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der ballreiter

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Tore und Geschrei in der A-Klasse: Karlsruher SV vs FV Linkenheim 1:2 – 16.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-17 13:40

Karlsruher SV vs FV Linkenheim 1:2

Der sonnige Spätsommer im Badnerland lockt noch stets auf den Sportplatz! Dieses Mal ging es hinaus zu einem wahren Kleinod der Karlsruher Sportplätze, dem Nordsternstadion des Karlsruher SV. Dort traf das Heimteam in der Kreisklasse A1 auf den favorisierten Tabellenzweiten FV Linkenheim und unterlag diesem knapp mit 1:2…

Karlsruher SV Rintheim-Waldstadt

Der Karlsruher SV Rintheim-Waldstadt entstand 1991 als Fusionsverein aus dem 1909 FC Nordstern Rintheim und dem FC Waldstadt aus dem Jahre 1962. Die beiden Vereine aus den benachbarten östlichen Stadtteilen Karlsruhes litten zu Beginn der 90er-Jahre unter Mitgliederschwund und fusionierten zum Karlsruher SV.

Seit 1938 spielte der ältere der beiden Vorgängervereine, der FC Nordstern, auf dem aktuell vom KSV genutzten Ground, weshalb dieser noch heute »Nordsternstadion« heißt. Selbiges ist ein wahres Kleinod. Idyllisch am Rande des Traugott-Bender-Sportparks im Osten Karlsruhes gelegen, bietet es eine für einen A-Ligisten üppig ausgebaute siebenstufige Stehtribüne an, von der man eine vorzügliche Sicht auf das Geschehen hat. Hinter dem Tor erhebt sich ein Kiosk mit einem Hügel, der ebenfalls einen guten Überblick bietet.

Sportlich wechselte der KSV in den letzten Jahren zwischen A- und B-Klasse hin und her. 2017 stieg das Team von Langzeittrainer Christian Stumpf (seit 2013 im Amt) wieder in die Kreisklasse A auf und schaffte mit Rang 8 locker den Klassenerhalt.

Der Start in die aktuelle Saison fiel etwas schwer, aus vier Spielen holte der KSV nur einen Sieg und lag vor dem Match mit fünf Punkten auf Rang 12 (von 16) der Tabelle. Und mit drei Roten und zehn Gelben Karten lag das Stumpf-Team auf dem letzten Rang der Fairplay-Wertung…

Karlsruher SV vs FV Linkenheim 1:2

Das Spiel des Sonntags hatte es unter der Woche schon mit umgekehrten Vorzeichen im Kreispokal gegeben, dabei behielt Linkenheim mit 2:0 die Oberhand. Der KSV war also auf Revanche aus! Was aber keine leichte Aufgabe war, denn der FV Linkenheim (ein Vorort hinter der nordwestlichen Grenze Karlsruhes) hatte in der aktuellen Saison nur das Auftaktspiel in Rußheim verloren und kam mit der Empfehlung von vier Siegen hintereinander quer durch den Hardtwald angereist. In der Vorwoche hatte das Team von Trainer Thorsten Zörb die Karlsruher SpVgg Olympia Hertha mit 11:1 abgefiedelt…

Bei noch einmal sehr sommerlichen Temperaturen durfte man sich für 4 Euro Eintritt ins Nordsternstadion begeben. Dieses ist etwas ungünstig angeordnet, denn am Nachmittag knallt die Sonne mit voller Kraft auf Platz und Tribüne, was Spielen und Zugucken zu einer schweißtreibenden und Fotografieren zu einer schwierigen Angelegenheit machte…

Erinnert sich noch jemand an das kuriose Gegentor des ex-Gladbacher und jetzigen Barça-Keepers Marc-André ter Stegen im Länderspiel gegen die USA vor fünf Jahren? So ähnlich kassierte KSV-Torwart Tim Nagel schon nach vier Minuten das 0:1, als er, noch seine Füße sortierend, einen Kullerball von Linkenheims Norman König ins eigene Tor passieren ließ. Sowas passiert auch den Allerbesten. Nagel ließ sich davon nicht sonderlich beeindrucken, im Rest des Spiels blieb er fehlerfrei.

Der Matchplan der Hausherren war durch den frühen Rückstand natürlich hinfällig geworden. Die Gäste ließen den KSV ein wenig kommen, tauchten aber regelmäßig schwungvoll vor dem Tor des Karlsruher SV auf.

In der 24. Minute war KSV-Keeper Nagel erneut geschlagen, ein platzierter Kopfball von Nicolas Dorn sorgte für das 0:2.

Die unverdrossenen Gastgeber durften in der 38. Minute noch einmal Hoffnung schöpfen. Ein Freistoß von der linken Strafraumkante segelte hoch in den Linkenheimer Strafraum, Dominik Pohl stand goldrichtig im Fünf-Meter-Raum und vollendete per Kopf zum 1:2-Anschlusstreffer.

Damit ging es auch in die Halbzeitpause, die etwa 70 Zusehenden im Sonnenschein hatten interessante 45 Minuten gesehen.

In der zweiten Halbzeit ließ das Spiel schwer nach. Die Gäste beschränkten sich ob der warmen Temperaturen weitestgehend auf das Verteidigen des Vorsprungs, der KSV tat sich schwer, Torchancen heraus zu spielen. Dafür kamen mit zunehmender Spielzeit die berühmten »Emotionen« ins Spiel. Zahlreiche Fouls und daraus resultierende Freistöße hemmten den Spielfluss, und kaum eine Entscheidung von Schiedsrichter Willi Ninmann wurde ohne große Diskussionen akzeptiert. Der Schiri versäumte es, diese vornehmlich von Linkenheimer Seite geführten Debatten durch Gelbe Karten von Anfang an zu unterbinden. Dadurch eskalierte das Spiel mit zunehmender Spielzeit.

In der letzten Viertelstunde war der Spielfluss völlig dahin. Es wurden praktisch nur noch Freistöße ausgeführt, und mit jedem Pfiff uferten die Diskussionen ein Stück weiter aus. Das mitgereiste Publikum aus Linkenheim (ein sehr spezielles Klientel war da unterwegs…) fing nun ebenso an herumzuschreien wie einige Betreuer und Ersatzspieler auf der Linkenheimer Bank. Auch hier versäumte Schiri Ninmann es, sich durchzusetzen und einige Herrschaften von der Linkenheimer Bank wegzuschicken. Er darf sich als Schiri nicht ständig von der Bank aus anschreien lassen…

Am Ende fingen dann auch Heim- und Gast-Publikum an, sich gegenseitig anzupöbeln und die wilden Senioren-Fans auf dem Hügel standen sich schimpfend und drohend gestikulierend gegenüber. Bevor es tatsächlich handgreiflich werden konnte, pfiff der Schiri lieber ab, schnappte sich den Ball und verschwand strammem Schrittes schnurstracks Richtung Kabine…

Fazit: Ein in der ersten Hälfte spannendes und auch fußballerisch erstaunlich gut anzuschauendes A-Klassen-Match. In der zweiten Hälfte verloren beide Teams und der Schiedsrichter zunehmend die Linie, so dass sich die Partie nur noch, von ständigen Unterbrechungen und Wortgefechten durchsetzt, dem Schlusspfiff entgegen schleppte. So geht das, wenn man es als Schiri versäumt, rechtzeitig Grenzen zu setzen…

Impressionen

Idyllisch!

KSV Fan-Club


Fußballkreis- und Kellerderby: SV Spielberg vs FC Germania Friedrichstal 2:1 – 10.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-11 21:40

SV Spielberg vs FC Germania Friedrichstal 2:1

Nicht nur in den Profiligen gibt es Montagsspiele, sondern auch in der Oberliga Baden-Württemberg! Der Fußball-Kommerz kennt einfach keine Grenzen mehr! So bot es sich an, den tristen Montag durch den Besuch des Karlsruher Fußballkreis- und Keller-Derbys in der Oberliga zu veredeln. Der SV Spielberg siegte in einem umkämpften Match glücklich mit 2:1 gegen den Aufsteiger FC Germania Friedrichstal…

SV Spielberg

Der Sportverein aus dem zur Verbandsgemeinde Karlsbad gehörenden Dorf Spielberg (2775 Einwohner) ist seit Jahren eines der führenden Teams des Fußballkreis Karlsruhe. Der SV wurde 1920 gegründet und treibt sich seit Jahren in den höheren Amateurligen herum. Seit 2011 sind die Spielberger Stammgast in der Oberliga Baden-Württemberg, die sie nur 2015 für ein einjähriges Abenteuer in der Regionalliga Südwest kurz nach oben verließen.

Oft findet man beim SVS beim KSC ausgebildete Spieler, denen aus Gründen der Sprung in den Profifußball nicht gelungen ist. Im aktuellen Kader sind das z.B. Torwart Matthias Moritz und Verteidiger Stefan Müller. Deshalb wurde der SVS nach der Auflösung der zweiten Mannschaft des KSC als »Ausbildungspartnerklub« des KSC auserkoren, um den Spielern aus der Jugend, die den Sprung in den Profifußball noch nicht schaffen, eine Spielmöglichkeit zu bieten. Dummerweise existiert diese Kooperation aber nur auf dem Papier, kein einziger Spieler der zum Ende der letzten Saison aufgelösten KSC-U23 machte von dieser Möglichkeit Gebrauch…

Stattdessen kickt in dieser Saison ein alter Bekannter aus besseren KSC-Tagen draußen in Karlsbad: Edmond Kapllani, mittlerweile 36-jähriger Torjäger der großartigen KSC-Bundesliga-Aufstiegsmannschaft der Saison 2006/07, agiert zum Ende seiner Karriere als kickender Co-Trainer in Spielberg.

Die letzte Saison lief nicht gut für den SVS. Mit einer schier endlosen Sieglos-Serie rutschten die Karlsbader ans Tabellenende und retteten sich knapp auf den letzten Nichtabstiegsrang. Und das auch nur, weil die zweiten Mannschaft des KSC durch die Abmeldung schon einen Abstiegsplatz belegt hatte…

Draußen am Rande des Dorfs, zwischen sanft geschwungenen idyllischen Hügeln mit Wiesen und Bäumchen, verfügen die Spielberger mit dem »Bechtle Stadion« über einen gut ausgestatteten Ground mit Platz für 2.000 Zusehende, der mit einer kleinen Sitzplatztribüne und einem »Gästekäfig« für 400 Fans sogar regionalligatauglich ist…

SV Spielberg vs FC Germania Friedrichstal 2:1

Das Karlsruher Fußballkreisderby in der Oberliga war auch ein Keller-Derby, denn der SV Spielberg dümpelte vor dem Match schon wieder sieglos am Tabellenende herum. Das Team von Trainer Tobias Winter hatte in den ersten fünf Spielen nur 2 Punkte geholt und wollten im Heimspiel gegen Aufsteiger Friedrichstal den ersten Saisondreier einfahren.

Einen Dreier konnten auch die Germanen gut gebrauchen. »Oberliga ist hart«, wie wir in der letzten Woche beim 0:2 gegen Neckarsulm feststellten. Der Aufsteiger spielt meistens gut mit, den Lohn in Form von Punkten fahren aber die anderen ein…

Im gut gefüllten Bechtle Stadion (ca. 500 Zusehende wollten den Oberliga-Knaller sehen) ging es von Beginn an zur Sache. Nach einer kurzen Aufwärmphase dominierten die Gäste, bei denen Stammkeeper Patrick Haumann ins Tor zurückkehrte, das Spielgeschehen. Und endlich klappte es auch mit dem Tore schießen. Nach einem Einwurf landete eine quer über den Platz segelnde Flanke im Strafraum auf dem Kopf des stark aufspielenden Hans Kyei. Dieser verlängert auf Timo di Giorgio, dessen Kopfballaufsetzer die Spielberger Abwehr inklusive Torwart Yannik Dressler überraschte und ins Tor trudelte – 0:1 in der 17. Minute (kann man auf fupa.tv anschauen)!

In den folgenden Minuten war die Spielberger Defensive ein wenig unsortiert, die Germanen hatten freie Hand im Strafraum des SVS, versäumten es aber, nachzulegen.

Und das sollte sich rächen! Nach einer halben Stunde hatten sich die Spielberger wieder gesammelt und griffen ihrerseits an. Bei den Friedrichstalern häuften sich Ballverluste im Mittelfeld und das Heimteam kam zu mehreren Abschlüssen hintereinander, die der gute Torwart Patrick Haumann allesamt vereitelte.

In der 30. Minute musste er sich aber geschlagen geben. Eine hoch geschlagene Ecke landete am langen Pfosten genau auf dem Kopf des ex-KSC-Spielers Stefan Müller, der aus kürzester Entfernung problemlos zum Ausgleich einköpfte (fupa.tv).

Nun war das berühmte »Momentum« auf der Spielberger Seite, das Heimteam hatte eine Chance nach der anderen. Zum Scoren benötigten sie aber einen Elfmeter. In der 39. brachten der herauslaufende Torwart Haumann und ein Mitspieler gemeinsam einen Spielberger zu Fall, den fälligen Elfmeter nutzte Edmond Kapllani zu seinem ersten Saisontor und dem 2:1-Endstand (fupa.tv).

Die zweite Hälfte sah eine spielbestimmende Friedrichstaler Mannschaft, der es aber wie in den vorherigen Spielen nicht gelang, den guten spielerischen Auftritt in Tore umzumünzen. Dazu kam auch noch ein wenig Pech, denn in der 65. Minute faustete Spielbergs Torwart Dressel im Strafraum den Ball weg, erwischte vor dem Ball aber den Kopf von Mittelstürmer Patrick Roedling. Vom Spielfeldrand aus gesehen war das ein klarer Elfmeter, Schiri Felix Ehing sah das anders. Das Bild von fupa.tv taugt nicht unbedingt als Bildmaterial für den Videobeweis…

Das Match wogte bis zum Abpfiff nach 95 Minuten hin und her. Friedrichstal war spielerisch überlegen und hatte Ballbesitzphasen, Spielberg blieb aber gefährlich bei Kontern. Am Ende holte sich das Heimteam den sehnlich erwünschten ersten Dreier der Saison, und Friedrichstal steht zum wiederholten Mal nach einer starken Vorstellung ohne Punkte da…

Fazit: Ein spannendes und actionreiches Oberliga-Match, es hätte noch ein paar Tore mehr verdient gehabt.

Auf Friedrichstal wartet am Sonntag die nächste schwere Aufgabe, wenn der abgestürzte »Traditionsverein« Stuttgarter Kickers im Stutensee-Stadion antritt…

Impressum

Abendsonne im Bechtle Stadion…

Der lange Schatten des Torwarts…

Kein Wind!


Der erste Sieg: Karlsruher FV vs SV Völkersbach 2:1 – 9.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-09 19:40

Karlsruher FV vs SV Völkersbach 2:1

Sonntag ist Sportplatztag! Das zweite Heimspiel des ruhmreichen Karlsruher FV in der B-Klasse wartete und bot neben einem schönen Spätsommertag den »historischen« ersten Sieg des Altmeisters in der neuen Spielklasse. Mit 2:1 wurde der stark in die Saison gestartete SV Völkersbach niedergerungen…

Das harte Aufsteiger-Leben des KFV

Der Niederlage im Heimdebüt gegen Reichenbach II folgte eine knappe 0:1-Auswärtsniederlage bei Bruchhausen II, so dass sich nach vier Spielen noch stets nur das eine Pünktchen aus dem Auftaktremis in Kleinsteinbach auf dem Punktekonto befindet. So richtig »angekommen« ist der Aufsteiger Karlsruher FV noch nicht in der B-Klasse. Was auch dem örtlichen Amateurfußballportal Pfoschdeschuss auffiel, das »unerklärliche Defizite, die wir von dieser routinierten und erfahrenen Mannschaft nicht erwartet haben« in den ersten Spielen gesehen hat.

Andererseits sind wir aber noch früh in der Saison und die Liga zeichnet sich durch eine gewissen »Unkonstanz« aus, die dazu führt, dass es bis hinauf auf Rang 8 nur 2 Punkte Abstand sind. Zeit für den ersten Dreier der Saison war es aber trotzdem…

SV Völkersbach

Gegner auf dem KFV-Ground im grünen Rüppurr war der 1946 gegründete SV Völkersbach. Völkersbach ist ein 1973 zu Malsch eingemeindetes 2000-Einwohner-Dorf an der südlichen Grenze des Landkreises Karlsruhe. Mit dem Mahlberg gehört zu Völkersbach eine Enklave, die mit 613 Metern Höhe die höchste Erhebung des Landkreises Karlsruhe ist. Der Spitzname der Völkersbacher ist »Besebinder«, weil früher viele Einwohner des Ortes als Besenbinder ihr Brot verdienten und es deshalb eine Besenbinder-Skulptur in Völkersbach gibt.

Sportlich treibt sich der SV Völkersbach in den Kreisklassen des Fußballkreis Karlsruhe herum. Seit dem Abstieg aus der A-Klasse 2016 spielen die Kicker aus dem Albtal in der B2, die sie letzte Saison auf Rang 10 im Mittelfeld beendeten.

Fun Fact: Im Jahre 2011 durfte sich mit Philipp Görig ein Spieler des SV Völkersbach an der Torwand des ZDF-Sportstudios versuchen

In die aktuelle Saison 18/19 ist das Team von Trainer Philipp Hilsendegen formidabel gestartet: Aus den ersten drei Spielen holten die »Besebinder« satte sieben Punkte und erzielten dabei 11 Tore…

Karlsruher FV vs SV Völkersbach 2:1

Es war also ein harter Brocken, den der KFV an einem sonnig-warmen Spätsommersonntag zu Gast hatte. Etwa 30 bis 40 Zusehende fanden sich auf dem ehemaligen Ground des DJK Rüppurr ein, der in der aktuellen Saison vom KFV bespielt wird.

Das Spiel stand unter der Leitung des Schiedsrichters Jürgen Föhrenbühler, der bereits seit 42 Jahren(!) Spiele pfeift und eine lebende Schiri-Legende des Fußballkreises ist…

Man hatte kaum einen schattigen Platz gefunden und das erste Fläschchen Pils in der Hand, da stand es schon 0:1. Nachdem der KFV die ersten Minuten dominiert hatte, entstand aus einem langen Ball ein Konter der Gäste aus Völkersbach, den Daniel Leyrer, mutterseelenallein vor KFV-Torhüter David Kidwell auftauchend, in der 7. Minute zur Gästeführung verarbeitete. Zur Belohnung wurde er noch vom Torhüter umgehauen, so dass es, wäre der Ball vorbei gegangen, wahrscheinlich Elfmeter gegeben hätte…

Den KFV entmutigte das aber nicht. Das Team von Dirk Hauri war scharf auf den ersten Dreier, das merkte man den 11 Akteuren an. Die Rot-Schwarzen griffen weiter unverdrossen an und setzten sich teilweise minutenlang in der Hälfte der Gäste fest. Der Ausgleich durch Farah Ibrahim in der 21. Minute war die Belohnung für diese fleißigen Bemühungen…

Mit dem 1:1 ging es auch in die Halbzeit.

In der zweiten Hälfte blieb der heimische KFV gegen die etwas abwartend agierenden Gäste das spielbestimmende Team. Das Heimteam tat sich aber schwer, gegen die Völkersbacher Abwehr herauszuspielen. Deshalb dauerte es trotz Dauerdruck bis zur 69. Minute, bis die Bemühungen des Altmeisters belohnt wurden. Aus einer unübersichtlichen Situation heraus wurde ein langer Ball in den Strafraum gespielt und plötzlich stand Mario Herrmann ganz alleine wenige Zentimeter vor der Torlinie und vollendete aus einem parallelen Zuspiel zum 2:1-Führungstreffer. Die Situation sah ein wenig nach Abseits aus, aber bekanntlich haben wir in der Kreisklasse B keine Zeitlupen und keinen VAR. Schiri Föhrenbühler hatte nichts auszusetzen, der KFV führte!

Nun wurde der SV Völkersbach wieder munterer und drängte auf den Ausgleich. Durch eine Kette von Standardsituationen wurde es für das KFV-Tor gefährlich, aber (wie man so schön sagt) »mit Glück und Geschick« wurde die Führung über die Zeit gebracht. Damit durfte sich der Aufsteiger Karlsruher FV im vierten Spiel über den ersten Dreier in der neuen Spielklasse freuen und zum ersten Mal erklang das »Hammer-Lied« auf der grünen Wiese in Rüppurr…

Fazit: Ein spannendes und unterhaltsames Match mit dem erfolgreichen Ende für unseren KFV, der damit ins Mittelfeld der Tabelle sprang. Nächsten Sonntag wartet schon das nächste Heimspiel gegen die Freien Turner aus Forchheim (die wir neulich im Kreispokal besuchten).

Impressionen

Ca 30 bis 40 Zusehende in Rüppurr…

Forechecking des KFV

Die Sieger versammeln sich nach dem Spiel…


Oberliga ist hart: FC Germania Friedrichstal vs Neckarsulmer Sport-Union 0:2 – 5.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-06 21:55

FC Germania Friedrichstal vs Neckarsulmer Sport-Union 0:2

Englische Woche in der Oberliga Baden-Württemberg! Grund genug für eine vorabendlichen Ausflug auf den Sportplatz nach Friedrichstal. Der dort heimische Oberligist FC Germania empfing die Neckarsulmer Sport-Union und unterlag dieser nach einem harten Kampf mit 0:2…

Friedrichstal in der Oberliga

Seit unserem Besuch beim 0:7-Debakel zum Oberliga-Auftakt gegen den Bahlinger SC hat sich der Aufsteiger aus Friedrichstal ein wenig stabilisiert und konnte im zweiten Heimspiel gegen Normannia Gmünd den ersten Sieg feiern. Auswärts gab es dagegen noch nichts zu holen. Mit einem 0:3 in Ravensburg und einem 3:6 in Villingen holten sich die Mannen von Trainer Marcelus Noukiatchom bei Ausflügen in den Süden zwei hohe Niederlagen ab. Sie spielten dabei aber besser, als es die nackten Ergebnisse aussagen. Was das eigene Offensivspiel angeht, kommen die Germanen langsam in der neuen Spielklasse an, nur in der Defensive hapert es noch. In vier Spielen gab es schon 16 Gegentore und das Torverhältnis ist mit -11 schauderhaft…

Neckarsulmer Sport-Union

Gegner beim Wochenspieltag war die 2009 aus einer Fusion zweier Vereine hervorgegangene Neckarsulmer Sport-Union. Neckarsulm liegt im Landkreis Heilbronn, unmittelbar hinter der Stadtgrenze des namensgebenden Ortes. Es heißt übrigens »Neckar-Sulm« und nicht etwa »Neckars-Ulm«, weil in der Nähe die Sulm in den Neckar fließt. Womit dann auch für die Versorgung mit geografischem Spezialwissen durch den Fußball gesorgt wurde…

Das Aushängeschild der Sport-Union ist das Bundesliga-Team der Handball-Frauen, aber auch die kickenden Herren sind durchaus erfolgreich unterwegs.

Nach der Fusion arbeitete man sich kontinuierlich durch die Spielklassen nach oben und spielt nun die dritte Saison hintereinander in der Oberliga Baden-Württemberg. In der Saison 13/14 qualifizierten sich die Neckarsulmer als Verbandsligist für die ersten Runde des DFB-Pokals, in der sie dem damaligen Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern 0:7 unterlagen.

Die letzte Saison schlossen die Neckarsulmer im Mittelfeld auf Rang 10 ab. Vor der Saison rückte der langjährige Trainer Thorsten Damm aus privaten Gründen auf den Co-Trainer-Posten, sein Nachfolger wurde der ehemalige Sport-Union-Spieler und Mannschaftskapitän Marcel Busch.

Der Start in die aktuelle Oberliga-Saison ist Buschs Mannen gelungen. Aus den ersten vier Spielen wurden sieben Punkte geholt und man verlor nur einmal, das allerdings deutlich mit 0:5 gegen Tabellenführer Bahlingen. Aber mit derer offensiven »Feuerkraft« hatten bekanntlich auch die Friedrichstaler zum Auftakt ihre Bekanntschaft gemacht…

FC Germania Friedrichstal vs Neckarsulmer Sport-Union 0:2

Somit kam es in der englischen Woche zum Duell der »Bahlinger Auswärts-Opfer«. Bei bestem Spätsommerwetter wollten sich das etwa 300 Zusehende anschauen.

Friedrichtals Trainer Noukiatchom überraschte mit einem Torwartwechsel. Sören Hemmelgarn kam zu seinem Saisondebüt, Stammkeeper Patrick Haumann nahm auf der Bank Platz. Die Gäste aus Neckarsulm gingen defensiv gut stehend und ruhig ihr Spiel aufbauend in die Partie und ließen die heimischen Germanen ein wenig mitspielen. Diese hatten zwar viele Ballbesitzphasen, in Richtung gegnerisches Tor lief aber nicht viel. Das Spiel lief mitunter minutenlang ohne Unterbrechungen des Schiedsrichters hin und her.

Gegen Ende der ersten Hälfte näherte sich Neckarsulm langsam dem Friedrichstaler Tor an, Torwart Hemmelgarn hielt aber seinen Kasten sauber. In der 38. Minute war es damit aber vorbei. Die Gäste griffen energisch über die rechte Seite an und Marc Schneckenberger vollendete mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumkante. Mit dem 0:1 ging es in die Pause.

Aus dieser kehrte die Sport-Union ein wenig schläfrig zurück. Die Germanen hatten nun ihre stärkste Phase und diverse gute Torchancen, aber die Kugel wollte partout nicht ins Tor. Als der aufmerksame Gästekeeper Marcel Susser einmal geschlagen war, knallte der Ball ans Torgebälk…

Das war der »Wecker« für die Gäste, die nun wieder energischer und aufmerksamer wurden und das Spiel bis zum Ende kontrollierten. Die Friedrichstaler gaben nicht auf, kamen aber kaum zum Abschluss. Serhat Ayvazs Treffer zum 2:0-Endstand in der Nachspielzeit beendete das Match schließlich. Die Gäste verschwanden mit den drei Punkten in den Sonnenuntergang…

Fazit: Eine engagierte Vorstellung der Friedrichstaler, der eigentlich nur die Tore fehlten. Das Toreschießen fällt der letztjährigen Verbandsliga-Tormaschinerie sichtlich schwer, die Gegner sind halt stärker. Letztendlich machte die Neckarsulmer Sport-Union nie den Eindruck, dieses Spiel verlieren zu können. Oberliga ist hart!

Am Montag kommt es zum großen Karlsruher-Fußballkreis- und Kellerderby SV Spielberg vs Friedrichstal mit der nächsten Gelegenheit, den zweiten Dreier einzufahren…

Impressionen

Neckarsulms Torwart Susser hielt seinen Kasten sauber…

Kicken ohne Flutlicht im Sonnenuntergang…


Umkämpfte Nullnummer: SV Sandhausen vs 1. FC Union Berlin 0:0 – 2.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-04 21:20

SV Sandhausen vs 1.FC Union Berlin 0:0

Nach dem etwas nervigen »Großer-HSV-besucht-das-kleine-Sandhausen«-Spiel kehrte zum zweiten Heimspiel des SV Sandhausen wieder Normalität ein. Da die letzte Auflage des Sandhäuser Heimspiels gegen den 1. FC Union Berlin durchaus zu unterhalten wusste, ging es zur diesjährigen Ausgabe wieder hinaus in den Hardtwald. Torfestivals werden diese Spiele aber nicht mehr werden, denn nach dem 1:0 der Vorsaison gab es diesmal nur ein 0:0 zu sehen…

SV Sandhausen vs 1. FC Union Berlin 0:0

Endlich wieder Zweitliga-Normalität in Sandhausen. Ohne das große Bundesliga-Traditionsverein-Theater fanden sich wieder die »normalen« 5.500 Zusehenden an einem etwas kühlen Spätsommertag am Hardtwald ein und man konnte in der gewohnt entspannten Atmosphäre Zweitligafußball schauen. Mit den unter dem ehemaligen Basler Trainer Urs Fischer gut gestarteten ungeschlagenen Köpenickern gab es auch einen interessanten Gegner zu sehen.

