstiegs in die Dritte Liga (und vor allem: den damit wegfallenden TV-Geldern!) der kalte Angstschweiß aus. Schöne Pläne von Stadionausbauten und Wohltaten wie die Musikschule im Stadion kann man sich abschminken, wenn man plötzlich in der Dritten Liga mit 8 bis 10 Mio. Euro weniger kalkulieren muss…

Die Konsequenz: Der Fußball ist ab sofort auf allen Plätzen hochgradig »ergebnisorientiert«, es ist nicht die Zeit für hohe Fußballkunst. Von den direkten Duellen der Vereine zwischen 6 und 18 endeten sechs Unentschieden, und dabei fielen nur kümmerliche 8 Tore. Vier davon alleine beim Spiel Ingolstadt vs Bielefeld, das aber trotzdem ein grauenvolles Gekicke inkl. Unmutsäußerungen des Publikums bot.

Die großen Sieger waren der VfL Bochum, der sensationell bei Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf gewann, und »Wismut« Aue, die den FC St. Pauli 2:1 besiegten und auf den 15. Rang herunterbeförderten. Drei Siege aus 13 Spielen sind für den ex-KSC-Trainer Markus Kauczinski auch nicht gerade eine Erfolgsgeschichte, beim Hamburger Vorreiterklub der Tradition und der 50+1-Politik hatte man auch andere Erwartungen an die Saison…

Klare Sache: Abstieg in die Dritte Liga ist ruinös, ab sofort hat das Einfahren von Punkten, und wenn es nur einfach ist, absolute Priorität bei allen Teams zwischen 7 und 18…

SV Sandhausen vs SpVgg Greuther Fürth 0:0

Und das konnte man auch in Sandhausen sehen. Der Hinrunden-Siebte aus dem Hardtwald ist in der Rückrunde ordentlich abgerutscht und mittendrin im dramatischen Abstiegsgeschehen. Vor allem schießt der SVS seit dem Winter-Abgang von Torjäger Lucas Höler an den »Gott des Geldes« in Form des Bundesligisten SC Freiburg kaum noch Tore. Kümmerliche 8 Stück waren es in den 11 Spielen des Jahres 2018…

Trotzdem brachten die Dramatik und das gute badische Frühlingswetter für Sandhäuser Verhältnisse eine ordentliche Kulisse von 6.000 Zusehenden in das Hardtwaldstadion.

Bei guter Stimmung in der Frühlingssonne ging es vielversprechend los. Schon nach 30 Sekunden hatten die Gäste einen Torabschluss. In der ersten Viertelstunde tobte das Spiel hin und her, auf beiden Seiten gab es gute Torgelegenheiten zu bestaunen. Darüber erschraken wohl beide Teams, dachten sich »viel zu gefährlich!« und unterbanden für den Rest des Matches die gegnerischen Aktivitäten Richtung Tor ziemlich effektiv…

Abnutzungskampf im Mittelfeld war nun die Devise, in Richtung Strafraum gab es kaum ein Durchkommen. Entsprechend waren halbgare Abschlussversuche aus der Distanz die einzigen Annäherungen an den Kasten mit Netz. Sandhausens Gislason hatte kurz vor der Pause noch einmal eine gute Chance, die die vielbeinige Fürther Abwehr aber unterband…

Während der zweiten Halbzeit wurden die Fürther mit dem einen Punkt immer zufriedener und parkten den berühmten Bus in die eigene Hälfte. Sandhausen wollte mehr (schließlich gab es vorher fünf Spiele keinen Dreier) und brachte weiteres Offensivpotenzial durch Wechsel auf den Rasen. Aber trotz einer optischen Überlegenheit war das Ergebnis in Richtung Tor zu harmlos. Ein Schussversuch landete auf dem Tribünendach, symptomatisch für dieses Spiel…

Fazit: Eine durchaus spannende und intensive, aber mit zunehmender Spieldauer in Sachen Spielkultur immer schwächer werdende Partie in gewohnt schöner Fußballatmosphäre im Hardtwaldstadion. »Angst essen Spielkultur auf« könnte man in Abwandlung eines zum geflügelten Wort gewordenen 70er-Jahre-Filmtitel konstatieren…

Diese Zweite Liga wird noch dramatisch werden. Auch für den nunmehr seit sechs Spielen sieglosen SVS, denn in den verbleibenden fünf Spielen müssen die Sandhäuser dreimal auswärts ran. Und das bei der Abstiegskampfkonkurrenz aus Duisburg, Heidenheim und Bielefeld…

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Badenpokal-Halbfinale: 1. CfR Pforzheim vs FC Español Karlsruhe 4:1 – 3.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-05 20:10

1. CfR Pforzheim vs FC Español Karlsruhe 4:1

In der »Champions League des kleinen Mannes«, dem Badenpokal, lag ein »Karlsruher Traumfinale« im Bereich des Möglichen. Denn im ersten Halbfinale stand der (Stammleserinnen und -lesern wohlbekannte) Karlsruher Verbandsligist FC Español vor einer schweren Aufgabe beim klassenhöheren Oberligisten 1. CfR Pforzheim. Leider fällt das Traumfinale aus, denn der 1. CfR setzte sich klar mit 4:1 gegen die »Spanier« aus Karlsruhe durch…

Auf nach Pforzheim!

Pforzheim liegt etwa 25 Bahnminuten von Karlsruhe entfernt. »Fußballmäßig« war der 1. FC Pforzheim in der Pionierzeit des Fußballs in Deutschland eine große Nummer und 1900 eines der Gründungsmitglieder des DFB. 1906 erreichten der Club sogar das Finale um die Deutsche Meisterschaft, unterlag aber dem VfB Leipzig mit 1:2.

Bis in die 60er-Jahre hinein hielt man sich in den regionalen Zweiten Ligen. Ab 1967 war der 1. FC eine Fahrstuhlmannschaft in den höheren Amateurligen, 2007 ging es sogar in die sechstklassige Verbandsliga hinunter. Und natürlich gab es im Jahre 2004 auch die für deutsche Traditionsvereine obligatorische Insolvenz…

Nach jahrelangem Hin- und Her ging der marode 1. FC 2010 in einer Fusion mit dem Lokalrivalen VfR Pforzheim auf. Seitdem ist der 1. Club für Rasenspiele Pforzheim am Start, seit 2015 spielt der neue 1. CfR immerhin wieder in der fünftklassigen Oberliga Baden-Württemberg.

Durch die Fusion verfügt der 1. CfR über zwei Grounds. Das 1913 errichtete Stadion im Brötzinger Tal des 1. FC, das ziemlich marode ist und aktuell (nach jahrelangem Hickhack) umgebaut wird. Als letzter Schritt wird die 1958 errichtete altehrwürdige Tribüne abgerissen und durch eine neue ersetzt. Wenn die Umbauten fertig sind, wird das Stadion im Brötzinger Tal die Heimat des 1. CfR werden.

Bis dahin wird noch auf dem alten Ground des VfR Pforzheim gekickt, dem Holzhof-Stadion. Selbiges wird nach Fertigstellung des Brötzinger Tals abgerissen und als Grünfläche renaturiert. Es liegt recht idyllisch im Tal der Enz, die durch Pforzheim fließt und ist eigentlich ein hübsches kleines Stadion. Es war also höchste Zeit, den Ground zu besuchen, bevor er in naher Zukunft für immer verschwindet…

1. CfR Pforzheim vs FC Español Karlsruhe 4:1

Aus dem großen »Karlsruher Traumfinale« wurde dann leider doch nichts. In der ersten Halbzeit hielt Español das Spiel erstaunlich offen, von einem Klassenunterschied war zunächst nichts zu sehen. Mit ihrem üblichen beherzten Stil gingen sie das heimische Oberliga-Team forsch an und verwickelten die Pforzheimer in Mittelfeldduelle. Aussichtsreiche Torabschlüsse fehlten zunächst auf beiden Seiten.

Umso ärgerlicher die Führung für Pforzheim in der 21. Minute durch ein Eigentor des Español-Spieler Alvaro Gil, der den Fuß in eine scharfe Flanke hielt und die Kugel dadurch ins eigene Netz beförderte.

Aber auch das konnte die wackeren »Spanier« nicht schocken. Zehn Minuten später erzielte Jose Carlos Tijeras den Ausgleich, als er nach einer langen Flanke über die Breite des Spielfelds frei zum Abschluss kam und Abwehr und Torhüter des 1. CfR etwas alt aussehen ließ…

Bis eine Minute vor der Pause blieb das Spiel offen. Dummerweise waren die »Spanier« offensichtlich schon in der Pause, als Ruben Reisig einen aus 50 Metern hoch hereingeschlagenen Freistoß per Kopf zur erneuten Pforzheimer Führung einnetzte. Sehr ärgerlich!

Die zweite Halbzeit fiel gegen die erste deutlich ab. Pforzheim hielt Español im Mittelfeld auf Distanz und verwaltete die Führung. Español tat sich mit zunehmender Spieldauer immer schwerer, vor das Pforzheimer Tor zu kommen. Als es in der 71. Minute Gelb-Rot für den Torschützen Gil gab, wurde die Aufgabe fast unmöglich. Entsprechend nahm das Geschehen seinen Lauf, Lushtaku in der 75. und Salz in der 82. Minute entschieden die Partie zu Pforzheims Gunsten.

Das 4:1 von Dominik Salz war ein amtlicher Fallrückzieher, der sich hinter jenen von Cristiano Ronaldo gegen Juve später am Abend wahrlich nicht verstecken musste (erstes Video auf dieser Seite der PZ-News).

Der 1. CfR steht also im Finale des Badenpokals. Gegner wird der Sieger des anderen Halbfinales zwischen dem KSC und Waldhof Mannheim. Hier drücken die Pforzheimer natürlich dem KSC alle Daumen, denn wenn der KSC ins Endspiel kommt und in der Dritten Liga mindestens Vierter wird, stehen die Pforzheimer in der ersten Runde des DFB-Pokals, was 115.000 Euro plus Einnahmen aus dem Erstrundenspiel in die Kasse spült…

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600 Zusehende, ein guter Rahmen für das Halbfinale!


Le derby de l‘Est: Racing Club de Strasbourg vs FC Metz 2:2 – 1.4.2018

Permalink - Posted on 2018-04-02 22:05

Racing Club de Strasbourg vs FC Metz 2:2

Ostern macht man immer einen Ausflug. Und was wäre ein besserer Osterausflug als einer hinüber nach Straßburg, wo das 116. »Derby de l‘est« auf dem Programm stand? Und es sollte ein lohnendes Ausflugsziel sein, denn in einem packenden Derby mit 2 Roten Karten und reichlich Action gab es zwischen Racing Strasbourg und dem FC Metz ein 2:2…

Le derby de l‘Est

Das »Derby de l‘est« ist das Match zwischen den beiden großen Klubs im Nordosten Frankreichs, Racing Strasbourg (Elsass) und dem FC Metz aus der Stadt an der Mosel (Lothringen). Etwa 130 km liegen zwischen den beiden Metropolen dieser Regionen mit ihrer bewegten Geschichte zwischen Deutschland und Frankreich.

Aus der historischen Rivalität der Regionen Elsass und Lothringen hat sich im Fußball, ähnlich wie bei Derbys Köln vs Gladbach oder KSC vs VfB, zwischen bestimmten Gruppen aus den »Fan-Szenen« eine völlig aus dem Ruder gelaufene Feindschaft entwickelt, mit all den typischen Begleiterscheinungen der Fußballmoderne.

Die französischen Behörden haben darauf keinen Bock mehr und erließen eine Anordnung, nach der nur 600 Fans aus Metz in den Gästeblock durften. Ansonsten war es verboten, sich mit Metz-Fanutensilien in Straßburg aufzuhalten. Raue Sitten in Frankreich…

Das Derby wurde zum 116. Male in einem Pflichtspiel ausgetragen. Von 93 Duellen in der Ligue 1 (und dem Vorläufer Division 1) hatte Metz 40 mal die Oberhand behalten, gegenüber 25 Siegen für Racing. Seit der Insolvenz und dem Neustart von Racing in der 5. Liga (das wurde in diesem kleinen Blog im Rahmen des ersten verbloggten Besuch in Straßburg näher ausgeführt) hatte es das Derby de l‘Est nicht mehr gegeben. Beim Hinspiel in Metz im Dezember 2017 hatten die Lothringer mit 3:0 deutlich die Oberhand behalten. Klare Sache, Racing wollte dafür Revanche!

Ansonsten läuft die Ligue-1-Saison aber für Racing deutlich besser. Metz ist Tabellenletzter mit 7 Punkten Rückstand auf den Vorletzten Lille, Racing hat satte 11 Punkte mehr und mäandert ein wenig zwischen Abstiegszone und unterem Mittelfeld.

Racing Club de Strasbourg vs FC Metz 2:2

Das Derby wollten natürlich alle sehen, entsprechend begehrt waren die Tickets (Team ballreiter hatte auf Twitter aufgepasst und in den wenigen Minuten zugeschlagen, für die einige Restkarten in der Woche vor dem Derby verfügbar wurden) und brachten Racing mit etwa 25.600 Zusehenden ein ausverkauftes Haus ein.

Auch das Wetter spielte mit, an einem etwas windigen Frühlingstag ließ sich die Sonne über der Meinau blicken. Und Derby hin oder her, die bei Liga-Spielen in Frankreich übliche entspannte Stimmung im Stadion war auch nicht anders als sonst, die Polizei hielt sich sehr im Hintergrund.

Nach einer Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlags bei Carcassonne ging es los.

Und das Derby nahm von Beginn an Fahrt auf. Beide Teams suchten den Weg zum Tor, und schon nach 17 Minuten ging Racing in Führung. Metz‘ japanischer Nationaltorhüter Eiji Kawashima (einst auch für ein halbes Jahr bei Dundee United im Tor) ließ einen harmlosen Schuss nach vorne abprallen, der mitgelaufene Torjäger Stéphane Bahoken staubte zur 1:0-Führung ab.

Acht Minuten später übernahm Schiri Ruddy Buquet die Hauptrolle. Per Handelfmeter schoss Emmanuel Rivière den Ausgleich für Metz. Das Problem dabei: Den Handelfer hätte es gar nicht geben dürfen, denn das Handspiel wurde von einem Spieler aus Metz begangen…

Buquet war damit der Buhmann des Publikums und stand unfreiwillig im Mittelpunkt. Kernige Zweikämpfe (vier Gelbe gab es in HZ 1) und Offensivaktionen mit »offenem Visier« gab es zu bewundern, zur Halbzeit blieb es beim 1:1.

Die zweite Hälfte begann mit einer kalten Dusche für Racing: In der ersten Aktion des zweiten Durchgangs verlor der normalerweise stets solide Jean-Eudes Aholou einen Zweikampf 30 Meter vor dem Tor. Dossevi bedankte sich und flankte auf den mitgelaufenen Florent Mollet, der mühelos zum 1:2 verwandelte.

Nach einer kurzen Schockphase drängte Racing auf den Ausgleich. Metz wehrte sich nach Kräften und kam mit gefährlichen Kontern Richtung Straßburger Tor. Einer dieser Konter wurde von Abdallah N'Dour mit einer Blutgrätsche unterbunden. Rote Karte war die Konsequenz, Schiri Buquet sollte endgültig nicht mehr der Liebling des Publikums werden.

Glücklicherweise (für Racing) sah Vahid Selimovic nach einem taktischen Foul nur 13 Minuten später Gelb-Rot, so dass es mit 10 vs 10 weitergehen konnte. Zeitweise ging es hoch her auf dem Rasen und Buquet hatte Mühe, das Spiel unter Kontrolle zu halten. Sogar ein Metzer Ersatzspieler wurde auf der Bank umgehauen, als er sich bei einem Einwurf mit einem Racing-Spieler einen Zweikampf(!) lieferte. Minutenlang lag er vor der Bank, sowas gibt es nicht alle Tage zu sehen…

In der 80. Minute gab es dann die große Erlösung. Verteidiger Ernest Seka hämmerte einen Abpraller aus der Abwehr vehement in die Maschen zum 2:2-Endstand. Das war ein Jubel in der Meinau!

Fazit: Das hat Spaß gemacht! Ein intensives Derby mit 4 Toren, 2 Roten Karten und vielen Strafraumaktionen endete 2:2. Für Metz am Tabellenende im Grunde zu wenig. Racing kann damit, insbesondere bei diesem Spielverlauf, deutlich besser leben.

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Rekordsieg: KSC vs Preußen Münster 3:0 – 31.3.2018

Permalink - Posted on 2018-04-02 14:40

KSC vs Preußen Münster 3:0

Wir feiern einen neuen Drittliga-Rekord: Mit einem 3:0 über Preußen Münster blieb der KSC 21 Spiele hintereinander ungeschlagen und verbesserte damit seinen eigenen Rekord aus der Saison 12/13 um ein Spiel. Wichtiger als der Rekord war aber, mit diesem Sieg oben an den Aufstiegsrängen drangeblieben zu sein…

»Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…«

Der Frühling war endlich im Badnerland angekommen, so dass man nach den vielen nassen und kalten Matches der vergangenen Wochen endlich mal unter angenehmen äußeren Bedingungen in das altehrwürdige Wildparkstadion durfte.