Gar nicht gut ist der SV Sandhausen in die Saison gestartet. In drei Spielen setzte es drei Niederlagen, also war es höchste Zeit zu punkten…

Das mit dem Punkten sollte sich aber als schwieriges Unterfangen herausstellen. Der heimische SVS spielte wirklich gut und war in der ersten Halbzeit klar das bestimmende Team auf dem Rasen. Nur wollte die Kunstlederkugel partout nicht ins Tor. Der letztjährige KSC-Bomber Fabian Schleusener hat eine Liga höher noch Ladehemmung. Seine Kollegen Behrens und Förster ließen den Ball teilweise schön laufen, aber insbesondere Behrens ließ allerbeste Gelegenheiten liegen.

Pech kam auch noch dazu, denn den Sandhäusern wurde ein klarer Elfer verweigert, als Schleusener in der 18. Minute wie beim Eishockey im Strafraum weggecheckt wurde. Das sah live im Stadion schon schwer nach Elfmeter aus, im Video auf Youtube ist es eigentlich noch klarer…

Und der Tabellenführer Union? Der lieferte einen farblosen Auftritt ab und machte eigentlich nie den Eindruck, dieses Spiel gewinnen zu können. Farbe brachte nur der eigene Anhang im Gästeblock ins Union-Spiel, der neben mit bemerkenswerter Ausdauer dauergeschwenkten Fähnchen auch ein paar hübsche rote Smoker dabei hatte…

Auf dem Rasen hatten die Eisernen nur eine wirklich gute Torchance, als Grischa Prömel in der 81. Minute die Weltraumplastikkugel aus drei Metern über das Tor pfefferte. So kennt man ihn noch aus Karlsruher Zeiten…

Fazit: Insbesondere in der ersten Halbzeit ein unterhaltsames Spiel in guter Fußballatmosphäre, dem nur die Tore fehlten. Der SV Sandhausen war klar besser und hatte Chancen genug für den ersten Dreier. Da sie diese nicht machten, dürfen sich die Eisernen aus Köpenick nach einer schwachen Leistung über einen Auswärtspunktgewinn freuen…

Für den SV Sandhausen hat sich tabellarisch nicht viel verbessert, insbesondere die Chancenverwertung muss besser werden.

Die wahre Ursache des schlechten Saisonstarts ist aber eine andere: Wahrscheinlich wg. des ganzen geänderten Gedöns des neuen Marketingleiters Dag Heydecker wird in dieser Saison vor dem Spiel nicht mehr das altbewährte Vereinslied gespielt (es wurde weit nach vorne verlegt), sondern eine neue schlimme Schweinerockhymne. Im altbewährten Lied heißt es aber:

»Jede Mannschaft ist am Hardtwald stets willkommen, alle Gegner sind mal wieder gern gesehn! Doch die Punkte werden von uns eingenommen, bevor sie wieder nach Hause gehn.«

Das fehlt halt…

Impressionen


Heimdesaster: KSC vs Sportfreunde Lotte 1:3 – 1.9.2018

Permalink - Posted on 2018-09-03 21:50

KSC vs Sportfreunde Lotte 1:3

»Es ist unklug, immer den Sieg davontragen zu wollen« sagte einst der Staatsmann und Schriftsteller Niccoló Machiavelli. Und es scheint, als wäre diese Weisheit fast 500 Jahre nach Machiavellis Wirken beim KSC auf fruchtbaren Boden gefallen. Denn auch gegen den Tabellenletzten Sportfreunde Lotte wollte der KSC die seit Ende März andauernde Heimspiel-Sieglos-Serie nicht abreißen lassen und verlor konsequenterweise mit 1:3…

KSC vs Sportfreunde Lotte 1:3

Die Sportfreunde aus Lotte waren als Tabellenletzter eigentlich ein dankbarer Gegner, denn dort ging es in den letzten Wochen hoch her. Obschon auch Drittligist, können sie sich noch Trainerwechsel leisten und machen davon reichhaltig Gebrauch. Seit dem Abgang von Ismail Atalan im Sommer 2017 übernahm vor dem Match im Wildpark mit Nils Drube der sechste Übungsleiter den Schlüssel der Trainerkabine. Begleitet von allerlei Kalamitäten wie Spielersuspendierungen und -Streiks hatten die Sportfreunde vom Autobahnkreuz unter Drubes Vorgänger Matthias Maucksch noch kein Spiel gewonnen und gerade einmal ein kümmerliches Törchen erzielt…

Den Drittligakracher KSC vs Lotte, bei dem sich gleich zwei der drei torärmsten Teams der Liga im Wildpark versammelten, wollten offiziell 10.107 Zusehende sehen. Wenn man seinen Blick durch das Stadion-Rund schweifen ließ, sah es eher nach 8.000 bis 9.000 aus. Da waren wohl viele Dauerkartenbesitzende daheim geblieben…

Daheim blieben auch die meisten Fans der Sportfreunde. 50 Gästefans legten die etwa 460 Autobahnkilometer zurück. Deshalb blieb erstmals seit längerer Zeit der Gästeblock im Wildpark geschlossen und die 50 Gäste aus Lotte durften sich auf der Haupttribüne einquartieren…

Dass es beim KSC aktuell keine Fußballfeste zu sehen gibt, hat sich unter den Zusehenden schon herumgesprochen. Mit dem Desaster der ersten Halbzeit hatte aber wohl niemand gerechnet.

Alois Schwartz hatte sich etwas ausgedacht, was wohl eine Art 4-1-4-1 sein sollte. Mangels Sechser im Kader musste Wanitzek die »1« vor der Abwehr geben. Das funktionierte überhaupt nicht, vielmehr entstand ein riesiges Loch im Karlsruher Mittelfeld. Die Sportfreunde pressten die Karlsruher schon an der Mittellinie, und die Blau-Weißen ließen sich dort fast jeden Ball abnehmen. Nach Balleroberung rannten und passten die Gäste sofort durch das löchrige Mittelfeld hindurch Richtung Karlsruher Tor, was die behäbig agierende KSC-Defensive in allergrößte Schwierigkeiten stürzte. Das 0:1 in der 6. Minute war die logische Konsequenz, Pisot klärte eine scharfe Hereingabe von Langlitz ins eigene Tor. Und nur sieben Minuten später klingelte es erneut, Osterhelweg verwertete eine schöne Vorarbeit von Lindner…

Der KSC versuchte danach, sich ein wenig zu befreien. Ohne Bewegung und ohne Tempo war das aber ein vergebliches Unterfangen. Niemand wollte den Ball haben, der ballführende Karlsruher war praktisch immer auf der Suche nach einer Anspielstation, im Stehen wurde die Kugel hin und her gepasst…

Dazu hatte das Publikum im Wildpark die Faxen dicke, bruddelte und pfiff gelegentlich vor sich hin. Die meiste Zeit herrschte aber einfach Stille, es war eine Atmosphäre wie bei einem Freundschaftsspiel. Als dann in der 29. Minute noch das 0:3 durch Rahn fiel, wurde die Ruhe durch lautstarke Pfiffe abgelöst…

Mit dem 3:0 im Rücken ließen es die Sportfreunde lockerer angehen und der KSC kam etwas besser ins Spiel, auch weil durch einen »Höchststrafe-Wechsel« der indisponierte Stiefler nach 35 Minuten hinausging und mit dem jungen Hanek ein gelernter zentraler Mittelfeldspieler übernahm und das »Loch« im Mittelfeld verkleinerte. Ein Gewaltsschuss von Justin Möbius, der für den frisch verkauften Florent Muslija in die Startelf rückte und das 0:2 durch einen Ballverlust maßgeblich verursacht hatte, sorgte in der 39. Minute noch für den 1:3-Ehrentreffer. Die blau-weißen Helden wurden mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet…

In der Halbzeit legte die Stadionregie den Song »Zeit dass sich was dreht« von Herbert Grönemeyer auf. Das werden sie danach bereut haben, denn die Gegengerade nahm den Ohrwurm von der WM 2006 dankbar auf, dichtete den Text um zu »Zeit dass Ingo geht« und sang diesen Song die ganze zweite Halbzeit hindurch. »Ingo« ist natürlich KSC-Präsident Ingo Wellenreuther, der aber wie Sportdirektor Kreuzer und Vize-Präsi Pilarsky im Urlaub weilte. Seine Getreuen werden ihm aber sicher davon berichten…

In der zweiten Hälfte ließen die Sportfreunde es zunächst ruhiger angehen. Etwas zu ruhig, denn der KSC entdeckte nun, dass zum Fußball auch Laufen und Tempo gehört und erarbeitete sich diverse Großchancen. Die größte davon war ein Foulelfmeter in der 66. Minute, den Lottes Torwart Steve Kroll aber ebenso mühelos hielt wie die diversen Torschussversuche der KSC-Angreifer. Trainer Schwarz sah es anschließende ganz richtig:

»Wir haben es ja mit dem Toreschießen leider nicht so.«

Nach dem verschossenen Elfer waren die Sportfreunde wieder munter, spielten die letzten 25 Minuten mehr oder weniger locker herunter und fuhren einen deutlichen Auswärtssieg ein…

Fazit: Eine peinliche Vorstellung des KSC in der ersten Hälfte, die auch die bessere zweite Hälfte nicht wettmachen konnte. Nach diesem Spiel scheint es so, dass die Blau-Weißen mit dem Aufstieg eher nichts zu tun haben werden. Seit über fünf Monaten wurde kein Heimspiel mehr gewonnen, in dieser Saison stehen aus sechs Spielen ein Sieg und kümmerliche fünf Törchen zu Buche…

Peinlich war auch, wie die Stadionregie Sekunden nach Schlusspfiff versuchte, das Pfeifkonzert und die »Ingo-raus«-Rufe durch ohrenbetäubend laute Musik zu übertönen, was allerdings nicht so ganz gelang, wie das kleine Video zeigt:

Impressionen


Heimdebüt in der B-Klasse: Karlsruher FV vs TSV 05 Reichenbach II 1:3 – 26.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-29 19:25

Karlsruher FV vs TSV 05 Reichenbach II 1:3

Zum zweiten Spiel des sonntäglichen »Doubleheaders« ging es hinüber nach Karlsruhe-Rüppurr, wo der Altmeister Karlsruher FV sein Heimdebüt in der Kreisklasse B2 geb. Gegen die zweite Mannschaft des TSV Reichenbachs setzte es trotz einer engagierten Leistung eine 1:3-Heimniederlage…

Der Karlsruher FV in der B-Klasse

Den altehrwürdigen »Traditionsverein« Karlsruher FV (zur wechselvollen Geschichte gab es hier im Blog anlässlich des Jubiläumssportfests 2016 etwas zu lesen) haben wir in der letzten Saison ein wenig begleitet und durften am Ende den Aufstieg in die B-Klasse miterleben. Damit verließ der Deutsche Meister von 1910, erstmals seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2007, die unterste C-Klasse und tritt in der aktuellen Saison in Karlsruhes Kreisklasse B2 an.

Da die DJK Grün-Weiß Rüppurr in einer Spielgemeinschaft mit anderen Rüppurrer Vereinen aufgegangen ist, übernahm der KFV vorerst deren in der letzten Saison als Mieter genutzten Ground und hat damit erstmals seit dem Verlust des Stadions an der Telegrafenkaserne 2004 wieder einen eigenen Sportplatz. Langfristig strebt der KFV aber eine Rückkehr in das alte Terrain in der Karlsruher Weststadt an. Schließlich gehört der KFV als Karlsruher Stadtklub, gegründet auf dem Engländerplatz und fast 100 Jahre an der Hertzstraße daheim, eigentlich nicht ins grüne Niemandsland am Stadtrand…

Karlsruher FV vs TSV 05 Reichenbach II 1:3

Aber im hier und jetzt ist das satte Grün Rüppurrs erst einmal der heimische Sportplatz. An einem mildem sonnigen Spätsommertag fanden sich dort etwa 30 Zusehende in der grünen Stadtrand-Idylle zum Heimdebüt in der B-Klasse ein. Der KFV hat den Sportplatz ein wenig »heimisch« gemacht, z.B. wurden die Tore mit schicken rot-schwarzen (den Vereinsfarben) Tornetzen ausgestattet.

Der Gegner war die zweite Mannschaft des TSV Reichenbach aus der südlich der Karlsruher Stadtgrenze gelegenen Gemeinde Waldbronn. Die Reichenbacher waren in der Vorsaison als Absteiger aus der A-Klasse 12. geworden, kamen aber mit Empfehlung eines 4:3-Heimsiegs gegen Bruchhausen II hinaus nach Rüppurr.

Der KFV fuhr in der Vorwoche mit einem 4:4 in Kleinsteinbach gleich mal einen Auswärtspunkt ein, dem natürlich der erste Heimdreier folgen sollte…

Das stellte sich aber als schwieriges Unterfangen heraus, denn die Gäste gaben vom Anpfiff weg mächtig Gas und dominierten das Spiel. Das 0:1 in der 25. Minute durch einen Lupfer von Joschka Krämer war die logische Konsequenz.

Acht Minuten später kam es für den KFV noch dicker, als Sandro Becker mit einem satten Fernschuss auf 2:0 erhöhte. Das Heimteam ließ sich davon nicht entmutigen und kam besser ins Spiel. Der Anschlusstreffer durch Farah Ibrahim auf Vorlage des Doppelpacker-Aufstiegshelden Emmanuel Ampratwum mit dem Halbzeitpfiff war die Belohnung…

Für die zweite Halbzeit wurde natürlich die große Aufholjagd erwartet, was gegen die sehr aufmerksame Defensive des TSV aber nicht so recht klappte. Die Reichenbacher ließen das Heimteam durchs Mittelfeld spielen. Sobald sich aber die KFV-Stürmer dem Strafraum näherten, standen sie ihnen ziemlich lästig auf den Füßen. Und ihrerseits fuhren die Gäste den einen oder anderen gefährlichen Angriff Richtung KFV-Tor. So auch in der 58. Minute, als David Föhrenbacher mit dem 3:1 für die Entscheidung sorgte.

Die letzten 30 Minuten sahen zwar unverdrossene Bemühungen des KFV, die Gäste verwalteten die souveräne Führung aber souverän und fuhren einen 3:1-Auswärtssieg ein…

Im Spiel fingen sich die beiden Reichenbacher Akteure Coskun Avci (Knieverletzung) und Jonas Jenzen (Rippenbruch) schwerere Verletzungen ein, Team Ballreiter wünscht baldige Genesung!

Fazit: Eigentlich kein schlechtes Spiel, es wurde von beiden Teams engagiert geführt. Durch den Spielverlauf kam aber nie richtige Spannung auf und die Gäste machten nach der Führung nie den Eindruck, noch einmal in Gefahr zu geraten…

Nächste Woche muss der KFV auswärts bei der zweiten Mannschaft von Alemannia Bruchhausen antreten, in der folgenden Woche ist im nächsten Heimspiel der SV Völkersbach zu Gast. Dann kann ein neuer Anlauf in Richtung »erster Heimsieg in der B-Klasse« gestartet werden…

Impressionen

Sommertag auf dem Sportplatz…


Keine Freunde für‘s Leben: FC Español vs TSV Grunbach 3:2 – 26.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-28 10:30

FC Español vs TSV Grunbach 3:2

Sonntag ist Sportplatztag! In einem »Doubleheader« ging es zunächst in den Jagdgrund zum FC Español, der als Absteiger aus der Verbandsliga den Aufsteiger TSV Grunbach zu Gast hatte. In einem giftigen und von allerlei verbalen Scharmützeln begleiteten Kampfspiel setzte sich der FC Español in der Nachspielzeit mit 3:2 durch…

Der FC Español nach dem Abstieg

Als wir in der letzten Saison das letzte Mal beim FC Español zu Gast waren, lebte noch die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Verbandsliga. Am Ende reichte ein Endspurt mit 10 Punkten aus fünf Spielen nicht zum Klassenerhalt, es fehlten nur drei Punkte zum Minimalziel Relegationsrang…

Mit dem Abstieg gab es einen Umbruch, neun Ab- und satte 14 Neuzugänge veränderten das Gesicht der Mannschaft von Trainer Sirus Motekallemi. Die Konkurrenten sehen die »Spanier«, die sich in dieser Saison auf dem Platz gar nicht mehr so »spanisch« darstellen (unter den Abgängen waren vier spanische Leistungsträger der Vorsaison), als einen der Aufstiegsfavoriten. Motekallemi möchte aber den »Ball flach halten« und sagte im BNN-Saisonvorschauheft:

»Von den Namen her könnten wir Favorit sein. Ich will nichts kleinreden, ich habe kein Problem damit zu sagen, dass ich aufsteigen will. Wir werden Zeit brauchen, um uns zu fangen, aber auch, um wie eine Mannschaft zu spielen.«

Der Start in die Landesliga-Saison gelang, 1:0 wurde die zweiten Mannschaft des FC Nöttingen geschlagen.

FC Español vs TSV Grunbach 3:2

Am zweiten Spieltag erwartete der FC Español zu einem erneuten Heimspiel den TSV Grunbach. Grunbach ist ein Stadtteil der Gemeinde Engelsbrand vor den Toren von Pforzheim. Der TSV hat einige erfolgreiche Jahre hinter sich, die sie in der Saison 13/14 bis auf Rang 2 in der Oberliga Baden-Württemberg hinauf brachten. Grunbach verzichtete aber wg. der Anforderungen in Sachen Stadion auf den Aufstieg in die Regionalliga und ging eine Kooperation mit dem 1. CfR Pforzheim ein. Die guten Spieler wechselten zur Saison 14/15 nach Pforzheim und der TSV ging freiwillig drei Ligen nach unten in die Kreisliga zurück, aus der sie nach vier Jahren nun wieder in die Landesliga aufgestiegen sind.

Der Auftakt in die neue Saison gelang vorzüglich, mit 4:2 schickte das Team von Trainer Jens Wolfinger den SV Huchenfeld nach Hause…

Bei herrlichem Spätsommerwetter fanden sich etwa 80 bis 100 Zusehende auf dem Sportplatz in der Frischlach am Rande des Karlsruher Stadtteils Daxlanden ein. Die sollten ihre Anwesenheit nicht bereuen. Das Match wogte hin und her und wurde auf und vor allem neben dem Platz von giftigen Wortgefechten begleitet, da die Gäste von einigen höchst gewöhnungsbedürftigen Schlachtenbummlern mit losem Mundwerk begleitet wurden, die im breitesten Pforzheimer Idiom unpassende Kommentare über den lauschigen Sportplatz in der Frischlach sendeten…

Nach dem Anpfiff dominierten die Grunbacher das Spiel. Español verteidigte etwas zu sorglos und ließ einen Angriff nach dem anderen zu. Nachdem Trainer Motekallemi sein Mittelfeld-Personal lautstark aufforderte, bei Angriffen des Gegners schneller mit zurück zu gehen, bekamen die »Spanier« das Spiel langsam aber sicher in den Griff.

Nicht im Griff hatte eine Besucherin ihren fiesen unförmigen Kampfhund, der in der 30. Minute auf den Platz lief und von der Besitzerin abgeholt werden musste (siehe Foto unten, Impressionen). Das gibt‘s nur in der Landesliga…

Das 1:0 durch Neuzugang Gonas Panneerselvam (in der Jugend des KSC ausgebildet) in der 37. Minute war die logische Konsequenz.

Daran konnte sich das Heimteam aber nur kurz erfreuen, denn fünf Minuten später erzielte Lars Kuhn per Foulelfmeter den 1:1-Halbzeitstand.

Nach der Pause wurde die Atmosphäre rund um das Spiel zunehmend giftiger. Die Bank der Gäste ließ vom Anpfiff weg kaum eine Schiedsrichterentscheidung unkommentiert und verleitete damit auch den mitgereisten Anhang zum Dauerlamentieren und zu Wortgefechten mit Trainern und Spielern des FC Español. Das wirkte sich auch auf das Spiel aus, die Zweikämpfe wurden zunehmend verbissener und härter. Schiedsrichter Nico Jacob war um seine Aufgabe nicht zu beneiden, machte seine Sache in der hitzigen Atmosphäre aber im Großen und Ganzen gut. Zehn gelbe Karten hatte er am Ende verteilt…

Zwischen all den Wortgefechten und Zweikämpfen wurde auch noch Fußball gespielt. Und da kamen die Gäste besser aus der Kabine und gingen in der 61. Minute durch den zweiten Treffer von Lars Kuhn mit 2:1 in Führung. Daraufhin zogen sich die Grunbacher in die eigene Hälfte zurück, was den FC Español zurück ins Spiel und zum 2:2-Ausgleich durch Göksel Durmus (73.) brachte…

Die letzten 20 Minuten sahen eine wahre Rasenschlacht mit kernigen Zweikämpfen und zunehmend ebenso wütend wie undurchdacht werdenden Angriffen der heimischen »Spanier«. Die Gäste hielten diese relativ souverän aus dem eigenen Strafraum heraus…

Als alle schon das Unentschieden notiert hatten, schlug aus einem unübersichtlichen Strafraumgewühl Gonas Panneerselvam erneut zu und erzielte in der allerletzten Minute der Nachspielzeit den vielumjubelten 3:2-Siegtreffer für den FC Español!

Fazit: Eine spannende und engagiert geführte Kampf-Partie mit »überemotionalen« Begleiterscheinungen auf und neben dem Platz. Freunde für‘s Leben werden diese beiden Mannschaften wohl eher nicht werden…

Dem FC Español ist durch den Last-Minute-Sieg mit sechs Punkten aus zwei Spielen ein sehr guter Saisonstart in die Landesliga-Saison gelungen. Heute wurde das Team noch einmal hochkarätig verstärkt, Mittelfeld-Routinier Michael Reith kommt von der aufgelösten zweiten Mannschaft des KSC an den Jagdgrund. Scheint so, als wäre mit den »Spaniern« in dieser Landesligasaison wieder zu rechnen…

Impressionen

Wochenend, Landesliga und Sonnenschein…

Abgelegtes Schuhwerk

Blick durch das Netz…


Remis zum Heimspielauftakt: Racing Club de Strasbourg vs AS Saint-Étienne 1:1 – 19.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-22 21:50

Racing Club de Strasbourg vs AS Saint-Étienne 1:1

Unsere Lieblingsfranzosen von Racing Strasbourg spielen nach dem erfolgreichen Klassenerhalt eine weitere Saison Ligue 1, das musste mit einem Besuch in der Meinau gefeiert werden! In einem spannenden und guten Spiel gab es zum Heimspielauftakt ein 1:1 gegen den »Traditionsverein« AS Saint-Étienne…

Racings zweites Jahr in der Ligue 1

Wer die Geschichte von Racings Zusammenbruch und Wiedergeburt noch nicht kennt, kann sie im Artikel zum Zweitliga-Spiel gegen Red Star von 2016 nachlesen. Es ist schon eine erstaunliche Sache, dass der Altmeister vom Rhein nach dem Absturz in die Fünftklassigkeit im Jahre 2011 sieben Jahre später die zweite Saison hintereinander in der Ligue 1 kickt.

In der letzten Saison gelang als Aufsteiger nach einer schwachen Rückrunde (mit nur 3 Siegen aus 19 Spielen) die Rettung. Wenn auch nur mit einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz 18. Letztendlich brachte ein sensationeller 3:2-Auswärtssieg (einer von nur zwei Erfolgen in der Fremde in der gesamten Saison, Racing war die zweitschwächste Auswärtsmannschaft) beim Dritten Olympique Lyon den Klassenerhalt…

Damit in der gerade begonnenen Spielzeit nicht wieder bis zum Ende gezittert werden muss, leitete Trainer Thierry Laurey einen Kaderumbruch ein. Mit Torwart Alexandre Oukidja und dem 35-jährigen Stürmer Jeremy Blayac verließen zwei »Aufstiegshelden« den Klub. Weitere »Ü-30-Spieler« wie Kader Mangane (wird im Verein bleiben und im Jugendbereich arbeiten) und Ernest Seka verließen das Team. Leihspieler wie der talentierte Martin Terrier und Abwehrrecke Bakary Koné kehrten zu ihren Stammvereinen zurück.

Ein ausgesprochen lukrativer Deal war der Verkauf von Jean-Eudes Aholou an AS Monaco, der 14 Mio. Euro einbrachte und die Verpflichtung von Torwart Matz Sels (für 4 Mio von Newcastle) und Verteidiger Stefan Mitrovic (3 Mio von KAA Gent) ermöglichte. Zusätzlich kamen Ibrahima Sissoko und Ludovic Ajorque für je 2 Mio aus der Ligue 2. Stürmer Adrien Thomasson wurde ablösefrei aus Nantes geholt, von Sunderland wurde Verteidiger Lamine Koné ausgeliehen. Kein Neuzugang ist älter als 28, so dass das Ziel der Verjüngung und Verstärkung des Kaders auf dem Papier erreicht wurde.

Am ersten Spieltag funktionierte das neue Team gleich ausgezeichnet, mit 2:0 wurde bei Girondins Bordeaux gewonnen und damit schon an Spieltag 1 50% der Auswärtssiegausbeute der Vorsaison eingefahren. Das entscheidende 2:0 wurde auch noch in spielerisch beeindruckender Art und Weise herausgespielt

Auch rund um das altehrwürdige Stade de la Meinau wurde im Sommer aufgerüstet. So wurde die Haltestelle »Krimmeri/Stade de la Meinau« in hübscher Racing-Optik neu gestaltet, auf dem Gelände wurden große Bildschirme zur Unterhaltung vor dem Spiel installiert. Sehr praktisch für den Marsch zu WC und Bierbude, man kann dank der großen Schirme fast bis zum Urinal das Spiel verfolgen!

Fast 20.000 Dauerkarten setzte Racing vor der Saison ab, so dass das Stadion fast immer voll sein wird und Eintrittskarten in der aktuellen Saison noch ein selteneres Gut sein werden als in der letzten. Präsident Marc Keller präsentierte Pläne, die eine Renovierung und einen Ausbau auf 33.000 Plätze (von jetzt 29.000) des Anfang der 80er-Jahre in seinen jetzigen Ausbauzustand gebrachten Stadions. Stolze 100 Mio. Euro soll das kosten, Racing müsste davon 40 Mio aufbringen.

AS Saint-Étienne

Gegner »Association Sportive de Saint-Étienne Loire«, im Zentralmassiv in der Nähe von Lyon beheimatet und in Frankreich meist kurz »ASSE« genannt, ist das, was man gemeinhin einen »Traditionsverein« nennt. D.h.: Sie hatten mal eine glorreiche Phase in der Vergangenheit, die aber schon etwas länger her ist und haben seitdem nix mehr gewonnen…

Der 1919 gegründete Klub hatte seine erfolgreiche Phase zwischen 1964 und 1981, als neun der insgesamt 10 Meisterschaften eingefahren wurden. 1976 erreichte ASSE das Finale des Europapokals der Landesmeister, verlor aber unglücklich gegen Bayern München. Zu dieser Zeit war Saint-Étienne der populärste Klub Frankreichs. Georges Bereta, Aimé Jacquet oder Michel Platini waren bekannte Spieler der damaligen Zeit.

In der 80ern begann ein Niedergang mit finanziellen Unregelmäßigkeiten, schwarzen Kassen und gefälschten Pässen, der ASSE zu einer Fahrstuhlmannschaft zwischen erster und zweiter Liga machte. Seit dem Aufstieg 2004 spielt Saint-Étienne wieder durchgehend erstklassig und 2013 wurde mit dem Ligapokal nach 32 Jahren wieder ein Titel gewonnen.

In der letzten Saison landete das Team von Trainer Jean-Louis Gasset, der seit Dezember 2017 im Amt ist, auf Rang 7 und verpasste nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses einen Platz in der Europa-League-Quali.