Das motivierte auch ein paar mehr Karlsruherinnen und Karlsruher zum Zusehen als sonst. Knapp 13.000 bedeuteten den drittbesten Besuch der Saison nach dem Auftaktspiel gegen Osnabrück und dem karnevalistischen Niedrigpreisspiel gegen Fortuna Köln. Im Wildpark ist man das aber nicht mehr gewohnt, noch kurz vor Spielbeginn gab es lange Schlangen an Kassen und Eingängen. Was soll das nur werden, wenn am Ende der Aufstieg dräut und es tatsächlich mal wieder wirklich voll im Wildpark werden könnte?

Gegner war mit Preußen Münster mal wieder ein »Traditionsklub«. Wie der KSC waren die Preußen einst Gründungsmitglied der Bundesliga. Nach der ersten Saison stiegen sie aber gleich ab und wurden seitdem nie wieder im Oberhaus gesehen. Seit Anfang der 80er ist für Münster auch die Zweite Liga Geschichte und seitdem ist, wie bei so vielen »Traditionsvereinen«, die Drittklassigkeit und das fußballromantische realitätsferne Träumen von besseren Zeiten das tägliche Fußball-Brot…

Damit das nicht ewig so bleibt, beschloss die Mitgliederversammlung der Preußen im Januar 2018 die Ausgliederung des professionellen Fußballs in eine Kapitalgesellschaft. Weil aber die so genannte »aktive Fanszene« die heißgeliebte »Mitgliederdemokratie« nur so lange liebt, wie die Abstimmung gemäß des eigenen konservativ-traditionalistischen Fußballweltbilds ausfällt, schmollt selbige seitdem und übt sich in »Stimmungsverzicht«. Das Ergebnis: Ein ziemlich leerer Gästeblock, und die die da waren, schauten im schweigenden Schmollen vereint auf das Spielfeld…

KSC vs Preußen Münster 3:0

Der schmollende Gästeblock tat der Stimmung im Wildpark aber keinen Abbruch. Auf der Gegengerade war man bestens gelaunt, kein Wunder, nach so einer Serie. Auch das schwache 0:0 auswärts in Würzburg in der Vorwoche dämpfte die gute Laune nicht…

Gästetrainer Marco Antwerpen, ein Vertreter der neuen Generation karrierebewusster Übungsleiter (der deshalb auch während der laufenden Saison locker-flockig im Unfrieden von Regionalligist Viktoria Köln eine Liga höher zu den Preußen wechselte) musste auf seinen Topscorer Adriano Grimaldi verzichten.

Beim KSC fiel Dauerbrenner Marcel Mehlem aus, Kai Bühlow rückte dafür in die Startelf. Begleitet von einer gewissen Skepsis in Fankreisen lieferte er aber eine tadellose Partie ab.

Bei Sonnenschein und guter Stimmung pfiff der gute Schiri Johann Pfeifer (Weltklasse-Name für einen Schiedsrichter!) das Match an. Und wie so oft (ja, schon klar, angesichts der ungeschlagenen Siegesserie daheim eher »First-World-Problems«) war das Geschehen auf dem Rasen mehr so »typisch Dritte Liga«. Dem KSC fehlen die spielerischen Mittel, um einen stabil verteidigenden Gegner mit einem Ballbesitzspiel zu besiegen. Entsprechend spielte sich das Geschehen wie fast immer im Mittelfeld ab und die Blau-Weißen lauerten auf Konter-Gelegenheiten.

Die beste Chance der ersten Halbzeit hatten die Preußen. Torwart Uphoff musste seine ganze Klasse aufbieten, um einen potenziellen »Screamer« von Kobylanski, der zentral aus 20 Metern abzog, zu entschärfen.

Stattdessen ging der KSC mit einer Führung in die Halbzeit. Als in der 31. Minute eine etwas umständlich über die rechte Seite vorgetragene Offensivaktion im Gedribbel zu versanden drohte, griff Preußens Al-Hazaimeh ein und verhalf dem KSC zur Führung. Er eroberte den Ball, spielte ihn dann jedoch aus kurzer Distanz in die Beine von Muslija. Der zog aus spitzem Winkel ab und der unglückliche Al-Hazaimeh fälschte die Kugel auch noch ins eigene Tor ab. Das war im Grunde schon die Schlüsselszene des Spiels. Sie ruinierte den Münsteraner Matchplan, und wir wissen: Führt der KSC einmal, gibt es für die Gäste nix zu holen. Und als wäre das nicht schlimm genug, wurde der arme Al-Hazaimeh auch noch umgehend in die Auswahl zum Kacktor des Monats März beim Zeigler aufgenommen…

In der zweiten Hälfte war dann Preußen Münster eine halbe Stunde lang das dominierende Team mit mehr Ballbesitz. Was dem KSC sehr entgegen kam, denn man liebt es, aus der bärenstarken Defensive heraus den Gegner im Mittelfeld ein bisschen kicken zu lassen und dann mit blitzschnellen Balleroberungen kontern zu können.

Letztendlich waren es zwei Eckbälle, mit denen die Blau-Weißen den nächsten Heimsieg eintüteten. Eine Ecke von Wanitzek auf Schleuseners Kopf (der damit seine »Mini-Torlos-Krise« von 2 Spielen ohne Treffer erfolgreich beendete) brachte in der 62. Minute das 2:0. Und 14 Minuten später brach nach einer weiteren Ecke im Münsteraner Strafraum ein Tohuwabohu aus, in dessen Folge ein Münsteraner Föhrenbach den Ball auflegte und dieser locker-leicht den 3:0-Endstand besorgte.

Preußen hat durchaus einen guten Auftritt hingelegt und sich »ein Stück weit« selbst geschlagen. Trotzdem hört man selten ein von der Realität weiter entferntes Trainerstatement wie das von Münsters Coach Antwerpen in der PK nach dem Spiel

Fazit: Frühlingssonne, gute Stimmung, ein weiterer Heimsieg, drei Tore, und in Wiesbaden verlor Aufstiegskonkurrent SV Wehen daheim gegen Würzburg – es gab wahrlich schon schlechtere Samstage im Wildpark!

Endstand 3:0!

Die Lage

Der Aufstiegskampf an der Tabellenspitze spitzt sich zu. Es läuft auf einen »aufstiegsverpassenden Rekordvierten« in der Drittliga-Historie hinaus, so intensiv sammeln die ersten vier Punkte.

Im Grunde lässt der KSC auswärts (wie zuletzt in Würzburg) zu viele Punkte liegen. 0:0, 3:1, 1:1, 1:0, 0:0, 1:1 und 0:0 waren die letzten Auswärtsergebniss. Eigentlich gar nicht so schlecht (andere können ja auch kicken…), aber wenn man aufgrund des Fehlstarts gegen starke Konkurrenten noch stets Punkte aufholen muss, ist das trotzdem zu wenig und könnte trotz der epischen ungeschlagenen Serie den Aufstieg kosten…

Gelegenheit es auswärts mal wieder besser zu machen gibt es am nächsten Samstag, wenn es im Heinz-Krügel-Stadion zu Magdeburg zum Top-Kracher 1. FC Magdeburg vs KSC kommt. Ein Auswärtssieg gegen einen direkten Konkurrenten, der wäre jetzt gar nicht so verkehrt…

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Besuch an der Hafenstraße: Rot-Weiss Essen vs Borussia Mönchengladbach U23 2:1 – 24.3.2018

Permalink - Posted on 2018-03-30 19:40

Rot-Weiss Essen vs Borussia Mönchengladbach U23 2:1

Ende März ist im Hause ballreiter traditionell »Heimatbesuchszeit« im Westen, die natürlich auch stets mit dem Besuch eines Spiels auf einem bis dato unbesuchten Ground verbunden wird. Dieses Mal ging es in das vor sechs Jahren neuerbaute Stadion Essen zum Regionalspiel zwischen Rot-Weiss Essen und Borussia Mönchengladbachs U23, das neben »Stadion gucken« eher bescheidenen Fußball bot und mit 2:1 ein durchaus überraschendes Ende nahm…

Rot-Weiss Essen

Traditionsverein

Vereine, die es schon etwas länger gibt und die in ihrer Historie mal eine viele Jahre zurückliegende gute Phase hatten und heute in einer eher tristen Gegenwart leben, gibt es viele. Man nennt sie »Traditionsvereine«. Und genau so einer ist Rot-Weiss Essen.

1912 aus einer Fusion diverser anderer Vereine (von einem, dem »Sportverein Vogelheim«, hat RWE das »offizielle« Gründungsjahr 1907 übernommen) entstanden, hatte RWE seine beste Phase in der Oberliga West der 50er Jahre. Höhepunkt war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1955. Im Finale in Hannover wurde der favorisierte 1.FC Kaiserslautern mit 4:3 geschlagen.

Kleiner Exkurs: Der KSC war 1955 Pokalsieger. Deshalb war das erste Fußballspiel, das im 1955 frisch eröffneten Karlsruher Wildparkstadion ausgetragen wurde, der inoffizielle »Supercup« zwischen Pokalsieger und Meister, also KSC vs Rot-Weiss Essen. Das Spiel endete am 7.8.1955 2:2.

Helmut Rahn, der einst aus dem Hintergrund schoss…

Mit der Meisterschaft 55, dem Pokalsieg 53 und den zwei Westdeutschen Meisterschaften 52 und 55 waren die 50er die große Zeit von RWE. Mit »Boss« Helmut Rahn war ein Essener ein maßgeblicher Bestandteil (»…aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen…«) des »Wunders von Bern« 1954. Zu Beginn der 60er war damit Schluss, es ging in die Zweitklassigkeit hinunter.

Deshalb war RWE nicht dabei, als 1963 die Bundesliga gegründet wurde. Darauf mussten sie bis 1966 warten. Mit dem Aufstieg in die Bundesliga zur Saison 66/70 begann eine zweite »bessere« Phase als »Fahrstuhlteam« zwischen Bundesliga und Zweiter Liga. Insgesamt sieben Spielzeiten verbrachte RWE bis 1977 im Oberhaus und spielte dort mit Spielern wie Manfred Burgsmüller, Horst Hrubesch und natürlich Willi »Ente« Lippens durchaus eine gute Rolle. Das beste Ergebnis war Rang 8 in der Saison 75/76.

Nach dem Bundesliga-Abstieg 1977 war die glorreiche Zeit vorbei und die Rot-Weißen wurden eine Etage tiefer zur Fahrstuhlmannschaft zwischen Zweiter Bundesliga und der höchsten Amateurklasse.

Noch ein kleiner Exkurs: 79/80 gelang den Essenern fast die Rückkehr in die Bundesliga. Damals war die 2. Liga noch zweigeteilt, und der Nord-Zweitplatzierte Essen musste gegen den Süd-Zweiten KSC in Hin- und Rückspiel um den Aufstieg spielen. Es gab zwei noch heute legendäre Aufstiegsspiele, in denen sich der KSC nach einem 5:1 im Wildpark und einem 1:3 an der Hafenstraße durchsetzte und in die Bundesliga aufstieg.

Wie es sich für einen soliden deutschen mitgliedergeführten Traditionsverein gehört, hat RWE natürlich auch eine Insolvenz im Geschichtsbuch stehen. 2010 endete ein »Fünfjahresplan zur Rückkehr in die Bundesliga« mit der Pleite und dem Zwangsabstieg in die fünftklassige NRW-Liga. Ein Jahr später gelang die Rückkehr in die Regionalliga West, in der Rot-Weiss seitdem kickt.

Stadion Essen

Seit 1923 spielt RWE an der Hafenstraße im Stadtteil Bergeborbeck. Der traditionelle Ground, das altehrwürdige Georg-Melches-Stadion, musste 1976 aus finanziellen Gründen an die Stadt Essen verkauft werden. Zu RWEs Blütezeit in den 50ern war es eine der modernsten Anlagen Europas, z.b. war es das erste Stadion der Bundesrepublik mit Flutlicht.

Seit den 90ern plante man in Essen, ein neues Stadion zu errichten. Wie das aber so ist, wenn man ein Traditionsverein ist, der sich seine Infrastruktur von der öffentlichen Hand bauen lassen muss, zog sich das bis 2011 hin. Seit August 2012 ist das neue »Stadion Essen« aber in Betrieb, ebenfalls an der Hafenstraße, ein wenig schräg versetzt neben den Ort des alten Georg-Melches-Stadion (das heute ein Parkplatz ist) errichtet.

Und es ist ein wirklich schönes Stadion geworden. Es ist ein typisches Stadion der Art »deutscher Stadionneubau 21. Jh., klein«, wobei die Ecken (mit einer Option auf zukünftige Erweiterung) offen gelassen wurden. Das freischwebende »transluzente« Dach (ohne Pfeiler!) und eine Fassade mit einer Art Apple-»Brushed Metal«-Optik geben dem ganzen eine moderne und »leichte« Optik (siehe Fotos).

Der Weg dorthin führt durch ein an dystopische Science-Fiction-Filme erinnerndes post-industrielles Brachland mit Schrottplätzen und halb abgerissenen Bahnbrücken. Bewohntes Terrain erreicht man erst an der Kreuzung zur Hafenstraße, an der die Fans vor den umliegenden Kneipen auf der Straße stehen und mit einem »Pilsken« vorglühen…

Rot-Weiss Essen vs Borussia Mönchengladbach U23 2:1

Sportlich ist die aktuelle Regionalliga-Saison für Rot-Weiss Essen ziemlich durchwachsen. Man gurkt ein wenig im unteren Mittelfeld herum, der Abstand zu den gefährlichen Rängen ist auch nicht so arg groß…

Da man als »Traditionsverein« stets von der Rückkehr in den bezahlten Fußball träumt (sich sogar als »da hin gehörend« versteht), das aber seit der Insolvenz nie in realistischer Reichweite war, grassiert im Umfeld eine latente Unzufriedenheit, die im Oktober 17 zur Entlassung von Trainer Sven Demandt führte. Kurz drauf trat Präsident Michael Welling, der den Verein nach der Insolvenz solide geführt hatte, was ihn von der »Fan-Szene« mit Bannern wie »Sieben Jahre sportlicher Stillstand« und weiterer massiver Kritik gedankt wurde, freiwillig von seinem Amt zurück…

Neuer Trainer wurde ein alter Karlsruher Bekannter, nämlich der langjährige Co-Trainer von Markus Kauczinski, Argirios »Agi« Giannikis. Er erhielt einen Vertrag bis zum Ende der Saison. Als ein Angebot vom Drittligisten VfR Aalen reinflatterte, entschied sich Agi, nach Ablauf seines Vertrags wieder zu gehen und im Sommer nach Aalen zu wechseln, statt über einen Anschlussvertrag zu verhandeln. Seitdem ist auch Agi »der Böse« für die »Fan-Szene«, obwohl er in seiner Amtszeit vor dem Spiel von 9 Spielen vier gewonnen und nur drei verloren hatte. Was für einen mittelprächtigen Regionalligisten durchaus eine gute Bilanz ist.

Aber, wir wissen, mit den »Fan-Szenen« ist das so eine Sache. Irgendeine Gruppe steht immer im Schmollwinkel. Aktuell findet der »harte Kern« auf der Westtribüne alles doof. Dementsprechend rief in der Woche vor dem Spiel eine Fangruppe mit vor Traditionsvereinpathos triefenden Worten zum Stimmungsboykott auf. Und stand dann beim Spiel schmollend auf der Westtribüne und dekorierte das Schweigen mit einem riesigem Banner, auf dem »Lösungen finden. Trainer raus jetzt!« zu lesen war. Und der Agi steht ein paar Meter daneben…

Natürlich ist niemand im Stadion zum singen und anfeuern verpflichtet. Aber so ein Banner – Stil hat man, oder man hat ihn eben nicht…

Zurück zum Spiel. Mit 18 Euro für einen Gegentribünensitzplatz im Block am Rand ist das Vergnügen »Regionalliga-Mittelmaß« in Essen ganz schön teuer. Und auch für das Stadionbier wird mit 4 Euro ein Zweitligapreis aufgerufen…

Noch ein Wort zur U23 der Borussia: Diese war jahrelang ein Spitzenteam der Regionalliga, 2015 scheiterte die U23 erst in den Aufstiegsspielen gegen Werder Bremen II am Aufstieg in die Dritte Liga. In der aktuellen Saison ist das Team von Trainer Arie van Lent jedoch nur noch im oberen Mittelfeld unterwegs.

So ging das Spiel im schönsten Sonnenschein, aber mit einer eher an Verbandsliga-Matches erinnernden Kulisse los. Die Westkurve schmollte, der Rest machte nix. Lediglich sporadisch kamen aus einer Ecke der Gegentribüne ein paar Anfeuerungsrufe. Entsprechend waren trotz 5.857 Zusehender die lautesten Geräusche die Kommandos der Spieler und Trainer…

Das Spiel riss auch niemanden von den schönen neuen Tribünensitzen. RWE war feldüberlegen und Boss im Mittelfeld, ohne viele Torchancen zu bekommen. Borussia gelang offensiv fast gar nix.

Umso überraschender dann die Führung für Borussia in der 23. Minute. Nach einem Einwurf von Mandela Egbo flog das Kunstlederkügelchen über Freund und Feind hinweg in den Strafraum auf den Fuß von Charalampos Makridis, der es zur Gladbacher Führung locker einschob…

Und während sich die Borussen über das unerwartete Tor noch freuten, kam der Ball nach dem Wiederanstoß zu Kamil Bednarski, der über halblinks das ganze Feld durchquerte und mit einem sehenswerten Schuss aus 18 Metern postwendend zum Ausgleich traf. Das waren zwei wilde Minuten!