Racing Club de Strasbourg vs AS Saint-Étienne 1:1

Die Meinau war zum Heimspielauftakt bis auf den letzten Platz ausverkauft, trotzdem fand das Match wie immer in entspannter Atmosphäre statt. Savoir-vivre auf dem Fußballplatz…

Saint-Étienne tauchte mit einem in Deutschland wohlbekannten Akteur auf, dem ehemaligen Dortmunder Innenverteidiger Neven Subotic. Und der sollte nach 17 Minuten gleich eine kurze und intensive Hauptrolle im Spiel übernehmen…

Racing dominierte die Anfangsphase und spielte schnell und gefällig Richtung ASSE-Tor. Racing-Eigengewächs Anthony Caci schickte in Minute 17 den pfeilschnellen Nuno da Costa steil, und Subotic riss ihn um. Da Subotic letzter Mann vor dem Tor war, sah er die Rote Karte und Racing konnte damit, wie schon in der Vorwoche in Bordeaux, über 70 Minuten in Überzahl spielen…

ASSE kam damit aber gut zurecht und unterband in den folgenden Minuten Racings Bemühungen sehr effektiv, so dass es mit 0:0 in die Pause ging.

Nach der Pause schlug in der 55. Minute die große Stunde des Anthony Gonçalves. Racings Mittelfeld-Kampfmaschine, schon seit Ligue-2-Zeiten im Team, nahm einen langen Ball des erneut präzise flankenden Youngsters Caci mit der Brust an, legte sich die Kugel selbst vor und hämmerte sie ins Netz. Das war Gonçalves‘ erstes Tor in der Ligue 1, und mit 32 Jahren und 166 Tagen ist er der älteste Tor-Debütant in der Geschichte von Racing. Glückwunsch!

Alle dachten, dass dieses Tor die Schleusen Richtung Tor von ASSE öffnen würde, ein »Jetzt geht‘s los« wurde auf den Rängen angestimmt. Aber die grün-weißen Gäste blieben cool. Racing vergab einige sehr gute Chancen und so passierte das, was in solchen Spielen immer passiert…

In der 87. Minute behinderten sich zwei Racing-Verteidiger gegenseitig, wodurch eine zu kurze Kopfballabwehr beim Gegner landete. Der flankte in die Mitte des Strafraums, wo drei Racing-Spieler nur zuschauten, als sich Makhtar Gueye die Kunstlederkugel schnappte und zum 1:1-Endstand einnetzte. Sehr ärgerlich, einmal in der Abwehr unaufmerksam gewesen und gleich mit dem Verlust von zwei Punkten bestraft!

Fazit: Ein spannendes und in der zweiten Hälfte schön anzuschauendes Match in einer guten Fußballatmosphäre. Ein Besuch in der Meinau ist aktuell immer die (kleine) Reise wert…

Impressionen


Stade de la Meinau und der Sommerhimmel…

Anrennen vor der Fankurve…


Landesliga-Auftakt: FV Fortuna Kirchfeld vs SC Wettersbach 1:1 – 17.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-18 19:40

FC Fortuna Kirchfeld vs SC Wettersbach 1:1

An diesem Wochenende starten alle regionalen und lokalen Ligen in die neue Saison. So auch die Landesliga Mittelbaden (7. Liga), die mit einem vorgezogenen Freitagsspiel zwischen der FV Fortuna Kirchfeld und dem SC Wettersbach eröffnet wurde. Es gab ein spannendes Match, das über weite Strecken von der Fortuna dominiert wurde, aber am Ende doch 1:1-Unentschieden endete…

Landesliga Mittelbaden: Derbys ohne Ende…

Die Landesliga Mittelbaden ist in dieser Saison fest in der Hand des Fußballkreises Karlsruhe. Mit Kirchfeld, Wettersbach, SV Langensteinbach, ATSV Mutschelbach II, FV Ettlingenweier, ASV Durlach, FC Español und TSV Reichenbach stellt der hiesige Kreis gleich acht der 16 Teams. Vier Teams davon (Kirchfeld, Wettersbach, FC Español und ASV Durlach) kommen aus Karlsruhe. Entsprechend viele Kreis-Derbys hat die Landesliga zu bieten: das Auftaktspiel Kirchfeld (aus dem Stadtteil Neureut) gegen Wettersbach (einer der höher gelegenen Vororte aka »Höhenstadtteile« oder »Bergdörfer«) war auch gleich das erste Stadtderby.

Prominente Neuzugänge gab es aus der Verbandsliga, der FC Español und der ehemals ruhmreiche ASV Durlach stiegen aus selbiger in die Landesliga ab. Ob sie gleich um den Wiederaufstieg mitspielen können, bleibt abzuwarten, da mit einem Abstieg stets ein größerer personeller Umbruch einhergeht. Favoriten auf den Aufstieg sind neben den Verfolgern der letzten Saison, 1. FC Birkenfeld und Ettlingenweier, die TSV Reichenbach und der SV Langensteinbach, die sich in der Sommerpause ordentlich verstärkten.

FV Fortuna Kirchfeld vs SC Wettersbach 1:1

Der Neureuter Klub Fortuna Kirchfeld (bei dem wir in der letzten Saison im Badenpokal zu Besuch waren) beendete die letzte Saison auf Rang 8 im Mittelfeld der Tabelle. Das Spieljahr verlief etwas wild, drei verschiedene Trainer betreuten die Fortuna und man rutschte bedrohlich nahe an das Tabellenende. Der 1949 gegründete Klub möchte seine dritte Landesliga-Saison hintereinander mit etwas mehr Kontinuität absolvieren und strebt eine Platzierung im einstelligen Bereich an.

Gegner SC Wettersbach, 1978 aus einer Fusion des 1906 gegründeten Fußballclubs Phönix und des Tennisklubs Grünwettersbach entstanden, verbringt 18/19 seine zweite Saison in der Landesliga. Als Aufsteiger gelang in der letzten Spielzeit mit Rang 6 der Klassenerhalt (wg. eines in einer tollen Hinrunde angelegten Punktepolsters von 23 Zählern), der auch im »verflixten zweiten Jahr« das Saisonziel der Elf von Spielertrainer Matthias Kolsch ist.

Der bisher so heiße Sommer legte eine kleine Pause ein, als Frei­tag­abend auf dem 2008 neu errichteten Sportplatz (der jetzt dank eines Immobilien-Sponsors »Pell-Rich-Stadion« heißt) die Landesliga-Saison eröffnet wurde. Es grummelte aus dunklen Gewitterwolken am Himmel und bei durchaus angenehmen Temperaturen regnete es ein wenig.

Als das Spiel angepfiffen wurde, begann ein Sturmlauf der Fortuna. Das Team von Trainer Dirk Rohde setzte die Gäste unter Druck, minutenlang spielte sich das Geschehen ausschließlich in der Hälfte der Wettersbacher ab. Es fehlten aber die klaren Abschlüsse, im Strafraum kamen die Gäste zumeist gut zurecht und verstanden es, Gefahr vom eigenen Kasten fernzuhalten.

Nur einmal verloren sie ein wenig den Überblick. Nach einer missglückten Abwehr landete das Spielgerät auf dem Kopf von Guiliano Krahl, der das Geschenk annahm und zur hochverdienten Führung in der 15. Minute einköpfte (Video bei fupa.tv).

Das blieb aber die einzige Unaufmerksamkeit der Gäste-Abwehr. Ballbesitz für Kirchfeld prägte weiter das Spiel, weitere Tore gab es aber nicht zu sehen. Mit 1:0 ging es in die Pause…

In dieser fand es am Rande des Spielfelds die Auslosung für das Viertelfinale des Badenpokals statt, die unter anderem ein Heimspiel des KSC gegen den FC-Astoria Walldorf ergab…

Mit eingeschaltetem Flutlicht ging es bei stärker werdenden Regen in die zweite Halbzeit, die vom Verlauf her der ersten ähnelte. Kirchfeld blieb feldüberlegen und kam zu einigen Abschlüssen. Die Wettersbacher konnten sich aber nun häufiger mal befreien und kamen ihrerseits zu dem einen oder anderen Abschluss. Trotzdem hätte Kirchfeld schon längst höher führen müssen, als sich das Spiel langsam dem Ende näherte. Und wir wissen alle, wie es im Fußball endet, wenn man überlegen spielt, knapp führt und keine weiteren Tore nachlegt…

Genau! Denn in der letzten Minute der Nachspielzeit ließen die Fortunen Florian Meyerhofer vom linken Flügel flanken. Und die Kunstlederkugel landete auf dem Schädel von Patrick Firnkes, der mit dem zweiten Kopfballtor des Tages den ebenso glücklichen wie vielumjubelten 1:1-Ausgleich erzielte (Video bei fupa.tv).

Fazit: Ein bis zum Schluss spannendes und umkämpftes Match zum Auftakt der Landesliga-Saison.

Impressionen

Viel Betrieb im Wettersbacher Strafraum. Torwart Yanick Schlager wurde aber nur einmal bezwungen…

Kirchfelds Bank haderte mit den vergebenen Chancen…


Geschenke auf dem Rasen: SV Sandhausen vs Hamburger SV 0:3 – 12.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-14 21:55

SV Sandhausen vs Hamburger SV 0:3

»Feiertage kommen wie Könige und gehen wie Bettler«, sagt ein estnisches Sprichwort. Das passt gut zum »großen« Spiel des SV Sandhausen gegen den abgestürzten ex-Bundesliga-Dino Hamburger SV. Nach allerlei Medien-Bohai zeigte sich der SVS vor großer Kulisse ausgesprochen spendabel und ermöglichte dem HSV den ersten Zweitliga-Sieg seiner Vereinsgeschichte…

Der große Fußballfeiertag…

Gegen das allgemeine »der große HSV muss nach Sandhausen, höhöhö«-Theater in den Medien kann man sich als Verein schlecht wehren. Die Frage ist aber, ob man bei der »jahrmarktmäßigen« Inszenierung nach Kräften mitmachen muss, wie mit der seltsamen Plakataktion in Hamburg und der Selbstinszenierung als »Fußballfeiertag auf dem Dorf gegen den so furchtbar großen HSV« mit Freibieraktion etc.

Das, was Fußball in Sandhausen normalerweise ausmacht, nämlich in entspannter Atmosphäre schön Zweitligafußball schauen, war bei diesem Spiel nicht vorhanden. Der Ort und die Stadioninfrastruktur ist für ein Fußballspiel mit über 14.500 Zusehenden gar nicht eingerichtet. Um das Stadion herum und im Stadion gab es überall nur Schlangen und Gedränge…

Dummerweise gab es nur Karten für den C-Block, der in erster Linie von HSV-Fans bevölkert war. Diese stellten sich als eher unangenehme Zeitgenossen heraus. Dem Akzent bei ihren großmäuligen Tiraden nach zu urteilen, waren sie aber eher in der Mannheimer Region zu Hause und nicht aus Hamburg angereist…

SV Sandhausen vs Hamburger SV 0:3

Aber in erster Linie ging es ja um Fußball. Und in der Hinsicht gab es ein Duell zweier Teams, die nach dem ersten Spieltag mit Null Punkten da standen. Der große Aufstiegsfavorit HSV gönnte sich zum Auftakt eine 0:3-Heimschlappe gegen Holstein Kiel. Und der SVS ging nach einer 1:0-Führung in Fürth innerhalb von 10 Minuten mit 1:3 unter.

Im vollen Stadion bei nicht zu warmen Sommerwetter marschierten die Akteure vor 15.400 erwartungsfrohen Zusehenden ein…

Im Grunde war das Spiel aber nach 7 Minuten schon entschieden. Sandhausens Torwart Marcel Schuhen, normalerweise ein sehr zuverlässiger Vertreter seiner Zunft, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und legte dem anfangs noch ein wenig verunsichert wirkenden HSV das befreiende Tor auf. Schuhen wollte vom Tor weg das Spiel schnell machen, kickte die Kugel aber dem sehr agilen Khaled Narey in die Beine, der sich bedankte und für das 0:1 sorgte…

Als sich die Sandhäuser nach einer Phase der Verunsicherung gerade leicht erholt hatten, köpfte Rick van Drongelen einen Freistoß von Douglas Santos in der 30. Minute zum 2:0 ins Tor.

Danach hätte man eigentlich nach Hause gehen können, den Sandhäusern gelang trotz eines nicht nachlassenden Engagement nichts mehr. Schuhens zweiter Fehler, der Narey in der 59. Minute den 0:3-Endstand ermöglichte, war zwar unangenehm für den bedauernswerten Sandhäuser Keeper. Aber Sandhausen wäre auch »nur« mit einem 0:2-Rückstand nicht mehr zurück gekommen, von daher war es fast egal…

Fazit: Ein Sonntagmittag zum Vergessen. Wenn ich eines nicht ausstehen kann, dann ist es dem HSV beim Gewinnen zuzusehen. Folgerichtig war es eines der kürzesten Spiele meiner Fußballzuschauerkarriere, denn nach dem 0:3 hatte ich genug und verließ das Stadion. Verehrte Leserinnen und Leser, das bleibt unter uns und lassen Sie das bloß nicht die »11-Freunde-was-darf-man-im-Stadion-und-was-nicht«-Wahre-Fankultur-Verhaltenspolizei wissen…

Der SV Sandhausen legte mit zwei Niederlagen bei 1:6-Toren den schlechtesten Start seiner Zweitligageschichte hin. Saisonübergreifend gab es in den vergangenen 12 Spielen nur einen Sieg zu bejubeln. Und im Kalenderjahr 2018 nur einen einzigen Heimsieg. Zeit, das Marketing-Chi-Chi (mir scheint der neue Marketingchef Dag Heydecker die treibende Kraft dahinter zu sein) herunter- und den guten alten Sandhäuser Kampf auf dem Rasen wieder hochzufahren. Entscheidend ist auf dem Platz, nicht auf Plakatwänden in fremden Städten…

Impressionen


Packung zum Auftakt: FC Germania Friedrichstal vs Bahlinger SC 0:7 – 11.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-14 09:45

FC Germania Friedrichstal vs Bahlinger SC 0:7

»Gespannte Erwartung wird selten befriedigt« wusste schon der sprücheklopfende Dichterfürst Goethe, und er hat natürlich recht. Denn alle (zumindest einige der 231 Zusehenden) fanden sich erwartungsfroh im Stutensee-Stadion zum ersten Spiel des Verbandsliga-Meisters und Aufsteigers FC Germania Friedrichstal in die Saison der Oberliga Baden-Württemberg ein, und was für ein Desaster gab es zu sehen! Der FC Germania kassierte eine in dieser Höhe von niemandem erwartete 0:7-Heimklatsche gegen den Bahlinger SC…

Friedrichstal zurück in der Oberliga

Wir hatten den souveränen Weg des FC Germania zur Verbandsliga-Meisterschaft in der letzten Saison ein wenig begleitet. Nach zwei Jahren Verbandsliga kehrten die Germanen in die Oberliga zurück.

Trotz der erfolgreichen Saison zog sich Erfolgstrainer Andreas Augenstein nach drei Jahren auf der Friedrichstaler Bank zurück. Nachfolger wurde Marcelus Noukiatchom. Beim kickenden Personal verließ von den Stammkräften nur Stürmer Abdelrahman Mohamed den Verein (zum VfR Mannheim), neu hinzu kamen neben einigen Nachwuchskräften Diego Arnejo vom FC Español, Hans Kyei vom 1. SV Mörsch und Dominik Hauck von der SpVgg Durlach-Aue.

Beim mühsamen Badenpokal-Spiel in Weingarten vor einigen Wochen hinterließen die Friedrichstaler einen schwachen Eindruck, der sich durch das etwas peinliche Pokal-Aus beim Landesligisten Fortuna Kirchfeld einige Tage später noch verstärkte. Selbst der Autor der Spielberichte der vereinseigenen Website vermisste »bei der vom Trainer umgestellten Mannschaft die Homogenität, die in der Vergangenheit der Sieggarant war«. Dazu kam, dass Top-Torjäger Patrick Roedling wg. einer Verletzung große Teile der Vorbereitung verpasste…

Als Aufsteiger werden die Germanen nicht mehr im dominanten Offensiv-Stil der Verbandsliga-Saison spielen können, sondern sollen »taktischer« und defensiver« werden. Denn der Sportliche Leiter Marcel Ott rief den Klassenerhalt »einzig und allein« als Saisonziel aus. Deshalb versucht Trainer Noukiatchom ein neues Spielsystem einzuspielen, was, schaut man sich die Ergebnisse bisher an, noch nicht funktioniert…

Bahlinger SC

Gegner im Auftaktspiel war der südbadische Vertreter Bahlinger SC. Das 1929 gegründete Team vom Kaiserstuhl war in den letzten 20 Jahren als »Fahrstuhlmannschaft« zwischen Verbands- und Oberliga unterwegs. Einmal, in der Saison 15/16, gab es sogar einen Ausflug nach oben in die Regionalliga Südwest.

In der letzten Saison waren die Bahlinger im vorderen Mittelfeld unterwegs (Platz 8 in der Abschlusstabelle) und waren nicht durch Auswärtskantersiege aufgefallen…

Trainiert werden die Bahlinger seit dieser Saison gemeinsam von Axel Siefert und vom ehemaligen Profi Dennis Bührer (u.a. bei SC Freiburg, RW Essen und Dynamo Dresden aktiv). Auf dem Spielfeld möchte Bührer »den Gegner mit schnellem Umschaltspiel überfallen«. Dass das gleich im ersten Auswärtsspiel so gut klappen sollte, hat er wohl selbst nicht erwartet…

FC Germania Friedrichstal vs Bahlinger SC 0:7

231 Zusehende fanden sich bei erträglichen Sommerwetter zum Oberliga-Auftakt erwartungsfroh im Stutensee-Stadion ein. Oberliga ist teuer, 8 Euro kostet es in dieser Saison in Friedrichstal. Dafür ist der Sportplatz ein wenig aufgehübscht worden, vor allem mit zwei stolz im Landwind wehenden Bannern des FC Germania und der Gemeinde Stutensee. Und auch der Rasen machte trotz des Mördersommers mit einer wochenlangen Dürre einen guten Eindruck.

Das Publikum hatte noch gar nicht vom Erfrischungsgetränk genippt, da nahm das Verhängnis seinen Lauf. Ballsicher und ziemlich flott griffen die Bahlinger über ihre schnellen Flügelspieler an und stramme Flanken segelten in den Strafraum der Germanen. Die Abwehr der Friedrichstaler hatte dem nichts entgegenzusetzen, das 0:1 in der 4. Minute durch Tobias Klein war die Konsequenz. Willkommen in der Oberliga…

Wer dachte, das wäre der Weckruf für die Friedrichstaler gewesen, sah sich getäuscht. Angriff um Angriff rollte auf das Tor des bedauernswerten Keepers Patrick Haumann. Ein 0:5 zur Pause war die Konsequenz einer völlig indiskutablen ersten Halbzeit. Trainer Marcelus Noukiatchom schlurfte einsam und nachdenklich schauend in Richtung Kabine…

Die Pausengespräche im Publikum waren von Entsetzen ob des Gesehenens geprägt, »beim Andy (ex-Trainer Augenstein) hätt‘s das nicht gegeben, der tät denen was erzählen« und »so schlecht sind wir nicht« waren zu hören…

In der zweiten Hälfte ließen es die Gäste etwas ruhiger angehen, es fielen »nur noch« zwei Tore zum 0:7-Endstand. Die genauen Torschützen entnehme man der Statistik-Seite von fupa.net. Tobias Klein und Santiago Fischer glänzten bei den Bahlingern mit einem Doppelpack…

Fazit: Ein extrem einseitige Partie und ein so nicht zu erwartendes Desaster zum Auftakt in die Oberliga. In den bisherigen drei Pflichtspielen (zweimal Badenpokal und einmal Oberliga) gelang den Germanen ein einziges Tor und neunmal klingelte es im eigenen Kasten. Bei aller Bescheidenheit als Aufsteiger, so kann und will man nicht auftreten. Der Spielbericht auf der eigenen Webiste meinte nur trocken: »Es bleibt nach 0:7 Klatsche festzustellen, dass der FCG in der Oberliga Baden-Württemberg noch nicht angekommen ist.« Es liegt einiges an Arbeit vor Trainer Noukiatchom…

Impressionen


Verbandsliga-Auftakt: ATSV Mutschelbach vs TSV Wieblingen 1:0 – 10.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-13 21:55

ATSV Mutschelbach vs TSV Wieblingen 1:0

Die Sommerpause des regionalen Fußballs ist beendet, die Verbandsliga legt wieder los. Das feierliche Eröffnungsspiel unter Flutlicht am Freitagabend war das Duell der beiden souveränen Landesliga-Aufsteiger ATSV Mutschelbach und TSV Wieblingen. Beide zeigten gleich, dass mit ihnen zu rechnen sein wird und legten eine spannende und intensive Verbandsligapartie hin, die das Heimteam mit 1:0 für sich entschied…

Verbandsliga Baden 18/19

Der Fußballkreis Karlsruhe wurde nach der Verbandsliga 17/18 ordentlich dezimiert. Während Meister FC Germania Friedrichstal die Liga nach oben Richtung Oberliga verließ, stiegen der FC Español aus Karlsruhe und der ASV Durlach mehr oder weniger unglücklich in die Landesliga ab. Übrig blieb nur die SpVgg Durlach-Aue, die in der neuen Saison gemeinsam mit dem starken Landesliga-Aufsteiger ATSV Mutschelbach die Fahne des Fußballkreis Karlsruhe hochhalten wird…

Als Favoriten gelten in der kommenden Saison der in der Relegation gescheiterte Tabellenzweite FC Fortuna Heddesheim und die beiden Verfolger VfR Mannheim und 1. FC Bruchsal.

Hart wird der Abstiegskampf werden. Je nach Verbandszugehörigkeit der Absteiger aus der Verbandsliga kann es in dieser Saison bis zu fünf Teams erwischen.

Zwei starke Aufsteiger

ATSV Mutschelbach

Wie wir schon beim ersten Besuch eines Spiels des ATSV in der Vorsaison schrieben:

»Mutschelbach« ist ein lustiger Ortsname, der irgendwie schon nach »Dorffußball« klingt. Davon darf man sich aber nicht täuschen lassen, denn der ATSV ist ein ambitioniert aufgezogenes »Projekt«.

Beim damaligen Spitzenspiel in Heidelsheim wurde der ATSV und die Hintergründe des Karlsbader Fußballprojekts ein wenig vorgestellt. Die »Schmierbrenner« gewannen souverän die Landesliga Mittelbaden und stiegen mit nur einer Niederlage in die Verbandsliga auf.

Nach dem Aufstieg übernahm Dietmar Blicker, KIT-Hochschulsportleiter und in den letzten Jahren Trainer beim Süd-Verbandsligisten 1. SV Mörsch, den Trainerposten beim ATSV. Die Mutschelbacher verstärkten den Kader noch einmal und gönnten sich in der Vorbereitung eine »Teambuilding«-Reise in die schwedische Wildnis. Nicht schlecht für einen Verbandsligisten…

Zur neuen Saison wurde auch der Ground im Waldenserdorf Mutschelbach edel ausgebaut und modernisiert. Am Eingang hinter dem Tor wurde eine Art Empore errichtet, von der aus man das Geschehen auf dem Rasen hervorragend anschauen kann. Eine moderne LED-Flutlichtanlage macht Flutlichtspiele möglich, eine kleine überdachte Tribüne und ein großes Klubhaus vervollständigen den Sportplatz. Ein sehr schöner Ground!

Raum für weitere Erweiterungen gibt es allerdings keinen mehr, da sich der Platz zwischen der Bundesstraße und einem bewaldeten Hügel befindet. Geht der Marsch durch die Ligen nach oben so weiter wie in den letzten Jahren, wird man irgendwann einen größeren Platz brauchen…

TSV Wieblingen

Gegner zur Eröffnung war der Aufsteiger aus der Landesliga Rhein-Neckar, der Turn- und Sportverein 1887 aus dem Heidelberger Stadtteil Wieblingen. 1887 als reiner Turnverein gegründet, spielt man seit 1933 (als mit dem 1911 gegründeten Fußballklub Viktoria fusioniert wurde) auch Fußball. Nach sechs Jahren Landesliga wurde der TSV in der letzten Saison souverän Meister und stieg erstmals in der Vereinsgeschichte in die Verbandsliga auf. Saisonziel des Teams von Trainer Norbert Muris ist der Klassenerhalt.

ATSV Mutschelbach vs TSV Wieblingen 1:0

Mit 5 Euro ist man in Mutschelbach dabei, Bier (2,50) und fußballplatzübliche Fleischgerichte gibt es auch. Davon und von der Neugierde auf die Verbandsligaeröffnung ließen sich über 400 Zusehende auf den Sportplatz locken.

Traditionell wird die Verbandsliga Baden mit einem vorgezogenen Freitagsspiel des ersten Spieltags eröffnet, zu dem sich auch die Verbands-Prominenz unter Führung des DFB-Vizes und Vorsitzenden des Badischen Fußballverbandes Ronny Zimmermann einfand. Dazu wurde eine kleine Zeremonie veranstaltet. Der Bürgermeister von Karlsbad hielt eine Rede, die Teams posierten mit dem Verbandsligalogo und der Werbetafel für die DFB-EM-Bewerbung. Und die Verbandsprominenz durfte mit einem symbolischen Anstoß die Saison für eröffnet erklären…

Danach wurde aber endlich Fußball gespielt. Die Akteure konnten es wohl kaum erwarten, denn das Spiel ging ohne lange Eröffnungsphase gleich mit rasantem Tempo in Richtung der beiden Tore los. Es gab einen offenen Schlagabtausch, schnell kam es zu Abschlüssen in beiden Strafräumen. Im Laufe der ersten Halbzeit erspielte sich der ATSV ein Übergewicht und das Spiel verlagerte sich zusehends vor das Wieblinger Tor. Mehr als zwei Lattentreffer waren in der ersten Hälfte aber nicht drin.

In der zweiten Hälfte ging es gerade so weiter. Und nach knapp einer Stunde (58.) belohnte sich die Heimmannschaft mit der Führung. Dennis Klemm hatte vom linken Flügel geflankt, Top-Torjäger Erich Strobel, einst in der zweiten Mannschaft des KSC aktiv, vollstreckte in gewohnter Manier.

Das war auch schon das Tor des Tages. Die Gäste gaben nicht auf und erarbeiteten sich die eine oder andere Gelegenheit. Glück und der aufmerksame Mutschelbacher Keeper Dominic Bleich vereitelten aber alle Chancen.

Fazit: Ein gelungener Auftakt in die Verbandsligasaison. Ein bis zum Abpfiff spannendes Match bot beste Fußballunterhaltung, was will man mehr?

Impressionen


Freundschaftsspiel: VfB Stuttgart vs Atlético de Madrid 1:1 – 5.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-07 22:30

VfB Stuttgart vs Atlético de Madrid 1:1

Der »Tag des Brustrings« ist eine Veranstaltung, die man als Karlsruher normalerweise eher nicht in die Kategorie »lohnenswertes Sonntagsvergnügen« einsortieren würde. Die diesjährige Saisoneröffnung des VfB Stuttgart wurde aber mit einem Freundschaftsspiel gegen unsere Lieblingsspanier, den großartigen Club Atlético de Madrid, zelebriert. Und wenn die Colchoneros in der Nähe sind, muss man natürlich hin. Sogar nach Stuttgart zum »Tag des Brustrings«…

VfB Stuttgart vs Atlético de Madrid 1:1

Auch im Schwabenland war der Klimakatastrophensommer aktiv, Temperaturen jenseits der 35 Grad bot der schwäbische Saisoneröffnungs-Sonntag auf. Dazu ein ausverkauftes Stadion. Normalerweise sollte man meinen, dass ein Publikum dieser Größe für einen Bundesligisten kein Problem sein sollte. Aber weit gefehlt, die Veranstaltung war, was die Versorgung mit Nahrung und Getränken angeht, von einer bemerkenswerten Fehlleistung geprägt. Endlose Schlangen und reihenweisende versagende Zapf- und Abfüll-Technik machten den Erwerb von Getränken zu einer undankbaren und zeitintensiven Aufgabe. Eine ganz schwache Vorstellung für einen Bundesliga-Klub…

Ein amüsanter Randaspekt: Wenn man zu so einem Spiel als an der Kleidung erkennbarer Atléti-Anhänger anreist, hat man den »Exotenbonus« und wird im Stadion von allen möglichen Leuten in einem bunten Sprachgemisch angesprochen. Diesbezügliches Highlight war ein mit einem breiten schwäbischen Akzent formuliertes »Du Madrido?«…

Aber wir waren ja in erster Linie für Atléti und ein Spiel angereist. Trainer Diego Simeone ließ leider einen Großteil der Stammelf daheim. Viele WM-Teilnehmer, wie die Weltmeister Antoine Griezmann und Lucas Hernandez, Diego Costa und Diego Godin und diverse andere Stammkräfte waren gerade erst ins Training eingestiegen und blieben in Madrid.

Der Rest des Teams, verstärkt mit einigen Talenten aus der zweiten Mannschaft, ist aktuell im Trainingslager in Südtirol und reiste per Charterflug zum Spiel nach Stuttgart. Angeführt von Juanfran, Saúl und Koké lief eine mit diversen Nachwuchsspielern verstärkte Atléti-Elf gegen den VfB auf. Immerhin durfte man das inoffizielle Debüt der Neuzugänge Gelson Martins (von Sporting Club aus Lissabon), Rodri (von Villarreal) und Tomas Lemar (Weltmeister mit Frankreich, von Monaco) anschauen.

Das Spiel in der sommerlichen Hitze bot eher bescheidene Action. Die bis auf Juanfran nur aus Nachwuchsspielern bestehende Atleti-Abwehr geriet das eine oder andere Mal in Verlegenheit. Torhüter Antonio Adán, Neuzugang von Real Betis aus Sevilla, hielt seinen Kasten aber sauber. Sehr auffällig bei ihren Debüts waren Gelson Martins und der 22-jährige Rodri, der das Trikot mit der Nummer 14 vom langjährigen und in monetär lukrative Altersteilzeit nach Katar abgewanderten Kapitän Gabi übernommen hat.

Torszenen waren Mangelware, ein etwas plumpes Foul des Nachwuchsverteidigers Francisco Montero brachte die Führung für den VfB per Elfmeter (58.) durch Rückkehrer Daniel Didavi. Ein Rückstand in Stuttgart ist natürlich nix, was für Atléti angemessen wäre. Folgerichtig gab es zwei Minuten später den Ausgleich durch einen schönen Schuss aus 20 Metern von Nachwuchsstürmer Joaquin Munoz…

Der VfB vergab noch einen weiteren Elfer, der von der Tribüne aus eher zweifelhaft erschien und von Thommy folgerichtig an die Latte gesetzt wurde…

Fazit: Kein Spiel was man unbedingt gesehen haben muss, es war aber trotzdem eine schöne Sache, Atléti mal wieder »in echt« in Augenschein nehmen zu können.

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Atléti im ballreiter


Heißer Auftakt: KSC vs FSV Zwickau 1:1 – 4.8.2018

Permalink - Posted on 2018-08-06 21:55

KSC vs FSV Zwickau 1:1

Das war ja mal ein heißer Heimspiel-Auftakt! Allerdings nur vom Wetter her, der Sommer gab alles und briet den Wildpark bei 35 Grad schön durch. Das Gekicke auf dem Rasen war allerdings alles andere als heiß und bot die mittlerweile in Karlsruhe übliche tor- und actionarme Drittliga-Standardkost. Folgerichtig trennten sich der heimische KSC und der FSV Zwickau in einem schlechten Spiel 1:1…

Euphoriekiller Sommerpause

Elf Wochen waren seit dem letzten Heimspiel, der grausigen Relegations-Nullnummer gegen Aue, ins Land gezogen. Zu wenig Zeit, um für einen neuen Anlauf des KSC eine Euphorie wie im Sommer 2017 nach dem Abstieg aufkommen zu lassen. Der letztendlich relativ chancenlos verpasste Aufstieg ist, gemeinsam mit der wenig Begeisterung auslösenden Aussicht auf eine weitere Saison in der »Rumpelliga« unter immer schwieriger werdenden finanziellen Bedingungen, eine echte Euphoriebremse…

Banner »Zwei gute Leute müssen gehen und keiner weiß warum. Die Mitglieder und Fans wollen Antworten!«

Zusätzlich gab sich der Verein alle Mühe, während der spielfreien Zeit negative Schlagzeilen zu produzieren. Da wurde mit medialem Getöse ein wortreiches Zukunftskonzept in einer Hochglanz-Broschüre vorgestellt. Drei Tage später sucht der Mann dahinter das Weite

Dann wurde der Jugend- und Interimstrainer Lukas Kwasniok zum Fußballlehrer-Lehrgang geschickt und ein (angeblich vom Sportdirektor Kreuzer bereits eingetüteter) Wechsel mit Ablöse zum Zweitligisten Aue in letzter Minute verhindert, nur um eben jenen Kwasniok dann ein paar Wochen später im »beiderseitigen Einvernehmen« ablösefrei wegzuschicken. Was an den einschlägigen Orten des Internetdiskurses für Spekulationen und schlechte Stimmung sorgte…

Immerhin, es gab nicht nur Abgänge zu verzeichnen. Der KSC verlängerte kurz vor dem ersten Spiel den Vertrag mit Trainer Alois Schwartz bis Sommer 2020. Ein zu diesem Zeitpunkt, nach der doch recht eindeutig vergeigten Relegation, ein durchaus überraschender Schritt, der in einem auffälligen Kontrast zum Vorgehen gegenüber Markus Kauczinski in einer (wenn auch eine Liga höher) vergleichbaren sportlichen Konstellation im Jahre 2015 steht. Da kann man im Sinne des KSC nur hoffen, dass das nicht zu voreilig war. Trainer Schwartz muss in der kommenden Saison zeigen, dass das Team unter ihm auch zu mehr in der Lage ist als nur mit neun Spielern hinter dem Ball zu verteidigen und Bälle lang nach vorne zu schlagen. Eine, wie Schwartz immer sagt, »Entwicklung in der B-Note« sollte in der kommenden Spielzeit schon auf dem Rasen zu sehen sein…

Das Auftaktspiel in Braunschweig (Videozusammenfassung der Telekom auf Youtube) brachte zwar einen Auswärtspunkt bei einem der angeblichen Aufstiegsfavoriten, außer einem schönen Freistoßtor durch Wanitzek spielten sich die Blau-Weißen aber wenig Erbauliches zusammen…

KSC vs FSV Zwickau 1:1

Zum ersten Heimspiel der Saison rückte zum zweiten Mal in der Fußballgeschichte der FSV Zwickau im Wildpark an. Seit dem Sommer wird das Team aus Westsachsen von der Osnabrücker Legende und letztjährigem Telekom-TV-Experten Joe Enochs trainiert. Im Gegensatz zum KSC hatte der FSV sein Auftaktmatch nach einer ansprechenden Leistung mit 2:0 gewonnen und reiste mit der passenden »breiten Brust« an…

Pünktlich zum Spieltag fuhr der Klimakatastrophensommer einen der heißesten Tage des Jahres auf. Immerhin gab es diesmal im Stadion genug zu trinken, wg. der Preiserhöhung der Getränke auf »krumme« Summen ging den Getränkeständen das Kleingeld aus. Fußballreisender, kommst Du diese Saison nach Karlsruhe und möchtest etwas trinken, dann packe möglichst viel Kleingeld ein…

Offiziell 10.763 Zusehende meldete der KSC, das Stadion wirkte aber deutlich leerer. Diejenigen, die sich auf den archaischen unüberdachten Stehplatzrängen eingefunden hatten, wurden von einem Feuerwehrmensch mit einem Wasserschlauch beregnet. Höchste Gefahr für Smartphones und anderes empfindliches Gut!

Aber, Fußball ist ein Draußen-Sport, pünktlich um 14:00 liefen die Akteure auf dem Rasen auf und eröffneten mit dem ersten Anstoß der Saison auch im Wildpark die neue Spielzeit. Wenn nicht in der Planung wieder irgendetwas umgeworfen wird, war das der letzte Anstoß einer Saison im Wildpark, so wie wir ihn kennen. Denn im November soll parallel zum Spielbetrieb der Um- und Neubau starten…

Der Anstoß zur (wahrscheinlich) letzten Saison im Wildpark wie wir ihn kennen…

Das Match entwickelte sich wie (zu) viele Spiele im Wildpark in den letzten Jahren. Beide Teams standen sicher in der Defensive, offensiv blieb vieles Stückwerk. Der Gast aus Zwickau war überraschend das Team mit den besseren Offensivaktionen. Auch weil sie von der KSC-Defensive mit ungewohnt vielen Ballverlusten bedient wurden. Alleine Tarsis Bonga, großgewachsener und trotzdem wieselflinker Stürmer und Neuzugang von Fortuna Düsseldorfs U23, hätte Zwickau mit 2:0 in Führung bringen können, vergab die Riesenchancen aber…

In Führung ging Zwickau deshalb erst in der zweiten Halbzeit. Nach einem Tohuwabohu mit anschließendem Pfostentreffer vor dem Karlsruher Tor in der 57. Minute behielt Davy Frick den Durchblick und erzielte das verdiente 0:1…

Der KSC gab sich danach zwar Mühe, aber präsentierte sich im Offensivspiel noch einfallsloser als in der letzten Saison. Durch den Abgang von Fabian Schleusener funktioniert das letztjährige Modell »Ball irgendwie nach vorne dreschen und Schleusener macht ihn rein« nicht mehr. Der aktuelle Stammstürmer Marvin Pourié war ebenso abgemeldet (bis auf eine sehr gute Torchance) wie Sturmkollege und Neuzugang Saliou Sané. Die beiden haben es auch schwer, aus dem Mittelfeld kommt praktisch kein geordneter Spielaufbau. Neuzugang Manuel Stiefler merkt man an, dass die Position im zentralen Mittelfeld überhaupt nicht seine ist, der gute Mann ist eigentlich im offensiven rechten Mittelfeld zu Hause. Wanitzek reibt sich auf, weil er eigentlich die Offensive ankurbeln soll, aber defensiv ständig gefordert ist.

Es sah bereits schwer nach einem Fehlstart mit Heimniederlage aus, als in der Nachspielzeit der eingewechselte Lorenz auf Thiede flankte und der die Kugel dem ebenfalls eingewechselten Anton Fink auf den Kopf servierte. Der Drittliga-Rekordtorjäger ließ sich nicht bitten und köpfte den ebenso unverdienten wie umjubelten Ausgleich…

Fazit: Ein schwaches Spiel, über weite Strecken war es ein langweiliges Gekicke. Es sieht ganz so aus, als wolle Alois Schwartz im Stil der letzten Saison weitermachen. Lediglich ein Moment der defensiven Zwickauer Unaufmerksamkeit in der Nachspielzeit bewahrte den KSC vor einem 1-Punkt-Fehlstart…

Die Lage

Auch mit zwei Remis hat der KSC nicht gerade einen Traumstart hingelegt und dümpelt nach zwei Spieltagen auf dem 13. Tabellenplatz herum. Die Mannschaft macht einen »unfertigen« und unausgewogenen Eindruck und könnte noch mindestens einen treffsicheren Stürmer und einen zentralen (defensiven) Mittelfeldspieler vertragen. In der aktuellen Konstellation wirkt sie nicht so, als könne sie die Erfolgsserie der letzten Saison noch einmal wiederholen…

In der Dritten Liga geht es mit einer englischen Woche weiter. Der KSC spielt auswärts bei Fortuna Köln, wo es in der letzten Saison eine 0:4-Pleite gab, die zur Ablösung von Marc-Patrick Meister führte. Am Freitag folgt das nächste Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena. Auch wieder so eine Begegnung, die schon vom Namen her »Fußballfest« schreit. Nicht.

Impressionen

Lange sah es nach einer Heimniederlage aus…


Kreispokal-Krimi: Freie Turner Forchheim vs TSV Auerbach 4:4 n.V. (2:4 E) – 29.7.2018

Permalink - Posted on 2018-07-30 22:10

Freie Turner Forchheim vs TSV Auerbach 4:4 n.V. (2:4 E)

Auch im Fußballkreis Karlsruhe beginnt die neue Saison mit Pokalspielen. Im Kreispokal Karlsruhe traf der Rheinstettener B-Ligist FT Forchheim auf den Karlsbader Kreisligisten TSV Auerbach. Das zwei Spielklassen tiefer angesiedelte Heimteam lieferte dem Favoriten bei Temperaturen von über 30 Grad einen harten Pokalfight, den die Gäste erst im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnten…

Kreispokal Karlsruhe

Der Kreispokal im Fußballkreis Karlsruhe spielte bereits die zweite Runde mit 32 Spielen aus. Die Gastgeber aus Forchheim hatten in der ersten Runde das C-Klasse-Team FC Fackel II mit 4:1 ausgeschaltet. Der Gast aus Auerbach hatte sich beim A-Klasse-Team FV Liedolsheim mit 3:1 durchgesetzt. Wie im Verbandspokal wurde auch hier der Spielplan von sommerlichen Gewittern und Regengüssen durcheinander geworfen, so dass einige Teams schon früh in der Saison »englische Wochen« hatten.

Grenzstadt Rheinstetten

Rheinstetten hatten wir zuletzt im Movember einen Fußball-Besuch beim 1. SV Mörsch abgestattet. Forchheim ist einer der drei Stadtteile des in den 70er-Jahren am Reißbrett entstandenen Städtchens Rheinstetten, das sich unmittelbar südwestlich an Karlsruhe anschließt. Als Teil des »Verdichtungsraum Karlsruhe« beherbegt Rheinstetten auch die Messe Karlsruhe. Durch Rheinstetten verläuft eine unsichtbare Fußballverbandsgrenze, denn alle Teams spielen im Fußballkreis Karlsruhe und damit im Bereich des Badischen Fußballverbands. Nur der 1. SV Mörsch spielt in Südbaden, wie damals erläutert.

Die Freie Turnerschaft Forchheim wurde im Jahre 1900 als Arbeiter-Turnverein gegründet. Seit 1922 spielt man auch Fußball und hielt sich, von einem kleinen Höhenflug in die zweite Amateurklasse in den 50er abgesehen, meistens in der Kreisklasse A auf. In den letzten Spielzeiten kicken die Freien Turner in der Kreisklasse B und visierten in der letzten Saison die Aufstiegsplätze Richtung A-Klasse an. Als Herbstmeister reichte es am Ende »nur« zu Rang 3, so dass die Forchheimer in der kommenden Saison einen neuen Anlauf zur Rückkehr in die A-Klasse nehmen.

Freie Turner Forchheim vs TSV Auerbach 4:4 n.V. (2:4 Elfmeterschießen)

Der Gegner im Zweitrundenmatch des Kreispokals war ein harter Brocken. Der TSV Auerbach, einer der fünf Vereine aus der Gemeinde Karlsbad (anlässlich des Topspiels der Landesliga hatten wir über Karlsbad und seine Vereine ein paar Worte verloren), spielt in der Kreisliga und damit zwei Spielklassen höher. Aber, wir wissen ja: Der (Kreis-)Pokal hat seine eigenen Gesetze!

Kein Quadratmeter Schatten war auf dem Spielfeld in der großzügigen Sportanlage in Forchheim zu sehen, als die Akteure bei Temperaturen jenseits von 30 Grad vor ca. 100 Zusehenden am späten Sonntagnachmittag aufliefen.

Zunächst schien das Spiel den erwarteten Verlauf zu nehmen. Schon nach 6 Minuten ging der Favorit aus Auerbach durch David Blank in Führung, der höchstselbst 15 Minuten später auf 0:2 erhöhte. Daraufhin wollte der TSV es wohl in der Hitze etwas ruhiger angehen lassen, was die heimischen Freien Turner zurück ins Spiel brachte. Das Spiel verlagerte sich in die Auerbacher Hälfte, Tore waren die zwangsläufige Konsequenz. Ein Doppelschlag von Ousainou Tallah (29.) und Sven Zinkgraff (34., nach einer leichtsinnig verursachten Ecke) glich das Spiel wieder aus. Der Außenseiter war nun das dominierende Team und kam zum verdienten 3:2 kurz vor der Pause durch den zweiten Treffer von Ousainou Tallah (43.).

Von der Aufholjagd in der Hitze ein wenig erschöpft, kickten sich die Freien Turner nun locker Richtung Halbzeit und schalteten zu früh in den Pausenmodus. Ein Kopfballtreffer von David Blank in der 44. zum 3:3-Ausgleich war die Strafe. David Blank hatte eine wirklich gute Halbzeit, ein Hattrick (wenn auch nicht »lupenrein«) stand für ihn zur Pause im Spielbericht…

Halbzeit-Fazit: Trotz der Hitze hauten sich die Akteure richtig rein und lieferten ein großartiges Match ab.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich das Spiel zu einer verbissenen Pokalschlacht. Nickligkeiten und Gelbe Karten häuften sich, Abseits des Spielfeldes gab es das eine oder andere emotionale Wortgefecht zwischen Trainerbank und einigen (etwas seltsamen) mitgereisten Gäste-Fans…

Von einer Überlegenheit des klassenhöheren Favoriten war nichts mehr zu sehen. Das Heimteam dominierte das Spiel und wurde durch Sven Zinkgraffs zweiten Treffer in der 65. Minute mit der erneuten Führung belohnt…

Verbissene Angriffe der Auerbacher waren die Reaktion, aber die Hausherren warfen sich tapfer in jeden Angriff und verteidigten aufoperungsvoll. Erst als die Kräfte langsam nachließen, gelang Onur Özkul in der 80. Minute der erneute Ausgleich.

Fast hätten die Gäste noch in der regulären Spielzeit den Sieg mitgenommen. Auerbach bekam in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter zugesprochen, den Dörnhöfer über den Kasten ins benachbarte Grün schoss. Das wäre auch nicht verdient gewesen…

Also gab es 30 Minuten Nachschlag in der Verlängerung. Die nun ziemlich erschöpften Hausherren beschränkten sich nur noch auf die Abwehr. Auerbach hatte zwar zwei gute Chancen, konnte diese aber nicht nutzen.

So stand es nach 90 Minuten 4:4 und das Elfmeterschießen musste entscheiden.

Die ersten beiden Schützen jeder Seite trafen, doch der dritte Forchheimer, Kapitän Andreas Jantovsky, traf nur die Latte. Und Auerbachs Torwart Andre Herb hielt den nächsten Forchheimer Elfer vom Doppeltorschützen Zinkgraff. Da sich zwischenzeitlich die beiden weiteren Schützen der Auerbacher keine Blöße gaben zog der Favorit schließlich durch ein 2:4 im Elfmeterschießen in die nächste Runde ein. So ist Fußball, eine wirklich heroische Leistung der Forchheimer wurde nicht belohnt…

Fazit: Ein tolles Spiel im Kreispokal! Viele Tore, Drama, Emotionen auf und neben dem Rasen, ein auftrumpfender Underdog – es war alles geboten. Daraus lernen wir: Es muss nicht immer der »ganz große« Fußball sein, manchmal bietet auch der »kleine« Fußball auf dem Sportplatz um die Ecke einen ausgesprochen unterhaltsamen Nachmittag…

Impressionen

Ein idyllischer Ground mit Kirchturm…

Eckfahne mit Wappen

Auerbachs Elfer-Schützen waren treffsicher…


Ein Amateurklub auf dem Weg nach oben: Der Salford City FC und die »Klasse von 92«

Permalink - Posted on 2018-07-29 13:55

»Salford City 2 Colwyn Bay 2 25 Aug 2015-178.jpg« / James Boyes on flickr / CC BY 2.0

[Foto: »Salford City 2 Colwyn Bay 2 25 Aug 2015-178.jpg« von James Boyes, Creative Commons Attribution 2.0 Generic Licence, thanks!]

Adam Rooney, 30-jähriger irischer Mittelstürmer des schottischen Vizemeisters FC Aberdeen, wechselte kürzlich den Verein. Was in der Sommerpause durchaus nicht ungewöhnlich ist. Aber Rooney wechselte vom potenziellen Europapokalteilnehmer aus der ersten schottischen Liga zum Salford City FC, dem Aufsteiger in die fünftklassige englische »National League« in England. Dabei soll (lt. Presseberichten) sein Gehalt auf erstaunliche 4.000 Pfund Wochengehalt verdoppelt worden sein…

Der Transfer sorgte für einige Diskussionen im englischen und schottischen Fußball-Twitter über den Salford City FC und seinen Weg. Dieser marschiert mit drei Aufstiegen in vier Jahren durch das englische Ligensystem und hat das Potenzial, ein frisches »Hassobjekt« für den kommerzkritischen zeitgenössischen Fußballkulturpessimismus zu werden.

Grund genug, einen Blick auf den Salford City FC, seinen Weg aus dem Amateurlager hinaus und die Hintergründe seines Aufstiegs in Richtung Profifußball zu werfen…

Die Geschichte des Salford City FC ist eine, für die man etwas ausholen muss, darum wird sie in den folgenden Abschnitten erzählt:

Exkurs: Das englische Ligensystem

Für die Leserinnen und Leser, die sich im englischen Ligensystem nicht so auskennen, folgt hier eine Erläuterung, da man sonst Salfords Marsch durch die Ligen nicht verstehen kann. Auskennende können den Abschnitt getrost überspringen.

An der Spitze des englischen Ligensystems stehen die vier landesweiten Profiligen. Die erste Liga, die Premier League, wird seit 1992 von einem eigenständigen Unternehmen durchgeführt. Darunter finden wir mit die Championship, League One und League Two die zweiten bis vierten Profiligen, die von »The Football League« betrieben werden. Wer in einer dieser vier Ligen spielt, spielt professionellen »League Football«.

Ab der fünften Spielklasse schließt sich der vom englischen Verband FA organisierte »Non League Football« an. Die fünfte Liga (mit der deutschen Dritten Liga wohl eher mit der deutschen Regionalliga vergleichbar) ist eine weitere englandweit ausgetragene Liga. Ab der sechsten Spielklasse wird die Ligenpyramide dann breiter und fächert sich in regionale und lokale Spielklassen auf, bis hinunter in die 24. Ligenebene.

Die Stadt neben Manchester: Salford

Da der Ort Salford den Wenigsten in Deutschland etwas sagen wird, zunächst ein paar Worte dazu. Salford ist eine 73.000-Einwohner-Stadt mit einer umliegenden Metropolregion von 230.000 Einwohnern, die sich unmittelbar nordwestlich, durch den River Irwell getrennt, an die Stadt Manchester anschließt und zu deren Großraum gehört. Im Zeitalter der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war Salford eine dicht bebaute Arbeiterstadt mit den für England typischen Arbeitersiedlungen. Dampfgetriebene Webstühle und mächtige Hafenanlagen prägten Salford in jener Zeit. Friedrich Engels beschrieb Salford in »Die Lage der arbeitenden Klasse in England« mit den Worten:

»Ganz Salford ist in Höfen oder schmalen Gassen gebaut, die so eng sind, daß sie mich an die engsten erinnerten, die ich gesehen habe, nämlich an die schmalen Gäßchen von Genua. In dieser Beziehung ist die durchschnittliche Bauart von Salford noch bedeutend schlechter als die von Manchester, und ebenso ist es mit der Reinlichkeit.«

Da ist es naheliegend, dass die Hymne Salfords »Dirty Old Town« heißt. Das Lied wurde später von den Dubliners in den Kanon der typischen »Irish-Pub-Songs« überführt, handelt aber eigentlich von Salford…

Mit der britischen Deindustrialisierung der 80er-Jahre veränderte sich Salford beträchtlich. Der Hafen wurde 1982 geschlossen, die verfallenen Arbeitersiedlungen (siehe erstes Bild) wurden und werden nach und nach abgerissen und der Wandel von der Industriestadt hin zu Dienstleistung, Medien, Kultur und Tourismus eingeleitet. Die alten Docks sind nun ein »hipper« Kultur- und Medienhafen mit schicken Bürohäusern (siehe zweites Bild)…

[Fotos: »Thursfield Street, Salford« von Ian Roberts, Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Generic Licence und »Salford Quays from south bank of MSC, 2008.jpg« von Pit-yacker, Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported Licence, thanks!]

Professionellen Sport treibt man im Schatten der beiden Fußballgiganten aus dem benachbarten Manchester natürlich auch. Die Sale Sharks spielen in der obersten englischen Rugby-Liga. Außerdem gibt es mit den Salford Red Devils einen erstklassigen Rugby-League-Klub, man fährt auf einer Speedway-Bahn im Kreis und hat eine traditionsreiche Pferderennbahn…

1940 bis 2014: Amateurklub Salford City FC

»Salford City 2 Colwyn Bay 2 25 Aug 2015-34.jpg« / James Boyes on flickr / CC BY 2.0

Nur im Fußball war in Salford nichts los. Bis heute ist Salford die größte Metropolregion Englands ohne einen professionellen (»League«) Fußball-Klub. Erst 1940 wurde ein Fußballklub als »Salford Central« gegründet, der in den 60ern in »Salford Amateurs« umgetauft wurde. Aus dieser Zeit stammt der Spitzname »The Ammies«…

[Foto: »Salford City 2 Colwyn Bay 2 25 Aug 2015-34.jpg« von James Boyes, Creative Commons Attribution 2.0 Generic Licence, thanks!]

Der Klub schaffte es nach einigen Jahren hinauf in die höheren Amateurligen »Division One« und »Northern Premier League«, die etwa mit unseren Verbands- und Landesligen vergleichbar sind und gewann regionale Pokalwettbewerbe.

Die »Ammies« waren dabei aber stets eine Fahrstuhlmannschaft. Erst ab 2008 hielt sich der Salford City FC, wie der Klub seit 1989 heißt, stabil in der achtklassigen »Northern Premier League Division One«, ohne dabei Ambitionen nach oben zu entwickeln. Rang 11 in der Saison 09/10 war in sechs Jahren Achtklassigkeit das beste Ergebnis.

Das Groundhopper-Blog »Lost Boyos« stattete dem Salford FC zu jener Zeit (2012) einen Besuch ab und fing die leicht verstaubte Amateurklub-Atmosphäre sehr schön ein:

»I headed back to the clubhouse at half time to warm up and enjoy another pint of Crystal, and amazingly, one of the perks of non-league cropped up: I could sit by the window, next to the radiator, with a pint and still watch the game – not that that much was happening.«

Und so würden sie wahrscheinlich noch immer mit einem Schnitt von ca. 140 Zusehenden in ihrer »Northern Premier League Division One« kicken, wenn sich die Geschichte des Klubs im Jahre 2014 nicht dramatisch verändert hätte…

2014: Die »Class of ‘92« und Peter Lim

2013 wurde der langjährige Besitzer und Chairman Darren Quick, der auch in der Vereinsgaststätte Pints zapfte und 2010 sogar einmal als Interimstrainer einsprang, abgelöst. Auf und neben dem Platz begann eine unruhige Zeit für die »Ammies«. Nach einem guten Saisonstart rutschte Salford City langsam aber sicher in der Tabelle ab, und die von zwei gleichberechtigten Trainern belegte Manager-Position wurde im Saisonverlauf mehrfach umgestellt.

Doch dann änderte sich die Lage schlagartig für den kleinen Amateurklub. Im Frühjahr 2014 trat »The Class of ‘92« auf den Plan. So nennt man, nach einem ihre Geschichte erzählenden Dokumentarfilm, die Protagonisten der großen Mannschaft von Manchester United in den 90er Jahren, die allesamt aus der Region Manchester stammen und von Trainer Alex Ferguson aus der eigenen Jugend zu Topspielern geformt wurden: David Beckham, Nicky Butt, Ryan Giggs, die Brüder Gary und Phil Neville sowie Paul Scholes. Bis auf Beckham, der heutzutage in den USA unterwegs ist, macht die »Klasse von 92« auch nach der aktiven Zeit einiges gemeinsam, z.B. Immobiliengeschäfte in der Boom-Region Manchester.