Ansonsten gab es viel Mittelfeldgekicke mit Essener Dominanz zu sehen. Nach der Pause rettete der Gladbacher Keeper Tim Hiemer mit einer sensationellen Parade gegen einen Kopfball aus wenigen Metern Entfernung die Führung. RWE belagerte die Borussia für den Rest des Spiels förmlich in der eigenen Hälfte, war aber in den Angriffsbemühungen zu umständlich, um in die Nähe von Hiemers Kasten zu kommen.

Als niemand mehr damit rechnete, flog in der 84. Minute eine Flanke vom Flügel auf den Kopf von Marcel Platzek, der den Siegtreffer platzierte. »Ausgerechnet«, Platzek hatte vier Jahre für Borussia U23 gekickt…

Fazit: Ein schönes neues Stadion, ein mäßiges Spiel und eine ziemlich unsympathisch rüberkommende »Fan-Szene« gab es an der Essener Hafenstraße zu sehen. Und: Einmal reicht…

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Blauer Himmel über dem Stadion…

Ein Flutlichtmast des Georg-Melches-Stadion steht zur Erinnerung vor dem neuen Stadion…


Ungeschlagen: KSC vs SV Meppen 2:0 – 17.3.2018

Permalink - Posted on 2018-03-18 12:15

KSC vs SV Meppen 2:0

»Hier regiert nur einer, SV Meppen und sonst keiner« war auf einem Banner im gut gefüllten Gästeblock zu lesen. Was nicht den Tatsachen entsprach, denn auch im 15. Heimspiel der Saison 17/18 blieb der KSC im Wildpark ungeschlagen und gewann gegen den »Kultverein« SV Meppen mit 2:0…

Karlsruher Torflut!

Zwei 3:1-Siege hintereinander, eine solche Torflut sind die Karlsruher Fußballfreunde und -freundinnen gar nicht mehr gewohnt! Dem 3:1 im letzten Heimspiel gegen Großaspach folgte ein ebensolches auswärts beim Pleiteklub Rot-Weiß Erfurt (mdr-Spielbericht auf Youtube). Letzteres war aber ein hartes Stück Arbeit, Erfurt hielt das Spiel lange offen und das dritte Tor fiel erst in der letzten Minute.

Heimpremiere gegen Meppen

Pünktlich mit der Rückkehr des Winters stand das Heimspiel gegen den legendären SV Meppen auf dem Programm, und das zum ersten Mal in der Fußball-Historie. Als die Emsländer aus dem 35.000-Einwohner-Städtchen an der niederländischen Grenze zwischen 1987 und 1998 ihre große Zeit als sprichwörtlicher Schrecken der Zweiten Liga hatten (»Ich spiele doch nicht in Meppen, da gehe ich lieber in die Türkei« sagte Toni Schumacher 1988 nach dem Abstieg mit Schalke 04 und flüchtete zu Fener…), hatte der KSC seine große Zeit in der Bundesliga. Für Meppen begann 1998 ein Niedergang bis hinunter in die Oberliga mit der (für wahre deutsche Traditionsvereine obligatorischen) Insolvenz im Jahre 2001. Nach dem Wiederaufstieg in die Regionalliga 2011 verbesserte sich der »Kultverein« kontinuierlich und im letzten Sommer feierte man rund um das Emslandstadion den Aufstieg in die Dritte Liga.

Deshalb spielen Meppen und KSC nun erstmals in derselben Liga, und das historische erste Pflichspiel gewann der SV Meppen am 1. Oktober daheim mit 2:0. Was auch die letzte Niederlage des KSC in der aktuellen Drittligasaison war…

KSC vs SV Meppen 2:0

Revanche für jene Auswärtsniederlage stand also auf dem Programm, 11.661 Zusehende wollten diese im kalten Wildpark sehen. Pünktlich zum Wochenende kam der Winter zurück. Zwar ohne Schneemassen, aber mit Kälte und eisigem Wind. Natürlich nicht so kalt, dass es für das obligatorische Stadionbier zu kalt gewesen wäre…

Ca. 500 Fans aus Meppen hatten die knapp 530 Bahn-Kilometer (viele davon per Sonderzug) auf sich genommen und sorgten mit der einheimischen Gegengerade für eine gute Stimmung im nicht einmal zur Hälfte gefüllten Wildpark.

Einen »alten Bekannten« gab es auf dem Rasen zu sehen: Stürmer Luka Tankulic stand 2015 beim Neujahrsderby-Groundhopp in Dundee im Kader des Dundee FC und erzielte nach Einwechslung den 2:6-Ehrentreffer. Ein Jahr später verließ er Dundee und landete über die Sportfreunde Lotte zu Beginn dieses Jahres im Emsland. Und wurde von Coach Christian Neidhart im Wildpark in die Startelf berufen…

»Alte Bekannte« ist ein gutes Stichwort. Alois Schwartz hat die alte Alf-Ramsey-Weisheit »Never change a winning team« bekanntlich verinnerlicht und wechselt die Stammformation freiwillig so gut wie gar nicht. Außenverteidiger Matthias Bader war leicht angeschlagen und wurde durch Marco Thiede ersetzt. Das andere potenzielle Wechselduell der letzten Wochen, »Lorenz vs Camoglu«, ist derzeit (verdientermaßen) zugunsten von Camoglu entschieden…

Anstoß!

Nach dem Anpfiff gab es gleich in der 2. Minute eine gute Chance für den KSC, Meppens Torwart Domaschke war noch dran und verhinderte die frühe Führung. Danach sammelten sich die Emsländer, ließen kaum noch Chancen zu und spielten munter mit. Das Spiel fand mit ausgeglichenen Spielanteilen vorwiegend zwischen den Strafräumen statt, wie das halt so ist in der Dritten Liga.

Die Weisheit der Binse sagt: In engen Spielen muss man die wenigen Chancen nutzen. Und genau das machte Anton Fink! Der Rekordtorjäger der Dritten Liga, seit November ohne Torerfolg, besorgte in der 27. Minute das 1:0. Aus einem Meppener Einwurf entstand ein Konter, von Fink selbst wuchtig über die Mitte vorgetragen. Nach einem Pass zum mitgelaufenen Muslija bekam Fink die Kugel von jenem kurz vor dem Strafraum zurück und schoss sie ansatzlos mit Rechts ins Netz – »Torfluch« mit einem schönen Kontertor beendet!

Am Spiel änderte sich nichts groß. Meppen bekam wenige Minuten später die Riesenchance, als Mittelstürmer Benjamin Girth aus fünf Metern mehr oder weniger Torwart Uphoff anköpfte, der nur seine Hand hochzucken lassen musste um den Ausgleich zu verhindern.

So ist das halt aktuell in der Dritten Liga, wenn der KSC spielt: Ausgeglichenes Spiel, wenige gute Chancen, aber das Tor machen die Blau-Weißen.

In der zweiten Hälfte blieb es bei ausgeglichenen Spielanteilen und wenigen Torraumszenen. Wenn überhaupt, dann waren es die Meppener, die vor dem Karlsruher Kasten auftauchten.

Bis die Gäste in der 77. Minute den zweiten fatalen Fehler begingen. Beim Versuch eines Spielaufbaus durch Torhüter Domaschke verdaddelte Meppens Kapitän Wagner den Ball im Mittelfeld gegen Muslija. Der spielte steil auf den losstürmenden Anton Fink, der die Gelegenheit zum Doppelpack gerne annahm und das Spiel 13 Minuten vor dem Abpfiff beendete.

Fazit: Zwei Fehler, zwei Kontertore – Meppen machte eigentlich ein gutes Spiel im Wildpark, besiegte sich aber im Grunde selbst. Der KSC tat sich sehr schwer gegen den munter mitspielenden Gast, aber nahm die Hürde Meppen letztendlich, wie der Sportschreiber so sagt, »im Stile einer Spitzenmannschaft«.

Anton Fink sagte nach dem Spiel das, was man als Führungsspieler und Kapitän so sagt:

»Ich spiele Fußball, um Tore zu machen, aber auch um Erfolg zu haben. Dazu zählen zehn andere Spieler und die Ersatzspieler. Alle zählen dazu. Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft gewinnen. Wenn jeder einzeln für sich spielt, würden wir nicht dastehen, wo wir gerade stehen.«

Aber in Wirklichkeit wird er natürlich erleichtert gewesen sein, die »Torlos-Serie« beendet zu haben…

Endstand 2:0

Die Lage

Woanders war es nicht nur kalt, sondern es fiel auch Schnee. Was dazu führte, dass das Spiel des 1. FC Magdeburg in Jena ausfiel und der KSC nun punktgleich mit Magdeburg (das nun zwei Spiele weniger hat) auf Rang 3 steht. Die Konkurrenz aus Rostock und der Kölner Südstadt verlor in Aalen bzw. daheim gegen Großaspach, nur Spitzenreiter Paderborn (ein Spiel weniger) und der SV Wehen gewannen ihre Spiele.