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In jenem Frühjahr 2014 beschlossen sie, auch gemeinsam »was mit Fußball« zu machen und guckten sich dafür das »Fußball-Niemandsland« Salford aus. Was eine durchaus schlüssige Entscheidung war, denn einige der fünf ManUnited-Altstars haben persönliche Beziehungen zu Salford. Paul Scholes ist in Salford geboren, Ryan Giggs lebt dort seit seinem sechsten Lebensjahr, und Gary Neville spielte dort als Kind sein erstes Match für ManUnited…

Im März 2014 war die Übernahme amtlich. Butt, Giggs, die Neville-Brüder und Scholes wurden zu gleichen Anteilen Besitzer der »Ammies«. Zur Motivation dahinter sagte Ryan Giggs:

»Everyone knows how important Salford is to me, so this is an exciting acquisition that is right at the heart of what we all believe in. We want to engage the football community, use our football experience and knowledge to aspire and nurture young talent and being able to do that in Salford makes it even more exciting.«

Das sportliche Ziel der Unternehmung wurde auch klar formuliert: Man wollte möglichst schnell aus der Achtklassigkeit hinauf in den Profifußball, dessen erste Stufe in England die vierte Liga »League Two« ist. Und innerhalb von 15 Jahren soll Salford in der zweiten Liga »Championship« spielen. Phil Neville meinte dazu:

»But there is a fairytale story to this. Can we get into the Football League? Can we take Salford City as high as we possibly can? It is going to be a fantastic journey.«

Noch im Herbst des gleichen Jahres reduzierten die fünf Altinternationalen ihre Anteile auf jeweils 10% und verkauften die anderen 50% an Peter Lim. Dem Milliardär aus Singapur gehören u.a. Immobilien in Manchester, die Agentur, die die Bildrechte an Cristiano Ronaldo hält, und über 80% des FC Valencia. Lim unterhält eine enge Beziehung zu Gary Neville, die ihn in der Saison 15/16 zu der schlechten Idee verleitete, den im Hauptberuf als »TV-Pundit« für Sky arbeitenden Neville zum Trainer des FC Valencia zu machen. Dieses Experiment endete in einem totalen Desaster und dem Beinahe-Abstieg des FC Valencia…

2014 bis 2018: Der Marsch durch die Ligen

Der erste Aufstieg 14/15

Innerhalb eines Jahres hatte sich die Lage der »Ammies« radikal geändert: Aus einem jahrelang gemütlich in der achten Liga dümpelnden Amateurverein, der von 12 Ehrenamtlichen »geschmissen« wurde, war plötzlich ein »Investmentverein« von legendären Ex-Fußballprofis mit den entsprechenden medialen Begleiterscheinungen geworden…

Das Medieninteresse wurde von der 92er-Klasse natürlich noch angestachelt. Zur Feier der Übernahme wurde gleich einmal ein Freundschaftsspiel zwischen Salford City und einem Team mit ex-ManUnited-Größen aus dem Dunstkreis der »Class of 92« durchgeführt. Und die BBC drehte 2015 und 2016 eine Dokumentarserie über die neuen Zeiten bei Salford unter dem Namen »Class of '92: Out of Their League«. Diese kann man teilweise auf Youtube anschauen, insbesondere die erste Episode aus der Zeit nach der Übernahme ist ausgesprochen sehenswert.

Auch sonst gab es einige Veränderungen: Das Logo wurde modifiziert, der Löwe stand nun auf schwarzem Grund. Und die Vereinsfarben wurden von Orange/Schwarz zu Rot/Weiß/Schwarz geändert.

Personell und sportlich blieb zunächst alles beim Alten. Als jedoch zur Halbzeit der ersten Saison unter neuer Präsidentschaft 14/15 eine sportliche Krise hereinbrach, die das Ziel »Aufstieg« gefährdete, musste der noch vom vorherigen Vorstand übernommene Trainer Phil Power gehen und wurde nach kurzer Interimsphase durch das Duo Anthony Johnson and Bernard Morley ersetzt, die auf ihren vorherigen Stationen bewiesen hatten, dass sie mit Non-League-Klubs aufsteigen können. Das war ein Volltreffer, Salford gewann 15 der 17 verbliebenen Saisonspiele und stieg als Tabellenerster in die siebtklassige »Northern Premier League Premier Division« auf.

Der nächste Aufstieg und ein Pokaltriumph 15/16

Die folgende Saison 15/16 startete gleich wieder erfolgreich. Nach 25 Jahren marschierten die »Ammies« in die erste Runde des FA-Cups und schlugen sensationell als Siebtligist das viertklassige Traditionsteam Notts County mit 2:0.

Das war auch noch live in der BBC zu sehen, zusätzlich startete die oben erwähnte Doku-Serie – Salford City und seine berühmten Eigentümer waren in aller Munde. Am Ende der Saison 15/16 ging es als Tabellendritter in die in England üblichen Aufstiegs-Playoffs, die in einem dramatischen Play-Off-Finale gegen Workington AFC endeten. Die »Ammies« lagen im entscheidenden Spiel bereits 1:2 zurück, drehten die Partie zu einen 3:2-Sieg und stiegen in einer Jubelorgie erneut auf…

Mit dem Pokalspiel und dem dramatischen Aufstieg erlebte Salford die bis dato größten Spiele der Geschichte in einer Saison. Man wird im Mai 2016 nicht viele alte Fans der »Ammies« gefunden haben, die die Übernahme und ihre Folgen schlecht einschätzten…

Mitte 2016 hatte man bereits nach zwei Spielzeiten die Hälfte des Wegs in den Profifußball zurückgelegt und mit der sechstklassigen »National League North« die höchste Ligenzugehörigkeit der Vereinsgeschichte erreicht.

Der Klub wurde zwar zunehmend professioneller, Trainer und Spieler waren aber noch stets »Amateure« (natürlich verdienten sie mit dem Fußball längst Geld), die neben dem Fußball noch einer »normalen« Arbeit nachgingen.

Vollprofitum und der Aufstieg in die National League 17/18

Dieses Konzept stieß in der Saison 16/17 an seine Grenzen. Man spielte zwar auch als Aufsteiger in die sechste Liga dort gleich vorne mit, verpasste aber als Tabellenvierter knapp den nächsten Aufstieg. Als Konsequenz wurde das Erfolgstrainerduo Johnson/Morley ebenso wie die Spieler mit Profiverträgen ausgestattet – Salford spielte die Saison 17/18 erstmals als Vollprofiteam!

Auch im Umfeld wurde eifrig professionalisiert. Das Stadion »Moor Lane«, vorher eher ein Sportplatz mit einer Tribüne (wie man in dem Video oben oder dem ersten Foto unten schön sehen kann) mit einer Kapazität von 1.400 Zusehenden, wurde mit (erweiterbaren) modernen Tribünen versehen (zweites Bild) und bietet nun 5.100 Zusehenden Platz

[Fotos: »Moor Lane, Salford City FC« von SteHLiverpool, Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic Licence und »File:Peninsula Stadium.jpg« von Salford City FC, Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Licence, thanks!]

Die Professionalisierung zahlte sich aus. Salford spielte eine souveräne Runde und verlor in der langen Saison mit 42 Spielen (22 Mannschaften spielen in der National League North) nur sieben Spiele, am vorletzten Spieltag wurde der Aufstieg in die höchste »Non League« »National League« klargemacht.

Was natürlich erneut die höchste Ligenzugehörigkeit der Vereinsgeschichte sein wird. Gary Neville meinte nach dem Aufstieg:

»Champions! Salford City Football Club, three promotions in four years. An unbelievable achievement.«

2018: Die letzte Hürde vor dem Profifußball

Neue Trainer, neue Spieler

Damit sind die »Ammies« innerhalb von vier Jahren in der höchsten »Non League« angekommen. Die fünftklassige »National League« wird landesweit mit 24 Teams ausgespielt, der Meister steigt in die »League Two« und damit in den »League«-Fußball auf, die Klubs auf den Rängen 2 bis 5 müssen in einer Play-Off-Runde einen zweiten Aufsteiger ermitteln.

Überraschend trennten sich der Verein und das seit der Saison 14/15 (s.o.) amtierende Erfolgstrainerduo Anthony Johnson und Bernard Morley nach dem dritten Aufstieg in vier Jahren am Montag nach dem Saisonende. »Unüberbrückbare Differenzen« über monetäre Dinge sowie »hochgezogene Augenbrauen« über ihre manchmal etwas unorthodoxen taktischen Herangehensweisen sollen die Gründe gewesen sein, las man in der Presse.

Nachfolger wird mit Graham Alexander ein Coach, der 2012 schon mit Fleetwood Town einen ähnlichen Marsch durch die Ligen hinauf in den »League Football« erfolgreich absolviert hatte.

Auch die Mannschaft wird umgebaut, was uns wieder zurück an den Anfang dieses kleinen Blogtextes bringt. Die spektakulärste Neuverpflichtung des Sommers war sicherlich Aberdeens Stürmer Adam Rooney, der sich, statt Europapokal mit dem schottischen Vizemeister zu spielen, lieber für die fünfte Liga mit den »Ammies« entschied, und das angeblich mit verdoppelten Bezügen. Ein weiterer hochkarätiger Neuzugang war Mittelfeldspieler Danny Lloyd von Peterborough, der ebenso wie Torwart Chris Neal (Fleetwood), Verteidiger Nathan Pond (ebenfalls Fleetword) und Stürmer Rory Gaffney (Bristol Rovers) aus der drittklassigen »League One« kamen.

Eines scheint sicher: Salford wird eine gute Mannschaft an den Start bringen und um den Aufstieg mitspielen…

Rezeption und Kritik

Und wie das immer so ist, wenn ein Verein aus den Niederungen des (Halb-)Amateurfußballs nach oben strebt und dabei nicht auf den Penny (oder Cent) schauen muss: Es gibt Leute, denen das nicht gefällt und von denen solche Vereine dann umgehend unter den Verdacht des »Erfolg kaufen« gesetzt werden. Das ist in England nicht anders als hierzulande, auch wenn das in einem Land, in dem die »Vereine« seit 130 Jahren Kapitalgesellschaften sind, nicht so stark ausgeprägt ist.

Die ManUnited-Fansite »Read Man Utd« schrieb:

»The whole takeover sort of leaves a bad taste in your mouth. (…) Even if they (die 92er-Klasse) or Lim are prepared to spend what’s necessary to take the club to the top, the success would feel a bit hollow for those who’ve been there since the beginning.«

Was aus der Ecke von Anhängern des Glazer-Klubs ManUnited schon ein komisches Argument ist…

Wenn ein Klub nach oben strebt, muss dafür natürlich ein anderer runter. So beschwerte sich der Besitzer von Accrington Stanley, Andy Holt, nach dem Rooney-Transfer auf Twitter:

»Who’s place in the football league is @GNev2 going to steal with this piss take.«

»@GNev2«, Gary Neville, der als »Sprachrohr« der 92er-Klasse und des Investors Peter Lim in der Öffentlichkeit agiert, ließ sich nicht lange bitten und antwortete:

»Steal! I hope it’s yours now!5 ex players have matched all investment with our co-owner to build a stadium, build a successful team in a city we love and invest in football. We’ve invested millions. You seem to want a franchise league where the established can’t be challenged!«

Und schon war ein wunderschönes Twitter-Wortgefecht im Gange

Auch »The Football Pink« beschäftigte sich mit Salford:

»But perhaps Salford’s crime is spending too much money? While richer teams are begrudgingly accepted, could it be said that they’ve crossed a theoretical line between acceptable and unacceptable? Possibly, but then don’t Fleetwood Town deserve the same scorn? (…) What Salford is doing is nothing unique, but where they win others lose, and those losers are historic, storied clubs like Droylsden, surviving on scraps as the new kids on the block spend money and draw the undivided attention of local communities. It’s wrong to hate the player when there are so many, but when it causes damage like this it’s certainly okay to hate the game.«

Man braucht keine große Fantasie: Wenn die »Ammies« auch in der nächsten Saison so weiterklettern wie in den letzten vier Jahren, wird dem zeitgenössischen fußballkulturpessimistischen Diskurs ein weiteres Feindbild und »warnendes Beispiel« hinzugefügt werden…

Entscheidend ist auf dem Rasen…

In der nächsten Woche startet die »National League« in ihre 42 Spieltage lange Saison, dann wird man sehen, ob Salford auch mit neuem Trainer und neuer Mannschaft auf dem Erfolgskurs bleibt.

Das erste Match findet »ausgerechnet« gegen Leyton Orient statt. Der traditionsreiche Stadtteilklub aus London hat in den letzten Jahren genau die gegenteilige Entwicklung im Vergleich mit den »Ammies« genommen. Personelle Querelen und finanzielle Probleme führten dazu, dass Orient in diesem Jahr nach 112-jähriger ununterbrochener Zugehörigkeit zum »League Football« aus eben jenem abstieg. Ein schöneres Duell »neureicher Emporkömmling vs heruntergekommene Tradition« hätte sich kein Spielplanplaner ausdenken können…

Wir werden hier im Blog in dieser Saison ein Auge auf die Entwicklung des interessanten Projekts Salford City FC haben und die Entwicklungen von Zeit zu Zeit beleuchten…


Einseitiges Topspiel im Badenpokal: SpVgg Durlach-Aue vs FC Nöttingen 0:5 – 25.7.2018

Permalink - Posted on 2018-07-28 18:10

SpVgg Durlach-Aue vs FC Nöttingen 0:5

Das von der Spielklassenzugehörigkeit der Kontrahenten her »höchstrangige« Spiel der ersten Runde im Badenpokal war das Match zwischen dem Verbandsligisten SpVgg Durlach-Aue und dem Oberligisten FC Nöttingen. Trotz »nur« einer Spielklasse Differenz wurde es eine deutliche Angelegenheit: Der Gast aus Remchingen setzte sich deutlich mit 5:0 durch…

Badenpokal 1. Runde

Wie schon im anderen Spielbericht erwähnt: Das gewittrige Wetter am letzten Wochenende brachte den Spielplan durcheinander und machte auch die sonntägliche Austragung des Topspiels der Runde unmöglich. Pünktlich zum geplanten Anpfiff brachte ein Gewitter eine Sintflut vorbei und führte zur Verlegung des Spiels auf den frühen Mittwochabend.

SpVgg Durlach-Aue vs FC Nöttingen 0:5

Ganz anders war die Lage dann am Mittwoch: Ein heißer Sommertag jenseits der 30 Grad erwartete die Akteure und machte Fußballspielen zu einer echten Herausforderung. Etwa 200 Zusehende verteilten sich auf die schattigen Plätze rund um das Spielfeld.

Die SpVgg Durlach-Aue, nach dem Abstieg des FC Español und des ASV Durlach letzter Karlsruher Klub in der Verbandsliga, ist der Heimatklub der fußballspielenden Gondorf-Familie, dessen prominentester Vertreter der Bundesligaspieler Jérôme (gerade zum SC Freiburg gewechselt) ist. Der Rest der Familie ist bei der SpVgg aktiv. Patric ist der Trainer, seine Brüder Marvin, Rouven und Fabian standen allesamt auf dem Rasen.

Der vom ehemaligen KSC-Spieler Michael Wittwer trainierte Oberligist FC Nöttingen übernahm vom Beginn das Kommando im Spiel und ging nach 15 Minuten durch Mario Bilger in Führung, der sich sehr schön über links durchsetzte. Danach taten die Gäste aber nur noch das Nötigste, so dass der heimische Außenseiter zur Halbzeit »nur« 0:1 zurück lag.

Nach der Pause wollte es die SpVgg noch einmal wissen und setzte die Gäste unter Druck. Diese blieben cool und nutzten die erste Torchance der zweiten Hälfte zum 0:2 durch Leutrim Neziraj in der 51. Minute.

Der Wendepunkt des Spiels war die 64. Minute. Rouven Gondorf ging im Nöttinger Strafraum zu Boden, Schiri Lukas Heim zeigte auf den Punkt. Fabian Gondorf schoss den Strafstoß, Nöttingens Keeper Andreas Dups war aber in der Ecke und hielt den gar nicht so schlecht geschossenen Elfer. Danach lieferte sich Durlach-Aues Trainer Patric Gondorf mit einigen mitgereisten Nöttinger Fans ein Wortgefecht, die das dem Elfmeterpfiff vorausgehende Foul lautstark mit »des isch de Bruder vom Neymar« kommentiert hatten. Muss man als Trainer auch nicht unbedingt machen…

Damit war die Gelegenheit zur potenziellen Wende vergeben, die Nöttinger spielten das Match nun souverän herunter. Und der eingewechselte Ernesto de Santis schraubte das Ergebnis auf den etwas arg hohen Endstand von 0:5, indem er mit einem Hattrick in der 68., 86. und 88. Minute eine erstaunliche Performance hinlegte…

Fazit: Eine etwas arg einseitige Partie, die nach der Pause 20 Minuten lang bis zum Elfer ihre spannendste Phase hatte…

Impressionen


Hitzeschlacht im Badenpokal: FVgg Weingarten vs FC Germania Friedrichstal 0:1 – 24.7.2018

Permalink - Posted on 2018-07-28 16:35

FVgg Weingarten vs FC Germania Friedrichstal 0:1

Die regnerischen Gewitter am letzten Wochenende wirbelten den Spielplan der ersten Runde im Badischen Verbandspokal ordentlich durcheinander. Da am aktuellen Wochenende bereits die zweite Runde ausgespielt wird, mussten etliche Partien unter der Woche nachgeholt werden. Was natürlich gute Gelegenheiten zum Besuch weiterer Pokalmatches mit sich brachte. Eines davon war die Partie zwischen dem Kreisligisten FVgg Weingarten und dem Oberligaufsteiger FC Germania Friedrichstal. Der Favorit setzte sich in einem mühsamen Match knapp mit 1:0 durch…

Badenpokal 1. Runde

Als das Pokalwochenende begann, hatte der Sommer Baden fest im Griff. Ausgerechnet am Sonntagnachmittag, als der Großteil der Spiele im Bereich Mittelbaden ausgetragen werden sollte, zog eine Gewitterfront mit überaus ergiebigen Regenfällen über das Land und verwandelte manch einen Sportplatz in einen See. Entsprechend fielen einige Spiele aus und wurden unter der Woche nachgeholt.

FVgg Weingarten vs FC Germania Friedrichstal 0:1

Z.B. das Match in Weingarten. Die Fußballvereinigung 1906 hatte mit dem frisch gebackenen Oberligaaufsteiger FC Germania Friedrichstal ein schwieriges Los gezogen. Weingarten liegt etwa 16 Fahrradkilometer nordöstlich von Karlsruhe und beheimatet mit der FVgg einen traditionsreichen Klub, der lange in den höheren Amateurligen Badens unterwegs war und bis 1948 sogar in der zweithöchsten Klasse spielte. Die letzten Jahre waren weniger glorreich, seit 2007 spielen die Weingartener in der achtklassigen Kreisliga. Diese ist in Baden oberhalb der Kreisklassen angesetzt und mit der Bezirksliga in anderen Verbänden vergleichbar. Die letzte Saison schloss das Team aus der Ringerhochburg im Mittelfeld der Tabelle als Siebter ab.

Der Ground der FVgg, das Waldstadion, liegt etwas verloren mitten im Hardtwald an der A5. Tückisch: Wenn man in Google Maps nach »FVgg Weingarten« sucht, so wird man zum gleichnamigen Verein aus dem niederrheinischen Neuss gelotst. Augen auf beim Routing mit moderner Technik!

Der Nachholtermin am Dienstag um 18:00 wartete mit einer mörderischen Hitze auf. Die etwa 150 bis 200 Zusehenden suchten sich die schattigen Plätze rund um den Sportplatz, die Akteure konnten das natürlich nicht.

Für den Gast, den FC Germania Friedrichstal, dessen Weg aus der Verbandsliga hinauf in die Oberliga in der letzten Saison hier im Blog ein wenig begleitet wurde, war es das erste Pflichtspiel der Saison und damit auch das Debüt des neuen Trainers Marcelus Noukiatchom, der im Sommer Aufstiegstrainer Andreas Augenstein ablöste.

Das Spiel selbst war, wohl auch wg. der Hitze, kein großes Fußballfest. Der Favorit aus Friedrichstal war zwar von Beginn an feldüberlegen, tat aber nur das Nötigste, um sich den heimischen Kreisligisten vom Leibe zu halten. Und hatte das Glück, bereits in der 20. Minute durch den Neuzugang Hans Kyei (kam vom Süd-Verbandsligisten 1. SV Mörsch) in Führung zu gehen.

Das von den Germanen in der letzten Saison gewohnte gefällige Kombinationsspiel gab es nur selten zu sehen. Dazu wurden beste Torgelegenheite ausgelassen…

Das Heimteam aus Weingarten hielt trotz der Hitze wacker dagegen und hatte unmittelbar zu Beginn der zweiten Hälfte eine Phase mit zwei sehr guten Chancen, die von Torwart Haumann und dem Torgebälk zunichte gemacht wurden. Das animierte den Favoriten noch einmal zu mehr Aktivität, ein zweites Tor wollte aber nicht gelingen. Mangelnde Konzentration im Abschluss der Friedrichstaler und der gut aufgelegte Weingartener Keeper Andre Striethorst sorgten dafür, dass es bis zum Abpfiff beim knappen 0:1 blieb.

Fazit: Kein Spiel was man unbedingt gesehen haben musste. Der Favorit tat sich ziemlich schwer. Ein großes Kompliment geht an das unterklassige Heimteam, das nie aufsteckte trotz der sommerlichen Hitze bis zum Abpfiff unverdrossen versuchte, den Ausgleich zu erzielen…

Impressionen

Durchs Netz geschaut…

Flutlichtmastruine…

Eckfahne


Saisonauftakt im Badenpokal: KIT SC Karlsruhe vs TuS Bilfingen 0:5 – 19.7.2018

Permalink - Posted on 2018-07-19 22:15

KIT SC Karlsruhe vs TuS Bilfingen 0:5

Es geht wieder los: Am Wochenende startet mit der ersten Runde des Badenpokals der regionale Fußball in die Saison 18/19. In einem vorverlegten Match traf der A-Klassen-Klub KIT SC aus Karlsruhe auf den Verbandsligisten TuS Bilfingen. Und das Match endete mit einem standesgemäßen 0:5…

Der Badenpokal eröffnet die Saison

Es geht wieder los im regionalen Fußball in Baden. Die Meisterschaften starten gegen Mitte August, die erste Runden im Badischen Pokal ist der Pflichtspielauftakt der Saison 18/19. Hauptspieltag ist der kommende Sonntag, einige wenige Spiele wurden vorverlegt. So auch unsere heutige Begegnung…

KIT SC

Die Heimmannschaft ist ein ungewöhnlicher Verein. »KIT« ist der »coole« Name für die Karlsruher Universität, die auch einen Hochschulsportbereich hat. Da als Hochschule keine Teilnahme am regulären Spielbetrieb möglich ist, entstand 2010 aus einer 2008 verfassten Diplomarbeit heraus der KIT Sport-Club. Treibende Kraft dahinter war der KIT-Hochschulsportleiter und Multi-Funktionär Dietmar Blicker. Blicker war letzte Saison Trainer beim Süd-Verbandsligisten 1. SV Mörsch und wird in der neuen Saison den ambitionierten Verbandsligaaufsteiger ATSV Mutschelbach trainieren.

Die erste Fußballmannschaft des KIT hatte sich schnell in die Kreisklasse A hinaufgearbeitet und kickt dort seit 2013. Fun Fact: In der Saison 14/15 war der ewige KSC-Schalke-Auswärtsheld Christian Timm dort Trainer.

Die letzte Saison beendeten die Hochschulfußballer im Mittelfeld der Kreisklasse A2 auf Rang 8 von 16 Teams.

TuS Bilfingen

Bilfingen ist ein Stadtteil der 6400-Einwohner-Gemeinde Kämpfelbach aus dem ruralen Raum zwischen Karlsruhe und Pforzheim. Die TuS wurde 1910 gegründet und spielt seit 2016 in der Verbandsliga Nordbaden. In der letzten Saison kämpften die »Scheibenschläger« lange gegen den Abstieg, retteten sich aber (zum Leidwesen unseres Karlsruher FC Español) am vorletzten Spieltag und gehen nun in die dritte Verbandsligasaison hintereinander.

KIT SC Karlsruhe vs TuS Bilfingen 0:5

Da am Wochenende in Bilfingen das Kämpfelbachturnier ausgetragen wird, wurde das Pokalmatch beim KIT SC auf Donnerstag vorverlegt.

Das schien aber niemand mitbekommen zu haben, denn als Team ballreiter fünf Minuten vor Spielbeginn am Hochsschulsportplatz eintraf, deutete nichts auf ein Pokalspiel hin. Auf dem üppigen Sportgelände in unmittelbarer Nähe des Wildparkstadions drehten nur Studierende ihre Runden…

Die Erleuchtung nahte in Form von Schiedsrichter Stefan Faller und seinem Team, die schnurstracks auf den leeren Kunstrasenplatz liefen. Was ein eindeutiges Zeichen war: Da wird jetzt gekickt!

Mit dem Anpfiff füllte sich das Areal rund um den Kunstrasenplatz ein wenig, schätzungsweise 50 Zusehende wollten das Match in der ersten Runde des Badenpokals sehen. Zwischen KIT (A-Klasse) und Bilfingen (Verbandsliga) ist ein Unterschied von drei Spielklassen, was ein deutliches Ergebnis erwarten ließ.

Das gab es dann auch. Allerdings tat sich der von Spielertrainer Dejan Svjetlanović trainierte Verbandsligist zunächst sehr schwer gegen den heimischen Studentenklub. Bilfingen war zwar feldüberlegen, die Pässe in den Strafraum hinein waren aber ziemlich nachlässig ausgeführt und leicht zu verteidigen. 20 Minuten hielt der KIT SC das Tor sauber, ein Doppelschlag von Luka Stojic und Kevin Clussmann in der 20. und der 22. Minute sorgte aber schon für die Vorentscheidung.

KIT SC hielt weiter wacker dagegen, kam aber nur zu einer wirklich guten Chance. Mit dem 2:0 ging es in die Pause, die in guter alter Amateurfußballtradition auf dem Platz hockend verbracht wurde…

In der zweiten Halbzeit tat Bilfingen nicht mehr als nötig, erzielte aber seine Tore. Treffer durch Murat Ertrugul (50.), Spielertrainer Dejan Svjetlanović (78.) und erneut Clussmann (86.) schraubten das Ergebnis auf ein standesgemäßes 0:5…

Fazit: Ein etwas langweiliges Spiel zum Saisonauftakt. Es gab zähe Kämpfe im Mittelfeld, aber die KIT-Kicker von Trainer Fabian Wenz waren zu harmlos. So geriet der Favorit aus Bilfingen nie in Gefahr und wartete geduldig auf seine Chancen, die dann auch genutzt wurden. Am Ende steht für Bilfingen ein 5:0-Auswärtssieg, der glamoröser aussieht als er tatsächlich war…

Impressionen


Saisonwechsel

Permalink - Posted on 2018-07-19 10:10

Wässert den Platz, es geht wieder los! (Hier bei Olympia Hertha in Karlsruhe am Adenauerring)

Mit dem Abpfiff des WM-Endspiel ist die Saison 17/18 nun endgültig Geschichte, und schon steht die neue Spielzeit 18/19 in den Startlöchern…

Tschöö 2017/18!

In der abgelaufenen Saison 17/18 gab es hier im Blog Artikel zu 63 Spielen zu lesen, das war Rekord in der nunmehr dreijährigen Geschichte des ballreiter. Erstmal gelang es in einer Saison, in der gesamten (in Karlsruhe) 11 Spielklassen umfassenden deutschen Ligenpyramide (von der erstklassigen Bundesliga bis hinunter zur 11. Liga Kreisklasse C) mindestens ein Spiel zu sehen und die im allerersten Blogartikel formulierte Überzeugung, »…dass die Fußballwelt zu groß, zu bunt und zu interessant ist, um nur jahraus, jahrein zu den immerselben Spielen des immerselben Vereins gegen die immerselben Gegner zu gehen«, mit Leben zu füllen…

21 Spiele der letzten Saison waren Heimspiele des KSC, die trotz des Einzugs in die letztendlich hochgradig enttäuschende Drittliga-Relegation nach oben meistens keine vergnügungsteuerpflichtigen Veranstaltungen waren. Die Antwort des walisischen Stoke-City-Trainers der 80er, Alan Durban, auf Kritik an seiner überdefensiv-unansehnlichen Spielweise war bekanntlich »If you want entertainment, go and watch a bunch of clowns!«. Das könnte auch von Alois Schwartz stammen…

Das beste Drittliga-Match der Saison war zweifellos das 3:1 gegen Unterhaching im strömenden Januar-Regen. Für einmal war das taktische Defensivkonzept gesprengt und ein Sturmlauf auf das Hachinger Tor sorgte für Begeisterung…

Das schlechteste Live-Spiel der Saison war aber das in der höchsten deutschen Spielklasse zwischen VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach. In keinem der »unterklassigen« Spiele der Saison hat man sich so gelangweilt. Der Besuch von Bundesliga-Spielen reizt derzeit überhaupt nicht…

Hallo 2018/19!

Genug von der Vergangenheit, die neue Saison steht vor der Tür! Die ersten Runden der CL- und EL-Quali laufen schon, und am kommenden Wochenende (präziser: heute Abend) geht der regionale Fußball mit der ersten Runde des Badenpokals in die Saison 18/19. In der Schweiz startet bereits die dortige erste Liga Super League, und nächste Woche rollt auch in der Dritten Liga wieder der Ball.

Bald können wir also endlich wieder die Wochenenden (und manch einen Wochentag-Abend…) im Stadion oder auf dem Sportplatz verbringen. ballreiter wünscht allen Leserinnen und Lesern eine erfolgreiche und interessante Saison 18/19 und viel Vergnügen am Rande des Spielfelds!


Fremdgehen mit ovalem Ball: Rugby-WM-Quali Deutschland vs Samoa 28:42 – 14.7.2018

Permalink - Posted on 2018-07-17 06:40

Deutschland vs Samoa 28:42

Sommerpause! Fußball (WM) läuft nur im Fernsehen, auf den Sportplätzen ist nix los. Eine gute Gelegenheit, einmal andere Ballspiele anzuschauen. Z.B. Rugby. Also ging es hinauf nach Heidelberg zum Qualifikationsspiel für die Rugby-WM 2019 zwischen Deutschland und Samoa. Das deutsche Team schlug sich als Außenseiter wacker und verlor nach einem offenen Spiel mit 28:42 gegen das favorisierte Profiteam aus der Südsee…

Rugby

Das erste Rugbyspiel: Edinburgh vs Glasgow, 2.1.2015, 20:8

Vor dreieinhalb Jahren sah ich in Schottland das erste Rugby-Match meines Lebens, Edinburgh Rugby vs Glasgow Warriors (Video des Spiels auf Youtube). Danach wurde offiziell beschlossen, dass Rugby ein toller und interessanter Sport und Edinburgh die Lieblingsmannschaft ist.

Das Spielgeschehen und die Regeln sind für Anfängerinnen und Anfänger ein wenig kompliziert. Dazu kommt, dass es Rugby in diversen Varianten, nämlich »Rugby League« mit 13 Spielern, »Rugby Union« mit 15 und in einer olympischen Spezialvariante mit 7 Spielern gibt. Das interessante »richtige« Rugby, das in den Profiligen und bei der Weltmeisterschaft (und beim jährlichen Six-Nations-Turnier, übrigens das Sportereignis mit dem höchsten Zuschauerschnitt Europas) gespielt wird, ist »Rugby Union« mit 15 Spielern.

Gemeinsam ist allen Varianten das Ziel des Spiels: Den Ball in das gegnerische Malfeld am Ende des Spielfelds abzulegen (wofür man 5 Punkte bekommt), was man einen »Versuch« (engl. »Try«) nennt. Schafft man es danach noch, zwischen die Torstangen zu kicken, gibt es 2 weitere Punkte. Und ein Kick zwischen die Stangen aus dem Spiel heraus oder als Straftritt zählt 3 Punkte.

Über die weiteren Regeln und die Rollen der Spieler auf dem Feld (im Rugby ist die Rückennummer des Spielers einer Position im Spiel zugeordnet) kann sich mit Hilfe des offiziellen Handbuchs für Anfänger oder des empfehlenswerten Buchs »Rugby Union for Dummies« informieren und bekommt damit einen gut lesbaren Einstieg in das Spiels.

In der Vor-DAZN-Zeit war es schwierig, Rugby auf dem Bildschirm sehen zu können. Das hat sich geändert, heute kann man viele Spiele aus der schottisch-irisch-walisisch-italienisch-südafrikanischen Liga PRO 14, der englischen Aviva Premiership und den europäischen Wettbewerben Champions Cup und Challenge Cup anschauen. Die DAZN-Kommentatoren sind ausgezeichnet und erklären bei den Spielen viele Feinheiten des Spielgeschehens, so dass man mit jedem angeschauten Spiel dazulernt…

Rugby wird vorwiegend in den aus dem Dunstkreis des britischen Empire entstandenen Ländern (und in Frankreich und Italien) professionell gespielt. Auf der Insel hat Rugby das Image des Sports der wohlhabenden »Eliten« (im Gegensatz zum »Proletensport« Fußball). Wenn man in Schottland zum Rugby ins Stadion geht, kann man sich mit einer Flasche Bier in der Hand an den Spielfeldrand stellen und sich das Match gemeinsam mit den Fans der gegnerischen Mannschaft anschauen. Was im Fußball undenkbar ist…

Deutschland gehört nicht zu den Rugby-Mächten, hierzulande ist Rugby ein Amateursport. Mit Ausnahme der Spieler, die in der »Wild-Rugby-Akademie« des Heidelberger Fruchtsaft-Getränk-Milliardärs Hans-Peter Wild (auf einigen Fotos sieht man den ikonischen Fruchtsaft-Beutel überdimensional über dem Stadion wehen…) angestellt sind (oder waren). Das Mit- und Gegeneinander von Rugby-Verband und Wild-Akademie bot seit Jahren Stoff für Konflikte, die kürzlich in einer amtlich verkündeten Trennung und der angekündigten Auflösung der Rugby-Akademie ihren Höhepunkt fanden…

Rugby World Cup 2019

Alle vier Jahre findet die Rugby-Weltmeisterschaft statt, nächstes Jahr ab 20. September 2019 in Japan. Die großen Nationen sind automatisch qualifiziert. Die restlichen Interessenten können sich über eine komplizierte Qualifikation, die einen ziemlich langen Wikipedia-Artikel füllt und deren Ergebnisse auch noch von diversen Skandalen um auffällige Schiedsrichterleistungen und nicht spielberechtigte Spieler durchgeschüttelt wurden, ihr Ticket lösen.

Das Endergebnis war, dass Deutschland überraschend als Zweiter der Europa-Quali (was für das deutsche Rugby schon ein großer Erfolg ist) gegen den Dritten des Ozeanien-Cups, Samoa, um das Japan-Ticket im Hin- und Rückspiel spielen durfte. Samoa, Südsee-Insel-Staat mit einer Bevölkerung im Umfang von zwei Dritteln Karlsruhe, klingt exotisch, ist aber im Rugby durchaus eine »Macht«. Samoa nahm bisher an allen Weltmeisterschaften teil und alle Nationalspieler spielen in den großen Profiligen.

Dementsprechend war das deutsche Team der große Außenseiter und kassierte im Hinspiel auf der anderen Seite des Globus eine derbe 66:15-Packung, womit das Quali-Duell im Grunde schon vor dem Rückspiel entschieden war…

Das war aber trotzdem noch nicht das Ende der deutschen Qualifikations-Hoffnungen, denn ab 11. November findet in Frankreich ein »Repechage« genanntes Turnier statt, in dem vier Mannschaften um den endgültig letzten WM-Platz spielen…

Deutschland vs Samoa 28:42

Trotz der deutlichen Hinspielniederlage war der Heidelberger »Fritz-Grunebaum-Sportpark«, das »Wohnzimmer des deutschen Rugby«, mit über 3.000 Zusehenden sehr gut gefüllt. Denn eine Mannschaft der Klasse Samoas bekommt man auf einem deutschen Rugby-Spielfeld nicht alle Tage zu sehen, entsprechend erwartungsfroh war das Publikum. Und das deutsche Team konnte vor vollem Haus und Live-Übertragung in DAZN Werbung für die Randsportart Rugby machen und sich gegen einen starken Gegner für die »Repechage« einspielen…

Nach dem Absingen der Nationalhymnen führte die »Manu Samoa« (wie das Team von Samoa genannt wird) ihren Kriegstanz »Siva Tau« auf. Was das deutsche Team wohl so nachhaltig beeindruckte, das gleich die erste Aktion von Samoa in einem Versuch endete, nach nicht einmal 30 Sekunden…

Wer darob ein einseitiges Match befürchtete, wurde bald eines Besseren belehrt. Manu Samoa ließ es mit der Hinspielführung im Rücken ein wenig ruhiger angehen und die deutschen Spieler stürzten sich tapfer in die Tacklings gegen die körperlich überlegenen Gäste. Zwei deutsche Versuche hintereinander drehten das Spiel und zur Mitte der ersten Halbzeit führte plötzlich Deutschland!

Das Spiel blieb bis zur Pause offen und entwickelte sich zum offenen Schlagabtausch. Und wurde von der deutschen Seite mit hoher körperlicher Intensität geführt, was von Seiten Manu Samoas ab und an mit kleineren körperlichen Auseinandersetzungen quittiert wurde. Dank eines Straftritts in der 40. Minute ging das deutsche Team mit einer 15:14-Halbzeitführung in die Kabine. Dass Samoa, nach dem Versuch in der 1. Minute, in den verbleibenden 39 Minuten bis zur Pause nur noch einen einzigen weiteren legen würde, hatte wohl niemand erwartet…

Die zweite Halbzeit blieb zunächst offen, ab der 60. Minute ließen aber die deutschen Kräfte deutlich nach und Samoa wurde defensiv stärker. Was angesichts des körperlichen Spiels in der sommerlichen Wärme nicht verwunderlich war. Das DRV-Team tackelte nicht mehr Richtung Malfeld, sondern nahm jede Gelegenheit für einen Kick vom Feld zwischen die Stangen wahr. Was etwa bis zur 70. Minute gut funktionierte und mit einer 28:21-Führung belohnt wurde…

In den letzten zehn Minuten drehten die Jungs aus Samoa aber noch einmal auf, mit einer Niederlage wollten sie sich wohl doch nicht auf den langen Heimflug auf die andere Seite der Erdkugel machen. Die erschöpften Männer in Weiß hatten den Profis aus der Südsee nichts mehr entgegen zu setzen, 3 Versuche in 10 Minuten drehten das Spiel zum 28:42-Endstand.

Fazit: Ein unterhaltsames Spiel in einer guten Atmosphäre mit einer großen Leistung des deutschen Teams, der Ausflug hatte sich gelohnt. Dieses deutsche Rugby-Team verdient es, dass man ihm im November im »Repechage«-Turnier die Daumen drückt. Eine deutsche WM-Teilnahme wäre für das Rugby hierzulande eine tolle Sache, und es winkt eine WM-Gruppe mit Neuseeland. Und ein deutsches WM-Spiel gegen die berühmten »All Blacks« wäre doch eine famose Sache…

Vielleicht schaffen es auch die Funktionäre im Umfeld ihre Streitereien einzustellen. Bei Total Rugby spekuliert man ob der beim Spiel über dem Spielfeld schwebenden Safttüten schon, ob das große Zerwürfnis zwischen Verband und Saft-Milliardär vielleicht doch nicht so endgültig ist, wie es sich anhörte

Impressionen


Antoine Griezmann.

Permalink - Posted on 2018-07-11 10:00

Und noch einen Artikel steuerte ich für die WM-Reihe bei »Cavanis Friseur« bei, diesmal über unseren Atleti-Helden Antoine Griezmann: »WM 2018: ANTOINE GRIEZMANN IM PORTRÄT«.


Gabriel Jesus.

Permalink - Posted on 2018-07-03 11:35

Sommerpause, WM, Ruhe im Blog. Aber nicht ganz, ich hatte die große Ehre, für die exzellente WM-Reihe bei »Cavanis Friseur« einen Artikel über den großartigen brasilianischen Stürmer Gabriel Jesus beitragen zu dürfen: »WM 2018: GABRIEL JESUS IM PORTRÄT«.


Neues aus Schottland #24: Double Treble

Permalink - Posted on 2018-06-24 17:30

Eingang des Celtic Park im Oktober 2016

»This is how it feels to be Celtic, Champions again as you know! Brendan Rodgers is here for ten in a row, ten in a row!« singt man auf der grünen Seite Glasgows. Und das zu Recht, denn die Saison endete triumphal für den Celtic FC, der zum 49. Mal Schottischer Meister wurde und den »Streak« auf »seven in a row« ausdehnte. Darauf und auf sonstiges Bemerkenswertes der Saison 17/18 werfen wir einen abschließenden Blick…

It‘s been dunky‘s since a last saw ye…

Es gab hier lange nix mehr über den Fußball in Schottland! In der nächsten Saison wird sich das Bloggen über den schottischen Fußball in diesem kleinen familiären Fußballblog ein wenig ändern, mit einer leicht modifizierten Form. Aber das hat ja noch ein paar Wochen Zeit…

Saison 2017/18, oder: »Champions again as you know!«

Die erneute Meisterschaft für Celtic ist natürlich genausowenig eine Überraschung wie eine ebensolche für Bayern in Deutschland. Im Vergleich zur Bundesliga ist Celtics Vorsprung von »nur« 9 Punkten nach 35 Spielen auf den Zweiten Aberdeen aber geradezu knapp.

Wenn von Deutschland aus auf die schottische Liga geschaut wird, dann natürlich stets unter dem »Celtic-vs-Rangers«-Fokus. Es hat halt (außer den aufmerksamen Leserinnen und Lesern dieses kleinen Fußballblogs) noch niemand mitbekommen, dass diese Zeiten seit 2012 vorbei sind. Die Geschichte des Rangers FC, der 54 mal Meister war, hat 2012 ihr Ende gefunden. Und der danach gegründete neue Klub gleichen Namens ist nur noch einer von vielen Vereinen in Schottland, die sich um die Plätze hinter Celtic balgen. Nichts demonstriert die diesbezüglichen Kräfteverhältnisse in Glasgow so schön wie das Spiel am viertletzten Spieltag der Saison, als Celtic mit einer 5:0-Packung (»Derby Demolition«) gegen die New Rangers die 49. Meisterschaft klarmachte:

Zusätzlich gewann Celtic auch noch den Pokal (2:0 gegen Motherwell) sowie (bereits im November 2017) den Ligapokal (ebenfalls 2:0 gegen Motherwell) und holte damit erneut das »Domestic Treble«. Als erstes Team in der langen Geschichte der 1890 gegründeten schottischen Liga holten die Bhoys mit ihrer saisonübergreifenden Serie von 69 ungeschlagenen Spielen dieses »Treble« in zwei Spielzeiten hintereinander.

Celtic fehlte in der abgelaufenen Saison, besonders ins Frühjahr hinein, ein wenig die Brillanz der Vorsaison. Was bei zwei »Domestic Trebles« hintereinander natürlich Jammern auf hohem Niveau und »ein Stück weit« (wie man heute so sagt) normal ist. Bekanntlich werden in Schottland die letzten 5 Spiele in einer getrennten Meister- und Abstiegsrunde ausgetragen. Von denen gewann Celtic »nur« zwei Stück und verlor sogar zweimal. Die Meisterschaft geriet trotzdem nie in echte Gefahr und in den Pokalendspielen war auf die Celtic-Leistungsträger stets Verlass. Meistertrainer Brendan Rodgers wird aber trotzdem genau hingeschaut und sich seine Gedanken in Sachen Kaderveränderung, insbesondere im Hinblick auf Europa und die CL-Quali, gemacht haben…

Saisonprognose vs Endergebnis

Volltreffer an der Spitze…

Zu Beginn der Saison gab es hier eine große Vorschau auf die Premiership mit einer schlauen Prognose in Sachen Endstand. Darum ist es allerhöchste Zeit, diese Prognose an der Realität des Endergebnis zu messen:

Endstand Team Prognose
1. Celtic 1.
2. Aberdeen 2.
3. New Rangers 3.
4. Hibernian 5.
5. Kilmarnock 9.
6. Hearts 4.
7. Motherwell 11.
8. St. Johnstone 6.
9. Dundee 10.
10. Hamilton 12.
11. Partick Thistle 7.
12. Ross County 8.

Die ersten Drei haben wir mit unserer geballten Kompetenz exakt so vorhergesagt.

Erneut war Derek McInnes’ FC Aberdeen die zweite Macht in der schottischen Liga, und das zum vierten Mal hintereinander. Ebenso erneut waren die »Dons« das mit deutlichem Abstand (diesmal »nur« neun Punkte) und hatten die ganze Saison über keine realistische Meisterschafts-Chance. Im Herbst 2017 hatten die Dons eine kleine Schwächephase, als wochenlang eine Abwanderung ihres Erfolgstrainers Derek McInnes zu den New Rangers im Raum stand, die dieser am Ende verwarf und lieber an der Nordostküste blieb. Was man durchaus als kluge Entscheidung werten darf, möglicherweise kostete das Theater aber die Chance auf die Meisterschaft…

Die große Schwäche des Aberdeen FC blieb die schlechte Bilanz gegen die beiden Klubs aus Glasgow. In je vier Versuchen gab es nur ein Remis gegen Rangers und einen Sieg gegen Celtic (am bedeutungslosen letzten Spieltag).

Was uns zu den New Rangers auf Rang 3 bringt. Eine Saison im Rahmen dessen, was man realistischerweise erwarten konnte und dementsprechend so vorhergesagt. In der unrealistischen Selbstwahrnehmung sehen sich die Blauen aus dem Westen Glasgows aber als potenziellen Meisterschaftskandidaten, so dass die Saison im Grunde nur enttäuschend enden konnte. In der Vorschau schrieben wir:

»Trainer Caixinha steht nach dem Europapokal-Desaster bereits unter Druck, sollte der Start in die Premiership misslingen könnte es gut sein, dass er schneller wieder weg ist, als seine Neuverpflichtungen brauchen, um sich einzuspielen.«

Und genau so kam es. Pedro Caixinha war im Oktober Geschichte, sein Nachfolger, U20-Coach Graeme Murty, war es am Saisonende. In der neuen Saison soll Liverpool-Legende (und Trainer-Newbie) Steven Gerrard die neuen Rangers mit einer »Rangers Revolution« an Celtic heranbringen. Wir werden sehen, wie das ausgeht…

Aufsteiger Hibernian aus der Hauptstadt Edinburgh spielte unter ex-Celtic-Coach Neil Lennon besser als erwartet, landete auf Rang 4 vor dem Lokalrivalen Hearts und spielte streckenweise den nach Celtic besten Fußball der Liga.

Nah dran im Mittelfeld…

Unerwartet stark präsentierte sich die »graue Maus« aus Kilmarnock. Mit einem Sieg aus den ersten 13 Pflichtspielen startete Killie katastrophal in die Saison und Trainer Lee McCulloch musste gehen. Nachfolger Steve Clarke stabilisierte die Mannen aus der alten Industriestadt und führte sie hinauf bis Rang 5, die beste Saison seit 2007. Hätte die Saison erst mit Clarks Übernahme Mitte Oktober 2017 begonnen, wäre Killie drei Punkte hinter Celtic auf Rang 2 eingelaufen. Verdientermaßen wurde Steve Clark von der schottischen Fußballpresse zum »Manager of the Year« gewählt. Eine ganz starke Saison von Killie, das haben wir nicht erwartet…

Langweiliger war die Saison dagegen für Heart Of Midlothian. Auch wenn Craig Leveins Mannen der Ruhm bleiben wird, Celtics »Unbeaten Run« mit einem deftigen 4:0 nach 69 Spielen beendet zu haben, wollten sie natürlich auf keinen Fall hinter Lokalrivale Hibernian landen. Dazu spielten sie einen schauderhaften Fußball und kamen auf einem unspektakulären sechsten Rang ins Ziel. Trainer Levein kündigte für den Sommer bereits den nächsten Kaderumbau an. Das machen sie nun schon drei Jahre hintereinander…

Über den FC Motherwell schrieben wir: »Die Abwehr ist wackelig und das Mittelfeld überaltert.« Eine Fehleinschätzung, denn mit einem soliden Mittelfeldplatz in der Liga sowie dem Einzug in beide Pokalendspiele (s.o., gegen Celtic) spielten die Männer von Coach Steve Robinson eine überraschend gute Saison.

Der FC St. Johnstone und der FC aus Dundee landeten im unteren Mittelfeld mit phasenweiser Abstiegsgefahr, was so zu erwarten war.

Völlig daneben in der Abstiegszone…

Richtig daneben lag unsere Prognose aber in Sachen Abstieg.

Der von uns auserkorene Topabstiegskandidat Hamilton Accies rettete sich so gerade über das Torverhältnis (punktgleich mit dem Vorletzten) auf Rang 10. Dauertrainer Martin Canning, seit 2015 im Amt, sitzt trotz der schwachen Saison fest im Sattel und plant nach zwei Spielzeiten hintereinander in der Abstiegszone einen personellen Umbruch…

Am Tabellenende finden wir die beiden großen Enttäuschungen der Saison, die wir so nicht erwartet hatten. Nach Rang 6 in der Vorsaison gewann das »Fußball-Hipster-Lieblingsteam« Partick Thistle (der dritte Klub aus Glasgow) nur achtmal in 38 Versuchen und landete auf dem vorletzten Platz. Der brachte die Relegationsspiele gegen den Sieger der Zweitliga-Play-Offs und damit den Abstieg. Denn Thistle verlor erstaunlich chancenlos gegen den FC Livingston (eine Trabantenstadt westlich von Edinburgh) mit 1:2 und 0:1 und muss nach fünf Erstligajahren den bitteren Weg in die zweitklassige Championship antreten…

Dieses Schicksal ereilte auch den Tabellenletzten Ross County (aus Dingwall am Loch Ness). Normalerweise sorgt dort der solvente Chairman »Uncle Roy« McGregor stets dafür, dass mit Verstärkung in der Wintertransferperiode etwaige Abstiegsgefahr zuverlässig vertrieben wird. Deshalb hatten wir die Staggies auch im unteren Mittelfeld erwartet. Aber diesmal funktionierte das nicht, nach einem guten Start rutschte das Team ans Tabellenende und kam dort trotz dreier Trainerwechsel nicht mehr weg…

Damit sind die schottischen Highlands nach dem Abstieg von Inverness in der Vorsaison nicht mehr in der ersten Liga vertreten. Bis auf Aberdeen an der Küste im Nordosten kommen in der nächsten Saison alle Erstligisten aus dem Larger Central Belt

Spieler der Saison

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf interessante Spieler der Saison.

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Top-Torjäger der Saison wurde mit 18 Treffern Kris Boyd aus Kilmarnock. Der 34-jährige wuchtige Stürmer, der nebenbei noch als TV-Experte und Kolumnist einer großen Boulevardzeitung arbeitet, war einer der Garanten für Killies gute Saison.

Dahinter finden wir die beiden Rangers-Stürmer Alfredo Morelos und Josh Windass mit 14 bzw. 13 Treffern, gefolgt von Kyle Lafferty (Hearts, 12) und Alex Schalk (Ross County, 11). Und dann erst mit Scott Sinclair (10 Tore) der erste Celtic-Stürmer. Da Celtic trotzdem 73 Tore erzielte, zeigt das die Kaderbreite des Meisters…

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Zum offiziellen »Spieler des Jahres« wurde Celtic-Captain Scott Brown von den Profis der SPFL gewählt. In 51 von Celtics 61 Pflichtspielen stand der 32-jährige Kapitän der schottischen Nationalmannschaft auf dem Rasen und ging stets voran, insbesondere wenn es eng wurde. Eine gute Wahl!

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Einer der neuen »Stars« der Saison war John McGinn von Hibernian. Der 23-jährige zentrale Mittelfeldspieler war Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Neil Lennons Mannschaft und an 12 Toren beteiligt (wie dieses Fan-Video schön zeigt). Mit seiner wuchtig-aggressiven Art erinnert er an Scott Brown. Ein Vergleich, der ihm nicht gefällt. Nichtsdestotrotz wird McGinn mit einem Wechsel zu Celtic gerüchtet (sein Onkel Jack McGinn saß in der zweiten Hälfte der 80er im Celtic-Vorstand), zumal mit Stuart Armstrong ein starker zentraler Mittelfeldspieler Celtic Richtung England verlassen wird…

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Ein weiterer auffälliger Spieler der letzten Saison ist in Karlsruhe ein alter Bekannter: Florian Kamberi. Der Schweizer, Teil der katastrophalen KSC-Absteigertruppe der Saison 16/17 (15 Einsätze, 1 Tor), kehrte nach dem Abstieg zu seinem Stammverein Grasshoppers zurück. Dort kam er nicht zum Zuge und wurde deshalb in der Wintertransferperiode an Hibernian ausgeliehen. Und unter der fachkundigen Anleitung von Trainer Neil Lennon startete der 23-jährige richtig durch: In 14 Pflichtspielen schoss er 9 Tore und gab 2 Vorlagen. Höhepunkt war der 3:1-Sieg der Hibs gegen Hamilton am 29. Spieltag. Kamberi erzielte mit einem Hattrick alle drei Tore! Das überzeugte Hibernian und deshalb verpflichteten sie ihn für die kommenden 3 Jahre und legten 100.000 Pfund auf den Tisch…

Nach der Saison ist vor der Saison…

Damit können wir die Saison 17/18 zu den Akten legen. Zum Abschluss gibt es ein hübsches Video der schottischen Liga SPFL, das einige der besten Momente der vergangenen Saison zusammengestellt hat und gleich wieder Appetit auf die nächste Saison macht. Am 4. August geht es wieder los…

Artikel zur Schottischen Liga 17/18


Finale im Badenpokal der Frauen: KSC vs TSV Amicitia Viernheim 3:0 – 16.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-17 13:55

KSC vs TSV Amicitia Viernheim 3:0

Letztes Sportplatzwochenende der Saison 17/18! Und zum Abschluss gab es das (leider etwas arg einseitige) Finale im Badenpokal der Frauen, in dem sich das Frauenteam des Karlsruher SC gegen den Ligakonkurrenten TSV Amicitia Viernheim locker mit 3:0 durchsetzte…

Die Kontrahentinnen

Sowohl der Karlsruher SC als auch Amicitia Viernheim (das zwar in Hessen liegt, aber aufgrund der räumlichen Nähe im badischen Fußball kickt) spielten in der abgelaufenen Saison in der viertklassigen Oberliga Baden-Württemberg. Während die KSC-Frauen die Saison auf Rang 4 abschlossen, stiegen die Frauen aus Viernheim als Vorletzte in die Verbandsliga ab.

Vor zwei Jahren hatte es das Finale zwischen KSC und Amicitia schon einmal gegeben. Damals setzte sich der KSC überaus deutlich mit 9:0 durch und durfte in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals mitspielen. Das taten sie gegen den damaligen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, dem sie mit 1:5 unterlagen (wir waren damals dabei).

KSC vs TSV Amicitia Viernheim 3:0

Bei warmem Sommerwetter wollten rund 250 Zusehende das Finale auf dem Sportplatz des FC Grünwinkel in Karlsruhe sehen. Der KSC ging als haushoher Favorit in das Spiel, und zeigte das auch von Beginn an. Nachdem Maskottchen »Badi« die Teams auf das Feld geführt hatte, spielte sich das Match praktisch ausschließlich in der Hälfte der Viernheimerinnen ab. Die Karlsruherinnen ließen aber die Zielstrebigkeit im Strafraum vermissen (und hatten ein wenig Pech mit 3 Latten- und Pfostentreffern), so dass es eine halbe Stunde lang beim 0:0 blieb.

Ein Elfmeter verhalf den Blau-Weißen nach 32 Minuten zur Führung. Viernheims Torhüterin Kim Stricklan nahm in höchster Not ihrer Gegnerin Fabien Eichler mit der Hand den Ball vom Fuß und brachte sie dabei zu Fall, hatte den Ball dann auch sicher. Schiedsrichterin Wiebke Frede war der Ansicht, dass Stricklan zuerst Eichler zu Fall brachte, bevor sie sich den Ball sicherte. Eine harte Entscheidung!

Laura Bertsch war es egal, sie verwandelte den Elfer zur 1:0-Führung, Torhüterin Stricklan war fast noch dran…

Viernheims Trainer Patrick Kloskalla bekam sich über die Elferentscheidung nicht mehr ein und pöbelte minutenlang an der Seitenlinie herum. Bis er durch eine überaus energische Ansprache der Schiedsrichterassistentin zur Ruhe gebracht wurde.