Die Karlsruher Serie ist nunmehr auf 19 Spiele ohne Niederlage angewachsen, am kommenden Samstag kann in Würzburg der Rekord von 20 unbesiegten Spielen aus der letzten Drittligasaison 12/13 eingestellt werden. Und das durch »Fußball arbeiten«. Der KSC ist weit davon entfernt, jedes Team vom Rasen zu wirbeln. Jedes Match ist ein hartes Stück Arbeit und es wird Arbeitssieg an Arbeitssieg gereiht. Wer hätte das in der Hinrunde noch für möglich gehalten?

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Spannendes Verbandsliga-Derby: ASV Durlach vs FC Español 1:2 – 10.3.2018

Permalink - Posted on 2018-03-11 21:35

ASV Durlach vs FC Español 1:2

Der Winter zieht langsam von dannen und die Verbandsliga nimmt wieder Fahrt auf. Mit vier teilnehmenden Teams aus dem Fußballkreis Karlsruhe gibt es natürlich wieder einige Lokalderbys. Eines davon, das des ASV Durlach aus dem »zwangseingemeindeten Vorort« gegen den einzigen Karlsruher »Stadtklub« in der Verbandsliga, dem FC Español, fand am vergangenen Samstag statt. Grund genug, auf der »großen ballreiter-Verbandsligarunde« mal wieder im Turmbergstadion vorbei zu schauen. Zumal wir ja auch schon beim 2:0-Sieg des FC Español im Hinspiel dabei waren. Und das sollte sich lohnen, denn es gab ein spannendes und intensives Derby, das mit dem FC Español eine überraschenden und verdienten Sieger hatte…

FC Español im Abstiegskampf

Den Aufsteiger aus der Landesliga hatten wir schon mehrfach besucht und dabei stets Siege der »Spanier« gesehen, so dass Besuch vom ballreiter-Blog fast schon den Status des inoffiziellen Glücksbringers für den FC Español hat.

Leider konnten wir nicht bei jedem Spiel Glück bringen, über die Siege in den besuchten Spielen hinaus gab es in der Hinrunde nur einen weiteren, ein 1:0 beim abgeschlagenen Schlusslicht Gommersdorf kurz vor der Winterpause.

Somit mussten die »Spanier« auf einem Abstiegsplatz überwintern. Die lange Winterpause nutzte man für einen kleinen Umbruch. Sieben Spieler verließen den Verein, acht neue Akteure streifen in der Rückrunde das Trikot von Español über. Darunter mit dem ehemaligen Bruchsaler Torjäger Mario Pavkovic, dem Mittelfeld-Akteur Francisco Rodriguez (pikanterweise vom Gegner ASV Durlach) erfahrene Spieler. Und mit Eloy Diaz ein neuer Stürmer aus Spanien. Neu aufgestellt und voller Optimismus ging der FC Español in die Rückrunde: »Ein, zwei Siege und wir sind wieder über dem Strich!« sagte Trainer Sirus Motekallemi in der Winterpause.

Stühlerücken beim ASV Durlach

Richtig rund ging es in der Winterpause beim Traditionsverein ASV Durlach. In der Lokalpresse gab es Berichte über administrative Schwierigkeiten hinter den Kulissen. Was immer auch genau los war, Fakt ist dass Trainer Rouven Müller den ASV nach einer enttäuschenden Hinrunde in Reichweite der Abstiegsplätze in »beiderseitigem Einvernehmen« ebenso verließ wie diverse Spieler, von denen einige nach dem Trainerwechsel wieder zurück kamen. Frank Hettrich übernahm das Team vom Turmberg…

Umso überraschender war der Start ins neue Jahr beim »Nachholspieltag« in der letzten Woche, als die Durlacher mit einem 4:0-Auswärtssieg den Tabellenführer VfR Mannheim stürzten und den »Knaller der Woche« in der Verbandsliga lieferten…

ASV Durlach vs FC Español 1:2

An einem grauen Märztag mit leichtem Regen wollten über 180 Zusehende das Derby sehen, was für Verbandsliga in Karlsruhe eine ordentliche Kulisse darstellte.

Aufgrund des deutlichen Auswärtssiegs in Mannheim galt der ASV vor dem Spiel als Favorit. Vom Anpfiff weg machte aber der Gast aus der Fritschlach (ein Naturschutzgebiet an einem ehemaligen Rheinarm an dessen Rand sich der Sportplatz des FC Español befindet) das Kommando und kam gleich zu guten Torchancen.

Das erste Tor machte aber der heimische ASV. Der Platz im Turmbergstadion ist ein furchtbarer Acker voller Unebenheiten und Löcher. Der Ball hoppelt sogar, wenn man ihn sich bloß ein paar Meter vorlegt. Das wurde Españols Neuzugang Mario Gavrilovic in der 7. Minute zum Verhängnis. Er stolperte und fiel hin, als er vor dem herannahenden ASV-Spieler Nicolas Zimmermann klären wollte. Der hatte dadurch keinerlei Mühe, alleine vor dem Tor zum 1:0 zu vollenden…

Die »Spanier« ließen sich davon aber nicht entmutigen, unverdrossen griffen sie weiter an und erspielten sich Chancen. Die Belohnung folgte in der 24. Minute, als der Neuzugang aus Spanien, Eloy Diaz, bei seinem Debüt gleich mal zum Ausgleich traf. Er verwertete dabei einen Querschläger der Durlacher Abwehr…

Das Match war, wie man so sagt, »intensiv«. Giftige Zweikämpfe wurden um jeden Quadratmeter Holperrasen geführt, die Akteure wälzten sich darob oft ein wenig zu theatralisch am Boden…

Beinahe hätte es in der ersten Halbzeit noch die Durlacher Führung gegeben. Torwart Kristijan Petric startete einen kühnen Ausflug Richtung Mittellinie und ließ sich dabei ausspielen. Zwei »Spanier« überliefen ihn und stürmten alleine auf das verwaiste Tor zu, der Abschluss rauschte aber etwa einen Meter über das Tor. Das hätte die Führung sein müssen!

Nach der Pause das selbe Bild, Español dominierte vom Wiederanpfiff weg das Spiel und erzielte sofort die Führung: »Ausgerechnet« Francisco Rodriguez, Neuzugang des FC Español vom ASV Durlach, erzielte mit einem sehenswerten Schuss aus 16 Metern das 1:2.

Der ASV gab nicht auf, schaffte es aber kaum in den von Español geschickt verteidigten Strafraum einzudringen. Entsprechend waren die Durlacher Abschlüsse in erster Linie halbgare Distanzschüsse. Gefährlicher waren die Konter der »Spanier«. Tore fielen aber keine mehr, der FC Español startete mit einem ebenso überraschenden wie verdienten Auswärtssieg in die Mission Klassenerhalt. »Wir haben ein tolles Spiel abgeliefert« sagte Españols Trainer Motekallemi nach dem Spiel, womit er zweifellos Recht hatte. Deshalb hallte nach dem Spiel auch der »A la bim, a la bam, a la bimbombam, Español, Español y nadie mas!«-Siegesgesang durch das Turmberg-Stadion…


Torschütze Eloy Diaz versorgte uns via Twitter auch gleich mit einem »Kabinen-Sieger-Shot« wie bei den Großen. So muss das sein!

Die Verbandsliga-Lage

Das Topspiel des Spieltags war die Begegnung zwischen Heddesheim und Friedrichstal, die der FC Germania mit 3:1 gewann und somit mit drei Punkten Vorsprung von der Tabellenspitze grüßt. Der FC Bruchsal spielte 0:0 in Eppingen beim anderen Topspiel. Und der VfR Mannheim zeigte sich von der Packung gegen Durlach gut erholt und siegte mit 2:0 in Kirrlach.

Der FC Español rückte auf drei Punke an das »rettende Ufer« heran. Nächste Woche kommt zum ersten Heimspiel 2018 mit Olympia Kirrlach ein Gegner aus der Abstiegszone in die Fritschlach, da sollten die »Spanier« nachlegen…

Germania Friedrichstal empfängt am Sonntag den ASV Durlach zum nächsten Fußballkreis-Derby.