Der Ärger war in gewisser Weise verständlich, letztendlich war das Spielen auf ein 0:0 die einzige Chance, die Kloskallas Team hatte. Denn in der Offensive fand Viernheim praktisch nicht statt. Alle zaghaften Versuche, in die Karlsruher Hälfte einzudringen, wurden von der aufmerksamen KSC-Abwehr umgehend unterbunden. Mit dem 1:0 für Blau-Weiß ging es in die Halbzeit…

In der zweiten Hälfte schaltete das Team von Trainer Helmut Behr ein wenig in den Verwaltungsmodus. Das Match wurde ein wenig offener, nach einem »wilden« Herauslaufen der KSC-Torhüterin Melanie Döbke hatte Viernheim kurz nach der Halbzeit die größte (und einzige richtige) Chance der Partie, Alexandra Kuhn verpasste aber das Tor.

Die besseren Chancen hatten nach wie vor die Karlsruherinnen. Das 2:0 (Melissa Zweigner in der 55.) und der 3:0-Endstand (Fabien Eichler in der 81.) fielen so zwangsläufig. Die Karlsruherinnen holten locker den Badenpokal, Mühe hatten sie nur in der ersten halben Stunde. Glückwunsch an das Frauenteam des KSC, hoffentlich gibt es einen attraktiven Bundesligisten im DFB-Pokal…

Impressionen


KSC vs TSV Amicitia Viernheim 3:0


Der Stern glänzt wieder heller: Karlsruher FV vs VfB Grötzingen II 2:1 – 12.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-14 08:25

Karlsruher FV vs VfB Grötzingen II 2:1

Es ist vollbracht: Mit einem 2:1-Sieg gegen den VfB Grötzingen II gewinnt der Karlsruher FV die Aufstiegsrunde und steigt erstmals seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2007 aus der unterste Spielklasse Kreisklasse C in die B-Klasse auf…

Die Aufstiegsrunde zur B-Klasse

Wie bereits im Artikel zum Kantersieg des KFV gegen Jöhlingen II erläutert: Der letzte Aufsteiger in die B-Klasse wird in einer Runde »Jeder gegen Jeden« der drei Zweitplatzierten aus den Staffeln C1, C2 und C4 entschieden. Der KFV gewann letzte Woche zum Auftakt souverän mit 7:1 gegen FC Viktoria Jöhlingen II. Das zweite Spiel am letzten Wochenende endete mit einem ebenfalls deutlichen 4:1 des VfB Grötzingen II gegen die Jöhlinger, die sich mit einer Ausbeute von 0 Punkten und 2:11 Toren aus dem Aufstiegsrennen verabschiedeten.

Jöhlingen war aber der Gastgeber (immer auf dem Platz des spielfreien Teams wird die Begegnung der beiden anderen ausgetragen) für das entscheidende Match zwischen dem KFV und Grötzingen.

Ein Gutes hat es ja, wenn man sich Amateurfußball anschaut: Man lernt seine Heimat kennen. Jöhlingen ist ein Stadtteil der 9000-Einwohner-Gemeinde Walzbachtal, etwa 13 km östlich der Karlsruher Stadtgrenze gelegen. Dank S-Bahn ist man von Karlsruhe aus schnell hingefahren, und dank Google Maps findet man in dem Örtchen auch den etwas komplizierten Weg zum Sportplatz des FC Viktoria Jöhlingen. Das ist ein sehr hübscher Ground am Ortsrand, umgeben von grünen Flächen und sanft geschwungenen Hügeln. Beim Bau der Anlage hat man mitgedacht: Das zweistöckige Vereinsheim ist dank zweier großzügiger Terrassen gleichzeitig eine Art Tribüne, von der man einen hervorragenden Blick auf das Geschehen und einen kurzen Weg zum Bierstand hat. Was will man mehr?

Karlsruher FV vs VfB Grötzingen II 2:1

Schätzungsweise 300 Zusehende fanden sich zum Showdown im Walzbachtal ein. Dass dieses Match ein härteres Stück Arbeit werden würde als das Match gegen Jöhlingen war nach dem Ergebnis des VfB gegen Jöhlingen klar. Außerdem boten die Grötzinger diverse Akteure aus ihrer ersten Mannschaft auf, darunter Spielertrainer Manuel Bender. Aufgrund des 7:1 im ersten Spiel hätte dem KFV aber ein Unentschieden gereicht…

Wie schon gegen Jöhlingen fehlte »Doppelpack-Spezialist« Emmanuel Ampratwum in der Startelf des KFV, der zum Anstoß um 18:30 noch keinen Feierabend hatte…

Der Altmeister aus Karlsruhe ging das Spiel mit einer defensiven Grundeinstellung an. Der VfB hatte mehr Ballbesitz, kam aber kaum zu Abschlüssen im KFV-Strafraum. Ein Sololauf von Kerim Köster in der 13. Minute, der aber an KFV-Torwart Tobias Wichmann scheiterte, war noch die aufregendste Toraktion in der ersten Hälfte. Als alle schon mit dem 0:0 zur Pause rechneten und Richtung Bier- und Bratwurststand aufbrachen, bekam der KFV in der 44. Minute nach einer Ecke den Ball nicht weg und Grötzingens Dennis Mand schoss die Kugel aus gut 20 Metern auf den Kasten. Und der passte genau zwischen Torhüter und Latte ins Tor – 0:1 zur Halbzeit!

Davon haben wir, genau wie fupa.tv, ein Video:

Damit war der VfB II zur Halbzeit aufgestiegen, der KFV musste nun etwas für die Offensive tun. Das dachte sich auch KFV-Trainer Dirk Hauri, ehemaliger Regional- und Oberliga-Spieler, wechselte sich in der 48. Minute selbst ein und dirigierte das Spiel seines KFV aus dem Mittelfeld. Die Grötzinger zogen sich zurück und verteidigten den knappen Vorsprung. Der Druck des KFV wurde stärker, die Mannen in Blau ließen aber nur wenige Chancen der Karlsruher zu. So lieferten sich beide Teams verbissene Fights auf dem Rasen, die Minuten flossen dahin und das Spiel neigte sich mit dem Stand von 1:0 langsam dem Ende entgegen…

Mittlerweile hatte aber »KFV-Wunderwaffe« Emmanuel Ampratwum Feierabend und wurde in der 81. Minute eingewechselt. Und nach genau einer Minute landete ein langer Abschlag von Tormann Wichmann im Mittelfeld und wurde schön auf den durchstartenden Ampratwum durchgesteckt. Der fackelte nicht lange und erzielte mit seiner ersten Ballberührung den 1:1-Ausgleich (fupa.tv) – der Mann hat genau zur richtigen Zeit einen Lauf. Vier seiner insgesamt 11 Saisontreffer erzielte er in den letzten vier Spielen…

Mit dem Unentschieden war der KFV aufgestiegen. Die Männer in Schwarz ließen aber nicht mehr locker und wollten das zweite Tor. Das gelang vier Minuten später. Ein langer Ball vom rechten Flügel rollte an Freund und Feind vorbei Richtung Grötzinger Tor, Joseph Urban nahm die Verfolgung der Kugel auf und versenkte sie mit einem über den Boden rutschend abgefeuerten Schuss im Grötzinger Gehäuse (fupa.tv) – 2:1 für den KFV!

Von dem Schlag erholten sich die Grötzinger nicht mehr. Die Mannen vom Altmeister spielten die letzten Minuten souverän herunter. Und als der gute Schiri Moritz Kuhn abpfiff, wurde dem Anlass angemessen ordentlich gejubelt. Der Karlsruher FV hat es geschafft, der Meisterstern auf dem Trikot des Deutschen Meisters von 1910 glänzt in der nächsten Saison eine Klasse höher…

In den letzten Wochen haben wir hier im Blog die entscheidende Saisonphase des KFV verfolgt, das hat sehr viel Spaß gemacht. Team ballreiter gratuliert dem bald 127 Jahre alten Karlsruher Altmeister herzlich zum Aufstieg in die B-Klasse. Zum entscheidenden Zeitpunkt der Saison waren die Männer von Dirk Hauri voll da, bewahrten im entscheidenden schwierigen Match trotz der langen Zeit mit 0:1-Rückstand die Ruhe und schlugen, als es drauf ankam, eiskalt zu. Außerdem stieg auch die neu gegründete Frauenmannschaft des KFV souverän in die Verbandsliga auf (auch dazu herzlichen Glückwunsch)!

Es war also eine gute Saison für den altehrwürdigen Klub von Walter Bensemann, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch. Der »FV mit dem Hammer« hat ordentlich zugeschlagen…

Impressionen

Kicken zwischen sanft geschwungenen Hügel…

The Huddle…

Grötzingens Keeper Thomas Muraschow.


Kantersieg zum Auftakt: FC Viktoria Jöhlingen II vs Karlsruher FV 1:7 – 6.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-07 21:55

FC Jöhlingen II vs Karlsruher FV 1:7

Was für ein Auftakt! Im ersten Spiel der Aufstiegsrunde in die B-Klasse gelang dem Karlsruher FV ein 7:1-Kantersieg gegen die zweite Mannschaft des FC Viktoria Jöhlingen…

Die Aufstiegsrunde zur B-Klasse

Am letzten Wochenende hatte der Karlsruher FV den direkten Aufstieg in die Kreisklasse B bekanntlich verpasst und muss es deshalb als Zweiter der C1 nun über die Aufstiegsrunde der Zweitplatzierten versuchen. Gegner sind die Teams aus den Kreisklassen C2 und C4, die zweiten Mannschaften des FC Viktoria Jöhlingen (aus dem schönen Walzbachtal zwischen Karlsruhe und Bretten) und des VfB Grötzingen. Der Zweite aus der C3, FC Fackel Karlsruhe II, darf nicht aufsteigen, da die erste Mannschaft bereits in der B-Klasse spielt.

Es wird im Modus »Jeder gegen Jeden« gespielt, wobei das Spiel immer auf dem Platz des spielfreien Teams stattfindet. Die erste Begegnung Jöhlingen II vs KFC wurde entsprechend auf dem Gelände des VfB Grötzingen ausgetragen.

Grötzingen ist ein Stadtteil am Rande Karlsruhes, wo das Ambiente schon langsam ein wenig ländlich wird. Zwischen bewaldeten Hügeln und Kornfeldern liegt der Sportplatz des VfB Grötzingen, dessen erste Mannschaft in der A-Klasse kickt. Der jetzige Stuttgarter Matthias Zimmermann, ehemaliger KSC- und Gladbach-Spieler, begann als Kind seine Karriere beim VfB (vielleicht erklärt das seine jetzige Affinität zum Namensvetter aus der Talkessel-Stadt im Osten)…

FC Viktoria Jöhlingen II vs Karlsruher FV 1:7

Zurück zur Aufstiegsrunde! Bei feuchtwarmen Wetter fanden sich ca. 200 Zusehende zum ersten Match ein, eine gute Kulisse! Das Team des Karlsruher FV galt im Vorfeld als leichter Favorit. Die 70 Punkte, die der Altmeister aus der Fächerstadt in der C1 auf Platz 2 eingefahren hatte, hätten in jeder der anderen Staffeln zum direkten Aufstieg mit Vorsprung ausgereicht…

Beim KFV fehlte der »Doppelpacker« vom letzten Wochenende, Emmanuel Ampratwum, in der Startelf. Trotzdem legte der KFV los wie die sprichwörtliche »Feuerwehr«, bereits in der 6. Minute traf Mahmoud Resan nach einem Abwehrfehler der Jöhlinger zur 1:0-Führung. In der Folge konnten die Walzbachtaler das Spiel ein wenig offener gestalten und kamen in der 15. Minute durch Jordy Ferreira zum Ausgleich.

Die Karlsruher legten daraufhin eine »Schippe drauf«, setzten Jöhlingen unter Druck und erzielten folgerichtig sechs Minuten später durch Kevin Konkoll die erneute Führung.

Bevor weitere Tore fallen konnten, verletzte sich nach einer halben Stunde der KFV-Akteur Patrick Albersmeier in einem Zweikampf übel an der Schulter und musste in der Halbzeit mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Da wünschen wir natürlich baldige Genesung!

Kurz vor der Pause hatte sich der KFV vom Schock erholt und entschied das Spiel schon im ersten Durchgang, nach Treffern von Joseph Urban (40. nach einem schönen Spielzug) und Steffen Oberacker per direkt verwandelten Freistoß in der Nachspielzeit.

Bevor der Halbzeitpfiff ertönte, erschien Emmanuel Ampratwum mit der Sporttasche auf dem Sportplatz, zog sich um und stand beim Wiederanpfiff von Schiedsrichterin Selina Menzel auf dem Rasen. Und verteidigte seinen Ruf als »Doppelpacker«, in der 50. und 54. Minute stellte er den Spielstand auf 1:6…

Danach schaltete das Team von Dirk Hauri (nach 2 Spielen in 4 Tagen) einen Gang runter. Die wackeren Jöhlinger hielten so gut es geht dagegen, kassierten aber in der 90. Minute noch das 1:7 durch Mahmoud Resan. Entsprechend bedient lagerten die Jungs in Rot nach dem Spiel auf dem Grün…

Ganz anders das Bild natürlich beim Karlsruher FV, nach dem ersten Spiel sagt die Tabelle »3 Punkte und 7:1 Tore«. Ein toller Auftakt in die Aufstiegsrunde, der mit dem »Hammer-Lied« angemessen begangen wurde…

Weiter geht es nun am Samstag (16:00 auf dem Platz des KFV in Karlsruhe-Rüppurr) mit der zweiten Partie zwischen VfB Grötzingen II und FC Jöhlingen II, bevor es dann am Dienstag (18:30 in Jöhlingen/Walzbachtal) zum finalen Spiel zwischen Grötzingen II und dem KFV kommt. Da werden wir selbstredend wieder dabei sein, in der Hoffnung, dann den Aufstieg des 126 Jahre (»echte« Jahre, nicht angeeignete durch Fusionen oder aufgelöste Vorgängervereine!) alten Meisters von 1910 in die B-Klasse feiern zu können. Was 11 Jahre nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs ein erster wichtiger Schritt in eine sportlich bessere Zukunft wäre…

Impressionen


Schützenfest zur Aufstiegsfeier: FC Germania Neureut 07 vs FV Graben 5:0 – 3.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-05 21:25

FC Germania Neureut 07 vs FV Graben 5:0

Letzter Spieltag, Sportplatzstress! Nach dem Besuch beim KFV ging es weiter über Sportplätze Karlsruhes zum Aufstiegskampf in der A1. Der FC Germania Neureut setzte sich im Kopf-an-Kopf-Rennen in der Kreisklasse A1 hauchdünn gegen die DJK Mühlburg durch und steigt nach einem ungefährdeten 5:0-Heimsieg gegen den Tabellenletzten FV Graben in die Kreisliga Karlsruhe auf…

Kopf-an-Kopf-Rennen in der Kreisklasse A1

Vor einigen Wochen besuchten wir das Spitzenspiel der beiden Aufstiegskonkurrenten DJK Blau-Weiß Mühlburg vs FC Germania Neureut, in dem sich die Mühlburger mit 5:2 durchsetzten und auf einen Punkt an den Tabellenführer Neureut heran rückten. An diesem Abstand sollte sich aber bis zum letzten Spieltag nichts mehr ändern, denn beide Konkurrenten gewannen alle ihrer ausstehenden fünf Spiele. Am letzten Spieltag musste Mühlburg auf ein Wunder in Form eines Punktverlustes von Neureut gegen das Tabellenschlusslicht FV Graben hoffen, das aber ausblieb. Auf dem Weg nach Neureut schaute Team ballreiter kurz in Mühlburg vorbei. Auch dort schien die Sonne, aber die Stimmung war, wg. der schon in der ersten Hälfte deutlichen Neureuter Führung, nicht die allerbeste…

FC Germania Neureut 07 vs FV Graben 5:0

Deutlich bessere Stimmung gab es im Norden Karlsruhes beim FC Germania Neureut. In Erwartung des Aufstiegs hatten sich schätzungsweise 100 bis 150 Zusehende eingefunden. Selbst der freundliche Bierverkäufer war zu Kalauern aufgelegt (»Ein Bier bitte!« »Aus Sibirien oder aus Deutschland?«) und hinter der Eckfahne war eine Feierstation mit Musikanlage und Bierkühlung aufgebaut worden…

Zunächst musste gewonnen werden, was gegen den bedauernswerten Tabellenletzten FV Graben kein Problem war. Innerhalb von 20 Minuten stellten die Neureuter in der ersten Hälfte das Spiel auf 4:0, was dann auch im Parallelspiel in Mühlburg die Spannung erledigte. Die zweite Hälfte sah nur noch sommerlichen Feierfußball und ein Tor zum 5:0-Endstand.

Die Feierlichkeiten auf dem Rasen hielten sich in Grenzen, da der Aufstieg nicht übermäßig überraschend kam, eine Bierdusche, Pyros, Gesang und ein paar kühle Bier gab es aber trotzdem.

Damit ist der traditionsreiche FC Germania von 1907 nach einigen Jahren in den Kreisklasse B und A in die Kreisliga Karlsruhe aufgestiegen, herzlichen Glückwunsch. Mit nur einem Punkt Rückstand musste sich die DJK Blau-Weiß Mühlburg geschlagen geben und wird nun in den Aufstiegsspielen gegen den Zweitplatzierten der A2, SVK Beiertheim, ihr Glück versuchen…

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Aufstiegschance vertagt: Karlsruher FV vs SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol 3:0 – 3.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-05 10:05

Karlsruher FV vs SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol

Die Aufstiegsfeier musste erst einmal vertagt werden: Der ruhmreiche Karlsruher FV gewann zwar sein Heimspiel gegen die SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol souverän mit 3:0, da Konkurrent ASV Hagsfeld II aber mit 5:0 locker gegen SV Hohenwettersbach gewann und damit direkt in die Kreisklasse B aufsteigt (Glückwunsch!), muss der KFV nun sein Glück in den Aufstiegsspielen versuchen…

Karlsruher FV auf dem Weg nach oben

Beim letzten Besuch hatten wir es schon ausgeführt: Der Traditionsverein Karlsruher FV, Deutscher Meister von 1910, hat erstmals seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2007 die Chance, die unterste Spielklasse Kreisklasse C nach oben zu verlassen (zur wechselvollen Geschichte gab es hier im Blog anlässlich des Jubiläumssportfests 2016 etwas zu lesen).

Im letzten Spiel der Saison auf dem Ground der am Vortag in die Fusion verabschiedeten DJK Grün-Weiß Rüppurr konnte der KFV den direkten Aufstieg nur schaffen, wenn Konkurrent ASV Hagsfeld II daheim gegen Hohenwettersbach patzte.

Der Gegner mit dem leicht von der Hand gehenden Namen »SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol« ist eine Spielgemeinschaft aus dem 7500-Einwohner-Ort Bad Herrenalb an den nördlichen Hängen des Schwarzwaldes. So weit südlich gelegen (näher an Baden-Baden als an Karlsruhe) dass man sich fragt, wieso die eigentlich in der Kreisklasse in Karlsruhe kicken. Die Spielgemeinschaft besteht aus zwei Vereinen, dem SV Bad Herrenalb 1920 und der SG Neusatz/Rotensol und ist eine Fahrstuhlmannschaft zwischen den Kreisklassen B und C. In der aktuellen Saison treibt sich die SG mit einem gewissen Abstand zur Spitze in der oberen Tabellenhälfte herum, am letzten Spieltag ging es für sie um nix mehr.

Karlsruher FV vs SG Herrenalb/Neusatz/Rotensol 3:0

Etwa 100 Zusehende wollten den Aufstiegsversuch am letzten Spieltag bei warmen Sommerwetter draußen auf dem Sportplatz im Rüppurrer Sumpfland (der Tags zuvor ja schon den großen Abschied des eigentlichen Heimteams DJK Rüppurr gesehen hatte) sehen, die kleine Chance (wg. des Parallelspiels) auf Aufstiegsfeierlichkeiten lockte die Leute hinaus ins Grüne…

Der KFV war von Beginn an wild entschlossen seine Aufgabe zu erledigen und setzte das Tor der Gäste aus dem Schwarzwald unter Dauerdruck. Glück und der auf der Linie reaktionsschnelle Gäste-Keeper Tobias Prax verhinderten die Führung der Mannen von Trainer Dirk Hauri.

Kurz vor der Pause passierte es dann aber doch: Der nach 30 Minuten eingewechselte Emmanuel Ampratwum entschied das Spiel für den KFV mit einem Doppelschlag in der 38. und 45. Minute.

Die zweite Hälfte war dann nur noch ein Schaulaufen. In der prallen Sonne, die schon beim Zugucken den Schweiß strömen ließ, waren die Akteure noch erstaunlich agil unterwegs. Mehr als ein Pfostentreffer (Bild unten!) war für die Gäste aus Herrenalb aber nicht drin. In der 90. Minuten besorgte dann ein unbekannter Torschütze den 3:0-Endstand. fussball.de und fupa.net führen Mahmoud Resan als Torschützen, der wurde aber eigentlich in der 30. Minute für den »Doppelpacker« Ampratwum ausgewechselt. Deshalb wird der Torschütze des dritten Tores eines der großen Mysterien der Fußballgeschichte bleiben…

Fazit: Klarer Sieg für den KFV, wg. des lockeren 5:0 des Konkurrenten ASV Hagsfeld II gegen den SV Hohenwettersbach wurde es aber nichts mit dem direkten Aufstieg in die Kreisklasse B.

Der ruhmreiche Ex-Meister muss nun in die Aufstiegsspiele der Tabellenzweiten. Die Mission Aufstieg geht am morgigen Mittwoch um 19:00 auf dem Sportplatz des VfB Grötzingen weiter, wenn der KFV gegen den Tabellenzweiten der Kreisklasse C2, den FC Jöhlingen II, antritt.

Einschwören auf die Aufstiegsspiele…

Impressionen


Unter dem Himmel Rüppurrs…

Kicken in der sommerlichen Wärme…

Kicken in der sommerlichen Wärme…


Abschiedsvorstellung: DJK Grün-Weiß Rüppurr vs ATSV Mutschelbach III 6:1 – 2.6.2018

Permalink - Posted on 2018-06-04 21:15

DJK Grün-Weiß Rüppurr vs ATSV Mutschelbach III 6:1

In Karlsruhe gibt es einen fatalen Trend, die kleinen Sportvereine zu Fusionen zu drängen, damit die Stadt das Gelände ihrer Grounds in Bauland umwandeln kann. Das neueste Opfer: Die DJK Grün-Weiß Rüppurr aus dem Süden Karlsruhes, die im Rüppurrer Fusions-Klub SG Rüppurr (gemeinsam mit der Rüppurrer FG und dem FSV Alemannia Rüppurr) aufgeht. Zum historischen letzten Spiel war vom Team ballreiter die Sonderkorrespondentin Beate dabei, die sonst hinter den Kulissen für das Lektorat und den Reisesupport bei ausländischen Groundhopps zuständig ist…

DJK Grün-Weiß Rüppurr vs ATSV Mutschelbach III 6:1

Einen weiteren Abschied gab es in Karlsruhe-Rüppurr zu erleben: Die DJK Grün-Weiß trug ihr offiziell letztes Spiel aus, da der Fußballbetrieb aufgegeben wird. Zur neuen Saison gibt es eine neue »SG Rüppurr«, in der die drei bisherigen Vereine FG, Alemannia und DJK aufgehen werden. Die DJK war vor dem Spiel Vierter der Kreisklasse C1.

Über den Gegner, ATSV Mutschelbach III, hatten wir es ja letztens schon. Mittlerweile hat sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft den Aufstieg gepackt und es gab einen Traktorkorso, wie das auf dem Dorf halt so üblich ist. Die dritte Mannschaft fällt dagegen etwas ab; sie befindet sich »nur« im Mittelfeld der C1.

Es ging im Spiel also um nichts mehr, außer dass sich Rüppurr angemessen verabschieden wollte vom hiesigen Fußballtreiben.

Und dafür wurde einiges aufgefahren: Die Mitglieder und Fans hatten Tapeten bemalt, ein Baum wurde mit alten Kickschuhen behängt. Es wurde mit Trauerflor gespielt und zum Einlauf ein Holzkreuz präsentiert. Kurz nach Anstoß gab es grün-weiße Smoker. Etwa 100 Zusehende jeglichen Alters wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Die erste Halbzeit war quasi ein Spiel auf ein Tor, nämlich auf das der Mutschelbacher, fast jeder Schuss ein Treffer. So stand es zur Halbzeit bereits 5:0. Ein engagierter Trompeter hatte zu Hause scheinbar gut geübt, denn zu jedem Tor spielte er ein anderes Liedchen…

In der zweiten Hälfte war die Luft dann etwas raus, kein Wunder bei sommerlichen Temperaturen und dem Zwischenergebnis. Das Spiel plätscherte so vor sich hin, Rüppurr war nicht mehr so zwingend und Mutschelbach kam überraschend zu einem Ehrentreffer. Danach lief es für Rüppurr wieder etwas besser: zuerst gab es einen Lattenkracher und danach eine präzise Flanke in den Strafraum, die mit einem Kopfballtor endete. Schiedsrichter Dziersk pfiff das Spiel ab und die Feierlichkeiten konnten beginnen.

Impressionen


WM-Geschichten.

Permalink - Posted on 2018-06-01 10:10

Die kommende Weltmeisterschaft in Russland steht vor der Tür. Und darauf muss man vorbereitet sein! Deshalb hat 120minuten zu jedem Teilnehmerland eine Geschichte aufgeschrieben und auf eine Monsterseite gepackt: »32 WM-Geschichten, die die Welt erzählt«.


Abschiedsvorstellung: KSC II vs FV Ravensburg 3:2 – 26.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-29 22:30

KSC II vs FV Ravensburg 3:2

Die zweite Mannschaft des KSC, genannt »die Amas«, wird mit Ende der Saison aus Kostengründen vom Spielbetrieb abgemeldet. Am 34. und letzten Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg kam es damit zur Abschiedvorstellung gegen den FV Ravensburg. Und das bei freiem Eintritt und Freibier, also musste man hin…

Freibier und Sonnenschein

Zum »letzten Geleit« für den KSC II bei Freibier und Sonnenschein hatten sich noch einmal 500 Zusehende auf dem alten Platz 2 des Wildparks eingefunden. Dieser sollte eigentlich schon seit Februar durch den neuen »Amateurplatz« gleich nebenan abgelöst sein, wg. offener Fragen in Sachen »Wiese und Wasser« ruhen da aber schon länger die Arbeiten und auf der Fläche, die einmal das Spielfeld werden soll, steht ca. 15 cm Unkraut…

Immerhin, so hatten die »Amas« ihre Abschiedsvorstellung auf ihrem seit Jahrzehnten angestammten Areal…

Die Abschiedsvorstellung

Sportlich ging es für beide Teams um nichts mehr. Der FV Ravensburg beendet die Oberliga-Saison auf Rang 6, der KSC auf dem viertletzten Rang 15. Aus Kostengründen war der Etat der zweiten Mannschaft für die letzte Saison um 50% reduziert worden. Was zur Folge hatte, dass der eigentliche Kader so gerade eine Fußballmannschaft hergab und bei jedem Spiel mit nicht eingesetzten Profis aus dem Drittliga-Team oder der A-Jugend aufgefüllt wurde. Eine volle Ersatzbank gab es praktisch nie. Für diese Umstände hatten sich die Mannen der Trainer Zlatan Bajramovic (der zum Abschiedsspiel schon nicht mehr dabei war) und Balligh Karrouchy in der abgelaufenen Saison eigentlich noch ganz wacker geschlagen…

Eine offizielle öffentliche Verabschiedung des Teams gab es nicht, das hatte Geschäftsführer Helmut Sandrock schon vor dem Spiel in der Kabine erledigt…

Zum Abschluss gab es auf dem Rasen noch einige Tore zu sehen. Beide Teams ließen es beim Verteidigen locker angehen und ermöglichten sich so gegenseitig diverse Torchancen. Die von Harun Toprak, dem Bruder des BVB-Spielers Ömer Toprak, angeführten Ravensburger spielten auch munter mit, so dass den 500 Zusehenden bei einem Freibier im Sonnenschein nicht langweilig wurde. Die Gäste gingen nach 20 Minuten durch Rahman Soyudogru in Führung und besorgten durch ein Eigentor auch drei Minuten später den Ausgleich.

Kurz vor der Pause spielte KSC-Nachwuchsstürmer Christoph Batke noch einmal groß auf und brachte sein Team durch einen Doppelpack mit 3:1 in Front.

Nach der Pause verflachte das Spiel ein wenig, Rahman Soyudogru durfte noch einen Anschlusstreffer zum 3:2-Endstand nachlegen und bekam damit wie KSC-Kollege Batke zum Saisonabschluss noch einen Doppelpack gutgeschrieben.

Da der KSC nur drei Auswechselspieler dabei hatte, durfte sogar Ersatztorwart Oliver Semmle noch 10 Minuten als Feldspieler mitwirken…

Die letzte Toraktion in der Geschichte der zweiten Mannschaft des KSC war ein Abseitstor:

Und der endgültige Schlusspfiff erfolgte im Gegenzug vor dem eigenen Tor:

Die Zusehenden bewiesen im Gegensatz zur Vereinsführung Gespür für die besondere Situation, stellten sich rund um den Platz auf und verabschiedeten das Team mit Standing Ovations vom Rasen…

Damit ist die traditionsreiche zweite Mannschaft des KSC, die nach der Gründung des KSC in den Fünfzigern ab 1961 viele Jahre in den höchsten Amateurklassen Badens unterwegs war, Geschichte. Viele große Spieler der KSC-Geschichte wie Oliver Kahn, Michael Sternkopf oder Lars Stindl begannen in dem Team ihre Karriere. In den 90ern gewannen die Amas sogar viermal den Badenpokal.

Seit dem Abstieg des Profiteams 2011 in die Dritte Liga, der wg. der gültigen Spezialregelung in Sachen Zweite Mannschaften in Dritter Liga/Regionalliga den Abstieg des KSC II aus der Regionalliga in die Oberliga zur Folge hatte, dümpelten die »Amas« nur noch in der Oberliga herum. Aufgrund des neuerlichen Drittliga-Abstiegs in der letzten Saison hätte ihnen ein Aufstieg auch nicht viel genützt…

In der Zukunft sollen die Talente, die den Sprung in die erste Mannschaft nach der Jugend nicht schaffen, beim neuen Partnerverein SV Spielberg spielen. Dieser hat nur durch einen starken Schlussspurt so gerade den Abstieg aus der Oberliga verhindert. Man wird sehen, ob die Aussicht, beim SV Spielberg »geparkt« zu werden, die dem Jugendteam entwachsenen Spieler beim KSC halten wird. Von der gerade aufgelösten Mannschaft wird niemand nach Spielberg gehen, die Mannschaft zerstreut sich in alle Winde und wechselt zu anderen Vereinen. Wie auch immer mehr KSC-Talente, erst vor zwei Wochen gaben zwei ihren Wechsel zum VfB Stuttgart bekannt.

In ein oder zwei Jahren wird man wissen, wie sich das Auflösen der zweiten Mannschaft auf die tradtionell gute Jugendarbeit des KSC ausgewirkt hat…

(Nachtrag 1.6.18) fupa.net hat ein paar Videos mit Stimmen vom KSC II zusammengestellt.

KSC II vs FV Ravensburg 3:2


Sieg oder Spielabbruch: SV Waldhof Mannheim vs KFC Uerdingen 1:2 (0:2 wg. Spielabbruch) – 27.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-29 07:15

SV Waldhof Mannheim vs KFC Uerdingen 1:2 (abgebrochen)

Aus alter Verbundenheit zum Fußball des heimatlichen Niederrhein ging es zum Aufstiegsspiel zwischen dem Zweiten der Regionalliga Südwest, dem SV Waldhof Mannheim, und dem Westdeutschen Meister KFC Uerdingen ins Mannheimer Carl-Benz-Stadion. Was sich im Hinspiel (1:0 für Uerdingen) schon andeutete, zeigte sich auch im Rückspiel: Der KFC Uerdingen war klar überlegen und gewann 2:1. Theoretisch, denn praktisch erinnerte sich nach 80 Minuten ein Teil der sogenannten »aktiven Fan-Szene« des SV Waldhof an das gute alte Motto »Sieg oder Spielabbruch« und setzte es effektiv in die Tat um…

Aufstieg in die Dritte Liga

Die Aufstiegsregelung von den Regionalligen in die Dritte ist bekanntlich ein wenig problematisch, weshalb sie um diese Zeit des Jahres stets ein verbreitetes »Meister müssen aufsteigen!1!11!!«-Twitter-Tourette triggert. Ändert aber natürlich nichts daran, dass die Regeln in dieser Saison nun einmal so sind wie sie sind und man sich als aufstiegswilliger Klub darauf einzustellen hat. Überraschenderweise wurden sie durch »aber das ist ungerecht«-Mimimimi nicht spontan geändert…

Der Zweite der Regionalliga Südwest, Waldhof Mannheim, bekam es mit dem West-Meister KFC Uerdingen zu tun. Als wir das letzte Mal im November ein Spiel des KFC anschauten, auswärts beim Wuppertaler SV, war der KFC unter Trainer Michael Wiesinger noch in erster Linie ein Defensivbollwerk. Nach dem Spiel in Wuppertal gelangen dem KFC aber in den folgenden sechs Spielen nur noch zwei Siege und Präsident und Geldgeber Mikhail Ponomarev sah das Aufstiegsziel in Gefahr. Deshalb handelte er trotz Rang 2 umgehend, löste Wiesinger ab und stellte seinen Wunschtrainer (der vorher aber noch in Erfurt unter Vertrag stand) Stefan Krämer ein. Begleitet von einem gewissen Unverständnis in Social Media, vor allen von Leuten, die zwar noch kein Spiel von Uerdingen in der Regionalligasaison gesehen hatten, aber genau wussten, dass das nur eine total überflüssige Oligarchenreaktion sein kann…

Der Trainerwechsel erwies sich aber als Volltreffer. In den folgenden 12 Spielen ging kein Spiel mehr verloren, mit 11 Siegen und 1 Remis setzten sich die Krefelder gegen Konkurrent Viktoria Köln durch und das Defensivbollwerk KFC verwandelte sich in eine Torfabrik. 41 ihrer 68 Saisontreffer erzielte der KFC im letzten Saisondrittel unter Krämer und spielte dabei trotzdem achtmal zu Null…

Gegner Waldhof Mannheim unternahm gegen den KFC den dritten Versuch hintereinander, aus der Regionalliga Südwest in die Dritte Liga aufzusteigen. Das in Duisburg ausgetragene Hinspiel konnte der KFC mit 1:0 für sich entscheiden, der SV Waldhof hatte aber eine kämpferisch gute Leistung gegen die spielerisch überlegenen Uerdinger gezeigt.

SV Waldhof Mannheim vs KFC Uerdingen 1:2 (abgebrochen)

Mit dem knappen Ergebnis war noch nichts verloren für das Rückspiel, entsprechend zahlreich und erwartungsfroh fanden sich die Zusehenden ein. Normalerweise schauen sich im Schnitt 4.800 Zusehende Spiele im Carl-Benz-Stadion an, zur Relegation bei sommerlich-schwülwarmen 27 Grad war das Stadion mit über 24.000 Zusehenden gefüllt. Ist doch überall dasselbe: Wenn es um was geht, stehen alle auf der Matte…

Die »organisierte Fan-Szene« hatte zur Feier des Tages etwas gebastelt und führte, eingeleitet von Frédéric Chopins »Marche Funèbre«, eine langatmige und etwas schräge Choreo mit Motiven von Tod, Auferstehung und Zombies auf, die von üppigen Rauchschwaden aus schwarzen und blauen Rauchtöpfen untermalt wurde. Zusätzlich wurde der Rest des Publikums dazu animiert, schwarze und blaue Pappen hochzuhalten. Man kann nur hoffen, dass die Freunde der Fankultur diese Aufführung ausgiebig genossen haben. Denn nach dem, was im Laufe des Spiels noch folgen sollte, könnte es ein bisschen dauern bis zur nächsten größeren Fankurven-Bastelarbeit in Mannheim…

Los geht‘s im blauen Rauch…

Unter den wabernden Resten des blauen Choreo-Rauchs konnte dann auch endlich Fußball gespielt werden. Und es ging vom Start weg zur Sache. Das Mannheimer Publikum veranstaltete ein Heidenspektakel und trieb das Team von Trainer Bernhard Trares nach vorne. Dabei erlaubten sich die »Waldhof-Buwe« aber immer wieder Ballverluste, die umgehend zu gefährlichen Uerdinger Angriffen führten. Der KFC war spielerisch hochüberlegen. Die Waldhöfer versuchten, das mit Einsatz zu kompensieren, verloren aber viele Bälle mit dem zweiten oder dritten Pass und lebten wg. der schnellen Uerdinger Flügelspieler dadurch defensiv ausgesprochen gefährlich.

In der 29. Minute war es dann soweit. Nach einem typischen Uerdinger Angriff über den Flügel, vorgetragen vom ex-Gladbacher Dorda, bekam Chessa den Ball im Strafraum und legte quer auf Krempicki, der aus kurzer Entfernung mühelos zum 0:1 einschob.

Das war für die »Buwe« natürlich ein Stimmungsdämpfer erster Güte, denn Waldhof brauchte damit drei Tore, um den Aufstieg hinzubekommen. Bedenkt man, dass den Mannheimern in den vorherigen fünf Aufstiegsspielen in den letzten drei Jahren kein einziges Tor gelungen war und der KFC in den letzten acht Pflichtspielen überhaupt nur 4 Tore kassiert hatte, dann war das Führungstor mehr als die »halbe Miete« für die Mannen vom Niederrhein.

Aber aufgeben wollten die Waldhöfer noch nicht. Nach einem Freistoß von Diring drei Minuten später, den dieser an die Latte hämmerte, gab es einen Moment der Verwirrung in der sonst so souveränen Uerdinger Abwehr. Der von links herannahende Mayer nutzte diesen aus und beförderte die Kunstlederkugel zum umjubelten Ausgleich über die Linie. Der Waldhof hatte wieder ein wenig Hoffnung geschöpft.

Die wiederum nur sechs Minuten später erneut einen herben Dämpfer bekam. Wieder flankte Dorda vom linken Flügel in die Mitte, wo Öztürk sich die Kugel aus der Luft vorlegte und mit einem Knaller aus 16 Metern unhaltbar ins Tor hämmerte.

Mit 1:2 ging es in die Pause…

Waldhof musste also drei Tore in der zweiten Hälfte erzielen, entsprechend riegelte der KFC das Spielfeld ab und unterband robust die spielerisch bescheidenen Mannheimer Angriffsbemühungen. Trotz der defensiven GRundausrichtung fanden die Uerdinger immer wieder Gelegenheiten zu ihren gefährlichen Angriffen über die Flügel. Ein Lattentreffer von Beister in der 75. Minute war aber die einzige Ausbeute.

Als die Uhr sich der letzten Viertelstunde näherte, dämmerte es langsam im Publikum, dass das wohl nichts mehr werden würde für den Waldhof. Zu souverän agierten die Uerdinger, und zu durchsichtig waren, bei allem kämpferischen Einsatz, die Bemühungen der Mannheimer. Es wurde still im Carl-Benz-Stadium und die siegesgewissen Gesänge aus dem Uerdinger Block, untermalt von einer »Freudenpyro«, übernahmen die Atmosphäre im Stadion.

Sieg oder Spielabbruch

Womit wir dann beim Thema »Sieg oder Spielabbruch« wären! Da ersteres nicht mehr möglich war, entschied sich das Waldhöfer Fankultur-Spezialklientel auf der Osttribüne hinter dem Tor für letzteres. Eine ergiebige Kaskade von Böllern und rauchenden Leuchtkörpern, vorher von Kapuzenträgern im Block in aller Ruhe vorbereitet, regnete auf den Uerdinger Strafraum herunter. KFC-Torwart René Vollath ergriff die Flucht und Schiedsrichter Patrick Ittrich unterbrach das Spiel. Trotzdem feuerten die Spezialisten weiter aus allen Rohren. Pyros setzten sogar den eigenen Block in Brand, so dass Feuerlöscher herangeschafft werden mussten. Trainer Bernhard Trares ergriff vor dem Block das Wort mit dem Mikro, um die Lage zu beruhigen. Zur Belohnung landete eine Leuchtrakete vor seinen Füßen…


Schiri Ittrich unternahm nach 20 Minuten Pause noch einmal einen Versuch, das Spiel fortzusetzen und ordnungsgemäß zu beenden. Der in einem erneuten Feuerwerk endete und zum Abbruch führte…

Was dort in Mannheim vor sich ging war schon sehr erstaunlich. Man konnte sich von der Tribüne aus das Treiben im Fanblock anschauen. Dieser ist »selbstverwaltet«, d.h., er ist eine Art »Abenteuerspielplatz für Ultras« im Stadion. Bei 27 Grad liefen dort Leute mit schwarzen Kapuzenjacken und Gesichtsmasken herum, ohne dass das jemanden störte. Diese kälteempfindlichen Leute waren dauernd mit irgendetwas beschäftigt, nur nicht mit dem Spiel. Im Nachhinein ist klar, womit…

Das (vorläufige) Ende des Spiels: Jubelnde Uerdinger hinter einer Polizeikette vor dem Gästeblock, bedröppelte Mannheimer Spieler drehten eine kleine Ehrenrunde und bekamen Applaus von den richtigen Fans.

Die »Buwe« in Blau konnten einem schon ein wenig leid tun: Zum dritten Mal hintereinander in den Aufstiegsspielen gescheitert, und dieses Mal auch noch relativ chancenlos. Dazu wurden sie auch noch von einem Teil der eigenen Fans, offensichtlich mit Duldung des Großteils der Fankurve hinter dem Tor, zu Nebendarstellern degradiert. Es gab schon bessere Tage für den SV Waldhof Mannheim…

Fazit: Als Zusehender mit klaren Sympathien für den KFC vom Niederrhein ein durchaus interessanter Nachmittag im Stadion. Es gab ein über weite Strecken unterhaltsames Spiel in 75 Minuten lang guter Atmosphäre. Und man konnte vom Logenplatz aus dabei zusehen, wie sich die glorreiche deutsche »Fankultur« mal wieder selbst zum Horst machte (schon klar dass das für die insgesamt 80 Verletzten weniger unterhaltsam war). Und nach über 30 Jahren Fußball im Stadion das erste Mal bei einem Spielabbruch live dabei gewesen, man erlebt immer noch neue Dinge…

Nachwirkungen

Bei Waldhof Mannheim geht es nun rund. Der Verein reagierte einen Tag später hart und angemessen und beendete die »Selbstverwaltung« des Ultra-Abenteuerspielplatz-Block hinter dem Tor.

Nach Auskunft des Rettungsdienstleister gab es insgesamt 80 Verletzte. In Social Media wurde dafür dann verbreitet der »böse DFB« verantwortlich gemacht, denn die schlimme Relegation sei alles schuld! Da könne man dann ja als armer gebeutelter Fan schon mal aus Frust einen kleinen Spielabbruch verursachen, wenn man zum dritten Mal scheitert. Was dann mal wieder zeigt, wie kaputt der Fußballfan-Mainstream und das, was man in Deutschland »Fankultur« nennt, tatsächlich sind…

Nachtrag: Das endgültige offizielle Ergebnis des Spiels lautet lt. Beschluss des DFB-Sportgerichts vom 29.5.18 0:2.

Glückwunsch an den KFC

Zurück zum Sport. Ein herzlicher Glückwunsch geht an den KFC Uerdingen! Nach einer langen finsteren Phase bis hinunter in die sechstklassige Niederrheinliga und seltsamen Präsidenten wie dem Herrn »Lakis« und seinen obskuren Spielerverpflichtungen (Ailton), scheint nun mit Mikhail Ponomarev der erste Schritt auf dem Weg zurück in den Profifußball gelungen zu sein. Und wie man Ponomarev kennt, möchte er in der Dritten Liga nicht nur ein bisschen mitspielen, sondern wird Trainer Krämer ein Team bereit stellen, das in der Liga vorne mithalten kann. Mit dem Aalener Innenverteidiger Robert Müller wurde tags drauf gleich der erste Neuzugang mit Drittliga-Routine präsentiert. Und das wird nicht der letzte gewesen sein…

Weekly Vollath

Stammleserinnen und -leser mögen sich noch erinnern: Zu seinen KSC-Zeiten war nach jedem Spiel der »Weekly Vollath« eine feste Einrichtung in diesem kleinen Fußballblog. Diese Blog-Tradition möchten wir zur Feier des Tages beibehalten, der Uerdinger Keeper soll das Schlusswort haben und schrieb in seinem Facebook-Account:

»Aufstieg gepackt. Wieder zurück auf der Bühne. Danke an ALLE die ihren Teil dazu beigetragen haben, ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft und alle Jungs und Mädels drumrum, auf alle Fans die uns immer unterstützt haben. Wir haben uns das gemeinsam verdient.«

Impressionen


Kröten und Joghurt

Permalink - Posted on 2018-05-26 10:15

Kröten wandern im Grünen…

Das war nix: Wie erwartet, war die bewusst angestrebte Nullnummer des KSC im Relegationshinspiel gegen Wismut Aue mitnichten eine »gute Ausgangsposition«, sondern spielte der Heimmannschaft im Rückspiel in die Karten. Damit ist der Versuch des direkten Wiederaufstiegs gescheitert, was den Verein vor die Herausforderung einer weiteren Saison in der Pleite- und Grottenfußball-Spielklasse »Dritte Liga« stellt…

Wismut Aue vs KSC 3:1

Das Relegations-Rückspiel nahm bekanntlich ein ungutes Ende, 3:1 ging der KSC im fernen Osten des Erzgebirges unter und war damit noch gut bedient (kicker-Spielbericht, DAZN-Video-Zusammenfassung auf Youtube). Alois Schwartz hat in seiner Zeit als KSC-Trainer sehr vieles richtig gemacht. Der Versuch, sich durch die Relegation nach oben zu mauern, gehört allerdings eher nicht dazu…

Andererseits bekam der KSC vom 40-Punkte-Zweitligisten Aue auch klar die spielerischen Grenzen aufgezeigt. Das Offensivspiel wurde von Aue über 180 Minuten (mit Ausnahme des Eckballs zum vom Spielverlauf her überraschenden 1:1 im Rückspiel) fast komplett abgemeldet. Das übliche Rezept »hinten dicht und dann schnell umschalten mit langem Ball nach vorne« wurde von Aue druckvoll unterbunden. Dazu kam, dass viele der KSC-Akteure beim Rückspiel einen schlechten Tag hatten und der Gegner aus Aue auf dem Punkt »da« war. Aue war defensiv, offensiv, kämpferisch und individuell (der dreifache Torschütze Sören Bertram!) eine Nummer besser, von daher: Glückwunsch zum Klassenerhalt nach Aue.

Natürlich kann man ob der gefühlten Ungerechtigkeit nun »Relegation abschaffen« hinaus twitter-touretten. Aber der Modus ist wie er ist und der KSC ist in 10 Relegationen zwischen Dritter und Zweiter Liga erst der dritte Drittligist, der in der Relegation scheitert. Da war man halt einfach nicht gut genug…

Und nun?

Damit steht nun eine weitere Saison in der Dritten Liga auf dem Programm. Der Weg zurück in den DFL-bezahlten Fußball gleicht einer Krötenwanderung, zumal der Verein chronisch »wenige Kröten« im Geldbeutel hat. Deshalb muss in einer weiteren Saison Dritte Liga der berühmte Gürtel noch enger geschnallt werden…

Entsprechend verkündete Präsi Wellenreuther bei ka-news:

»Es ist jedes Jahr ein Drahtseilakt, dass wir die Lizenz erhalten; und wir tun alles dafür.«

Die Wortwahl darf durchaus eine leichte Unruhe auslösen…

Der Etat wird weiter sinken. Die zweite Mannschaft wurde aus Kostengründen bereits abgemeldet. Und man wird wohl nicht nur durch den Verkauf eines oder mehrerer potenziell ablöseträchtiger Spieler (Upphoff, Mehlem, Muslija) Einnahmen generieren, sondern auch durch eine Verkleinerung des Kaders Kosten sparen müssen. Immerhin wird es noch Joghurt geben, Sportdirektor Oliver Kreuzer meinte bei ka-news:

»Wenn du einsparen musst, fängst du nicht beim Joghurt an. Bei Personalkosten kannst du eigentlich am meisten einsparen. Da ist besprochen, dass die Kosten des Kaders nach unten gehen.«

Es sollte allen klar sein, dass man so nicht ewig weiterwirtschaften kann. »Wir sind der große KSC, haben mal Valencia 7:0 geschlagen, und der DFB ist doof weil er uns in der Dritten Liga zu wenig TV-Geld gibt« ist auf die Dauer keine Basis einer vernünftigen Finanzierung eines Profifußballvereins. Genausowenig wird das neue Stadion (falls es nicht durch den Nichtaufstieg wieder gekippt wird, in der Karlsruher Lokalpolitik ist alles denkbar…) »einfach so« Horden von Zusehenden anlocken und Sponsoren und Einnahmen generieren…

Neue professionelle Strukturen mit Ausgliederung (und ggf. Investoren) werden kommen müssen, auch wenn der traditionalistisch-fundamentalistische Flügel der »Fan-Szene« dann lautstark den bei solchen Fragen üblichen Rabatz machen wird. Aber der Status Quo beim KSC, bei dem der per Schuldscheine den Kollaps verhindernde Vizepräsident öffentlich verkündet, dass er das nur mit dem aktuellen Präsi macht, ist schon jetzt eher eine Karikatur des im deutschen Fußball so hochverehrten »demokratischen Mitgliedervereins«. »Klar kannst Du einen anderen wählen, dann gehst Du halt Pleite…«

Auf ein Neues in der Saison 18/19!

Auf ein Neues in der Saison 18/19…

Das Gute am Fußball ist, dass nach jeder beendeten Saison wieder eine neue beginnt. Also gibt es ab Ende Juli einen neuen Anlauf, mit frischen Kräften in die Zweite Liga zurück zu kehren. Und dieses Mal sollte die Krötenwanderung gelingen. Denn je länger man in der Dritten Liga verweilt, desto schwerer wird die Rückkehr und das Schicksal vieler für immer zwischen Dritter und Regionalliga dümpelnder »Traditionsvereine« dräut. Und das wollen wir ja nicht, oder?


Topspiel im Grünen: Karlsruher FV vs SV Hohenwettersbach 3:1 – 19.5.2018

Permalink - Posted on 2018-05-21 12:25

Karlsruher FV vs SV Hohenwettersbach 3:1

Wochenende und Sonnenschein, raus auf den Sportplatz! Dieses Mal ging es nach ganz unten in der Ligenhierarchie, in die 11. Liga, der Kreisklasse C1 in Karlsruhe. Auf dem Programm stand das Topspiel des Karlsruher FV gegen den SV Hohenwettersbach, das der Traditionsverein mit 3:1 für sich entscheiden und damit dicht an die Aufstiegsränge heranrücken konnte…

Karlsruher FV – Traditionsverein im Aufwind!

Der Karlsruher Fußball Verein, kurz KFV, ist der älteste noch aktive Fußballklub Karlsruhes. Und hat unter Fußballtraditionalisten und -Historikern einen legendären Ruf. Bekanntlich ist ein »Traditionsverein« ein Fußballklub mit einer mehr oder weniger glorreichen Vergangenheit und einer bescheidenen Gegenwart. Bei kaum einem Klub ist dieses »Traditionsverein sein« aber so ausgeprägt wie beim Karlsruher FV…

Gegründet u.a. vom Fußballpionier Walter Bensemann, war der KFV eine große Nummer in der Frühzeit des Fußballs und feierte 1910 den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Anlässlich des Jubiläumsportfest des KFV zum 125. Geburtstag im Jahre 2016 gab es hier im Blog einen kleinen historischen Abriss zur Geschichte des KFV zu lesen. Hier nur soviel: Die glorreichen Zeiten sind lange vorbei, 2004 wurde der Verein vom Spielbetrieb abgemeldet und verlor seinen historischen Ground an der Telegrafenkaserne. Immerhin wurde der KFV nicht aus dem Vereinsregister gelöscht, so dass 2007 die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der untersten Spielklasse Karlsruhes erfolgte. In den seitdem vergangenen 10 Jahren dümpelte der KFV stets am Tabellenende herum. In der aktuellen Saison gibt es aber einen plötzlichen Aufschwung, erstmals seit der Wiederaufnahme hat der KFV eine echte Chance auf den Aufstieg in die B-Klasse.

Karlsruher FV vs SV Hohenwettersbach 3:1

Wie erwähnt, der KFV hat seit 2007 keinen eigenen Ground mehr. In der aktuellen Saison kickt man als Untermieter auf dem Platz des Ligakonkurrenten DJK Grün-Weiß Rüppurr. Die Ersterwähnung dieses Stadtteils im Codex des Klosters Hirsau im Jahre 1103 nannte Rüppurr noch »Rietburg«, was so viel wie »Haus im Sumpf« bedeutet. Der Name ist auch 915 Jahre später noch Programm, denn der Sportplatz befindet sich im grünen Niemandsland am Stadtrand Richtung Autobahn und ist damit ein weiteres Beispiel für den traurigen Karlsruher Trend der Verbannung der Sportplätze aus der Stadt hinaus. Ohne Smartphone mit Karten-App ist der Sportplatz praktisch nicht zu finden…

Sportlich ist es ein enges Rennen an der Spitze der Kreisklasse C1 Karlsruhe. Gemeinsam mit ASV Hagsfeld II und den Wildpark-KSC-Nachbarn Sportvereinigung Germania kämpft der KFV um einen direkten Aufstiegs- und einen Aufstiegsspiele-Platz in die nächsthöhere Kreisklasse B.

Der Aufschwung in die oberen Tabellenregionen begann beim KFV mit der Verpflichtung des neuen Trainers Dirk Hauri im letzten Sommer. In seiner Jugend spielte Hauri selbst beim KFV, als Erwachsener bis hinauf in die Regionalliga u.a. beim SSV Ulm. Er formte eine neue Mannschaft und beendete das jahrelange »Darben« am Tabellenende.

Der Gegner SV Hohenwettersbach, aus einem der Karlsruher »Bergdörfer«, hätte durch einen Auswärtssieg auch noch Anschluss an das Aufstiegsgeschehen gefunden.

Entsprechend eng war das Spielgeschehen. Vor ca. 30 Zusehenden entwickelte der KFV eine Feldüberlegenheit, Torgelegenheiten waren aber Mangelware. Von daher kam die Führung für den KFV in der 37. Minute durch Laurent Martineau durchaus überraschend. Nach der Pause hatte die Partie ihre »wilde Phase«. Die Gäste glichen kurz nach der Pause per Elfmeter aus (Felix Löffler 54.). Drei Minuten später stellte der KFV (Joseph Urban 57.) den alten Abstand wieder her. Bis zum Ende blieb das Match ausgeglichen, erst in der 90. Minute stellte Emmanuel Ampratwum den 3:1-Endstand her.

Fazit: Ein enges Spiel in einer trostlosen Atmosphäre im grünen Nirgendwo.

Damit schob sich der KFV an die Tabellenspitze heran, die Traditionskicker stehen nun auf Rang 3, 1 Punkt hinter den führenden Teams Hagsfeld und der Germania. Für den SV Hohenwettersbach hat sich das Thema Aufstieg mit nunmehr 9 Punkten Rückstand für diese Saison erledigt.

Am kommenden Wochenende steigt das Spitzenspiel Zweiter vs Dritter, Sportvereinigung Germania vs KFV. Tabellenführer Hagsfeld II wird beim Vorletzten Auerbach II wahrscheinlich gewinnen, so dass die Begegnung auf dem Germania-Sportplatz neben dem Wildparkstadion wohl das Finale um den für die Aufstiegsspiele qualifizierenden Rang 2 sein wird.

Impressionen

Fußball im Sonnenschein Rüppurrs…

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