Impressionen

Grauer Himmel – schlechter Rasen…

Die große Verbandsligarunde


Torflut im Wildpark: KSC vs SG Sonnenhof Großaspach 3:1 – 7.3.2018

Permalink - Posted on 2018-03-09 08:00

KSC vs SG Sonnenhof Großaspach 3:1

Premiere im Wildpark: Zum ersten Mal durfte man in Karlsruhe einem Pflichtspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach beiwohnen. Und es war eine gelungene Premiere, denn der KSC besiegte die Gäste aus dem ruralen schwäbischen Raum durch eine (für Karlsruher Verhältnisse) wahre Torflut mit 3:1 und steht damit als einer der großen Sieger des Drittligaspieltags in der »englischen Woche« da…

Sportlicher Höhenflug und finanzielle Tristesse

Die Rekordserie des KSC unter Alois Schwartz wird immer länger und länger, 16 Spiele war das »Superteam aus Baden« ungeschlagen. Beim letzten Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Lotte (Video auf Youtube) war diese Serie aber kurz vor dem Ende. Über weite Strecken boten die Blau-Weißen die schwächste Leistung der letzten Wochen. Nur dem KSC-Standard-Torrezept »langer Ball auf Schleusener« war der Punktgewinn und damit der Erhalt der Serie letztendlich zu verdanken.

An anderen Fronten hat der KSC auch zu kämpfen. Diesen Schluss lässt die Meldung zu, dass der KSC seine traditionsreiche zweite Mannschaft in der nächsten Saison aus Kostengründen vom Spielbetrieb abmelden und stattdessen zukünftig mit dem lokalen Oberligisten SV Spielberg kooperieren wird. Die »Amas« des KSC schweben in der Oberliga Baden-Württemberg in Abstiegsgefahr und wären evtl. sowieso abgestiegen. Und in der Verbandsliga kann man mit Fug und Recht die Sinnfrage für eine zweite Mannschaft eines Profiklubs stellen. Nur: Der SV Spielberg steht noch schlechter da und es könnte gut sein, dass die dem Jugendalter entwachsenen KSC-Talente dann trotzdem in der Verbandsliga spielen müssten. Ob das eine Option für Talente mit gewissen Ambitionen in Richtung Profifußball sein kann, werden wir in den nächsten Jahren sehen…

SG Sonnenhof Großaspach

Wie erwähnt, der Gegner SG Sonnenhof Großaspach war zum ersten Mal zu einem Pflichtspieltermin im Wildpark zu Gast. Die Sportgemeinschaft ist wohl der einzige deutsche Profifußballklub, der aus einer Thekenmannschaft (Ende der 70er war das) hervorgegangen ist. Seit 1987 nimmt die Mannschaft am regulären Spielbetrieb teil. 1994 fusionierte man mit einem örtlichen »normalen« Sportverein und machte sich auf den Weg durch die Ligenpyramide, der 2015 in der Dritten Liga endete. In den beiden letzten Spielzeiten schnitt die SG mit den Plätzen 7 und 10 hervorragend ab. Über den »Dorfklub« (das hat sich der Klub als Marke registrieren lassen…) lacht in der Dritten Liga niemand mehr…

In der aktuellen Saison spielte das Team von Trainer Sascha Hildmann eine gute Hinrunde mit Kontakt zur Spitzengruppe. Seitdem läuft es aber nicht mehr, in der Rückrunde ist die SG noch sieglos und holte aus 7 Spielen nur kümmerliche 2 Pünktchen. Und auswärts wurde seit 3. November des Vorjahres nicht mehr gewonnen. Bisher bewahrte man am Sporthotel aber die Ruhe, Präsident Werner Benignus übte sich in Bescheidenheit: »Für unseren Verein ist es eine große Ehre, sich nun bereits seit vier Jahren mit so vielen namhaften Clubs messen zu dürfen!«

KSC vs SG Sonnenhof Großaspach 3:1

Keine Frage, der KSC mit seiner ungeschlagenen Serie von 16 Spielen war gegen die aktuell formschwachen Gäste haushoher Favorit. Und es galt Revanche zu nehmen, denn im Hinspiel, dem historischen allerersten Zusammentreffen der beiden Teams, hatte es für den KSC im dritten Spiel unter Trainer Alois Schwartz eine 0:1-Niederlage gesetzt.

Immerhin knapp 11.600 Zusehende wollten den Flutlicht-Kick gegen den Dorfklub aus dem Schwäbischen sehen. Von denen standen nur wenige im Gästeblock, aus dem etwa 80 km entfernten Aspach war nur eine Handvoll Fans (ca. 50) angereist. Vielleicht, weil es »im Wildpark alle schwer haben« in dieser Saison. Diese Zeile aus Sabine Wittwers Gassenhauer »KSC ole ole« präsentierte der heimische Fanblock als großes Banner. Es ist eine Zeile von großer Weisheit, denn der KSC ist auch am 28. Spieltag daheim noch ungeschlagen. Lediglich Osnabrück, Halle und Aalen durften einen Zähler mit nach Hause nehmen…

Als das Spiel in erwartungsfroher Atmosphäre dann losging, nahm es aber einen durchaus unerwarteten Verlauf. Der in diesem Jahr noch sieglose Gast übernahm auf dem Rasen das Kommando, die Blau-Weißen knüpften nahtlos an ihren lahmen Auftritt im letzten Auswärtsspiel am Autobahnkreuz Lotte-Osnabrück an.

Die erste halbe Stunde könnte man unter das Motto »die 26 Minuten des Jeff-Denis Fehr« stellen. Der agile Aspacher Mittelfeldspieler mit der Nummer 30 auf dem Rücken spielte groß auf, war vorne und hinten zu finden, trieb sein Team an und stürzte sich beherzt in jeden Zweikampf. Dummerweise bekam Fehr schon nach 2 Minuten vom in der ersten Hälfte noch nach einer klaren Linie suchenden Schiri Steffen Brütting eine völlig überzogene Gelbe Karte zu sehen. Deshalb war nach diversen eingeleiten Angriffen, einer guten eigenen Torchance in der 16. (ein schöner Schuss aus der Drehung) und zwei weiteren Fouls der härteren Sorte schon in der 26. Minute Feierabend. SG-Trainer Hildmann wollte keinen Platzverweis riskieren und wechselte Fehr deshalb früh aus. Ein kurzer und starker Auftritt von Jeff-Denis Fehr, jetzt kennt man ihn auch in Karlsruhe …

In dieser Phase war Großaspach das bessere Team mit den klareren Chancen. Die von Fehr und seinem ebenfalls stark aufspielenden Kollegen Saliou Sané eingeleiteten schnellen Angriffe stürzten die KSC-Defensive in ungewohnte Probleme. Aber, wenn es läuft dann läuft es halt, der KSC hatte, besonders beim Lattentreffer von Fountas in der 11. Minute, das Glück des Tüchtigen. Und ging deshalb trotz eines schwachen Auftritts mit 0:0 in die Kabine…

Trainer Schwartz hatte in der Pause wohl, wie man dann immer so schön sagt, »die richtigen Worte« gefunden. Die Blau-Weißen kamen deutlich agiler aus der Pause zurück und gaben sofort Gas Richtung Aspacher Tor. Und wurden dafür schon nach 2 Minuten belohnt. Pisot klärte einen langen Ball aus der eigenen Hälfte auf Schleusener. Der setzte sich durch und marschierte den linken Flügel entlang, um dann an der Strafraumgrenze genau im richtigen Moment auf den mitgelaufenen Camoglu quer zu spielen. Camoglu, der nach einigen Spielen auf der Bank mal wieder von Beginn an ran durfte, schob die Kugel aus spitzem Winkel ins Netz - 1:0! Das Tor war eine Variation des KSC-Standardtorverfahrens »langer Ball auf Schleusener«. Statt das Tor selbst zu machen, legte der Top-Torjäger aber dieses Mal umsichtig auf…

Die SG wollte sich nicht geschlagen geben und drängte auf den Ausgleich, was dem KSC-Spiel entgegen kam, weil es die berühmten »Räume« gab. Entsprechend war das Spiel in der zweiten Hälfte deutlich interessanter anzuschauen. Großaspach erspielte sich einige gute Chancen. Aber, s.o., wenn es läuft läuft es. Der Gegner machte den Ball nicht rein, stattdessen schug der KSC in der 63. (Pisot) und der 79. (Föhrenbach) zweimal nach Ecken zu. Aspachs Abwehr hatte nach Standards immer einen Moment der defensiven Unordnung, was der KSC eiskalt nutzte. Das Tor der SG in der 86. Minute durch Röttger kam zu spät…

Fazit: Ein deutlicher Sieg gegen eine starke SG. Die ungeschlagene Heimserie des KSC hielt ebenso wie die Rückrunden-Sieglos-Serie der SG vom Sonnenhof. Auf der Gegengerade durften sich die Blau-Weißen ein weiteres Mal feiern lassen, während die Aspacher nach Niederlage nach guter Leistung bedröppelt am Anstoßpunkt standen und erst einmal eine Dienstbesprechung im Mittelkreis abhielten. Fußball ist halt oft ein bisschen ungerecht…

Die Lage

Der Aufstiegskampf in der Dritten Liga spitzt sich zu. Die ersten Fünf trennen nur noch 4 Punkte. Der KSC marschiert mit nunmehr 17 Spielen ohne Niederlage und 21 Punkten aus 9 Rückrundenspielen Richtung Tabellenspitze. Am Dienstag trennten sich die beiden Spitzenteams SC Paderborn und 1. FC Magdeburg in einem ziemlich guten Spiel 1:1 (Youtube-Video), sodass der Abstand zur Tabellenspitze nur noch 3 Punkte beträgt. Paderborn und Magdeburg haben beide noch ein Nachholspiel (der SCP in Meppen, der Club aus Magdeburg daheim gegen Zwickau) in der Hinterhand. Die sie aber natürlich erst einmal gewinnen müssen. Wie unangenehm Zwickau sein kann, musste Hansa Rostock erfahren, die beim Spiel in Zwickau mit 0:1 den kürzeren zogen und nun erst einmal ein Stück zurückgefallen sind.

Die nächste Aufgabe des KSC steht am Sonntag an, wenn es zum Tabellenletzten Rot-Weiß Erfurt geht. In den bisherigen Drittliga-Spielen gegen die Thüringer hat der KSC noch nie ein Gegentor kassiert…

Impressionen

Gefüllte Gegengerade – leerer Gästeblock…


Tradition vs Erfolg.

Permalink - Posted on 2018-03-05 11:10

Einen schönen Blick von außen (ein schwedischer Autor in einem englischen Fußballblog) auf den deutschen Fußball und sein Spannungsfeld zwischen der glorifizierten »Tradition« und den Notwendigkeiten der Profifußball-Moderne wirft »These Football Times« und fragt: »Must german football clubs sacrifice tradition in the quest for glory?".


Duell der Kleinsten: SV Sandhausen vs FC Erzgebirge Aue 1:1 – 3.3.2018

Permalink - Posted on 2018-03-04 21:20

SV Sandhausen vs FC Erzgebirge Aue 1:1

Sandhausen (knapp 15.000 Einwohner) und Aue (knapp 16.200) sind zwar die beiden kleinsten Orte im deutschen Profifußball, ihre Vereine SV und FC Erzgebirge aber seit Jahren etablierte Zweitligisten. Deshalb spielten sie am Samstag im Hardtwaldstadion auch schon zum zehnten Mal gegeneinander, was eine gute Gelegenheit war, mal wieder im benachbarten Sandhausen vorbeizuschauen…

Ein Samstag in Sandhausen…

Am Tag vor dem Spieltag hatte der Winter in Baden noch einmal alles gegeben und etwa 2 cm Neuschnee abschneien lassen. Am Samstag morgen ließ sich aber der Vor-Frühling blicken und brachte Sonnenschein und Plusgrade. Ergebnis: Auch wenn viele Spiele in den unteren Spielklassen ausfielen, in Sandhausen war vom Winter nichts mehr zu sehen und der Platz (zumindest nach Augenschein) in einem guten Zustand.

Im Ort Sandhausen war mit dem Erwachen des Vorfrühlings ordentlich was los, was Tausende auf die Beine brachte. Nein, nicht das Spiel des SVS, sondern die Wiedereröffnung der örtlichen Aldi-Filiale mobilisierte die Massen…

Das Stadion war aber an diesem sonnigen Samstag nicht so populär wie der Supermarkt, 5.160 fanden sich im Hardtwaldstadion am Stadtrand ein…

SV Sandhausen vs FC Erzgebirge Aue 1:1

Seit »der Gott des Geldes« in Form des Bundesligisten SC Freiburg in der Winterpause zugeschlagen und Sandhausens besten Stürmer Lucas Höler (7 Tore und 3 Vorlagen in der Hinrunde, damit an 10 von 21 Toren beteiligt) weggekauft hat (wir alle kennen das Sprichwort von den Elchen…), hat der SV Sandhausen ein Problem: Er schießt zu wenig Tore! In den 7 Spielen 2018 trafen die Schwarz-Weißen nur viermal ins Netz des Gegners. Gleichzeitig kassierten sie auch nur 4 Tore, so dass sich der Sportverein nach der starken Hinrunde weiter im oberen Tabellendrittel halten kann. Zusammen mit der Vielzahl von verletzten Spielern hat Hölers Abgang aber eine bisher nicht zu schließende Lücke hinterlassen.

Der abstiegsbedrohte Gegner »Wismut« Aue ist auch nicht gerade eine Torfabrik, immerhin kamen sie mit der Empfehlung eines 2:2 beim letzten Auswärtsspiel in Kiel sowie drei ungeschlagenen Spielen ins Hardtwaldstadion. Mit Dimitri Nazarov, Dennis Kempe und Pascal Köpke hatten sie zudem eine Ladung alter Karlsruher Bekannter dabei, die allesamt mit der Startelf aufliefen. Genau wie der »Buffon des Erzgebirges«, Torwart Martin Männel, der zum 306. Mal für Aue in der Zweiten Liga im Kasten stand. Eine Zweitliga-Legende!

Nach den eisigen Wochen Ende Februar startete der März mit Plustemperaturen und Sonnenschein, was wohl dazu beitrug, dass zum Anpfiff im nur halbgefüllten Hardtwaldstadion eine gute Stimmung herrschte.

Das Spiel entpuppte sich aber leider als echter »Stimmungstöter«. Die Gäste aus Aue ließen keinen Zweifel daran, dass sie auf einen Punkt scharf waren, und verbarrikadierten sich mit 8 Mann hinter dem Ball. Der SVS fand keine Mittel dagegen und hatte zwar mehr Ballbesitz und dadurch eine »optische Überlegenheit«, die sich aber vorwiegend im Mittelfeld abspielte. Die Strafräume waren eine »verbotene Zone«…

Eine gute Chance hatte Sandhausen durch Karl, der nach einer halben Stunde einen satten Schuss aus 17 Metern weit am Kasten vorbei setzte. Und Aue kurz vor der Pause durch Munsy, der sich gegen den ex-Gladbacher Knipping durchsetzte und Sandhausens Keeper Schuhen zum Eingreifen zwang. Das war die beste Torgelegenheit der ersten Hälfte…

Also ging es torlos in die Pause. Diese sah dann die bis dato spektakulärste Aktion des Tages. Ein Herr in einem HSV-Trikot mit van-der-Vaart-Beflockung, getragen über einer schicken Camouflage-Leggins, drehte aus unbekannten Gründen eine Ehrenrunde auf dem Rasen. Anscheinend wollte er schon einmal testen, wie das so ist in Sandhausen, bevor nächste Saison der HSV in Mannschaftsstärke erscheint…

Nach der Pause ging es zunächst ähnlich weiter wie in HZ 1. Bis nach 10 Minuten ex-KSC-Spieler Dennis Kempe einen Einwurf an der Mittellinie quer über das Feld nach vorne pöhlte und Köpke nachsetzte. Paqarada und Knipping wurden sich nicht richtig einig, wer da nun eingreifen sollte. Was den guten Knipping so irritierte, dass er vor dem eigenen Tor über den Ball säbelte und Köpke aus der Drehung einschießen konnte. Die Führung für Aue, und in diesem Spiel konnte ein Tor einfach nur aus so einer kuriosen Situation fallen…

SVS-Trainer Kocak reagierte kurz drauf und wechselte Stiefler ein, der in die Defensive ging. Und der erstaunlich vielseitige isländische Winterneuzugang Rurik Gislason wechselte für ihn von der Rechtsverteidigerposition nach vorne als zweite Sturmspitze neben Sukuta-Paso.

Im Sandhäuser Angriffsspiel war sofort mehr Zug drin und das Publikum wurde lauter. Die schwarzweißen Akteure drängten die Auer »Veilchen« in die eigene Hälfte. Der Erfolg stellte sich in der 69. Minute ein: Ein langer Ball flog nach links vorne zu Sukuta-Paso, der sich gegen Wydra durchsetzte (der dabei ähnlich schlecht aussah wie zuvor Knipping) und den Ball auf den frei heranlaufenden Gislason zurücklegte, der mit rechts einschoss.

Das Match wurde nun etwas wilder und offener. Die Sandhäuser drängten auf den Siegtreffer, was den Gästen Konterchancen einräumte. Mehr als ein Lattentreffer von Karl sprang dabei aber für das Heimteam nicht mehr heraus.

Fazit: Lange Zeit ein actionarmes Mittelfeldgeplänkel, das dann nach den beiden Toren in den letzten 20 Minuten spannend und unterhaltsam wurde.

Endstand 1:1

Impressionen

Mein neues Lieblingsplakat vor der Torhüterlegende Martin Männel.

5.160 Zusehende im Hardtwaldstadion…

1:1 im Hardtwaldstadion…